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getroffen hatte.

(Forts, folgt.)

®j die Sonne dich verdorrt, Blume, laß dich pflücken, Magst du nicht am kühlsten Ort Meine Liebste schmücken?

Deine Liebste laß' ich dir, Laß auch mir die Wonne, Wollüstig zu saugen hier An dem Strahl der Sonne.

Ja, zu saugen ihre Gluth Rastlos, ohne Ende, Daß der Farbendüfte Fluch Ich in's All entsende.

Wenn das gold'ne Licht mir auch Lachet zum Verderben,

Will ich seinen letzten Hauch Trinken noch und sterben!

Sterben ach, mit heißer Lust In der Blumen Kreise, Die aus meiner vollen Brust Nahmen volle Speise.

Bor dem Abend welk' ich hin An dem kühlsten Ort, Und in diesem heil'gen Grün Leb' ich ewig fort!"

6.

Wenn sich der Abend niedersenkt, Und seiner Liebe Jeder denkt, Da steht sie an vem Fensterlein, Die Stirne an den Scheiben, Und starrt in das Gewühl hinein: Was soll mir all das Treiben?

Was soll mir all ihr Lieben, Ich bin allein geblieben!

Ach, Kummer und so arge Roth, Die nahmen mir mein Wangenroth, Die nahmen mir die Liebe!

D'rum schau' ich stumm und trübe, Und meine Hoffnung ist der Tod!"

8.

Poesie.

Was wir stolz in Liedern tragen, Strömt aus vollem frohem Herz, Was wir still in Seufzern klagen, Klagen wir aus eignem Schmerz.

Doch was ewig wir verschweigen, Dem die Brust nicht Worte lieh, Was wir nun und nimmer zeigen, Ist die tiefste Poesie;

Ist das Wort, mit dem die stummen Trösten sich ihr arges Leid, Ist der Funke, der die Dummen Zu dem Gotterkennen weiht;

Ist der Strahl, durch den die Blinden Schauen alle Pracht der Welt, Ist der Gott, den Alle finden, Der umschlungen Alle hält.

Das lose Dirnlein.

Aus den Augen, aus dem Sinn!" Dirnlein sprach's, Er zog dahin;

Dirnlein wird's gereuen.

Dirnlein ach, gereut cs schnell, Aus den Aeuglein fließen hell, Hell und warm die Zähren Könnt' sich's nicht erwehren.

Dirnlein an dem Brunnen stand, Auf den Krug gelehnt die Hand, Ließ das Wasser laufen, Bis es lustig überrann: O du lieber Wandersmann, Was ich Leides trage!

Klagt sie alle Tage.

Mädchen, Mädchen, spart die Reu! Denn nicht alle kommen treu, Wie der Knabe wieder.

. Lehmen wir eine Haussuchung vor, sagte der Brigadier und verhaften wir den Verbrecher! 1

Mit seltener Kühnheit stürzten alle in das Haus.

. Würger Chateauneuf, welcher noch immer auf seiner Bank zwischen ' M die Melodie eines Jagdliedes und schlug mit der Reitpeitsche aus seinen stiefeln den Takt dazu.

Nach Verlauf von zwanzig Minuten kehrten die Polizci-Agenten und Gcns- v armen mit langen Gesichtern und höchst niedergeschlagenen Blicken zurück.

Nun? fragte Herr Chateauneuf.

. Bürger, antwortete der Brigadier, cs ist Niemand da und nicht vas Mindeste zu finden, was auf die Anwesenheit des Delinquenten schließen laßt.

h Alerd, er muß ein Pferd haben, sagte der vorgebliche Roß­kamm, der Burger Garat. 0

hpn r«iPnn.Ye,[.tc Stalle. Aber sofort kehrten die Herren mit dem beschämen

I den Gefühl einer Enttäuschung zurück.

gar btr Brigadier, weder Pferd, noch Sattel, noch Decke . . .

Mia ?°Axc0^' Ctrfca' ^setzte der Roßtauscher; frischer, ganz frischer Mistdas Pferd muß noch vor einer Viertelstunde dagewesen sein.

Heukrr! rief Herr Chateauneuf, wollt Ihr den Gegenstand Eurer

Entdeckung dem Polizeiminister senden? Ihr seid mir tüchtige Kerle! Tod und ufel, fluchte er zwischen den Zähnen, muß sich die Regierung der Republik so bestehlen lassen!

