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Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen-
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Kochsalz zu 200 Pfd.
Kochsalz zu 100 Pfd.
Bern, 3. Jan. Heute hat der Bundesrath seine erste Sitzung im neuen Jahre abgehalten, in welcher er die Wiederherstellung des diplomatischen Verkehrs mit der Schwester-Republik Mexiko beschloß, zu welchem Zwecke er ein neues Kreditiv für den dortigen schweizerischen General-Consul Stutier berieth, der dieses Amt auch während der Regierung des Kaisers Maximilian bekleidete. Um Herrn Stutier seine Stellung bei der republikanischen Regierung zu er- leichtern, ward derselbe ermächtigt, bei der Abgabe feiner neuen Creditive im Namen des Bundesrathes die Erklärung abzugeben, daß die Schweiz, getreu ihrem republikanischen Grundsätze der Selbstbestimmung der Völker jedem Lande die freie Wahl seiner Verfassung und Regierungsform überlasse und sie sich von allen Legitimationsstreitigkeiten fern halte, daher sie auch niemals anstehe, sich mit den jeweilig bestehenden Landesbehörden in Verbindung zu setzen, wobei jedoch ihre Sympathien selbstverständlich sich auf Seiten der republikanischen Staatsformen befänden.
Neapel, 4. Jan, Gestern nahm der Ausbruch des Vesuvs beunruhigende Dimensionen an. Bestan- dige Stöße und Detonationen fanden statt. Großer Schrecken herrscht in den Dörfern am Fuße des
worden ist.
Gießen. Der in voriger Woche zwischen Rau- heim und Butzbach verunglückte Locomotivsührer Rausch ist in der hiesigen Klinik gestorben.
Hamburg, 7. Jan. Dem „Hamb. Corr." zufolge wird bei der Aufnahme Mecklenburgs in den Zollverein eine Nachverzollung der jetzt massenhaft dort aufgespeicherten Vorräthe stattsinden.
wandten Mittel den katholischen Glauben entehre und beschimpfe. Der Bischof erklärte nicht nur, daß er i selbst mit der „Donau-Zeitung" in gar keiner Ver- < bindung stehe, sondern bittet auch seine Zuhörer, wei- i ter zu verkünden, daß er das der Religion und den Gesetzen widerstreitende Getriebe der „Donau - Zei- tung" und der dahinter stehenden Vereine verwerfe, verurtheile und verdamme.
München, 8. Jan. Die Ratifications-Urkunden über die Beschlüsse der hier stattgehabten süddeutschen Militäreonferenz wurden heute im Ministerium res Aenßeren zwischen dem Fürsten Hohenlohe und dem württembergtschen Gesandten ausgetauscht.
Stuttgart, 7. Jan. Die Abgeordnetenkammer hat die Civilproceßordnung en bloc mit 79 gegen 2 Stimmen angenommen und die Aushebung der körperlichen Züchtigung mit 77 gegen 3 Stimmen de- beschlossen. „ ,
Karlsruhe, 3. Jan. Die heutige „Karlsr. Zeitung" veröffentlicht eine von vielen Mitgliedern der beiden badischen Kammern unterzeichnete Erklä- rnng betreffs des Zoll-Parlaments, der wir das Fol- gende entnehmen:
Das Zollparlament bedeutet die wirthschaftliche Einigung der deutschen Nation im Verhältniß zum Ausland. ,
In dem früheren Zollverein, wie er am 16. Mar 1865 wieder erneuert wurde, gab es keine einheitlichen Organe der Leitung. Damals traten nur gelegentlich Abgesandte der verbündeten Regierungen zu Conferenzen zusammen und suchten sich vertragsmäßig über gemeinsame Maßregeln zu vereinen. Jeder einzelne Staat konnte durch seinen Widerspruch alle Gesammtbeschlüsse verhindern. Wenn es aber glückte, zu einer gemeinsamen Entschließung zu kommen, was fast nur in den Zeilen bedrängender Noth geschah, wenn die Vertragsdauer des Zollvereins fast zu Ende ging, und seine Erneuerung gefährdet war, dann mußte der Beschluß nach der Berathung und Zustimmung von fast doppelt so viel Kammern ausgesetzt werden, als es verbündete Zollstaaten gab.
