ckrischkäcker zu Zießeu.
Den 26. April. WilhelmLöber in der Wallthorstraße. Georg Busch am Kreuz- Heinrich Noll in der Neustadt.
Kirchliche Anzeigen.
Evangelische Hemeinde zu Hießen.
Gottesdienst.
Den 26. April.
Morgens: Pfarrer Landmann.
Nachmittags: Pfarrer Dr. Seel- (Sonntag den 3- Mai wird das heilige Abendmahl gefeiert.)
Getaufte.
Den 20. April. Dem Bürger zu Treis a- d- Lumda und Schäfer dahier, Georg Lemp, ein Sohn, Friedrich, geboren den 18. April.
Den 23. April. Dem Bürger und Lackirer auf dem Cöln-Gießener Bahnhof, Karl Schmall, eine Tochter, Marie, geboren den 20. April.
Beerdigte.
Den 22. April. Elisabetha Löber, ge- borne Conradi, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Lohndieners, Ludwig Löber, alt 84 I. 2 M. 17 T-, gestorben den 20. April.
Den 23. April. Christian Ludwig Philipp Hörring, Bürger und Schuhmachermeister, alt 63 I. 10 M- 6 T., gestorben den 21. April.
Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann.
Katholische Gemeinde.
Kopulirte.
Den 19. April. Der Bürger und Heizer auf der Main-Weser-Bahn, Moritz Flett, ehelicher Sohn des Bürgers und Schuhmachers, Adolph Flett; und Anna Gertrude Wolff, des Bürgers zu Köln und Gasmeisters dahier, Heinrich Joseph Wolff, eheliche Tochter.
Getaufte.
Den 13. April. Dein Feldwebel im Großherzogl.Jägerbataillon dahier, Johann Georg Schweitzer, ein Sohn, Theodor, geboren den 13. Januar.
Den 14. April. Dem Bürger zu Köln und Bremser bei der Köln-Gießener Eisenbahn, Joseph Hasberg, ein Sohn, Anton Friedrich Wilhelm, geboren den 14. März.
Wegen des Gottesdienstes in Laubach fällt am Sonntage die Frühmesse aus-
Rady, Pfarrer.
Schwurgericht der Provinz Oderhesseu.
M. Quartal 1868.
U r t h e i le :
Den 20. April wurden wegen ausgezeichneten Diebstahls, beziehungsweise Begünstigung dieses Verbrechens verurtheilt:
1) Georg Herzberger aus Echzell in eine Zuchthausstrafe von 5 Jahren,
2) Philipp Conrad Herzberger von da in eine Correctionshausstrafe von sechs Monaten.
Den 21. April wurde Conrad Linker aus Wiera, Königlich Preußischen Justizamts Ziegenhain, wegen ausgezeichneten Diebstahls, in eine geschärfteCorrectionshausstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten verurtheilt.
Den 22- April wurde Karl Erb aus Echzell, wegen versuchter Nothzucht und Verletzung der Schamhaftigkeit, in eine Correctionshausstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten verurtheilt.
Den 23. April wurde Balthasar Bierau aus Lollar, wegen Versuchs der Tödtung, in eine Correctionshausstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten verfällt, dabei jedoch verordnet, daß 3 Monate unverschuldet erlittene Untersuchungshaft an der Strafe in Abzug zu bringen seien.
Anklagen:
(II. Woche.)
Montag den 27. April, Morgens 8 Uhr, gegen Georg Scharmann von Babenhausen, wegen ausgezeichneten Diebstahls; Verth.: Großh. Hofger.-Advocat Krauskopf.
Dienstag den 28. April, Morgens 8 Uhr, gegen Hans Georg Brosius von Mornshausen bei Gladenbach, wegen Brandstiftung; Verth.: Großh. Hofger.-Advocat Thorwart.
Mittwoch den 29. April, Morgens 8 Uhr, gegen Christiane Geiß von Ulrichstein, wegen Kindesmords; Verth.: Großh. Hofger.-Advocat Hirschhorn.
Börsennachrichten.
23. April 1868.
Prioritäten.
5O/o östr.F.St. E. B. 2581/2 Ludwigsh.-Bexbach — Maxbahn 105%
Bayer. Ostbahn 1211/2 Hess. Ludwigsbahn 1321/s 3O/o östr. Stsb.-Prior. 513/g 3% östr. s. Lombard. 42% 304 Livorneser 28% Toscaner —
Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse 97 504 Elisabeth-Prior. 72% do. II. Emiss. 71
Wechsel.
Amsterd. k. 8. 100% Augsb. k. 8. 99% Berlin k. 8. 104% Bremen k. 8. 98 Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88% Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 101% Disconto 3O/o G.
