Ailage zu Ar. 20 des Hietzener Anzeigers
vor, daß Oesterreich durch Ertheilung von Pässen an ,
wesentlich erweitern wurde. „
Berlin, 12. Febr. Die „Nordd. Allg. Ztg- und die „Kreuzzeitung" besprechen die Angelegenheit der hannoverschen Emigranten und heben vaber her-
wenn sic entweder ., ~
a. innerhalb des Großherzogthums eine mit Er-
werb verbundene Beschäftigung treiben, oder b. ein eigenthümlicheS Haus im Großherzogthum bewohnen, oder
C schon zwei Jahre im Großherzogthum wohnen. Durch diese Borlage ist einem im vorigen Jahre von den Ständen gestellten Ersuchen entsprochen.
Darmstadt, 11. Februar. Wie die „Darm, städter Zeitung" mittheilt, hat da« Ministerium der Justiz eine Proposition an die zweite Kammer gelan» aen lassen, inhaltlich welcher der im vorigen Jahre vom Ministerium vorgelegte und von der Kammer auch angenommene Gesetzentwurf, die Hohe des Zins- fatzes bei Darlehen und die Strafbarkeit des Wuchers betreffend, wieder zurückgezogen und demselben das im norddeutschen Bunde geltende Gesetz substl°
tritt zu demselben nur in Civil gestattet sein^sollte
dieselben die' Pflichten eines 'befreundeten Staates j unDDie« »irt
«»ripht habe. Die ..Kreuzztg." versichert, der fran. । dargestellt, welch link, aeaen die Tbeilnahme
d habe den Straßburger yra- Neipperg an stme Offikiere und gegen Du, Lhmaayme
hannoverschen Emigranten der s an einem Honvedba e er ß, Officier
fern bleiben müsse. Dagegen empfangen dre Erz. Herzöge und Minister zu Wien eine Deputation des Arbeiterbildungsvereins, durch welche sie zu einem Arbeiterballe eingeladen werden, sehr gemuthlicy, fa- aen ihre Anwesenheit zu und plaudern mit ihnen lang und breit über Lassalle, Kommunismus u. s. w.
Florenz, 10. Februar. Der Präsident theilte der Kammer mit, daß der König auf dre Beglück- wünschung zur Vermählung seines Sohnes, des Prinzen Humbert zu der Deputation gesagt habe, er hoffe, daß seine Söhne, die Vaterlandsliebe, welche er zu Italien hege, theilend, die Traditionen der Dynastie zum Besten des Landes erben wurden. Die Verhandlung über da« Marinebudget ist wieder ausgenommen: Farini dringt auf die Abschaffung des Dienstes der barmherzigen Schwestern in den Mül- tärhospitälern. Lamarmora und der Kriegsmimster bekämpftn den Antrag Farini's, welcher denselben
verletzt habe. Die „Kreuzztg." versichert, der fran- । zösische Minister Pinard habe den Straßburger Pra- 1 secten angewiesen, die he,
französischen Protection ju i _
dasselbe Blatt die Frage stellt, weßhalb die militärische Organisation der Emigranten aufrecht erhalten werde; Hr. v. Beust möge diese unnatürlichen Vn> hältniffe beseitigen. . ,,
i Berlin, 12. Febr. Graf Bismarck ist bl« letzt weder auf sein Gut Varczin noch, wie die in Sack und Asche büßende „Kreuzztg." wissen wollte, nach Hessen abgereist, er befindet sich noch in Berlin und wartet, angegriffen, wie seine Gesundheit sein soll, der Dinge, die da kommen sollen und von denen uns der Telegraph gar absonderliche Gerücht- in'« Ohr wispert: Hr. v. Forckenbeck solle an Stelle des Hrn. v. Eulenburg Minister des Innern werden.
Schwerin, 8. Februar. Von Rostock aus ist wieder der Anstoß gegeben, den Großherzog unter gründlicher Motivirung um die Einführung einer konstitutionellen Verfassung zu ersuchen Bei Ab. faffung der Petition ist, wie das „Rostocker Tagbl. meldet, auch der Regierungsrath a. D. Prosch, Reichstagsabgeorvneter für die westlich gelegenen Städte des Landes, thatlg gewesen. Die „Mecklenb. Anzeigen" vermuthen, daß es auf die ^w^relnfuh- rung des StaatSgrunvgefetzeS vom 10. Oktober 1849
^Darmstadt, 12. Februar. Von Seiten des l
Kricasministerinm« sind weitere Anträge an die i
Stände angelangt, welche bedeutende Anforderungen i für Militärbcdürnisse enthalten und noch weitere in Aussicht stellen. „Nach den in Preußen bestehenden ' Vorschriften" sind erforderlich die dort eingefuhrten Krümperpserde, wofür 6000 fl. verlangt werden; um nach preußischer Organisation die Adzutanten der höheren Commanvostellen, sowie die Subaltern- officiere der Reiterei und der reitenden Artillerie mit je einem Charge-Pferd zu versehen, sind 79,000 st. erforderlich, sowie weiter für Officierspferde bei der Artillerie 6500 fl. Daß in Folge reffen die Be- dürsnissc zur Unterhaltung der Pferde sich steigern, ist selbstverständlich, und von dem KricgSmimstermm bereits auch erklärt, daß der Genehmigung der er- forderlichen Kost n hierfür ständischer SeltS kein An- stand entgegenstehen werde.