Diese schwerfällige Einrichtung eines bloßen Staatenbundes in Zollsachen, welcher die deutschen Interessen gegenüber dem Ausland nur sehr unvollständig vertreten konnte, ist nunmehr durch die Gründung einer deutschen Zollunion ersetzt und verbessert worden. Die Zollunion hat nun die Fähigkeit, wirkliche Gesetze zu geben und Die wirthschaftlichen Angelegenheiten der Nation selbststäntig zu besorgen.
Die Aufgabe der badischen Abgeordneten zum Zoll- । Parlament wird nicht blos die sein, bei den Gesetzen der Zollunion mitzuwirken und die besonderen badischen Interessen mit den allgemeinen deutschen in richtiger Weise auszugleichen: das Zollparlament soll überdem dazu dienen:
1) Ueberhaupt das wechselseitige Verständniß und die Verbindung von Nord- und Süddeutschland durch persönliche Annäherung und Umtausch der Meinung zu fördern;
2) darauf hinzuwirken, daß die Zollunion, die gegenwärtig nur bis zum Jahre 1877 gesichert ist, in eine dauernde Einigung umgewandelt werde, indem nur dadurch dem deutschen Gewerbefleiß und Handel eine sichere Grundlage verschafft wird, während die periodische Erneuerung des Zollvereins gar keine Vortheile, aber den großen Nachtheil hat, einer periodischen Erschütterung aller Kreditverhält- nijfe;
3) zu bewirken, daß das deutsche Zollgebiet so bald als möglich durch die endliche Aufnahme derjenigen Staaten des Nordbundes vervollständigt werde, welche zur Zeit noch außerhalb unserer Zollgrenzen liegen;
4) die Wege zu suchen, auf denen theils die Ausbildung, lheils die erforderliche Erweiterung der Kompetenzen der Zollunion und daher des Zollparlaments am ehesten zu erreichen ist, insbesondere mit Bezug auf Freizügigkeit, Heimaths- und N eder- laffungsverhältnisse, Paßwesen, Kolonisation, Auswanderung, Gesetze über Handels- und Wechselrecht, ein gemeinsames Maß-, Münz- und Gewichtssystem, Erfindungspatente, Schifffahrt, Consularwesen, Eisenbahn-Verbindungen Posten, Telegraphen und derartige gemeinsame Interessen des wirthschaftlichen und bürgerlichen Verkehrs.
Karlsruhe, 7. Jan. Die erste badische Kammer hat heule das dem preußischen analoge Militärstrafgesetz nach den Vorschlägen der Commission einstimmig angenommen.
Wie», 9. Jan. Das „Tagblatt" meldet: Es fand auf Äandia ein bedeutendes Gefecht statt. Die Türken haben eine Niederlage erlitten. Der Blokade- bruch eines russischen Dampfers in den kandiotischen Gewässern veranlaßte Die Pforte, den Mächten amtlich diesen Fall mitzutheilen. Die Pforte fordert die Abberufung des Admirals durch Rußland.
Kaiser zum Prügelknaben für alle Aufregungen, die durch Thorheiten und Ausschweifungen der spanischen Partei hervorgerufen wurden.
Brüssel, 7. Jan. Der König wird nicht zur Leichenfeier des Kaisers Maximilian sich nach Wien begeben, sondern bei derselben durch den Oberhofmar- schall vertreten werden.
London, 4. Jan. Die „Anglo-amerikanische Correspondenz" meldet: Gestern Nacht wurde bei Cork ein Pulvermagazin erbrochen und 10 CeMer Schießpulver gestohlen. Von den Dieben zeigte sich keine Spur. — Neue Vorsichtsmaßregeln sind in Chatam getroffen. Eine große Anzahl Truppen kön- nen zu jeder Zeit versammelt werden. Die Berichte aus den Grafschaften Englands lauten beruhigend.
