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Berlin, 4 März. Heute überreichten der bri­tische Botschafter Lord Loftus und der dänische Ge- sandte Hr. v. Ouaade dem Könige ihre Beglaube- aunasschreiben beim norddeutschen Bund. Dem Vernehmen nach wird Prinz Adalbert als Vertreter der preußischen Königsfamilie nach München gehen, um der Leichenfeier des Königs Ludwigs I. beizuwohnen.

Berlin, 5. März. Ueber eine kleine Revolution bei' dem preußischen Hofe erfahren wir Nachstehendes auS einem Schreiben derWeser-Ztg." : Unter den mancherlei Fragen, welche in der letzten Zeit die öffentliche Aufmerksamkeit in Anspruch genommen haben, hat sich eine Episode bisher der Oeffentlich- keit entzogen, welche sich als thatsäcbliche Anerken­nung des Präsidiums des Norddeutschen Bundes am preußischen Hofe charakterisiren läßt. Graf Bis­marck hat nämlich, wie es scheint, durch mancherlei Zurücksetzungen gereizt, als Kanzler des Norddeut- i schen Bundes Botschafterrang bei Hofe und somit den Vortritt vor den Mitgliedern der fürstlichen Fa­milien zweiten Ranges in Anspruch genommen und

Frankfurt, 3. März. Prinz Napoleon, der gestern Abend bei dem französischen Generalkonsul Rothan soupirte, hat sich heute Vormittags 9 Uhr mit der Main-Weserbahn nach Kassel begeben, wo er dem Vernehmen nach heute zu bleiben, auch Wu- helmShöhe zu besuchen gedenkt, um dann seine Reise nach Hannover und Berlin fortzusetzen.

Hamburg, 2. März. Die Seit-Ns des Kauz, leramtes des norddeutschen Bundes abgeordnete Eom- mission zur Prüfung der Einrichtungen für das AuS- wanderungswesen unterzog gestern das große AuS- wandererhaus am Theerhofe einer sorgfältigen Zn- spection und sprach sich in jeder Beziehung besnedlgt über -die Einrichtung dieses Unternehmens aus.

Hamburg, 2. März. DasFremdenblatt" meldet: Die Antwort des Senats auf den Antrag der Bürgerschaft, die Revision der Hamburger Ver- fassung betreffend, erkennt die Notwendigkeit dieser Revision in Folge ver Umgestaltung der Bundesver­fassung und des bevorstehenden Abschlusses der Zoll Verhandlungen an. Der Senat ist zur Niedersetzung einer Prüfungscommission bereit, welche aus Vier Senatoren und vier Mitgliedern der Bürgerschaft be- stehen soll. Er weist die Bestrebungen zur Be elti- guna der Deputationswahlen zurück, indem ausschließ, liche direkte Bürgerschaftswahlen dem Hamburgischen Staatsinteresie nicht entsprächen. ..

Camburg, 4 März. DieHamb. Nachrich- .m» L a?/Wien vom 3. d. M,: Der Be uch des Prinzen Napoleon ist auch in Wien angemeldet und wird wahrscheinlich nach seinem Besuche tn Ber- Iin®vtba. Nach einer mit dem Präsidium des uordv. Bundes abgeschlossenen Uebereinkunft geht mit fcem 1. Jan. 1868 die Befugniß zur Anstellung von Telegraphenbeamten von der Herzog!, wtaatsregierung ^Sckwarzburg - Rudolstadt. Unser Land war das glückliche, ras keine Steuern ha le. Die neueste Zeit hat auch dieses Fleckchen deutscher Eide aus seinem paradiesischen Zustande gerissen, und durch eine außerordentliche Grundsteuer sind die guten Ru- dolstädter ebenbürtige Söhne des Vaterlandes ge-

München, 2. März. König Ludwig II. wurde am Samstag von Katarrh mit Lieber überfallen, - o_____ein ent*

verlief unter lebhaftem Fieber. Die vergangene Nach war der Schlaf ununterbrochen. Das Fieber hat sich gemindert. Die Bronchialaffection dauert fort. __ Neueren Nachrichten zufolge soll der König wie-

der vollständig hergestellt sein.

München, 4. März. DieSüddeutsche Presse indem su Mt in Abrede Mt, daß Verhandlungen über die Bildung eines süddeutschen Bundes stattge- funven, meldet, die Zusammenkunft der Minister Schlör und Varnbüler in Augsburg sei bloß durch Eisenbahnangelegenheiten veranlaßt worden. Der König ist von seinem Unwohlsein wieder genesen.

München, 2. März. Eine dem kachollschen Casino nicht ferne stehende Deputation soll an den König entsendet werden, um diesen zu bewegen, daß er die Redaction des officiösen Blattes, derSüd­deutschen Presse", Herrn Fröbel, derfortfahre, das bairische Volk in seiner Mehrheit zu schmähen , ab- nehme und damit einen Journalisten betraue, der mehr im Sinne dieser Mehrheit schreibe.

