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Arbeitsversteigerung zu Eberstadt.

26) Montag den 6. Januar 1868, Mittags 12 Uhr, sollen auf hiesiger Bürgermeisterei nach- stehendeBanarbeiten mittelst öffentlicher Ver­steigerung in Skcorb gegeben werden.

I. An den Schulgebäuden: Maurerarbeit, veranschl. zu 14 st. 33 fr-,

Schreinerarbeit, 113 53

Weißbinderarbeit, 24 18

Schmiedarbeit, 8

II. An dem Backhause: Maurerarbeit mit Material­

lieferung, oeranschl. zu - . - 64 st. 36 fr-, III. Unterhaltung der Ortsstraßen und Wege:

Pflasterarbcit mit Material­

lieferung, veranschl. zu . . 202 fl. 22 fr., Steinbrechen, Fahren Auf­

setzen und L-tcinschlagen, veranschl. zu......... 82

Eberftadt, den 30. December 1867. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Eberstadt.

I- A-:

K- Schön, Bczirksbauaufscher-

7) Montag den 6. Januar 1868, Abends 6 Uhr,

werden im Locale des Herrn Herbert die dem Verein im nächsten Jahre zufallenden Häute an den Meistbietenden versteigert.

Die Rechnung pro 1867 liegt zur Einsicht der Interessenten 14 Tage bei Unterzeich­netem offen- Wortmann.

Feilgebotenes.

9) Schlittschuhe in allen Sorten em­pfiehlt__________________Emil Pi stör-

8) Geschäftsbücher

jeder Art, aus der Fabrik von König und Eb Hardt in Hannover, empfiehlt ____________________Ph. Ludeking.

Harzer Kanarienvögel.

37) Ausgezeichnete Hohlroller, Doppel­glucker und Rachtigallenschlüger, welche an Gesang das Höchstmögliche leisten und der Nachtigall nur wenig nachgeben, werden abgegeben im Hause des Herrn Joh- Mig­non vor dem Langgasser Thore zu Wetzlar.

10) Kunsthefe

mit ausgezeichneter Triebkraft, nach den neue­sten Erfahrungen bereitet, täglich frisch, für deren Güte ich garantire.

Wiederverkäufer erhalten Rabatt.

Pitthan, im Adler.

Bermiethungen.

33) Eine Familienwohnung, bestehend aus 3 Zimmern nebst Zubehör, ist zu ver- micthen und am 1. Februar zu beziehen. ________________Jean Leierzapf.

36) Ein Familienlogis ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei

___________Fr. Fürst, in der Neustadt.

11) Das von Frau Salinen-Jnspcctor Tasche seither bewohnte Logis im Strack'- schen Hause in der Neustadt, aus 6 Stuben bestehend, ist zu vermiethen und kann als- bald bezogen werden._____________________

19) Ein kleines Familienlogis ist zu ver- miethen bei______Alexand er Mayer.

27) Ein möblirtes Zimmer ist zu ver- miethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts.

32) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet auf dem Brand ist zu vermiethen und so­gleich zu beziehen. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts.____________________________

23) Eine kleine, stille Familie findet ein freundliches, sogleich beziehbares Logis. Näheres bei der Exped. d. Bltts.__________

24) Ein sehr schön möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Neuenweg Lit- B. Nr. 134.

20) Ein freundliches, möblirtes Zimmer mit Cabinet in einer Gartenwohnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Nähe- res bei der Exped. d- Bltts-________________

22) Ein kleines möblirtes Zimmer ist zu vermiethen Neuenweg Lit. B- Nr. 194.

Vermischte Anzeigen.

30) Ein hiesiges Fabrikgeschäst sucht einen jungen Mann in die Lehre. Näheres bei der Exped- d. Bltts.____________________

18) Den gehrten Damen die ergebenste Anzeige, daß ich gesonnen bin, in den ersten Tagen nach Neujahr einen weiteren Cursus im Anfertigen von Damenkleidern zu geben; auch nehme ich^Privatstunde an.