Kopenhagen, 7. Jan. Be.de Häuser des Reichstags sind wieder eröffnet. Der Conseilprüsi- dent hat dem Reichstag gestern über den vollzogenen Verkauf der westindischen Besitzungen Dänemarks Mittheilungen gemacht.
Bukaress, 4. Jan. Der Senat und die Ab- georDnetenkammer sind durch fürstlichen Erlaß zum 15. d. M. einberufen worden. Ein zweiter fürstli- cher Erlaß ordnet die Gründung einer Bildungsan- ftait für Dorfschullehrer aus einem früher vom Für- sten gespendeten Fonds von 12,000 Ducaten an. Eine größere Summe hat Der Fürst zur GrünDung eines Deutschen Theaters bewilligt.
Constantinopel, 3. Jan. Aus Canea wird gemeldet, Daß Der Admiral Vessim-Pascha an Bord der Fregatte „Osmanie" bei Armyro eine russische I Corvette unter dem Cvmmando des Marineosficiers Zelonoi angetroffen, welche ohne Erlaubmß Vor- räthe ausschiffte, somit Die Blokade gebrochen hatte. Zelonoi erbet sich, Die Ausschiffung von Vorräthen einzustellen und veßsallsige Ordres des russischen Con- suls in Suda abzuwarten, worein der türkische Admiral willigte.
New-Hork. Im Repräsentantenhaufe passirte eine Resolution, in welcher Dem General Sheridan für die dem Lande geleisteten Dienste der Dank des Hauses ausgesprochen und PräsiDent Johnson wegen der Enthebung Sheridan's getadelt wird. Gleichzeitig wurde das Comite des Auswärtigen beordert, Die Mißhandlung amerikanischer Bürger durch Die groß- britannischen Behörden in JrlanD in Erwägung zu ziehen.
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Paris, 4. Jan. Die officrösen Provinzralblatter bringen folgende gleichlautende Pariser Correspon- denz: „Jedes Jahr schreibt einen neuen Erfolg des Hm. v. Bismarck ein; im Jahr 1866 Sadowa, 1867 den deutschen Nordbund. Der Minister des Königs Wilhelm ist nicht der Mann, auf so gutem Wege still zu stehen; er wird daher bald in die Dritte Etappe eintreten, welche sich Die deutsche Einheit nennt, wenn .... aber man hat hier wenig Glauben an den Erfolg dieser dritten Campagne, und Herr v. Bismarck thäte im Interesse seines Herrn wohl daran, sich hier Einhalt zu thun. Aber der Main ist so schmal, daß ihn Doch t>ie Versuchung überkommen Dürfte, ihn zn überschreiten. Sie haben bemerkt, daß die Antwort des Kaisers an den Grasen v. d. Goltz ziemlich kalt lautete. In den diplo- matischen Kreisen ccmmentirt man allgemein die cere- momöse und fast zweifelhafte Phrase, welche Bezug auf die Freundschaftsversicherungen des Königs von Preußen hat, als dem guten EinverstänDniffe der beiden Cabinete wenig günstig, wie auch die Schlußphrase, in welcher der Kaiser in der Thal ziemlich klar es auszusprechen scheint, daß die Fortsetzung vergüten Beziehungen namentlich von Dem Verhalten l Preußens abhänge. Konnte Graf v. d. Goltz, offen gesagt, Anderes erwarten? Hier glaubt Dies Niemand." Auch an anderen ähnlichen Demonstratio- nen fehlt es nicht, und so sagte Der Senator Baron Dupin' am Grabe des Generals Poncelet Folgendes: „Der General Johann Victor Poncelet wnrDe 1788 am Vorabenve unserer großen politischen Stürme in jener Stadt Metz geboren, wo alles zugleich Wissenschaft und Krieg athmet, einem der Hauptpunkte unserer Vertheidigungsrnacht, gegen die sich einst Die Bemühungen Karl's V. zersplitterten, und gegen die auch noch die Bemühungen irgend eines improvistrten Kaisers an Den Ufern des Rheines unv der Mosel zerschellen würden, wenn die großen Kämpfe des sechszehnten Jahrhunderts sich in unseren Tagen erneuern sollten." An den Grenzfestungen im Norden unD Osten wird übrigens fortwährend aus's eifrigste gearbeitet. So erhält das Fort des Rousses im Jura hundert Kanonen von neuem Kaliber. In den Seehäfen ist man auch sehr geschäftig. Schiffe mit Munition gehen dieser Tage nach Toulon ab, ohne daß man ihren Bestimmungsort kennt.