Die Demüthigung der Agenten hatte ihren Gipfel erreicht; sie fühlten sich vernichtet. Der Brigadier war außer sich. Sein Unwille begann schon, sich gegen die Agenten zu kehren, welche ihn zu diesem lächerlichen Dienst verlockt I hatten . . .

. .^Bürger Chateauneuf, fragte er den Muscadin, sollen wir die Insel durchstreifen und alle Holzungen, alle Gebüsche, alle Schlupfwinkel derselben durchforscycn? Wir erwarten Eure Befehle.

Meine Befehle? antwortete der Spottvogel. Ihr scherzet. Wißt Ihr denn, wer ich bin? -

Der Brigadier näherte sich ihm und sprach mit flüsternder Stimme:

Euer Paß, mein Herr, sagte uns das deutlich genug. Ihr seid mit einer wichtigen Mission von Seiten des Präsidenten des Direktoriums betraut; wir, d. h. wir Gensd'armen wissen, was das zu bedeuten hat. Ohne diese bei- I den Esel, welche mich, ich weiß kaum wie, durch ihre Polizeiortre hierher ge- narrt haben, hätte ich mich nützlicheren Pflichten gewidmet. Ich bitte den Herrn General-Jnspector, in seinem Rapport dieser thörichten Expedition nicht zu er­wähnen ...

I t , Ww werden sehen, Brigadier, antwortete Herr Chateauneuf. Inzwischen I helft mir, mit diesen Agenten und dem Delinquenten fertig zu werden.

I Der Muscadin stand auf, der Brigadier schritt wie ein Hauptmann der I Garde neben ihm her, fest entschlossen, die beiden Agenten auf seinen Säbel zu I Ip'bßen oder in Stücke zu hauen, wenn Herr Chatcancuf es befehle. Das Avancement war ihm Alles!

Der Bürger Chateauneuf zog verschiedene Papiere aus seiner Tasche her- vor, durchflog dieselben hastig mit den Augen, riß dann ein weißes Blatt aus I Brieftasche und schrieb aus dasselbe einige Worte. Hierauf wandte er sich an die Agenten:

Ich hoffe, Ihr werdet Eure Dummheit wieder gut machen, und zwar auf der Stelle. Brigadier, wann kommt hier die Wasserdiligence von Orleans nach Nantes vorbei? 4

Bürger Inspektor, antwortete dieser, nach seiner Uhr sehend, die Wasser- diligence fährt um halb vier Uhr an der Insel vorüber; cs ist jetzt ein Viertel über drei.

Vortrefflich! erwiederte Herr Chateauneuf. Die beiden Agenten werden an Bord gehen und sich in Nantes nach dem hier bezeichneten Hause verfügen | und nach der Person fragen, deren Namen ich für sie aufgeschriebcn habe. Wenn sie ihr Geschäft verstehen, werden sie wissen, was sic zn thun haben. Wenn sie den Delinquenten nicht verhaften, werten sie ihre Stellen verlieren. Da sie vielleicht nicht hinlänglich mit Geld versehen sind und ihnen keine Zeit bliebe, erst nach Tours zurückzukehrcn, sind hier zehn Louisd'or für sie. Brigadier, Ihr seid mit der Ausführung dieser Ordre beauftragt. Geht und laßt mich ohne weitere Störung meinen Spaziergang fortsetzen.

Mit diesen Worten gab Herr Chateauneuf dem Gensd'armen das Blatt Papier und das Geld. Dann kehrte er barsch der Gesellschaft den Rücken zu und ging langsam über die Wiese, seine alte Jagdmelodie vor sich hin flötend.

Eine Viertelstunde später kam die Wasserdiligence von Orleans an der der Insel vorbei und hielt auf ein Zeichen der Gensd'armen an. Einer der Kähne, welche in der Bucht lagen, brachte die beiden Agenten nütcr Aussicht der Gensd'armen an Bord des nach Nantes fahrenden Schiffes. Sie waren fest entschlossen, die energischsten Mittel aufzuwenden, um sich der Person des Hauvtmann Nehmend zu bemächtigen.