_______ C- Schneid er, Sonnenstraße.

17) Es wird ein braves Mädchen in einen Laufdienst gesucht. Näheres bei der Exped- d. Bltts.____________________________

29) Eine ordentliche Frau wird für einige Stunden des Tages als Aufwärterin ge­sucht. Zu erfragen bei der Exped- d- Bltts.

28) Ein Zapfjunge wird gesucht im Darmstädter Haus.

Allgemeine Renten-Anstalt zu Stuttgart.

31) Nachdem die Ludwigs- und^Louisenstiftung zu Darmstadt vertragsweise auf die Allgemeine Renten - Anstalt zu Stuttgart übergegangen ist, bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß die pensionsbcrechtigten Mitglieder das vierte Quartal ihrer Pensionen für das Jahr 1867, vom 1- bis zum 15. Januar 1868, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, auf meinem Büreau im Hintcrhause des Verwalters Peppler in Empfang nehmen können.

Zu' gleicher Zeit können auch die Prämien der Pensionsversicherungen an mich eingezahlt werden. Der Hauptagent für die Provinz Oberhessen:

F. Kraft,

Hofgerichts - Advokat.

SÄT Die billigste politische Zeitllllg

ist bekanntlich die in Marburg 6 Mal wöchentlich erscheinende

Obevhessische Zeitung.

Mit dem 1. Januar d. I. beginnt ein neues Abonnement auf dieselbe.

Wir find durch geeignete Beziehungen in den Stand gesetzt, in Telegrammen und in unserer politischen Uebersicht die neuesten Nachrichten stets so rasch, wie die auswärtigen größeren Blätter zu bringen. -Dieselben werden so vollständig wie möglich gegeben. Ebenso werden wir fortfahren, in Leitartikeln wichtigere Ereignisse und die Zustände unseres Vaterlandes zu hcsprechen, sowie den Wünschen und Bedürfnissen der Bevölkerung in freimüthiger, doch ruhiger und gemäßigter Sprache Ausdruck zu leihen.

Den besonderen Vorkommnissen und der gewerblichen Entwickelung unserer Stadt und Provinz gedenken wir auch ferner sorgsame Aufmerksamkeit zu schenken und die Wünsche nach Unterhaltendem, soweit der Raum es gestattet, zu erfüllen suchen.

Der Abonnementspreis ist (einschließlich des Zeitungsstempels) für das Viertel­jahr 18 Sgr-, (auswärts mit Postaufschlag 21 Sgr. 9 Hlr.).

Wir ersuchen um gefällige rechtzeitige Erneuerung des Abonnements bei den betreffenden Postanftalten..Die Expedition.

:<8

8 35) Dem Fräulein L . M . . . A zu seinem heutigen Wiegenfeste ein drei- ** fach donnerndes Hoch, daß die ganze >>8

8 Neustadt wackelt! §

£ Einige stille Verehrer.

16) Der Unterricht an meiner Knaben­lehranstalt beginnt wieder Montag den 6. Januar.__________Dr. Landmann.

21) Altes Zeitungspapier in großen und kleinen Partieen kauft

I. Rothenberger, Lindenplatz.

15) Der Unterzeichnete beabsichtigt, mit dem 6. Januar einen Cursus im Schön­schreiben für junge Leute zu eröffnen. An­meldungen werden von heute an entgegen­genommen bei Schmidt, Lehrer, _____________________ Weidengasse.

13) Nr. 320 hat den Teppich gewonnen. __________________Rühl, Polizeidiener.

14) Im Flöten-, Zither- und Violin- spielen ertheilt gründlichen Unterricht _____________G. Richter, Wolkengasse.

12) Nr. 1 hat das Chatullchen gewonnen. Schmidt, Polizeidiener.