Paris, 7. Jan. Die „Epoque" glaubt zu wissen, Lord Stanley habe vergangene Woche eine Depesche an den englischen Gesanbten in Petersburg geschickt, worin er denselben auffordert, mit dem Fürsten Gortschakoff über Die Gerüchte zu sprechen, welche über Die russischen Umtriebe gegen Die Pfortenregie, rnng in den Donaufürstenthümern und auf Kreta in Umlauf sind. Die Depesche spricht den Wunsch aus, es möge der russischen Regierung gelingen, diese Gerüchte ofsiciell zu dementiren.
Paris, 8. Jan. Graf v. d. Goltz . kehrt heute hierher zurück und wird sich in den nächsten Tagen einer Operation durch Herrn Nelaton unterwerfen.
Paris, 8. Jan. Wie sehr der Neujahrsgruß des Kaisers selbst in Frankreich einer zweideutigen Lesung unterliegt, das beweisen uns die verschiedenen Organe der Parteien. Die liberalen Blätter sagen: Der Eindruck könnte ein beruhigender fein, wenn der legitimistisch-clericale Gegenstrom nicht wäre, der nun einmal den Kaiser in kriegerische Bahnen hineindrän- gen will. Sagt Napoleon, bas Kaiserreich ist der Friede, so heißt das auch heute noch, in's Spanische oder Lateinische übersetzt: „Euch alle soll der Teufel holen, sobald die Chaffepots fertig sind!" Mit diesen Auslegern ist nicht zu streiten. Traurig aber bleibt
es, daß der Minister des Innern in seinen Preßbe- Maßregelungen immer weiter schreitet und die Paragraphen des alten Preßgesetzes, dessen Unleidlichfeit schon nun seit bald einem Jahre selbst der Kaiser erkannt hat, noch als Daumschrauben gegen die liberalen Blätter abnutzt. Die Zeitungen sollen bekanntlich nach dem Februar-Decrete keine eigenen Kammerberichte veröffentlichen, sondern nur als Heerde Dein „Moniteur" -Leithammel folgen. Jetzt ließ Pi- nard ein ganzes Dutzend Blätter vor Gericht stellen, sie Bemerkungen über Sitzungen gebracht haben: haben die Debatten beurteilt!" Da man nun gewissenhaft nicht beurteilen kann, ohne etwas den Sitzungen vor dem „Moniteur" Durchschei- zu lassen, so ließ man dergleichen Notizen ungehudelt passiren; das soll jetzt aufhören. Für das neue Preßgesetz ist dies ein schlechtes Augurium. Der Haß des Hofes gegen die liberale Presse ist blind, wie unter der Restauration; man macht sie beim
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Giessen. Das Salzmagazin dahier wird als Rieberlage für die Saline Nauheim fvrtbestehen und - Saline, wie folgt,
Viehsalz ä 200 Psd.
Viehsalz b 100 PsD.
. Viehsalz a 50 PsD.
Giessen. Mit Anfang d. I. sind . . finge aus dem Gebiete Der freien Stadt Franf- furt von Marienschloß nach Dietz transfcrirt worben. Es waren 31; bie weiblichen Sträflinge sinv in Eberbach untergebracht worben. Zur Verpflegung und Detention der Sträflinge hatte Frankfurt bekanntlich mit Hessen-Darmstadt einen Vertrag abgeschlossen , der demnach von Preußen nicht erneuert