Preuss. 4%<% Obi. 95% Frankf. 31/2% Obi. 813/a
Nass. 4%<% Obi. 94%
Kurh. 4O/o Obi. 89 >/4
Hess. 4% Obi. b. Roths. 89% „ 31/2% do. do. 84
Bayer. 5% Obi. 101s/g
„ 4%<% 1jährige 93%
n 4%% Vzjährige 93%
Würtemb. 41/2% Obi. 931/4 Baden 41/2% Obi. c. E.L. 93% Oestr. 5% b. R. 62%
„ 5% National 52%
„ 5% Metall. Obi. —
„ M. steuert. 497/s
Amer. 6% 1882r Bds. 75% „ 6% 1885r 74S/4
Geldsorten.
Pr. Gass. Seh. 1 44%-45 Div. Cass.-A. —
Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 49-51 „ doppelte 9 50-52
Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankens!. 9 30-31 Engi. Souver. 11 55-59 Russ. Iinper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 28-29
Anlehensloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 55 Nassau fl. 25 b. Roth. 35% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 144% Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38% 4% bayr. Präm. Anl. 99 4% badische Loose 96% Badische fl. 35 Loose 50% 1858r Prioritätsloose 131% 1860r Loose 70% 1864r „ 85%
Aetien.
Frankf. Bank 125
Oester. Bank 707
„ Creditact. 189 Darmst. Bankaet. —
Berichtigung eines Druckfehlers.
In dem der vorigen Nummer d. Bltts. als Ertrabeilage angefügten Rechenschaftsbericht ist auf Seite 5 ein Druckfehler untergelaufen. Die für die Abgebrannten in Heuchelheim gelieferten 27 Malter Frucht, 6 Fuder 32 Gebund Stroh, 45 Pfund Heu und 95 fl. Geld wurden nicht von der Gemeinde Allendorf a. d. Lumda, sondern von der Gemeinde Allendorf a. d. Lahn gespendet.
Larrdwirthschaftliches.
Neber die Bereitung eines guten Düngers aus Knochen.
Ist man im Besitz von Knochen, oder kann man dieselben in größerer Menge erhalten, so hat man nicht nöthig, dieselben in eine Knochenmühle zu bringen, um sie da in Mehl umwandeln zu lassen, sondern man kann sie auf eine einfachere Art und billiger selbst dazu umwandeln. Hierzu nehme man ein dichtes hölzernes Gefäß, bringe die Knochen, selbst größere Stücke, hinein uud übergieße dieselben mit soviel Salzsäure, daß die Knochen damit bedeckt sind, und lasse sie unter öfterem Umrühren mit einem Holzstabe mehrere Tage stehen.
Sind die Knochen alle aufgelöst, so kann man, wenn man die Lösung concentrirter haben wird, so lange Knochen nachschütten, als noch Lösung erfolgt. Hört die Auflösung auf, so schöpft man den oben schwimmenden Leim, welchen man zu verschiedenen Zwecken verwenden kann, und den größten Theil der Kosten der Salzsäure deckt, ab, nehme die im Fall noch nicht gelösten Knochen heraus, und vermische die Flüssigkeit mit soviel Erde, bis man einen zum Aus- streuen passenden Dünger erhält. Auch kann dieser Dünger, mit Wasser ver- dünnt, flüssig angewendet werden. Ein auf diese Weise bereiteter Knochendünger ist leicht assimilirbar und zu jeder Jahreszeit und bei jeder Pflanzung anwendbar.
Kartoffelfütterung.
So sehr es auch zu rechtfertigen ist, die zur Verfütterung kommenden Kartoffeln vorher zu kochen, so sehr grenzt cs doch an das Thörichte, das Kochen der Futterkartoffeln für einen oder gar mehrere Tage, bevor sie zur Verfütterung kommen sollen, vorzunehmen. Gekochte Kartoffeln, die man kalt werden läßt, bilden bekanntlich eine Art Kleister, daß dieser schwer verdaulich ist, ergibt sich aus dem folgenden Versuche. Zwei Kühe von gleichem Gewicht und mittlerer Milchergiebigkeit, wurden 9 Wochen lang, täglich mit gleich großen Mengen Heu, Häcksel, Kartoffel» und Kleien gefüttert. In den ersten 3 Wochen, wo die Kartoffeln in frisch gekochtem Zustande gegeben wurden, gaben die Kühe 189 Maas Milch und die Kühe wogen zusammen 993 Pfund; in den zweiten 3 Wochen, wo die Kühe nur Kartoffeln bekamen, die Tags vorher gekocht worden waren, gaben die Kühe 171 Maas Milch und wogen am Ende 975 Pfv.; in den dritten 3 Wochen, wo Die Kartoffeln wieder in frisch gekochtem Zustande gegeben wurden, betrug die gewonnene Milchmenge 187 Maas und das Gewicht der Kühe am Ende 989 Pfv.
lieber den Transport der Fette in Rindsblasen.