I Stuttgart, 2. März. Anschließend an die E n führung des preußischen Exercierreglements ist auch der G a r n i s o n s - und F e l d v i e n st unserer Truppen nach preußischem Muster eingerichtet worden, un haben die Wachen und Schildwachen seit dem 1- d. M. diese neue Vorschrift zu beobachten.

Varis, 1. März Morgen beginnt D sterium der auswärtigen Angelegenheiten l

ccr Gaben für das hier zu grundind deu sch spital. Bekanntlich hat sichP^riotisch-n an die Sinke dieses wohlthatig onn nnn

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'en' ,jn Bedeutendes vermehrt werden. Unter diesen'Gaben befinden sich auch einige Geschenke des *1? F7anz°C'°rresP." schreibt aus Paris- Seit der Rückkehr des Baron Budberg scheint m Betreff der orientalischen Angelegenheit eine gewisse Beruh,

Darmstadt, 2. März. Durch Reskripte vom 15 v M. hat Gr. Ministerium der Justiz, im Ein- vernehmen mit Gr. Ministerium des Innern, die I Gerichte angewiesen, zukünftig in allen Fallen von Brandausbrüchen an Gebäuden sofort einzuschreiten und die nöthige Untersuchung einzuleiten, msbeson- dere für Aufnahme de« objektiven Thatbestande« zu sorgen. Fragliche Einrichtung hatte auch tn früherer 3eit bestanden und wurde deren Wiedereiniuhrung hon der großen Mehrzahl der Gerichte au« dem Grunde befürwortet, weil die spätere Einleitung einer gerichtlichen Untersuchung erfahrung-gemäß häufig keinen Erfolg mehr hatte.

Aus Rheinhessen. Da« dahier bekannt ge- wordene Vorhaben des Abgeordneten Wernher von Nierstein, bei dem demnächstigen Wiederzusammentritt der Landstände den Antrag zu stellen, daß die großen und außergewöhnlichen Ausgaben in unserem Kriegs. Departement durch eine Anleihe gedeckt werden moch­ten, hat bei uns allseitig den größten Beifall ge- fanden. E« wäre in der That nicht national, öko­nomisch gehandelt, in dem laufenden Jahr^ welches als ein Jahr der Noth, Theuerung und GcschaftS- losigkeit nickt allein für Oberhessen und Starkenburg, sondern auch für da« fruchtbarere Rheinhessen mit Recht in den Annalen verzeichnet werden wird, den Steuerpflichtigen noch weitere neue drückende Steuern aufzubürden. Die Ständeversammlung ermächtige deßhalb die Großherzogliche Staatsregierung zur alrbaldigkn Aufnahme einer ausreichenden Anleihe und man erhöhe entweder die bereits bestehenden d>- recten Steuern durch einen entsprechenden Zuschlag vom Anfang de« Jahres 1869 an, -der man bringe von diesem Zeitpunkt an das preußische K affen- und Einkommensteuergesetz mit den nothigen Movifieatio- neu und unter Aufhebung der Personalsteuer für das Großherzvgthum Hessen in Anwendung.

Berlin, 2. März. DerBundesrath des deut- scheu Zollvereins" trat heute Mittag un Bundes- kanzleramte zu einer ersten Sitzung zusammen. Rach, dem Graf Bismarck die Mitglieder desselben bewill- kommnet hatte, wurde zunächst von der Versammlung der Legitimationspunkt erledigt, worauf dieselbe sich auf Vorschlag des Bundeskanzlers damit euiverstan- den erklärte, daß provisorisch ein der Ge chafts. vrdnung des norddeutschen Bunde« nachgeblldete Entwurf angenommen und der Legatlonsrath Buch mit ver Führung de« Protokolls betraut werde. Graf Bismarck theilte sodann als BerathungSgegen- stände mit: Ausdehnung des Zollvereins auf Mecklen­burg, Lauenburg und Lübeck; Abgrenzung de« Zv gebiete« gegen Hamburg; Befestigung und Erweite­rung der Vertragsbeziehungen zu Oesterreich: Abän­derung der Zollordnung und des Tarifs; gleichmäßige Befleuerung inländischen Tabacks; Anknüpfung von Unterhandlungen wegen Zollverträgen mit Spanien, Portugal und dem Kirchenstaat; ferner Verwaltungs­

maßregeln. .

Berlin, 3. März. Die Nachricht, daß der preußische General Fließ zum Befehlshaber der wurt- tembergischen Armee designirt sei, wird officiöS ve- me$BcrItn, 4. März. Die preußische Regierung hat sich endlich zu einem entscheidenden Schritt ge­genüber den Hietzinger Umtrieben entschlossen, M« Vermögen de« Königs Georg« mit Beschlag be egt, und gegen Graf Platen die Erhebung der Anklage auf Hochverrath beschlossen.

