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Alten-Buseck......
einer von Kindern in Großen» Buseck veranstalteten Verloosung
Bürgermeister der Stadt Frankfurt für die Amts» I dauer von 12 Jahren wird im „Staatsanzeiger" amtlich publicirt.
Karlsruhe, 17. Jan. Die erste Kammer nahm heute den Gesetzentwurf über Vie Militärstrafgerichts, ordnung, die der des norddeutschen Bundes nachge- bildet ist, mit allen gegen zwei sich der Abstimmung enthaltenden Stimmen an. — Die Abgeordnetenkammer trat heute mit allen gegen drei Stimmen dem Beschlüsse der ersten Kammer bei, die Regierung um die Vorlegung eines Gesetzentwurfes über bürgerliche Standesbuchführung und obligatorische Civil- ehe, womöglich noch in der gegenwärtigen Landtags- session zu ersuchen.
Sissach, 14. Jan. Am Sonntag Abend haben Hannoversnische Flüchtlinge einen solchen Skandal veranlaßt unv sich so gröblich gegen Bürger unv Einwohner benommen, daß das Stadthalteramt polizeiliche Hülfe von Liestal kommen unv einige der Haupttumultuantcn verhaft cnließ. Sie wurden nach Liestal abgeführt und in Gewahrsam gebracht.
Jassy, 8. Jan. Wir haben bereits kurz er- wähnt, vaß ver gräßliche Vorgang in Galacz vom letzten Sommer leider nicht den Abschluß jener bru- talen Judenverfolgung bildet, deren der fana- tisirte Pöbel sich hier und in anveren rumänischen Stävten schuldig macht. So wird einem Wiener Blatte aus der Districtsstadt B er lad gemeldet, daß der Tod des Mönchs Sophonie Varnaff das Signal zu neuen Kundgebungen dieses Judenhasses gegeben hat. Der Verstorbene, ver als ein ehrenwerther aber exaltirter Eharakter geschilvert wirv, gehört zur rothen Partei und war Volksvertreter. Nach 1848 hatte er eine Zeitlang Vas Land meiden müssen. Als dieser Mann nun vorgestern plötzlich mit Tode abging, verbreitete sich sofort der Verdacht eines Mordes. „Vernaff ist vergiftet!" schrie ein zusam- mengerotteter Pöbel. „Nieder mit ven Juven!" war bald das Feldgeschrei. Und mit Berserkerwuth stürzte eine Pöbelrotte in die Häuser und Geschäfts- locale ver Juven, mißhanvelte, zerstörte und plün- gerte nach Herzenslust. Die Localbehörde hat mit apathischer Gleichgültigkeit dem EntwickelungSgangc Vieser traurigen Vorfälle zngesehen; als aber die Plünverung übsrhand genommen, die Zahl der SchwerverwunVeten gewachsen und die Beftürzung Population ans das Höchste gestiegen war, entschloß sie sich zum Heranzuge ver Dorobanzen-Abtheilung. Lieutenant Botes wurde bei dem Bemühen, die Orv-
Grund einer besonderen Allerhöchsten Genehmigung und gegen Zahlung einer Pension von 360 Thalern ausgenommen werden. Die Leibwäsche, Schulbücher, Schreib- und Zeichen-Materialien werden von der Pension beschafft.
II. Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmig, ten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse in den israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Grünberg.
III. Ermächtigungen zur Annahme fremder Orden. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aller- gnävigst geruht: am 24. December 1867 dem Ge- ncral-Secretär der Großherzoglichen Centralstelle für die Gewerbe und den Lanvesgewerbverein Com- merzienrath Fink die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Könige von Preußen verliehenen rothen Avlerordens 3. Klaffe — und am 2. Januar dem wirklichen Geheimenrath Minister der Justiz und Präsidenten des Staatsraths Dr. Frhrn. v. Lindelof Excellenz die Erlaubniß zur Annahme unv zum Tragen des ihm von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog von Olvenburg ver- liehencn Ehren-GroßkreuzeS des Großherzoglich Ol- denburgischen Haus- und Verdienstorvens des Her- zogs Peter Friedrich Ludwig zu ertheilen.