Die zweckmäßigste und vortheilhafteste Versendung des Schmalzes und der Butter besteht darin, daß man die Butter oder da« Schmalz in Rindsblasen bringt, dieselben gut zubindet und in Kisten mit Holzasche oder, was noch besser ist, mit Holzkohlenpulver verpackt. Zu diesem Zwecke legt man in eine Kiste zuerst eine halbe Fuß hohe Schichte Asche oder Holzkohlenpulver, drückt nun die mit Fett gefüllten Blasen in die Aschenschichte ein, bringt wieder von demselben Material darüber uud fährt so fort, bis die Kiste Voll ist. Auf diese Art lassen sich die Fette auf die weiteste Entfernung versenden, ohne daß s;e im Geringsten etwas an Werth verlieren.
Akazien als Nutz-, Werk- und Brennholz.
Es zeichnet sich das Akazienholz durch eine besondere Dauerhaftigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Regen und Feuchtigkeit, sowie durch eine große Zähigkeit aus, und eignet sich dcßhalb zu verschiedenen Zwecken sehr gut, insbesondere aber für Weinbergspfähle und Baumstangen. Rach mehreren mit Akazienholz angestcllten Versuchen und dabei gemachten Erfahrungen hat sich ergeben, daß die untern Theile von 1J/2—2 Zoll dicken Akazienstangen schon 15 Jahre als Weinbergspfähle benutzt worden sind, ohne bis jetzt noch abgefault zu sein; selbst einjährige Triebe von Akazien, die als Blumenstäbe benutzt wurden, hielten 3—4 Jahre lang, ehe sie abfaulten. Auch läßt es sich vor- theilhaft verwerthen als Geschirrholz rc. Die Akazie vereinigt als Niederwald zu kurzem Umtriebe noch viele Vorzüge. Keine Holzart geht ihr in Schncll- wüchstgkeit vor; ihre Verjüngung ist durch Stock und Wurzelausschlag sehr leicht und sicher; sie verlangt keinen kräftigen Boden, sondern kommt im magersten Sande angepflanzt fort, verlangt aber dagegen eine vor Wind geschützte Lage.
Vortheile beim Flachsbau.
Man hat über allen Zweifel festgestellt, daß durch das Dörren des Lcin- saamens die Flachsernte bedeutend vermehrt wird. Nach derartigen angestellten Versuchen ergab sich, daß man auf einem Morgen (circa 180 Quadratruthen), der mit ungedörrtem Leinsaamen bestellt war, 5872 Pfund Flachs, während man auf derselben Fläche, die aber mit gedörrtem Leinsaamen bestellt war, 108 Pfv. Flachs erndtete. Die geeignetste Temperatur zum Dörren liegt zwi- schen 20—30° C.
Windrehe bei Pferden.
Gelegentlich eines Kränzchens der in Worms studirenden Landwirthe wurde hinsichtlich der Ursachen der sogenannten Windrehe bei Pferden die allenthalben, besonders in der Uebergangszeit vom Sommer zum Herbste ihre Opfer fordert, eines Umstandes gedacht, der in vielen Fällen genannte gefährliche Krankheit verursacht. Wer Gelegenheit hatte, die verschiedenartigsten Gegenden in land- wirthschaftlicher Beziehung zu bereisen und seine Aufmerksamkeit weniger den durch entsprechende Einrichtungen ausgestatteten großen Gütern, vielmehr den kleinen sogenannien Bauerngütern zuzuweisen, dem ist es bekannt, wie noch in tausenden und abertausenden von Wirthschaften die Pserde mit dem Rindvieh in denselben Ställen untergebracht sind, und zwar in Ställen, deren Temperatur oft so hoch ist, daß man Ohnmachtsansälle zu bekommen in Gefahr ist, wenn man dieselben betritt. Es muß einleuchtend sein, daß die in solchen Ställen stehenden Pferde in einem so hohen Grade verweichlicht werden, daß schon bei kaum erheblichem Witterungswechsel, namentlich beim Eintritt von Sturm und Regen, Anfälle von Windrehe unvermeidlich sind und andere gefährliche Krankheiten erfolgen müssen. Wir geben daher Allen, die ihr Pferd oder ihre Pferde bis jetzt in den Kuhställen placirt haben, den freundlichen Rath, diesen Uebel- stand im Interesse der Gesundheit der Pferde, recht bald zu beseitigen.
(Hierzu eine Beilage.)