Wie dieNationalztg." wissen will, hat sich das preußische Ministerium bewogen gefunden, wegen er- ibgerung der Zollparlamentswahlen in Hessen und Württemberg die Session des Reichstags vir des Zollparlaments vorangehen zu lassen und den ersteren auf ten 19. März einzuberufen.

Prinz Napoleon wird heute in Berlin eintreffen, dort im Hotel Royal wohnen und sich zehn Tage daselbst aushalten. Ueber den Zweck der Reift herrscht, einige müßige Konjunkturen abgerechne, tiefes Schweigen, das einfach daher kommt, weil überhaupt zur Zeit nichts darüber zu sagen ist. Vie - leicht wundert sich der Reisende selbst über das Auf­sehen, da« man seinetwegen macht, da er roch nach Ansicht derKöln. Ztg." keinerleiAuftrage für Berlin" habe. In den Kreisen der Berliner Di­plomatie findet ebenfalls die Annahme, daß der Prinz mit einer politischen Mission beauftragt fei, vor der Hand wenig Glauben, sondern vorläufig glaubt man dort, daß er sich mehr um Privatzwecke handeln dürfte.

Berlin. Vom Auslandk haben wir heute nur Friedliches zu berichten, denn nach der in der gestri­gen Sitzung des französischen gesetzgebenden Körpers geäußerten Ansicht des Minister Rouher sind "die Beziehungen Frankreich« zu den auswärtigen Mach- | ten ausgezeichnete; die Wolken, welche sich zu zeigen schienen, und verschiedene beunruhigende Gerüchte verursachten, sind vollständig verschwunden.'

Berlin. Der Bundksrath des deutschen Zollvereins erledigte in seiner Sitzung vom 2. d , nach Mittdeilnng der Gegenstände der Berathung, den Legitimationspunkt und erkarte sich auf den Vor­schlag des Präsidenten damit einverstanden, daß pro­visorisch ein der Geschäftsordnung de« norddeutschen Bunkesiaths nachgebildeter Entwurf angenommen und der Legationsrath Bucher mit der Führung des Pro­tokolls betraut werde.

I Die zweite Sitzung sand gestern Mittag um 1 Uhr statt und wurden darin folgende Ausschüsse gewahl .

1) für Zoll und Steuerwesen; 2) W Handel und Verkehr; 3) für Rechnungswesen; 4) für EiMsts- ortnung. Die süddeutschen Staaten sind in famnit- lich.n Ausschüssen vertreten. Mehrere Vorlagen de« teWÄ I M MU 1U erwarten hat, bemerkt dieRat. Jig- -V5 5UU. . . J ,,r r. TM» «»rnannene Nackt

Leint, daß, um scharfe Couflikte zu vermeiden, nicht ' sofort auf eine durchgreifende Reform des iwb» eingegangen werden soll; dagegen wurde eine um- fassenden Revision der Zollordnung bcvorstehen.

Wiesbaden, 2. März. Heute trafen 20 Mann der Großherzoglich Hessischen Division, 1 Feldwebel und 19 Untermiete, zur Erlernung des preußi ch n Munitions-Colounen-Systems hier ein. Dieselben werden voraussichtlich einen Monat in Wiesbaden bleiben und sind für diese Zeit der hiesigen Artillerie

»«bi« ->n fflugSatt in zahlreichen Exemplaren verbreitet ckvor- S über welches viel geredet wird. Wie es scheint, hat'dasselbe in der ganzen Provinz Hessen Verbrei- tun« gesunden. Die heutigeWeserztg." bringt Darüber folgenden von hier, 28. Februar, Satir en Artikel:Man schreibt mir soeben aus Marburg Folgendes:Seit gestern ist hier vorzugsweise Ge- aenstand d-r politischen Unterhaltung ein Flugblatt, Elches mit rem Stempel einer Berliner Buchhandlung, natürlicher Weise betrügerisch, versehen, verschiedenen Personen, darunter auch dem Senior eines Studen- tencorps, durch die Post zugeschlckt worden ist, und | in dem die Hessen zu einem Ausstand gegen ras neue Gouvernement aufgesordert werden. Ueber | nia und den Grafen Bismarck werden die ehrenruh rigsten Dinge gesagt, dagegen der Exkur,urst hcraus- aestricken. Er habe Alles geopfert, um nicht den Küßen zu Willen zu sein, die Angebote, die man ihm gemacht, z. B. die Herrschaft über em nicht üäher^ bezeichnetes Land, habe er von sich gewiesen. Dagegen habe Preußen an Frankreich die Rbempio- »iui abzutreten versprochen, aber das Versprechen nicht gehalten. Der Krieg mit dieser Macht sehe Preußen bevor, darum solle man sich bereit halten u. f. w. Die hierher gekommenen Proklamationen sind gewiß nur teilweise an die Staatsproeuratur abgeliefert worden. Auch nach Frankenberg u. A. sollen gleichlautende Schriftstücke versendet und von dort hierher an die Staatsprokuratur übergeben fein.