Politische Rundschau
Der Erzbischof von Grau . . . 7jO—800,000
fl.
Die
Redaktion, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Chr. Pietsch)"in Gießen.
. 300,800 . 71,680 . 71,250 . 80,600 . 95,000 . 54,000 . 53,150
223,000 „
feien Die V-rbafteten gehören Dem Revolutions- romits an unv befinden sich darunter drei Verwandle des Fürsten Karageorgcwich; Professor Stankojevich, Mestorovicb, ferner der Cavalleriehauptmann Reva» dov'ch, dessen Bruder Sima, und der Strafhaus- director Revatovich. Aus dem ganzen Lande seien
Gießen. Die neue Welt, die uns bereits die Nähmaschine erfand, bereitet ein neues Geschenk für uns vor in Gestatt der „Strickmaschine/- Bis jetzt hat man nur solche Ltrickmaschi neu gekannt, welche ein ganz gleichmäßiges röhrenförmiges Gewebe zu liefern vermochten. Die neue amerikanische Strickmaschine von Lambs dagegen ist nicht rund, sondern langgestreckt und arbeitet auf beiden Seiten. Bei der vollen^ Breite enthält sie auf einer Seite 50 Nadeln; auf beiden Seiten znsammen können also durch jede Kurbel-Umdrehung 100 Schlingen gemacht werden. Rechnet man auf jede Kurbel.Umdrehung eine Secunde, so ergibt dieß für eine Minute 6000 Schlingen. Dadurch wird es begreiflich, daß man mit dieser Maschine an einem Tage 36* Paar Strümpfe anfertigen kann, während die Handstrickerin, wenn sie noch so fleißig und noch so geübt ist, täglich nicht zwei Paare fertig bringt. Außerdem kann man je nach Bedarf fest oder locker stricken. Die Maschine nimmt wenig Raum ein und wird an den Tisch angeschraubt. Man kann mit der Maschine abnehmen und zunehmen, den Keil, die Ferse, das Bein,' den Rand des Strumpfes machen. Ebenso lassen sich gerippte, wolkige und durchbrochene Gewebe jeder Art mit der Maschine Herstellen, nnd auf dies- Weise ShawlS, Decken, Besätze, Kinderkleider. Handschuhe und Anderes mit Leichtigkeit Herstellen. Während des letzten Breslauer Maschinenmarktes arbeitete die Maschine eine Menge derartiger Gegenstände zu großer Freude und Bewunderung der Damen, welche in der Regel dicht gedrängt nm diese unscheinbare Maschine standen. Die Lamb'scke Strickmaschine kostet 140 fl.
Darmstadt, 14. Juni. Dem Vernehmen nach haben die vereinigten Finanzausschüsse beider Kam- mern in ihrer vorgestrigen Sitzung beschlossen, unter Voraussetzung einer vorherigen Aenderung des Mi- litcir-Pensionsgesetzes, die Einführung der preußischen Gagenbezüge für die Offiziere der Großherzoglichen Division vom 1. Januar 1869 ab, als durch die Militäreonvention geboten, zu befürworten. (D. Z.)
Berlin, 15. Juni. Reichstag. Gelegentlich mehrerer Urlaubsgesuche erklärt der Präsident die Annahme, der Reichstagsschluß fände in wenigen Tagen statt, für irrig. Die Vorlage, die Maß- und Gewichtsordnung betreffend, wird, nach den Be- schlüssen der vorigen Sitzung, angenommen. Hierauf findet die Vorberathung über die Verwaltung der nach Maßgabe des Gesetzes vom 9. November 1867
3ahr 1849 auf 366 Mill. Gulv-n angegeben und bezogen 2) an jährlichem Einkommen:
„ „ „ Olmütz
» „ „ Prag
„ „ „ Linz'
Das Prager Capitel Sanct Florian . . .
Orte sprechen, wo die österreichische Polizei nichts zu sagen hat," ruft ein zeechiches Organ. Aus einem bei Hussinetz ausgegrabenen Sandsteinblock mttßelt ein Prager Bildhauer einen großen Kelch, der nebst einem Schwerte und einem Streitkolben (Erinnerung an die Hussitenkriege!) in Constanz ausgestellt werben soll. Dort soll auch, wie das Hauptorgan der Altzeechen verkündet, eine Denkschrift über die „böhmischen Bestrebungen" veröffentlicht werken, wahr- scheinlich, um die Süddeutschen über die humane Gesinnung und die freiheitlichen Grundsätze der zcechi- schen Wallfahrer aufzuklären. Leiderhaben sieh diese unwürdigen Anhänger des Reformators Huß erst mit , ben österreichischen Jesuiten und den Feudaljunkern verbündet, um die deutschen Freiheitsbestrebungen zwischen dem Böhmer Walde und den Karpathen nie. derzuschlagen, und als das saubere Projekt mißlang, sind sie aus Wuth über ihr Fiasco nach Moskau gepilgert, um den Gesinnungsgenossen eines Mura- wieff ic. die „brüderliche Slavenhand" zu reichen. Da auch Die Hülfe des „orthodoxen" Zars zu lange ausbleibt, fo wird zur Abwechslung wieder einmal mit Hussitismus geflunkert. Es wird hoffentlich Nie- mand in Constanz fo dumm fein, sich von den heuchlerischen Redensarten dieser perfiden Feinde unserer Nation täuschen zu lassen.