Der Brigadier brachte den Kahn nach der Bucht neben dem Hause zurück und setzte mit seinen Gensb'armen auf der Fähre wieder nach dem Festlande über, um nach Tours zurückzukehren. In seinen Augen war Herr Chateauneuf sicherlich der gescheitteste Mann der Republik und einer der ersten Beamten des Staates.

Die Insel war fast drei Viertelmeilen lang, aber kaum eine Viertelmeile breit. Wcnnn man auf einem Hügel stand, konnte man von diesem erhöhten Standpunkte bequem die beiden Arme der Loire und die gegenüberliegenden Ufer übersehen. Nach diesem Hügel lenkte Herr Chateauneuf seine Schritte, in der Hoffnung, Sultan und seinen Reiter zu erblicken. Mit seiner scharfen Lorg­nette bewaffnet, durchspähtc er mehrere Minuten die Insel nach feder Richtung, als er plötzlich einen Mann den Hügel, auf dessen Spitze er stand, hinanklimmen sah. Ein leises Frösteln durchbebte den Museadin; dieser Mann war der Fremde im grauen Rocke, welchen er gestern an der Wirthstafel des Fasanen in Tours

von H. A.

O Mägdelein, o Mägdelein, Schau' mir nur in das Äug' hinein, Gehst noch zu hohen Freuden ein, O Mägdelein, o Mägdelein!

Die Verschwörer von 1799.

Roman von de Saint-Felix.

(Fortsetzung.)

17.

Eine Fahrt auf dem Strome.

Bürger, sagte der Brigadier, mit dem Hut in der Hand Herrn Cha­teauneuf anrcvend, wir hatten nicht gehofft, daß wir die Ehre haben würden, Euch hier wieder zu begegnen.

Indessen habe ich Euch erwartet, Brigadier, antwortete der Muscadin.

Die Gensd'armen und die beiden Bürger, welche sie begleiteten, sahen sich verwundert an.

Wir sind mit einer Mission beauftragt, fuhr der Brigadier fort.

Ihr sucht einen Delinquenten, versetzte Chateauneuf, und wollt ihn per- hasten.

Dasselbe Erstaunen von Seiten der Angeredeten.

Also, Bürger, kennt Ihr die Aufträge, welche uns zu Theil gewor­den sind.

Nicht allein die Aufträge, welche Euch zugegangen sind, mein Bester, antwortete der Muscadin, sondern auch die, welche Euch noch fehlen.

Der dicke Pferdehändler und der Abgesandte des Instituts drehten ihre Hüte devot in den Händen.

Wollt Ihr uns die Ehre erweisen, Bürger, sagte der Brigadier, -uns die Instructionen miizutheilen, welche Ihr für uns habt?

Wenn es Zeit ist, erwiederte Chateauneuf. Zuerst vollführt Eure Auf­gabe. Das Andere wird sich finden.

Der Delinquent ist also hier? fragte der Pferdehändler, der Bürger Garat.

Ist es meine Sache, Euch über Eure Mission aufzuklären? versetzte der Muscadin. Ich fange an, mich zu überzeugen, daß die Regierung sich zu­weilen über die Fähigkeit ihrer Agenten täuschen mag.

Aber sagen Sie, Bürger, stammelte der junge, mit Chokolade begossene Herr, Sie selbst sind also mit einer höheren Mission betraut?

Ich bin mit allem betraut, was man mir aufgetragcn hat, antwortete Chauteauneuf, und gestern Abend habe ich euch unter andern auf eine handgreis- Iid)e Manier deutlich gemacht, daß ihr öffentlich zu viel plaudert. Schwätzer handeln ungeschickt, merkt Euch das! Die Regierung will Handlungen, Dienst­leistungen, aber nicht Gerede. Eure vorgebliche wissenschaftliche Sendung ist eine thörichte Maske. Was die Reise des Pferdehändlers im Auftrage des Staates betrifft, so hat sie nicht Sinn noch Verstand. Ich hatte Euch durch­schaut, eh' ich nur auf Eure Ohren sah. Nehmt Euch in Acht, Bürger Polizei- Agenten, und betrügt nicht Die Exccutivbchörde um ihr Geld. Ihr seid schlechte Schauspieler, sage ich Euch, und könntet leicht ausgepfiffen werden.

r. he'ßt blamirt und vor die Thür gesetzt, flüsterte der Pferdehändler seinem Gefährten zu.