An Stelle der Neujahrsgratulationen haben die Kleinkinderschule weiter mit Ga- hen bedacht:

1. Professor Dr. Phöbus,

2. Postsecretär Maurer,

3. Professor Dr. Hesse,

4. Superintendent Dr. Simon,

5. Professor Dr. Köllner,

6. Tabaksfabrikant Schirmer,

7. Fabrikant Haustein,

8. Pfarrer Dr. Seel,

9. Gasfabrikant Heß,

10. G. Wortmann,

11. Canzler Geheimerath Dr. Birnbaum,

12. Justizrath Balser,

13, Hofgerichts - Präsident Dr. Buff,

14. Major Anschütz,

15. Provinzial-Director Dr. Goldmann,

16. Rentamtmann Lyncker,

17. Stadtger.-Assessor Dr von Schmal- kalder,

18. Geheimer Justizrath Dr. Waffersch- leben,

19. Major von Hombergk,

20. Dr. Schaum,

21. Geheimer Hofger.-Rath Wortmann,

22. Buchhändler Ricker.

23. Landgerichts-Assessor Bramm.

Feuilleton.

Vetter und Base.

Eine Familiengeschichte.

L

Vor dem Lanvhause des Fabrikanten Balder war an einem trüben Spätherbst-Nachmittage ein geschäftiges Treiben zu sehen. Ein Tapezier mit mehren Arbeitern war daran, die Vortreppe des Hauses mit einem Zelte zu überdachen und die Treppenstufen mit weichen Teppichen zu belegen. Der Gärt­ner des Herrn Balder aber stellte seine hohen Camellien-, Rhododendren- und Azaleen-Pflanzen, welche einen wunderschönen Reichthum von Blüthenknospen angesetzt halten, starr in Reihe und Glied längs der Fronte des Hauses auf, um die kahlen Wände des Sockels und des Erdgeschosses zu maskiren, und zog die Stirne finster und kraus, wenn er sah, wie gleichgültig und unsanft die sorglich gehegten und gepflegten Schätze seines Gewächshauses hier von den Arbeitsleuten behandelt wurden, welche Hunderte von extemporirten Gaslämpchen und Flämmchm dazwischen anbrachten.

Wollt ihr wohl Sorge tragen, daß ihr mir keine Zweigspitze und keine Knospe abbrecht, ihr Schlingel!" rief er.Das dumme Volk weiß freilich nicht, was für eine Mühe es macht, solch eine Camellienpflanze heranzuzichen und recht schön bestockt und von Blüthenknospen schwer zu machen! Aber diese meine Preispflanzen in einer Oktobernacht hier in's Freie stellen zu lassen, wo sie jeder Unbill der Witterung ausgesetzt find, das kann meiner Treu auch nur solch einer hochmüthigen eigensinnigen Person einfallen, wie unsere Madame ist! . . . Ja, wenn'S meinethalben noch in der Hausflur und auf den Treppen wäre!" setzte er sein mürrisches Selbstgespräch fort,da hätte es am Enoe noch einen Sinn, Camellien zur Decoration zu verwenden! Aber in einer Oktober­nacht hier im Freien! Na, dieser Uebermuth und diese Ueppigkeit kennen keine Grenzen! Wenn es da nur nicht wahr wird, 'Hochmuth kommt vor dem Fall'! Tausendelement! Kerl, was hast Du mir gemacht? Nun ist die ganze herr­liche Pflanze zu Schanden, und es war eine meiner schönsten, mein einziger Prinze of Wales !

Das Unglück war schon geschehen, und vergebens schleuderte der Gärtner wuthentbrannt die Scherben des Topfes hinter dem Zimmergesellen her, der die Pflanze mit einer Bohle umgerannt und ihre ganze Krone zerrissen, dann aber sich eilends Davon gemacht hatte. Dem Gärtner blieb nichts übrig, als die verstümmelte Pflanze in die eine Hanv zu nehmen und mit der andern die Scherben aufzulrscn, die den sorglich geebneten Kiesweg verunzierten. Aber dem Manne standen Thronen des Aergers in den Augen

Guten Tag, Zirkler!" rief jetzt ein dicker Herr von behäbigem Aussehen über den niedrigen Eisenzaun herüber, welcher den Garten vor dem Hause von der Straße trennte.Ihr habt wohl viele von euren immergrünen Kalthaus­pflanzen übrig, daß Ihr sie zur Decoration des Gartens verwendet? Wie?"