Wie», 13. Juni. Die „Wiener Abendpost" meldet, daß Feldzeugmeister Frhr. v. Gablenz zu dem Leichenbegängnisse des Fürsten Michael nach Bel- grad abgereist sei. — Prinz Napoleon ist Nachmit- tags nach Prag abgereist, nachdem er kurz vorher die Abschiedsbesuche des Kais rs und des Reichs- kanzlers empfangen hatte.
Wien, 14. Juni Dem Tagblait zufolge nahm die Finanz-Commission des Herrenhauses das Gesetz in Betreff der Finanzvorlagen in Der Fassung des Unterhauses en bloc an.
Wien, 15. Juni. Die „Neue Freie Presse
, Summa 2.624,380 fl.
, Das rsi doch wohl ein ganz stattliches steuerbares Kircheneinkommen.
Töten, 11. 3uni. Ultramontane Organe versichern, daß der Kaiser von Oesterreich in einem eigenhändigen Briefe an den Papst Pius IX. erklärt habe, er werde Gesetzentwürfen, welche über die in den drei confesstonellen Gesetzen enthaltenen Coneessionen an den parlamentarischen Liberalismus hinausgingen, seine Zustimmung niemals ertheilen. Wenn dieß ln Dhat sich so verhielte, so hätte der Kaiser dem Papste versprochen, das „Immer langsam voran" unserer liberalen Entwicklung demnächst wieder zum völligen Stillstand zu brin- 9elp Der cvnfessionelle Ausschuß unseres Abgeordnetenhauses hat sich dieser Tage mit den gemischten Ehen beschäftigt. Die Mitglieder einigten sich über einen Gesetzentwurf, der noch in dieser Session dem Hause vorgelegt werden soll. Derselbe mstimmt, daß die Eheschließung, resp. die Trauung vor einem Geistlichen der einen Confession stattfinden kann, ohne die Assistenz eines Geistlichen von der Confession des anderen Ehegatten; auch soll dem nichtkatholischen Theil nach der gesetzmäßig erfolgten Trennung der Ehe die Wiederverheirathung gestattet werden, auch für den Fall, daß erst während der Ehe ein Uebertritt zum Protestantismus erfolgt ist. Ehen zwischen Cfyti|lcn und 9?id)t$riffon jtnb auch nach diesem (Iesedentwurs noch nicht gestattet. Die Majorität des Ausschusses war der Ansicht, daß die Anwendung des Princips der Gleichberechtigung aller Confessionen auf das Eherecht dem Zeitpunkt Vorbehalten bleiben müsse, wo die obligatorische Civilehe in die Gesetzgebung ausgenommen werden könne.
Wien, 13. Juni. „Do Kostnice“ (nach Con- llanj!) lautet Die Ueberschrist zu Den AuffvrDerun- gen zcechischer Blätter, an Der nationalen Wallfahrt zur Leikensstätte Des Märtyrers Huß Theil zu neh. men. „Wenn alle Volksversammlungen in Böhmen »erboten werDen, so wollen wir an einem ankeren
Einladungen ergangen, Den Adressen, welche Die Wahl Milan's befürworten, zuzustimmen.
Wien, 15. Juni. Die „Wiener Zeitung" vom Dienstag veröffentlicht Die vom Kaiser sauclionirten Gesetze über Die Aufhebung Des StaatSraths, über Die Genehmigung zur Errichtung von Fikeieommissen, unD über Die Aufhebung der bestehenden Wucher- gefetze.
Belgrad, 13. Juni. Der Gemeinderath pro- klamirte einstimmig den Neffen des Fürsten Michael zum Thronfolger. Die öffentliche Stimmung ist Dieser Thronfolge sehr günstig. Aus Der wiDer Die Mörber geführten Untersuchung geht hervor, Daß eine Verschwörung zu Gunsten Des entthronten Für- sten Alexander Karageorgevich bestanD. Das offi- cielle Regierungsblatt erklärt: Das Haupt des Mör- ders toirD die serbische Krone nicht tragen. Es lebe Fürst Milan IV.