Darmstadt, 12. Februar. Nach einer Bekannt- machung des Königlich Preußischen Finanzministers ist die Zollgrenze zwischen dem Herzogthum Lauen- bürg und dem Zollvereinsgebiete, welche wegen Erhebung einer Nachsteuer in Lauenburg einstweilen noch stehen geblieben war, nunmehr beseitigt und der freie Verkehr mit dem Zollvereine somit hergestellt.
Berlin, 10. Februar. Der preußische Staats- schätz hatte am 1. Januar d. I. einen Baarbestand I von (in runder Summe) 28'/. Millionen Thaler.
Berlin, 11. Februar. Uebcr die Abre.se des Grafen Bismarck, der zur Zeit noch hier verweilt, steht noch nichts fest, und wenn auch derselse nicht so unwohl ist, um das Zimmer nicht verlassen zu können, so dürfte doch das augenblickliche Wetter zum Reisen nicht sehr einladend sein. Dre Vermu- thunq der „Nationalzeitung", daß der Graf zunächst Ostpreußen besuchen wolle, um sich über die dortigen Verhältnisse zu orientiren, dürfte wohl nicht zutreffen. — Zwischen der preußischen und hessischen Regierung finden Verhandlungen statt, die darauf hinausgehen, daß Preußen den von der hessischen Regierung genehmigten Eisenbahnlinien von Gießen nach Fulda und von Gießen nach Gelnhaußen ebenfalls die Concessivn ertheilen möge. Die hessische Regierung hat dem Unternehmen eine Zinsgarantie von Z'/^pEt. zugestanden. Preußischerseits hat man die Zustimmung von der Gewährung eines Schienenweges von Friedberg nach Hanau Seitens der hessischen Regierung abhängig gemacht. Diese Eisenbahnlinie würde für den Absatz der Ruhrkohle von großer Bedeutung sein, da sie den Weg zwischen der Ruhr und Bayern wesentlich abkürzen und den Markt für die genannte Kohle in Bayern nicht un-
Darmftadt. Die Wahllisten zum Zollparla- meM werden nach Verfügung Grvßh. Mlmstenumr L Innern den 20. l. M. in allen südlich des Mam gelegenen Gemeinden zu Jedermanns Einsicht aus- ^Darmstadt, Zur Ausführung der bereits in diesem Jahre in's Leben tretenden Mi l,tar-Ersatz- Instruction ist von Gr. Ministerium des Innern verfügt worden, baß die Gr. Kre.srathe als Civil- Vorsitzende der Kreis-Erfatz-Commifstoneu ihrer refp. ^Darmstadt" Von Großherzoglich.m Ministe- rium d-r Finanzen wurde den Standen unterm Heutigen ein Gesetzentwurf übergeben, wonach Ausländer welche im Großherzogthum wohnen, vom 1. Januar 1869 an zur Personalsteuer zugezogen werden sollen,
^Karlsruhe, 13. Febr. Die heutige Karls- ■ ruher Zeitung" bringt folgendes Schreiben des • Großherzogs an den Ministerpräsidenten Dr. Jolly.
Lieber Herr Präsident Jolly! Als im Sommer 1866 der von mir hochgeehrte Staatsminister Mathy es übernahm, in ernster schwerer Zeit der Prüfung ein neues Ministerium zu bild-n, wandte sich sein Vertrauen zunächst an Sie. Er baute fest aus ^hre treue Mitwirkung bei der schönen aber schwierigen Arbeit, welche zu vollführen uns damals bevorstand. Die Aufgabe war, den Frieden in Deutschland Meter herzustellen, und die durch den Krieg entstandene Neugestaltung des Vaterlandes zu vollenden. Fest dieses hohe Ziel im Auge behaltend und 'N Mitte rastloser Thätigkeit für dasselbe wurde Minister Mathy zu einem besseren Leben abgerufen. Durchdrungen von der großen Bedeutung dieses Verlustes wie von der Wichtigkeit des Augenblicks, tn dem so manche
I Fragen ihrer Lösung harren, betrachte ich das durch Staa^tsminister Mathy gebildete Mimsterrum a einer Neubildung bedürftig und wünsche, daß der nun noch vereinigte Landtag die Richtung kennen lerne, welche das neue Ministerium im getreuen An- schluß an die bisher verfolgten Aufgaben einzuschla- am gedenkt. An Sie, Herr Präsident, welcher Sie bei der Führung Ihres wichtigen Amtes vorzüglich berufen waren, die Unternehmungen des entschlafenen I leitenden Minister« fördern zu können und denselben dabei stets kräftig unterstützt haben, wende rch mich daher mit der Aufforderung, diese Neugestaltung V s Gesammtministeriums zu unternehmen und mir bat- digst über das Ergebniß Ihrer Bemühungen Bench, ru erstatten. Karlsruhe, 12. Februar 1868. Woh - aeneu ier (gen) Friedrich." Es folgt nun Personal- reorganisation deS Ministerium». Der Just.zmlmster Stadel und der Krieg-mrnisterraiprastdent General Ludwig werden in Gnaden ihres Dienstes enthoben. Ministerialpräsident Dr. Jolly wird zum L-taatS-
: Minister, Minister des Innern und zum Präsidenten der Staatsministeriums ernannt und nut der provi-
' sorischm Vertretung des KriegSministerlum« beauf-
i tragt. Ministerialrath v. Dusch wird zum Präsiden.
