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v. Persigny, dessen ganze politische Vergangenheit darin I besteht, daß er auf einen Offizier zu schießen versuchte, gegenwärtig Mitglied des Geheimen Raths, Grvß- kreuz der Ehrenlegion und Vertrauensmann der Re- gierung ist. Was mir aber noch immer Spaß macht, das ist, daß, wenn ein Journalist sich erlaubt, es übel zu finden, daß solche Leute über unser Frank­reich verfügen, mrn ihm damit antwortet, daß man ihn einen Revolutionär nennt. Es ist immer wieder die köstliche Antwort, welche ein Revolutionär | von 1848 einem Mitglied oeS Bergs gab:Ein Mensch, welcher die Abschaffung der Todesstrafe ver­langt, das kann nur ein Bluttrinker sein."

Paris, 21. Juli. Ein T cret vom 18. Juli, das durch den heutigenMoniteur" veröffentlicht wird, beruft sämmtliche Generairäthe Frankreichs den de« Seinedepartements, wie immer, ousgenom- m«n) von dem 24. August- bis zum 7. September, sowie die BezirkSräthe (wiederum die der^Seine ausgenommen) von dem 21. di- zum 25. Septem­ber zu der regelmäßigen JabreSfefsion ein. Der Etcnrard" meldet, daß Prinz Napoleon, auf der Jacht Jerome - Napoleon von Konstantinopel und Syra kommend, gestern im strengsten Jncognito in Malta angekommen ist. Nachmittags desselben Tags sei er wieder in See gegangen und bade seine Reift gegen Norde» fortgesetzt.

Florenz, 21. Juli. U ber die in der heutige:: S tzung der Deputirtenkammer (wie bereits gemel- der) gestellte Interpellation L.rnlarmora's werden fol­gende Details mitgetheilt. Auf die Frage des Ge­nerals, ob Menabrea bereit sei, die Interpellation betreffs des preußischen Generalstabsberichts entgegen- zunehmen, rrklä.te derselbe: er erkenne die edle Ge­sinnung an, welche Lamarmora zu der Interpellation veranlasse; er bemerke jedoch, daß die einzige Thal fache, daß die italienische Armee 190,000 Mann Oesterreicher in dem Festungsviereck beschäftigt habe, hinlänglich irgend welche Unterschätzung der Wirk samkeit der italienischen Allianz widerlege. Mena­brea wie- ferner darauf hin, daß die französische UeberskhUNg des preußischen Berichtes ungenau |u Sobald die preußische Regierung von Lamarmora'- Interpellation Kenittn'ß enthalten, habe dieselbe der italienischen Regierung eine Depesche übermittelt, welche e> kläre, General v. Molike könne die Füh rung ter italienischen Armee nur rühmen. Die der italienischen Regierung vvrgehaltenen Ausdrücke ent­stammten nicht dem preußischen Berichte, sondern seien der ungenauen Uebertragung der analytischen In structionen zuzuschreiben. Menabrea schließt: Sollte I man b i genauerer Prüfung finden, daß der preußi sche Bericht für die italienische Armee oder die Re gierutig.NachtheiligeS enthalte, so sei es leicht, sich Aufklärung zu verschaffen, ohne die delicate Sache zum Gegenstände parlamentarischer Verhandlung zu machen.

Mexico. Nach Berichten spanischer Blätter nimmt die Empörung gegen Juarez immer größere Ausdehnung an. Die Insurgenten Haden mehr als 6000 Mann auf den Beinen und sind Herren eines j großen Theils des Gebiets. Es fehlt ihnen nur. an der Einheit und an einer festen Fahne.

Vermischtes.

Gießen, im Juli. Auf dem am 28. v. M. in Worms abge­haltenen Landes Feuerwehrtag wurde Gieße» einstimmig zum Vor­ort gewählt, und es wird demnach die nächstjährige LandeS-Ver- sammlung. mit weicher eine große Hebung und eine Ausstellung von Feuerwehr-Gerät!)schäften verbunden ist, dahier stattfinden. Man darf hoffen, daß dieß den bestehenden Feuerwehren in un­serer Provinz und für die Bildung neuer freiwilliger organisirter Corps eine förderliche Anregung geben wird. In letzterer Hin­ficht bemerken wir noch, daß da« hiesige städtische Feuerwehr- Lommando neu sich bildenden Corps gerne mit der nöthigeu Anleitung und jeder wünschenswerthen Auskunft zur Hand ge­hen dürfte.