Paris, 12. Juni. Morgen wird Die erste Num- mer Der neuen Wochenschrift „La Tribüne" erscheinen, Deren ReDaeteur en chef Hr. Eugen Pellttan ist. Hr. Glais-Vizvin wird Präsident Des Redae» tionscomitö's dieses Blattes fein. Dasselbe ist eine« Derjenigen, welche Dem neuen Preßgefetz ihre Ent» stehung verdanken. Schon sind Deren eine ganze Reihe theils angekündigt, theils bereits erschienen. Wohl Die vorzüglichste Schöpfung dieser Art ist Die „Revue politique," auch eine Wochenschrift, von Der bis jetzt Das erste Heft vorliegt. Eine Reihe namhafter Publicisten, Deren Namen schon au« den er- sten Pariser Blättern bekannt sind, finden sich hier zusammen. Hr. Seinguerlet berichtet über Das Deut» schc Zvllparlament, unD eine lesenswerthe Charakteristik Rouher's hat Hrn. Saurier zum Verfasser. Die oben genannte „Tribüne" wird heute von Nefftzer im „Temps" warm begrüßt, der gleichzeitig Darauf hinweist, wie Der frische lebenDige Aufschwung in Der Zeitungspresse fast ausschließlich von Der Opposition in Anspruch genommen werde; die gouvernementale Partei scheine keine Ideen und Principien zu vertreten zu haben.
Paris, 13. Juni. In Der gestrigen Senats» sttzung erstattete Hr. Leverrier Bericht über Den Ge» setzentwurf, welcher eine Summe von 50,000 Francs für die Deckung Der Kosten einer zur Beobachtung Der totalen Sonnenfinsterniß nach Asien zu sendenden französischen Commission bewilligt. Leverrier führt an, Daß ein Punkt an Der Ostküste von Malakka als Station für Die Beobachtungen ausersehen worden ist. Ein französischer Astronom, Hr. Janssen, wird sich außerdem nach Masulipatam begeben, wo auch Die englischen Astronomen ihren Sitz aufschlagen werden. Der Senat genehmigt einstimmig Die bereits von dem gesetzgebenden Körper votirte Vorlage.
Paris, 13. Juni. Der Neffe des Fürsten Michael von Serbien, Milan Obrenovic, reiste heute in Begleitung der hervorragendsten hier lebenden Serben nach Serbien.
London, 10. Juni. Freiligrath's Uebersiedlung nach Cannstatt findet bestimmt noch im Laufe dieses Monats statt. Mittlerweile halten es seine Freunde in England, deren Zahl wahrlich keine geringe ist, für ihre angenehme Pflicht, dem cheidenden Dichter Abschiedsfeste zu veranstalten. Schon haben mehrere derselben in engen Kreisen statlgefunden, das größte derselben jedoch veranstaltete die auch 'm Deuschland durch ihre ausgedehnte Wohlthätigkeit bekannte und viel' verehrte Frau Salis Schwabe, in deren Hause sich übermorgen die hervorragendsten hier anwesenden Vertreter deutscher Kunst und Literatur versammeln, um dem trefflichen Dichter und Mann Lebewohl zu sagen.
Pesth, 13. Juni. Der Prinz Napoleon wird am 16. d. M. hier erwartet. Die Reise nach dem Orient soll wegen Der Belgrader Ereignisse aufae» geben sein.
beizubringen, demzufolge Senatoren zu einem frei- sprechenden Urtheile bestochen worden seien. In ben Bureaux Der „Western Union Telegraph Company" "urdeu sämmttiche Depeschen mit Beschlag belegt; (te sollen weitgehende Aufklärungen geben.
aufzunehmenden BundeSanleihe statt. Fries spricht für Aufbringung Der Anleihe durch Matricularbei- träge, Schwerin erklärt sich für Die Vorlage, WalDeck Dagegen, Lasker Dafür, Da er sonst Die Entwicklung Der Marine für gefährlich hält. Kirchmann ist da- gegen, ebenso Löwe. Präsident Delbrück und Moltke empfehlen Die Annahme des Gesetzes als eine Pflicht des Patriotismus. Braun und Roon (?) erklären sich für die Vorlage. Bei der Abstimmung wird §. 1 mit 151 gegen 41 Stimmen angenommen. In Der Fortsetzung Der Sitzung wird das ganze Gesetz über die Bundesanleihe zu Marinezwckeen angenommen. Der Postvertrag mit Belgien wird genehmigt.
