MerhefMe Gesellschaft für Natur- uuh Heilkunde.
808) Sitzung Mittwoch den 12. Februar, Abends 6 Uhr, in der kleinen Äula.
Vortrag: „Die Organisation der Thiere" (Fortsetzung).
Pferde-Markt !« Frankfurt a. M.
am SO» und 31. März und 1. April 1808,
802) Pramitrung (am 30. März), sowie Vcrloosung von Pferden, Reit- und Fahrzeug, finden auch bei bevorstehendem Markte wieder statt- Die feineren Pferde werden in den vollständig für 400 Pferde hergerichteten neuen prachtvollen Stallungen ausgestellt.
Anfragen und Bestellungen sowohl auf Stallungen, als auf Looie ä 1 Rthlr. (1 fl. 45 fr.) pr. Stück beliebe man -franco an das (Secret ar tat unterzeichneten Vereins, Kleine Hochstraße Nr- 10, zu richten, wo auch Ueberneh- mer einer größeren Anzahl Loose die näheren Bedingungen erfahren können.
Den Aufträgen für Loose ist der Betrag sofort beizufügen.
Der Vorsitzende des landwirthschaftlichen Vereins: __»r. I. G. Haag.______________
Im Lin-enhof.
813) Dienstag den 11. Februar 1868:
Alischieds-Concert
der Geschwister Mucker und Grckrath.
Anfang halb 8 Uhr.
NM AKt'; OG Ö- ~ G <> Ä'tiZSG Ci
814) Dem Fräulein TI ’
Seit...... in Wieseck zu seinem 5 ■£ heutigen 17. Wiegenfeste die herzlichsten -5 D Glückwünsche und ein donnerndes Hoch! 7 | 8. W. St. I
V sAH C :v“ -WjxC'O -V (y
Turnvrrkin.
796) Donnerstag den 13- Februar, Abends 8 Uhr, im Darmstädter Haus:
Generalversammlung.
Tagesordnung: Wahl eines Abgeordneten zum Turntag in Hanau, eines Zeugmarts und des 2. Turnwarts.
____________Der Vorstand.
Beachtenswert!® X
793) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie gegen Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane.
Specialarzt Dr. Kirchhoffer, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz.)
809) Ein schwarzer rauhhaariger Dachshund ist entlaufen. Der Wiederbringer erhält eine sehr gute Belohnung von Jäger Zinßer bei Herrn Baron v. Rabenau in Friedelhausen.
799) Strohhüte nehme ich zum Waschen und Färben an und erhalten dieselben die neueste Fa?on.
H. Holberg, in der Löwengasse.
798) Ein gesittetes, braves Mädchen, welches bürgerlich kochen kann und alle Hausarbeit versteht, wird sogleich in Dienst gesucht bei Ph. Uhl, Seltersberg.
789) In eine stille Haushaltung wird ein mit guten Zeugnissen versehenes Mädchen, welches bürgerlich kochen und alsbald eintreten kann, gegen guten Lohn in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d- Bltts.
Epileptische Krämpfe (Fall- \ sucht) heilt Dr. O. Kritisch, Spezial- | arzt für Epilepsie, Berlin, Jägcrstr. I 75/76. Auswärtige brieflich. (792) I
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788) Ein Kindermädchen, das gut nähen und bügeln kann, wird gegen guten Lohn in Dienst gesucht. Eintritt sofort. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts.
780) Ein Garten oder ein Stück Grabland auf dem Hamm oder dem Sand wird zu leihen gesucht. Das Nähere ist bei der Exped. d. Bltts. zu erfahren.
$ Viertes Coneert
im Winter-Abonnement
des Gießener Concerl-Vereins Mittwoch den 12. Februar 1868, Abends präcis 6 Uhr, im Club - Saale :
Trio-Soiree
der Herren A. Kömpel, Großh. Sachs. Hofconcertmeister, I. -e Swert, Großh. Sachs. Kammervirtuos, Cd. Lassen, Großh. Sachs. Hofmustkdlrector ans Weimar, unter Mitwirkung des akademischen Gesangvereins.
Programm:
1) Trio (B-dur) op. 97 von L. v. Btzethhoven.
2) a. Barcarole 1
b. Scherzo für Violine von L- Spohr.
c. Sarrabande s
3) Lieder für Chorgesang von F. Mendelssohn-
4) bi Zwei Gavotten | für Violoncell von I- S- Bach.
5) Trio (Es-dur) von Fr. Schubert.