Darmstadt, *17. Juli. Das heute erschienene Regie­rungsblatt 91t. 38 enthält:

I. Verordnung, die Einführung der im Großherzogthmn über die evangelischen Kirchenangelegenheiten bestehenden Be­stimmungen in den zufolge des Friedensvertrag« mit dem Kö­nigreich Preußen vom 3. September 1866 mit dem Großher- zogthum vereinigten Gebietotheile betreffend.

II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, den zwischen dem deutschen Zoll - und Handelsverein und Spanien abgeschloffe- nen Handel«- und Schifffahrtsvertrag betreffend.

III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums de« In. nern, die Einführung der im Großherzogthmn über die evan­gelischen Kirchenangelegenheiten bestehenden Bestimmungen in den zufolge de« Fri»de»«vertrag« mit dem Königreich Preußen vom 3 September 1866 mit dem Grvßherzogthum vereinigten Gebietstheilen betreffend. ...

IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Fi­nalen, die Besteuerung des Sier« im Großherzogthmn Baden betreffend, laut welcher im Großherzogthum Baden die nach der diesseitigen Bekanntmachung vom 20. Dezember v. I.. Regierungsblatt Nr. 51, zunächst für die Monate Dezember 1867 und Januar 1868 festgesetzte Erhöhung der Uebergangs- abgabe von Bier auf 1 fl. 50 kr. für die badische Ohm und der Steuerrückvergütung von Bier auf 1 fl. 30 kr. für die ba­dische Ohm auf die Jahre 1868 n»d 1869 ausgedehnt wor­den ist.

V. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Büdin­gen, die Umlage der Gemeinde Mittel-Gründau für 1868 betreffend. _

VI. Ertheilung eines Erfindungspatentes, ee. Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 8. Juli dem Inhaber der Gandeiib-rrgischen Maschinenfabrik zu Darmstadt, Georg Göbel daselbst, ein Erfindungspatent auf die durch Zeichnung »nd Beschreibung näher erläuterte neue Constrnction einer Datumprefsc für Eisenbahn-Bilsets ic. unter dem Vorbehalte, daß durch diese« Patent Niemand in der Anwendung bereits früher bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des GroßherzogthumS zu ertheilen.

VII. Namen-v er änderunggen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 4. Juli dem Johannes und der Elisabethe Catharina Reinhard zu Leeheim zu gestatten, statt ihres bisherigen Familiennamens Reinhard in Zukunft den Familiennamen Schäfer zu führen.

VIII. Charakterertheililngen. Seine Königliche Ho­heit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 27. Juni dem Bahnwärter und BilletauSgeber auf der Station Bicken­bach der Main-Neckar-Eifenbahn, Wilhelm Alt und dem Bahnwärter und Billetausgeber auf der Station Auerbach die­ser Eisenbahn, Conrad Pfannmüller, den Charakter al« Erpeditor zu verleihen.

Berlin, 18 Juli. DieProv.-Corr." bringt, wie be­reits erwähnt, nustmchr einige Mittheilungen über die ver­heißeneSelbstverwaltung in den Provinzen." Sie erinnert an den Satz in der Thronrede, mit welcher der letzte Landtag geschloffen wurde:Durch die Bewilligung des Provinzial- fonds für Hannover haben Sie thatsächlich den Boden betre­ten, auf welchem nach der Absicht Meiner Regierung auch für alle andere Provinzen eine erfolgreiche Selbstverwaltung erwach­sen soll." Diese Absicht der Staatsregierung habe in bald darauf versammelten Vertretungen der einzelnen Provinzen A - klang und Widerhall gefunden. Unter den Kundgebungen der selben nehme die bet schlesischen Provinzialstände eine hervorra geube Stelle ein. Dieselben richten die Bitte an den König, daß eine Vereinigung aller ständischen Fond«, Anstalten, Jn. i stitute und Stiftungen in der Provinz Schlesien zu einer gr meinfamen provinzialständischen Verwaltung unter staatlicher Oberaufsicht genehmigt unb unverweilt zur Ausführung gebracht werde. Im gleichen Sinn haben sich die Provinzialstände der Rheinprovinz und Westphalens ausgesprochen, und der Landtag der Provinz Sachsen habe eine besondere Commission niederge­setzt, um die Maßregel» zu berathen, welche zur Errichtung einer einheitlichen ständischen Verwaltung der provinziellen In stitute geeignet erscheinen, unb barüber dem nächsten Proviw ziai-Landtage bestimmte Vorschläge zu machen. DieSm.- Corr." ist schließlich mit bet Auffassung sehr einverstanden, daß die Vertretungen der Provinzialverbände, je weniger sie gegen­über der allgemeinen Landesvertretung bas Feld ihrer Thäsig- keit jetzt noch in einem tiefgreifenden Antheile an der Gesetz gebung finden können, um so mehr die Förderung der wirth schaftlichen Jntereffen der Provinzen zum Gegenstände ihrer Wirksamkeit zu machen haben.