Berlin. Der norddeutsche Reichstag hat die neue Maß- und Gewichtsordnung angenomnien; in den meisten Fällen wurde der französischen Benennung der Maße und Gewichte auch eine deutsche Benennung hinzugefügt, und ist demnach Meter = stab, Centimeter = Neuzoll, Millimeter = Strich Dekameter = Kette, Liter = Kanne, das halbe Liter = schoppen, 50 Liter = Scheffel, Hektoliter -- Faß, 7500
n?' ^al6e Kilogramm = Pfund, Dekagramm
= Neulvth, 50 Kilogramm = Centner, 1000 Kilogramm = Sonne. „Man wird, bemerkt die „Köln. Zeit.," in Folge beffen in Deutschland einige Namen mehr lernen müssen allein andererseits wird die Verbindung der alten Namen mit' neuer, von der alten Größe sehr abweichender Bedeutung die Verdrängung der alten Maße allerdings wohl noch beschleunigen Helsen. Für den internationalen Verkehr und die Groß-Jndu- ttrle wird voraussichtlich der Gebrauch der meter'schen Namen sehr bald das Uebergewicht und mehr und mehr die Allein- Herr,chast erhalten. Die Hauptsache ist, daß die Durchführung
Syst-m- mit einer Anzahl von einqeflickten Bruchstücken aus unserer bisherigen Maß- und Gewichtsord- Srf, 'm' ^geordnete Miguel sie beantragte, der eine deutsche Ruthe, resp. Lachter, Faden, Elle, Fuß, Zoll, Mor- ^rbUnbh st^lich feststellen wollte, abgelehnt
wurde. Hossentlich wird der BundeSrath es sich gefallen lassen daß statt des „Pfundes" das „Kilogramm" als die eigentliche Gewichtseinheit angenommen ist, und das „Pfund" mit seinen wettern Halbirungen nur als „halbes Kilogramm" seine Stelle Meile" f- 7, fein‘n Wunsch erfolgte Aufnahme der „Meile (- /1,2 Kilometer hat ihren praetischen guten Grund und greift nicht weiter störend ein." 1 I
Berlin, 15. Juni. In Der heutigen Sitzung I des Reichstags zeigte Ddbrücf an, daß Da« Orbi» nartum Des Marine-Etats auf circa 2V,, Das Ex- traorbinarium auf 6 Millionen erhöht sei. Für Die KüstenvertheiDigung werben 1% Millionen ausqe- lvorfen. Behufs ber Verzinsung Der Marineanleibe werben bie Matrikularbeiträge erhöht.
Der König von Preußen will der Einweihung des Luther-Denkmals in Worms beiwohnen. — Der Pastor Knak in Berlin, der vor voller Conferenz betheuerte, er glaube daran, daß die Erde still stehe und die Sonne sich drehe, hat seiner Partei einen mächtigen Knar gegeben. Der alte Ober- eonsistorialrath Twesten sagte, auf dieses Wunder deutend sei- nen Studenten im Collegium: „Glauben Sie nickt, daß Sie £
Kreuzherrn zu Prag ....
Prämonstratenser in Schlägel . „ Tögel . . .
Schotten in Wien...... 197,000
„ „ Seitenstätten . . . 92,600
„ „s Göttlich.....71,600
Sanct Peter in Salzburg..... 87 500
KremSmünster.........igi 700
Adment..........' 52'700
Heiligenberg.........93^900
Effeg.........- . 87,900
Florenz, 15. Juni. Die Eisenbahn über Den Mont Cenis tourte Dem Verkehr übergeben, unb ist Der erste Zug, welcher ben Großfürsten Michael mit ficb führte, glücklich in Susa angekommen.
Newyork, 27. Mai. Das Anklagecomitö UND mehrere Mitglieber Des Repräsentantenhauses hatten unmittelbar nach Freisprechung Des Präsibenten einen Demokratischen Agenten, Hrn. Wooley, Der auch beim Prozesse Zeuge gewesen, verhaften lassen, unter An» i schulbigung ber Bestechung von Senatoren, Damit Mcka?O^ Rachricht von Der Abreise Des Fürsten : !ichen Einvnstänbn^sses"mtt^n"Se"tt- " Ddrenovich nach Belgrab als unrichtig. Der taren Des Präsibenten. Da Wooley sich weigerte L Jc E, tb*°niat Risttc fct gestern von Wien nach Zeugniß abzulegen, fertigten bie Leiter ber Anklage abgeret|t, um Milan nach Belgrab abzuholen, einen längeren Bericht an bas Haus an in welchem S n Telegramm bessel en Blattes aus Belgrab mel- sie biefe« bitten, Den Hrn. Wooley zur Beuge S L tee#*** "°WM