Für Nichtabounenlen sind Billets ä 48 kr. in der Ricker'schen Vuchhandlung zu haben. Die Concertdirection.
p Auswanderer befördert billigst
Christian Wallenfels, Jun.
Börsenuachrichten.
7. Februar 1868.
Preuss. 4V2.o/o Obi. 951 4 Frankf. 31/2% Obi. 82-/2
Nass. 4'720/0 Obi. 941/2
Kurh. 40/0 Obi. 90
Hess. 4»/0 Obi. b. Roths. 90y4
„ 31/2% üo. do. —-
Bayer. 5% Obi. 101 '■]1
„ 41/2% 1jährige —
» 41/2% ',2jährige 94</g Würtemb. 41/2% Öbl. 94 Baden 4i/2o/o Obi. c.E.L. 93'/8 Oestr. 5°, 0 b. R. 61
„ 5% National 543/4
„ 50/0 Metall. Obi. —
„ M. steuerf. 493/i
Amer. 6% 1881r Bds. —
„ 6% 1882r 753/4____
Actien.
Frankf. Bank 127 > 4 .
Oester. Bank 690
„ Creditact. 186 V» Darmst. Bankact. 221 y2
Prioritäten.
50/0 östr. F. St. E. B. 245 Ludwigsh.-Bexbach 157 >/8 Maxbahn —
Bayer. Ostbahn 1191/2 Hess. Ludwigsbahn 130//g 3°/o östr. Stsb.-Prior. 521 4 3% östr. s. Lombard. 42 3% Livorneser 28 Toscaner 40 */a Frankf. Hypotb.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 50/o Elisabeth-Prior. 75 do. II. Emiss. 73
Anleliensloose.
Kurh. 10 Thlr. Loose 53»,4 Nassau fl. 25 b. Roth. 38 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 144 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 423/j 40/0 bayr. Präm. Anl. 997/g 4°/q badische Loose 99'/8 Badische fl. 35 Loose 541/4 1858r Priorit'ätsloose 130 1860r Loose 703/4 I864r „ 8O.1/2
Wechsel.
Amsterd. k. S. 100.3/tz Augsb. k. S. 993/4 Berlin k. S. 105
Bremen k. S. 975/ä
Cöln k. S. 105
Hamburg k. S. 881/2
Leipzig k. 8. 105
London k. S. 1193/8
Lyon k. 8. .— Paris k. S. 95 Wien k. S. 995/g Disc.onto 3O/o G.
tieldsorten.
Pr. Gass. Sch. 1 44i/8-45’/g Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 57I/2-58i/2 Pistolen . 9 49-51
„ doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . , 5 37-39 20 Frankenst. 9 29 ‘/z-SO */j Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 27-28
Feuil
Vetter und Base.
Eine Familiengeschichte.
(Fortsetzung.)
Das FrühstückSzimmer lag im Erdgeschoß, und im Hinuntergehen flüsterte Henriette: „Vetter Robert hat nicht ganz Unrecht, obschon er vielleicht uns, allzuviel Schuld beimißt. Wenn ich wüßte, wat sein Ideal ist von einer Frau, so würd' ich mir alle Mühe geben, demselben nachzustreben. Und welch ein Unstern, daß er gerade heute wieder abreisen muß, wo wir uns nur vor Fremden, nur auf dem Ball gesehen haben! Welche Unannehmlichkeit, daß wir selbst heute durch die Anwesenheit der Gäste gleichsam beengt und getrennt . .
„Sein Sie überzeugt, daß er dieß nicht weniger fühlt als Sie, Cousine!" fiel ihr der Buchhalter in die Rede. „Das eben ist ja der Fluch jeder naturwidrigen Handlung, daß sie ihren verderblichen Einfluß nach allen Seiten hin geltend macht.
„Sein Sie edel und großmüthig, Vetter," bat Henriette, „und versichern Sie ihn, daß ich diesen Glanz missen kann und daß ich Alles aufbieten werde, ihn bei seiner Wiederkehr in einfachere, herzlichere und gemüthlichcre Verhältnisse einzuführen. Es war ein Mißgriff der Mama, ihn durch solch ein rauschendes Fest ehren zu wollen, weil sie in ihm nur den anspruchsvollen Großstädter ver- muthetc. Und nun hat er die Comtesse zu Tische geführt, und ich verliere ibn."
„Und auch mich, Cousine! ich will die Abgunst der Tante nicht noch höher steigern, indem ich neben Ihnen eine Stelle am Tische einnehme. Mein Platz ist dort unten !"