Berlin, 22. Juli. DerStaats-Anzeiger" bringt fol­gende Bekanntmachung der Hauptverwaltung der Staatsschul­den in Berlin:Die ZinSeoupon« der vormals Hannover schen, naffauischen, kurhesfischen, heffen-homburgischen unb schleSwig- holsteinischen Obligationen werden von jetzt ab in gleicher Weise, wie bisher schon die Coupons der preußischen Staatsanleihen durch die Staatsschuldentilgungskaffe in Berlin, die Regie riingshauptkaffen, Hauptsteuer- und Zollämter und die Kreis und Steuerkaffen in den alten und neuen LandeStheilen, die gekündigten Obligationen aber von der Staatsschuldentilgungs kaffe hierselbst, den Regieruilgöhauptkaffen und den Bezirkshaup, kaffen eingelöst werden." Laut einer Cabinetsordre werden jetzt die'Douceurgelder" für die in dem Kriege von 1866 eroberten Geschütze unb Fahnen an die betreffenden Regimenter verteilt. Jedes Geschütz wird mit 60, jede Fahne mit 40 Dneaten bezahlt. Im Ganzen beläuft sich die Summe auf 8920 D »raten.

Berlin. Norddeutsche« Gewerbegsetz. ra-vom norddeutschen Reichstag beschloffene provisorische Gewerbegesetz, haupsächlich für Preußen und Mecklenburg bestimmt, die einzigen Länder in Deutschland, wo noch keine Gewerbefreiheit besteht, lautet also : §. 1. DaS den Zünften und den kaufmännischen Corporationen zustehende Recht, Andere vom Betriebe eines Gewerbe« auszuschließen, ist aufgehoben. §. 2. Für den Be trieb eines Gewerbes ist ein Befähigungsnachweis 'nicht mehr erforderlich. Diese Bestimmung findet jedoch bis auf Weiteres keine Anwendung auf den Gewerbebetrieb bet Reizte, Apotheker, Hebammen, Advokaten, Notare, Seeschiffer, Seesteuerleute und Lootsen. So weit in Betreff der Schiffer und Lootsen auf Strömen in Folge von Staatsverträgen besondere Anord nuugen getroffen sind, behält e« dabei sein Bewenden. §. 3 Die' Unterscheidung zwischen Stadt unb Laub in Bezug auf ben Gewerbetrieb unb die Ausdehnung desselben hört auf. Die Beschränkung der Handwerker auf den Verkauf ber felbjtverfer tigten Waaren wird aufgehoben. Der gleichzeitige Betrieb verschiedener Gewerbe, sowie desselben Gewerbe« in mehreren Betriebs- oder Verkaufslvealen ist gestattet. §. 4. Jeder Ge­werbetreibende darf hinfort Gesellen, Gebülfen, Lehrlinge unb Arbeiter jeber Art in beliebiger Zahl halten. Gesellen und Gehst sen sind in ber Wahl ihrer Meister ober Arbeitgeber un­beschränkt. §. 5. Der Betrieb eine« Gewerbes, zu dessen Be­ginn nach Maßgabe der bestehenden LandeSgesetze eine polizei­liche Genehmigung nicht erforderlich ist, fanu fortan nut im Wege der Bundesgesetzgebung von einer solchen Genehmi gun'g abhängig gemacht werden. §. 6. DaS gegenwärtige Ge- i setz findet keine Anwendung auf die Bestimmungen der Landes­gesetze, 1) über Erfindung-Patente; 2) über das Bergwesen; 3) über die Beschäftigung jugendlicher Arbeitet; 4) über den Verlust ber Vefugniß zum Halten von Lehrlingen al« Folge strafgerichtlichen Erkenntnisses! 5) über die Berechtigung der Apotheker, Gehülfen und Lehrlinge anzunehmen; 6) über ben Betrieb öffentlicher Fähren; 7| über da« Abdeckereiwesen.

