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für die

Stadt und den Kreis Gießen.

«rsch->nt wöchentlich zwei Mal: MittwüchS^d Samstags. - Preis bcS Jahrgang» für Äinheimifch« 1 fl. 42 ft., für Auswärtige incl. ort vorschNflS. mügigen Postaufschlags 1 fl. 42 fr. Auswärts adonnirt men stch be» allen Psstämtern. In Meßen bei der Krdcdition liiauzleiberg Lit. B. Nr. 1).

Jti 38. Samstag den 13 Mai 18fi5»

Amtlicher T h e i l.

pf, Bei --

i6 ic, Giestrn, den 9. Mai 1865.

Betreffend: Den Hausirhandcl unv die hausirend betriebenen Gewerbe, insbesondere

DvkM die Ausführung ter Verordnung vom 6. November 1846.

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Das

G r o ff h e r j o g l i ch e K r e i s a m t Gitffcn

an

die Großherzoglichen Bürgermcistercicn des Kreises.

Die Wahrnehmung, daß der Hausirhandcl nicht selten immer noch »um Deckmantel einer verbrecherischen, unsittlichen und bettelnden Lebensweise getrieben wird, veranlaßt uns, Ihnen die genaueste Befolgung der Vorschriften der Verordnung vom 6. No» dember 1846 anzuernpsehlen. Hiernach soll nur Derjenige die Erlaubniß »um Hausirhandcl erhalten, der einen guten Ruf besitzt, auch im Besitze der Mittel ist, um sich auf rechtliche Weise die Maaren oder Materialien, womit er hausiren oder em hausirend zu betreibendes Gewerbe ausüben will, verschaffen zu können und in irgend einer Gemeinde einen festen Wohnsitz bat. Wer dem­nach keinen festen Wohnsitz hat, sondern unstät im Land umherzieht und wer in wilder Ehe lebt, kann kein Hausirpatent erhalten. ,Jn den an uns Behufs Erwirkung eines Hausir-PatenteS zu erstattenden Berichten haben toie daher genau anzugcben, wie sich der .löillstcller seither betragen hat, ob er bemittelt unv noch nicht bestraft ist und ob er nicht im Coneubinat gelebt hat.

Wenn sich Hausiehändler in Gemäßheit des §. 10 der oben angezogenen Verordnung bei Ihnen anmetden, welche in wilder Ehe leben, ober wenn dergleichen in Ihren Gemeinden aufg griffen werden, so werden Sie uns solche mit «icherheitswache verführen lasten, weichen wir dann dcn Aufenthalt im dicssettigen Kreise verbieten werden.

Auch die Großherzogliche Gendarmerie des Kreis-s wird hiermit zur strengsten Aufsicht in der fraglichen Hinsicht aufgefordert. In Verhinderung des KreiSrathS:

Pietsch, RegicrungS - Rath.

Steckbrief.

Johannes Pitz aus K'einseelheim: Alter 47 Jahre, Größe 5 Fuß 6 Zoll, Haare dunkelblond, Stirn mittel, Augenbrauen blond, Augen braun, Nase spitz, Mund gewöhnlich, Zähne gut, Bait blond, K nn und Gesicht oval, Gesichtsfarbe bleich, Statur schlank.

Ursache der Verfolgung: Entfernung aus der Heimath ohne Paß und Reisemittel, sowie Gefährdung fremden Eigen» thums durch den mehrfach wegen Betrugs und Diebstahls Bestraften.

Kirchhain, am 6. Mai 1865. Kurfürstliches Landrathsamt.

Rohde.

Steckbrief.

Heinrich Hedderich aus Halsvorf: Alter 23 Jahre, Gtöße 5 Fuß 2 Zoll, Haare braun, Stirn rund, Augenbrauen braun, Augen braun, Nase und Mund proportionirt, Zäbne gut, Kinn unv Gesicht länglich, Farbe gesunv, Statur mittel.

Ursache Cer Verfolgung: Wurde wegen virbotencr Rückkehr nach Frankfurt anher geschoben und hat ter Weisung, sich in die Heimath zu begeben, keine Folge geleistet.

Kirchhain, am 9. Mai 1865. Kurfürstliches Lanvrathsamt.

Rohde.