Alle hatten sich schon gesetzt und ihre Servietten ausgebreitet, nur der Buchhalter stand noch vor dem einzigen leeren Couvert. „Nun, Rudolph! was zögerst Du?" fragte der Commerzienrath.
„Ich sehe kein Couvert für mich hier, denn dieses ist ohne Zweifel für Paulinen crwiederte er.
Die Commerzienräthin erglühte, warf ihm einen gehässigen Blick zu und wollte eine bittere Bemerkung machen; aber ihr Gatte kam ihr zuvor, nickte ihm bedeutsam zu und sagte lächelnd und bestimmt: „Du hast Recht, Rudolph ; Pauline fehlt noch. Legen Sie ihr ein Couvert auf, Franz, und rufen Sie sie. Ich Will die ganze Familie um mich sehen."
Die Commerzienräthin wollte vor Grimm bersten, mußte aber um des Scheins von Frieden willen diese Weisung bestätigen. Der Buchhalter setzte sich erst, als Pauline erstaunt und erröthend eintrat und nur durch wiederholte Befehle des Oheims und der Tante bewogen ward, sich mit an den Tisch zu setzen.
l e t 0 n.
9.
„„Es ist zum Todtärgern — ich bin nicht mehr Herrin in meinem Hause, mein Kind!" sagte die Commerzienräthin nach dem Frühstück zu ihrer jüngern Tochter. „Hast Du bemerkt, welch impertinente Frechheit dieser Wetterfelder Bauernjunge hatte, um es zu ertrotzen, daß Pauline an den Familientisch komme, und sogar noch angesichts der vornehmen Gäste. Er that es nur um mich zu quälen und zu kränken und sich bei eurem schwachen Vater einzuschmeicheln, den er gegen mich aufhetzt. Aber nur Geduld, Bürschchen! wir wollen Dir dieß nicht vergessen! Wir haben schon mehr solcher Neffen wieder aus dem Hause geschafft."
„Sie sollten mit diesem hier eine Ausnahme machen, theuerste Mama!" versetzte Ida schmachtend, „ßr scheint mir von einem zähern Schlage als die Anderen, und Sic dürsten nicht so leicht mit ihm fertig werden. Er ist ein bedeutender Mensch, beste Mama, ein wahrer Held ! Sahen Sie nicht, mit welcher klassischen göttlichen Ruhe er das Ding wegen Paulinens vorbrachte, wie fest und ruhig er mit seinem scharfen dunkelgrauen Auge Ihren Blick aushielt? Das hätte ein gewöhnlicher Mensch nicht vermocht, und seine Besonnenheit, Ruhe und Willensfestigkeit haben mir eine wahre Bewunderung abgenöthigt.
„Gänschen!" versetzte die Commerzienräthin unmuthig. . ,-,Was Du mit so hochtönenden Namen belegst, das ist mir nur eine maßlose Frechheit und Unverschämtheit. Hat man je eine solche Anmaßung erlebt, daß ein Mensch, der kaum eine Nacht in unserm Hause als Gast ist, sich vermißt, die wohlerwogene Haus- ordnung umzustoßen?"
„Aber gestehen Sie wenigstens, beste Mama, daß er es mit einer bewun- dernswerthen Würde und einem unzerstörbaren Aplomb that!" wandte Ida ein. „Und hernach, als die Rede auf das Reisen kam und auf englisches Leben, sprach er da nicht wie ein Buch ? — er, den wir für einen ungehobelten Bauernjungen hielten, frisch vom Pfluge hinweg!"
„Das eben ist es ja, was mich noch am meisten empört!" sagte die Corn- merzienräthin; „gestern spielte er oen dummen Jungen, um uns zu vemüthigen, und heute sucht er uns zu beschämen durch Eigenschaften, die wir ihm nicht zu- trauten , — das eben ist es, was ihn mir so fatal und unausstehlich macht. Und sahst Du, wie er sich sogar bei Henrietten injtnuirt hat?"
„Das wundert mich gar nicht, liebe Mama!" versetzte Iva; „wenn ich ihn erst näher kennen würde, wäre ich im Stande, für ihn zu schwärmen. Er ist so kühn, so sicher, so ... so ganz wie der Held eines Romans."
„Jenun, Jochen, der Roman soll kurz sein, den er in unserm Hause spielt!" sagte ihre Mutter mit mühsam verhaltenem Ingrimm. „Der Lump, der unser