Königsberg. Micheli«, der preußische Abgeordnete unb I Professor am katholischen Gymnasium zu Braiinsberg, nimmt I e« mit zwei Männern zugleich auf. Er hat den Professor I Vogt zu einer Disputation übet den Materialismus unb ben I Papst Pins IX. zu einer Reformation aufgeforbert. unb eine neue I vermehrte Auflage feiner schon früher gestellten Thesen drucken I lassen. ES werden ohne Zweifel auch diese Thesen wie die frü- I Heren den verbotenen Schriften eingereiht werden. Aber einen Ruck zum Vorwärts wird es doch thun.

Nauheim, 20. Juli. Gestern war die hiesige Spielbank I zum letzten Mal Sonntags geöffnet. Da« Bundesgesetzblatt,

welches das Gesetz vom 1. d. M. übet Schließung unb Be­schränkung bet öffentlichen Spielbanken enthält, wurde am 7. d. M. in Berlin abgegeben. Jedes Gesetz, welches den Ter­min seiner Wirksamkeit nicht besonder« firert, tritt, laut Bun­desverfassung, 14 Tage nach erfolgter Publnatton, hier also mit dem 21. d. M. in Geltung.

Kassel, 21. Juli. Von dem deutschen^ Turntage jlt un­sere Stadt zum Festort für da« im nächsten Jahre stattfindende allgemeine deutsche Turnfest gewählt worden.

Aus Thüringen, 14. Juli. Dem Centralcomitö für da« Schützenfest in Wien ist auch von dem Herzog _ Erich von Coburg durch dessen Cousul eine Ehrengabe, eineprachtige Consoluhr au« Bronee, übermittelt worden. DerSchutzen-. Herzog" gedenkt also noch seiner Freunde von damals, da er Ehrenpräsident de« be« deutschen Schützenbundes war. Die thüringischen Infanterie - Regimenter tragen auf ihren Helmen jetzt ihrer Doppelstelluug zu Preußen und dem betref­fenden Sonderstaate Rechnung. Der Adler mit demStern wirb in ber Mitte das Landeswappen zeigen »nd auf dem Bande stattMit Gott für König" ic. es heißen:Mrt Gott iir Fürst unb Vaterland"

Ans Herrieden wird der Fr. Zig." vom --0. gerichtet. Das europäische Luftmcer ist wieder sehr ruhig. Es herrscht deßhalb, ungeachtet der Luftozean meist nur im mittleren Ni­veau, selbst noch tiefer steht, in der Regel Morgens heiteres Wetter, welches Nachmittags mehr ober weniger durch Ge­witterbildung unterbrochen wird, unb dieser Wckterungscharakter durste sich, da sich die Luftdruckdifferenzen quer von Sudwest nach Nordost durch Europa ziehen, so schnell nicht andern. Indessen hat mit Ausnahme von Italien, wo viel zu viel Re, qen fällt, nirgends genug Niederschlag stattgefnnden. Die Temperatur halt fid) überall über dem Durchschnitt, nament- lich ist e« in Schweden heiß.

München, 18. Juli. Nach amtlicher Mitthellung HE Fürst Paul von Thum und Taris, vormals Oberlieutenant und königl. Flügeladjutant (ber mit einer Tänzerin des Actienlhea- ter« in die Schweiz gereist ist) auf feinen bisherigen Adel und Geschlechtsnamen freiwillig verzichtet und den Familiennamen Fels" angenommen. Paul Fels ist sodann vom Könige für seine Person in den Adelsstand mit dem Prädikatvon" erho­ben woben.

Wien. In dem gewaltigen inneren Kampfe, der gegen­wärtig in Oesterreich zwischen Kirche und Staat entbrannt ist, fluche:'« und ebbet'« hin und her, und die Chancen für ben einen ober andern Theil steigen unb fallen. Offenbar wa­ren durch die einmütige Entschiedenheit des Ministerium« und die imposante Haltung des Reichstags Rom und die Freunde de« Coucordats Anfangs betroffen und unschlüssig. Aber man sammelte sich, man sondirte da« Terrain, und bie Bischöfe er­achteten e« für angezeigt, mit geharnischten Erklärungen gegen die neue Ordnung der Dinge vorzugehen. Nunmehr mehren sich wieder die Kundgebungen zu Gunsten ber Staatsgesetze. Man wird nie die Hand bieten zu Eingriffen der Staats­gewalt in die Eingriffe der Kirche auf ihrem Gebiet, aber man betrachtet jede Einmischung geistlicher Autoritäten deS In- und Auslandes in die Gesetzgebung als einen mit allen gesetzlichen Mitteln abzuwehrenden Uebergriff. In diesem Sinn wurden Resolutionen und Adressen au da« Ministerium beschlossen in Wi-n, Brünn. Salzburg, Stainz ic., sogar in Bozen. Die Sachen werden sich schließlich dem Anschein nach so stellen: Die Landesbevölkerung vorherrschend für da« Kirchenregiment, oie Bewohnerschaft der Städte für die Staatsgewalt.