IV. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnävigst geruht: am 20. December 1867 den evangelischen Pfarrer zu Bibelnheim Fitting zum Decan des evangelischen DecanatS Wörrstavt für die Zeit bis zu Ende des Jahres 1870, den evangelischen Pfarrer zu Gimbsheim Weitzel zum Decan des evangelischen Decanats Osthofen für die Zeit bis zu Ende des Jahres 1870 — und am 24. December 1867 den Feldwebel im I. Jnf.-Regiment Meister von Biedenkopf zum Hausverwalter und Bademeister bei der Badeanstalt zu Nauheim zu ernennen; — am 28. Dec. dem evangelischen Schullehrer zu^Draubingen Büttner die 1. evangelische Knaben-Schulstelle zu
Für die Ostpreußen ist bei der Expccition dieses Blattes weiter N. N.......
Summe fl. 17. 4
Diesen Betrag haben wir ebenfalls an das hiesige Gönnte zur Weiterbeförderung übergeben.
Die Expedition.
den Stand gesetzt, schon im Frühjahre mit einer Armee in der Stärke von nahe an 550,000 Mann ins Feld rücken zu können. Alle Vorbereitungen, die man hier trifft, lassen mit Gewißheit darauf schließen, daß Frankreich bis zum 1. April vollstän- vig bereit sein wird, um 550,000 Mann an seinen Grenzen aufstellen zu können. Was die Organisation ver mobilen Nationalgarde anbelangt, so wird man mit derselben sehr schnell fertig sein, alle Vorar- beiten sind beendet und man kann dieselbe nach der Veröffentlichung des Gesetzes durch ven „Moniteur" sofort zu den Uebungen einberufen.
Paris, 16. Jan. Die Epistel des Prinzen Napoleon bewegt noch immer die politische Welt. Der Prinz, als er sich den „Siecle" durch den Verwaltungsraths-Beschluß dieses Blattes verschlossen sah, hatte die Absicht, seinen Aufsatz in Form einer Broschüre zu veröffentlichen. Mittlerweile war aber das Gerücht von der prinzlichen Arbeit und ihrem auffallenden Inhalte bis in die Tuilerieen gedrungen. Der Kaiser nahm Kenntniß von dem Pamphlete, zeigte sich sehr erzürnt über seinen Vetter und ließ ihm bedeuten, er werde gut thun, im Falle der Veröffentlichung der Broschüre den Hof, Paris und Frankreich für längere Zeit zu meiden, da er, der Kaiser, nicht gewillt sei, der Oeffentlichkcit gegen- über die Mitverantwortung für eiu Machwerk zu übernehmen, das nur dazu angethan wäre, die Linien der kaiserlichen Politik zu durchkreuzen. Nach der unwahrscheinlicheren, aber verbreiteteren Version aber hätte Napoleon III. den Prinzen kurz benachrichtigt, daß der Publicirung seines Briefes durch den Druck ein Vorschlag zu einem Senatus-Consult auf dem Fuße folgen solle, bestimmt, den Paragraphen der Constitution abzuändern, welcher dem Vetter des Kaisers eventuell Erbrechte cinräumt. Wie dem auch sei, es steht fest, baß der Artikel des Prinzen, in äußerst heftiger und derber Sprache geschrieben, die italienische Bewegung zum Ausgangspunkte nehmend, zum Schluffe mehr Freiheit im Innern oder aber einen großen nationalen Krieg verlangt, der weniger direct gegen Preußen und Deutschland, als vielmehr gegen Rußland und zur Befreiung Polens zu führen fei.
Kopenhagen, 17. Jan. Die Volksabstim- mung in Sanct Thomas hat 1206 Stimmen für und 20 gegen den Anschluß an Nordamerika ergeben. — Der hiesige Hafen ist für den Dämpfschiffsverkehr offen.
Stockholm, 17. Januar. Der König von Schweden erklärte in seiner Thronrede, daß die Rüstungen, welche in Europa stattfinden, eine Vermehrung der Armee nothwcndig machten. Es sei deßhalb eine Armeeorganisation, vermittelst der allgemeinen Wehrpflicht, und eine Modernisirung der Waffen, bei welcher inländische Leistungen Berück- sichtigung finden müßten, erforderlich.