ten des Handelsministeriums und Mimsterlalrath
Elstätter zum Präsidenten des Finanzministeriums
ernannt Der Präsident des Ministeriums des
Aeußern, v. Freydorf, wird mit der provisorischen Verwaltung des Justizministeriums beauftragt |
Wien. Man berichtet von neuen Versuchen, ein näheres Verhältniß zwischen Preußen und Oester- reich herzustellen. Die Bestimmungen deS Prager Friedens, welche eine Verschmelzung der süddeutschen Staaten mit Preußen im Wege stehen, soll,n in Wegfall kommen, dagegen ein Bündmß dieses preußisch- süddeutschen Gesammtkörpers nut Oesterreich m Aus. sich, gestellt sein. So soll sich wenigstens, nach der
N. fr. Pr.", Hr. v. Werther äußern, *bie übrigen« in Oesterreich seit den Tagen des Wiener Con- gresses Vie Politik mit dem Tanzen Hand in Hand geht, so auch jetzt. Der Kaiser besucht einen Mcdi- einerball in Pest nicht, weil den Officieren der Zu-
einstweilen den verstorbenen Msgr. v. Wüten im Ministerium de« Innern. Derselbe hat sofort den auf die Güter der am letzten Aufstande Letheiligten gelegten Sequester aufheben lassen. Es waren bereits 42 Familien durch diese Maßregel aller ihrer Habe beraubt worden. Prinz Jturbide, der Adoptivsohn des Kaisers Maximilian, ist als gemeiner Dragoner in die päpstliche Armee eingeircten. Er ist em schöner junger Mann von 20 Jahren, sehr einnehmend und beliebt, überhaupt jetzt der Löwe des -tageS. Cr bezieht eine Pension von 50,000 Fr.von dem Kaiser von Oesterreich, der ihn zu seinem Adjutanten. ha machen wollen. Er zog e- vor, dem^Papste u die neu. Er geht wenig tn die hohe Gesellschaft und wohnt bei seinen Kameraden in der Kaserne.
i Daris Von ernster Art sind die Nachrichten, welche uns über die serbischen Unruhen zukvmmen. So sagt die „Patrie": die Nachrichten aus Serbien erhalten die Diplomatie der Westmächte m Athem. Wir glauben zu wissen, daß sehr energische Vorstellungen noch gestern nach Belgrad übermittelt wor- den seien. Cretzulesco hat dem Tuilerieen-Cablnet oificiell förmliche Ableugnungen seiner Regierungen bekannt gegeben, betreff» irgend weicher direkten oder indirekten Theilnahme an den russisch-serbischen Ma- növern. England, Frankreich und Oesterreich sind vollständig unterrichtet über tue möglichen Folgen dieser Manöver. Die drei Cabincte sind daher bereit jeder Nothwenvigkeit entgegenzutreten, welche dre Situation hervorbringen konnte, auf deren Gefahren fte die Regierungen Der Donaufürstenthumer schon
Ä-w. Di- 3.61 ... in.
befindlichen Hannoveraner wird vom „Courier du Bas-Rhin" auf etwa 7—800 angegeben, tue tn Wissembourg, Saverne, Phalsbourg, Schletstadt, Er- stein, Hagenau. Luneville u. s. w. verlyeilt seien und 13 Officiere unter sich hätten. Da« Blatt veroffent- licht ein Schreiben eines dieser Officiere, aus welchem
i hervorgeht, daß es dieselben Soldaten sind, die zuerst aus Holland, Dann aus Der Schweiz in Folge preußischer Reklamationen ausgewiesen wurden. Es find tbeils Angehörige der früheren hannoverschen Armee, theils junge Leute, die der preußischen Conscript.on
^Kopenhagen, 7. Februar. Aus guter Quelle erfährt man, daß ein baldiger Abschluß der Verhandlungen zwischen Dänemark und Preußen betreffs Nordschleswigs nicht zu erwarten s-u' durf e Da n^ mentlich in der Garantiefrage die Ansichten der den beteiligten Staaten sehr weit auseindergeyen Bei dieser Verschiedenheit der E^Erttärung?n man hier Bedenken, durch endgültige Er arungen
s»'; resvondenz des „Standard" vom 31. Januar meldet aus angeblich zuverlässiger Quelle: Johnson habe beschlossen, England in einem Ultimatum aufzufor- \ vern, Die Verhandlungen wegen der Alabama-Ange-