Schön'n guten Abend, Herr Schwend," versetzte der Gärtner mit einem mürrischen Gruß.Sie dürfen mir glauben, daß ich's nicht gern that; aber wer kann mit den Frauensleuten rechten? Die Madame hat es einmal

verlangt, und ich wehrte mich vergebens mit Händen und Füßen, am Ende mußt' ich doch nachgeben, denn sie brachte mir's schriftlich vom Herrn!"

Das glaub' ich!" lachte Herr Schwend,Was würde der alte Gottfried Balder nicht unterschreiben, nur um seinen unersättlichen Hausdrachen zufrieden zu stellen! Na, und von den CamMen versteht er nichts sind ja keine Callicos und Twiste! Aber schade, ewig schade um die herrlichen Pflanzen! Wenn cs nur heute Nacht nicht hell wird und keine Reifen gibt, sonst ist all' Eure Mühe vor die Hunde gegangen, Zirkler! Seht, Alter! das habt ihr davon, daß Ihr hier geblieben seid, allen meinen Anerbietungen zum Trotze! Ich wüßte Eure Kunst besser zu würdigen."

Was nicht ist, kann ja noch werden, Herr Schwend!" erwiederte der Gärtner.Ich hab'tz jetzt selber satt in diesem Dienste, und zu Ostern geh' ich. Der Uebermuth wird mir hier nachgerade zu groß, und mir schwant: es kann nicht so fortgehen. Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht, und unser Herrgott läßt keine Bäume in den Himmel hinein wachsen!"

Gewiß nicht, Zirkler. Aber was für ein Fest wird denn heute gefeiert, daß ihr euch hier so gar entsetzlich anstrengt?"

Bah, das werden Sie wohl so gut wissen als ich, Herr Schwend. Die ganze Stadt schwatzt ja von dem Ball; an die zweihundert Gäste seien geladen, hör' ick. Die Madame soll geäußert haben, sie lasse sich'- tausend Thaler mehr kosten als sonst, aber noch in Jahren müsse von dem Balle geredet werden, den sie ihrem Neffen Robert dem Holländer Neffen, wissen Sie zu Ehren gebe."

Herr Schwend schüttelte den Kopf mißbilligend und sagte:Aha! dahinter steckt was; aber wenn der alte Lukas Balder das wüßte, des Roberts Vater, so würde er Die Nase nicht wenig rümpfen über eine solche tolle Verschwelt- düng; was meinst Du, Klobe?" «

Tausend Thaler mehr?" wiederholte das kleine hagere Männchen, welches mit dem dicken Fabrikherrn Schwend gekommen war.Das sinv ja just Die Zeiten zu solcher Geldvergeudung, und der alte Balder hat die Tausende wohl so überflüssig, sollt' ich meinen. Man munkelt so allerlei, und die Frankfurter Bankiers könnten manches Liedchen pfeifen, das hier nicht von den Dächern ge- suugen werden dürfte . . . ."

Na, und auch nicht hier auf der Straße vor Balder's Haus und Leuten, alter Junge!" fiel Schwend seinem Begleiter tadelnd in's Wort. Was geht es uns an, wie er's treibt! Jeder trägt ja seine eigene Haut zu Markte, und obschon ich nicht des alten Gottfrieds Freund bin, so dauert mich der arme Kerl doch, daß er Jahr aus Jahr ein nur sich placken und hasten und sorgen muß, um das schöne Geld aufzutreiben, das seine Weibsleute mit vollen Händen aus dem Fenster werfen!"

Das geschieht ihm ganz recht wird's noch büßen müssen, der Schwach­kopf!" sagte Klobe schadenfroh.Solch' ein Narr sein! sich solch ein Weib Über dm Kopf wachsen lassen! Wie sie sich bläht und spreizt, als ob nicht jedes Kind wüßte, daß sie seiner Zeit nur Plätterin gewesen ist, die hochfeine elegante Frau Kommerzimräthin Balder!"