Bvsth, 17. Juli. DerUngarische Lloyd" meldet: Der Präsident de» Honveb-Ceiitralausschnffes, Beniczky, wurde ge­stern durch einen anonymen Brief eines angeblich sterbenden Honveds, welcher auf ben Feldzug von 1849 bezügliche Doku­mente an den Adressaten persönlich aushändigen wolle, nach Ofen gelockt und ist seitdem nirgends aufzufinden. Heute Mit­tag ging ein anonymer Brief mit dem PoststempelOfen" an ben ehemaligen Hvnved Dulovit« ein, worin erklärt wird Beniczkh, weil ber Honvedsache schadend, habe seit gestern zu leben auf geh ort. Die umfangreichsten Nachforschungen er­wiesen sich bis jetzt al« vergeblich.

Rom. Fund. Bei den Ausgrabungen des Emporium romanum am Ufer der Tiber hat man einen prächtigen Block von carrarischem Marmor entdeckt, ber 585 Kubikmeters hält und mit langen Inschriften bedeckt ist, welche historische Offen­barungen von ber allergrößten Wichtigkeit enthalten, so daß dieser Fund ein wahres Ereigniß für die Archäologen ist.

Amerika. Rascher Geschäftsgang. In Californien geht Alles rasch. Kürzlich ward auf dem Wege nach San Juan Nevada der Postwagen um 5 Uhr Morgens um drei­tausend Dollars beraubt; nm 7 Uhr ward eine Belohnung auf die Entdeckung ber Thäter gesetzt; um 12 11 br waren bieieiben ermittelt; um 2, Uhr war das ganze Geld wieder zur Stelle geschafft; um 5 Uhr wurden die Räuber erschossen und um 6 Uhr wurden sie begraben.

Amerika. Auf dem Erie-See hat sich am 30. Juni wieder eine» der auf den amerikanischen Gewässern nur allzu häufigen Unglücke ereignet. Der DampferMorning Star" stieß auf der Fahrt von Cleveland nach Detroit gegen die BarkeCortlaud" an, unb beibe Fahrzeuge verschwanden bin­nen wenigen Minuten unter dem Wasser. Alle Menschen _ an Bord', 83 zusammen, wären rettungslos verloren gewesen, hätte fich nickt in ber Näh- zufällig ein anderer DaniM befunden, dessen Mannschakk 63 der Untersinkenden rettete. Die übrigen 20 sinv verschwunden und ohne allen Zweifel ertrunken. In Europa erregen solche Ereignisse noch Entsetzen. In Ameri'a aber nimmt das Publikum, auch sogar da« reisende, derartige Berichte mit Gleichgültigkeit entgegen. Von Einem Gesichts­punkte au« betrachtet, ist dieser Kaltsinn noch ein Gluck zu nennen; beim sonst müßte ein Bürger ber Vereinigten Staaten fast sein ganzes Leben in nervöser Aufregung babinjittern.

Aus einem M usika 1 ien - Ka talog. Nachstehende Lie­ber fanden sich mit Angabe de» Preise« also annoncirt:Ich bin ein freier Mann unb finge für 5 Sgr. Aennchen von Tharan vierhändig. E« waren einmal zwei Schwester» für gemischten Chor. Auf, tapfere Brüder, fummelt euch 7'/, Sgr. Der Feind ist da, die Schlacht beginnt mit Violm- Begleitung. Fordere Niemand 2 >/2 Sgr.. Gott erhalte Franz ben Kaiser vierstimmig. Einsam bin ich doppelchöng. Was ist de« Deutschen Vaterland? Gemischter Chor. '« Alle« ein«, ob ich Geld hab' ober 5 Sgr. Blaue Aeug- lein find gefährlich für Streichinstrumente. Drei muntere Burschen saßen achthändig für zwei PianoforteS eingerichtet Begränzt mit Laub für vier Männerstimmen. Was klappert am' Dach mit Guitarre. Gib, blanker Bruder, gib nm Wein für vollständiger Orchester. 3m kühlen Keller fitz w | hier Solo mit Viola.

Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr- Pietsch) in Gießen.