Petersburg, 16. Januar. Das „Journal de St. Petersbourg" erklärt die bisherigen Vorschläge für den Ankauf der Nicolai-Bahn für un- annehmbar; indem das Blatt zu neuen Vorschlägen aufforvert, erklärt es eine Zinsengarantie von Seiten des Staates für unmöglich.
Markt-Berichte.
Gießen, 18. Jan. Walzen pr. Mltr. 17 fl. 15 fr. Korn pr. Mltr. 12 fl. 30 kr Gerste pr. Mltr. 9 fl. 45 fr. Hafer pr. Mltr. 5 fl. 50 fr. Erbsen pr. Mltr. — fl. — fr. Kartoffeln pr. Mltr. 3 fl. 30 ft. Butter pr. Pfd. 23 und 24 fr. Käs pr. Stück 2 fr. Eier pr. Stück l3/» kr.
Butzbach, 18. Jan. Walzen pr. Mltr. 17 fl. - fr. Korn pr. Mltr. 12 fr. 30 fr. Gerste pr. Mltr. 9 fl. 20 fr. Hafer pr. Mltr. 5 fl. 30 fr. Erbsen pr. Mltr. 11 fl. 20 fr. Kartoffeln pr. Mltr. 3 fl. 15 fr. Butter pr. Pfd. 24 fr. Käs pr. Pfd. 12 und 13 fr. Eier pr. Stück 2 fr.
Mai»!, 18. Jan. Walzen pr. Mltr. 17 fl. — fr. Korn pr. Mltr. 14 fl. 20 fr. Gerste pr. Mltr. 11 fl. 30 fr. Spelz pr. Mltr. — fl. — fr. Hafer pr. Mltr. 5 fl. 50 fr. Kartoffeln pr. Mltr. 3 fl. 25 ft. Butter pr. Pfd. 25—26 fr. Eier pr. Viertelhundert fr. 54—1 fl. Kornstroh pr. 100 Ge- bund 19 fl.
Prof. S
St. E. R
Oe. ..... -
A. V
„ G. L K .
den Kindern der 1. Schule in
Groß-Gerau zu übertragen.
V. Versetzungen indenRuhestand: Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnävigst geruht: am 24. Dec. 1867 ven Oberförster der Oberförsterei Laubach Forstmeister Dickel, mit Rücksicht auf seine geschwächte Gesundheit, — den Di- strictseinnehmer der DistrictSeinnehmerei Büdingen I. Amenv, auf sein Nachsuchen, unter Verleihung des Charakters als „Rendant", — am 28. den Schul- lebrer der evangelischen Schule zu Langd Weiters- , - - - - - - ■ . , , ।
bansen, — den Schullehrer an der 1. Gemeinde- nung wieder herzustellcn, schwer verwundet. Auch
schule zu Pfeddersheim Kleinhanß — unv an vem- der gewesene Minister und Kammerpräsident Epurano selben Tage ven Lanvgerichts-Assessor bei vem Lanv- ist vom Pöbel übel zugerichtet worben. Die ersten
gerichte Groß-Umstavt Schmitt auf sein Nachsuchen Flüchtlinge aus Berlav sinv soeben getroffen,
in den Ruhestand ru versetzen. es herrfcht dort große Aufregung und Bestürzung.
VI. Gestorben: am 1. November 1867 der Das Haus Epurano's ist demolirt, man hegt dort Kreisveterinärarzt Großmann zu Grünberg; — Befürchtungen über den Begrabmßtag Barnaff s. am 6 de! Lehrer an der 3. Knabenschule zu Lau- Bukarests 15 Jan Der Fitch eröffne e die terbach Gölz; - am 13. der penstonirte Rhein- ordentliche Seffion der Kammer und des Senates rolleinnebmer Steuerratb Ovfermann zu Mainz;— Die in rumänischer Sprache gehaltene Thronrede am 16. December der Schullehrer an der 1. evang. hebt hervor, baß Uneinigkeit ^wischen der früheren Mädckenscbule ru Pfunastavt Neicke: — am 17. Kammer unv der Regierung den Fürsten genothlgt der Distrtttseinnehmer Funk zu Groß-Umstavt; - habe, an das Land zu appeltt«n;d.chl^Mt
»a etiQnn Pfarrer Tertor ru Dietzen- Conventionen mit den europäischen Machten Hinsicht-
Reust zu Michelstadt; — am 23. der Kreisassessor der Patentsteuer in Aussicht, versichert die Aufrecht- Schaumann zu Lauterbach; — an d-msttbenLg. h-U-ng » PnnHI-n der »"manch-, und Ta- | venfionirte Förster Netz zu Bieben; — am 26. leranz gegen die Bsraeliten, sie constatirt die Ver- h nini P,-—rer r e 1U Weiterstadt: — am besserungen in der Verwaltung, im Finanzwesen, 28 der" GeMtSvollzieher^Trapp" zu Mainz; — de? Justiz und in der Bodenprovuction E ver- i Januar der vens Zollaufseher Schlegel zu spricht Gesetzesvorlagen über Ruralpolizei, ^ecen-
Mainz; — am 6. Januar der Lokomotivführer tralisation der Verwaltung, Eisenbahn, und Straßen- Rausch ru Gießen. bauten, sowie Reorganisation der Armee.
Ärmftabf 17 Jan In der heutigen Paris. Die Patri constatirt, daß Frankreich Si^ng dks Staatsministeriums wurde mit ver auf mündlichem Wege energische Vorstellungen wegen sRnnf für zflanvel unv Industrie und dem Bankhause ver kriegerischen Demonstrationen Serbiens m N v. Erlanger und Söhne ein Vertrag bezüglich Belgrav machen ließ. Oesterreich unterstützt Viesen °» MWU SB*,n MAWÄWA«'
Berlin' 17. Jan. Gerüchte über eine nahe be- machte auch Preußen analoge Vorstellungen Die vorstehende Entlassung des Ministers des Innern, Patrie schließt aus d"sem Schritte Preußens auf Grasen zu Eulenburg, gewinnen, wie man dem die Uebereinstimmung der Diacht , $
w lv" schreibt an Bestanv Daß der Nothstand strebungen vereiteln werden, Vie den Frieden stören in^O^preu^en" chn "vollständig' übttrumpett sat? und 'können? Dieselben Mächte haben auch Rathsch.äge daß er beute noch vemselben rathlos gegenübersteht, der Mäßigung nach Bukarest ertheilt.
Äint seine Stillung erschüttert zu haben. Als Paris, 14. Jan. Heute wurde über das Armee- seinen Nachfolger nennt man in erster Linie Herrn gesetz envgültig abgestimmt und dasselbe mit v Forckenbeck, den Präsidenten des Abgeordneten- Stimmen gegen 60 Stimmen angenommen und Hauses in zweiter Herrn v. Patow unv Rudolph Kammer hierauf bis zum 27. ^an. vertagt. Die m ' • fen Regierung hat trotz der Veränderungen, welche an
Frankfurt. Mit dem il. Februar müssen auf vem Gesetz vorgenommen wurden, also ihreni Zweck ->ll?^mals herzoglich nassauischen Stationen der erreicht. Ein Theil der Wirkungen des Gesetzes Taunusbahn die Fahrbillette den Fahrpreis in Tha- wird sich zwar erst später zeigen und ie ac ive lerwährung enthalten. Wie man sagt, ist diese Vor- Armee vor der Hand nur »"9° ^ .^0,000' Mann schritt von dem königlichen Eisenbahn-Commissarius stark sein, aber Dank der Vollmacht, welche das 'n Köln ausgegangen. Für Frankfurt und Castel neue Gesetz der Regierungi gibt. sofort J »J bleibt es bei ven seitherigen Billetten. — Die Er- Nationalgarde von wenigstens 400,000 Mann (nach nennung des Senators Dr. jur. Mumm zum ersten | Andern sogar 550,000 Mann) zu bilden, ist sie ,n
Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Ehr- Pietsch) in Gießen-
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