illulili- und Verschönerungs - Verein,
2704) Es ist jetzt mit ziemlicher Gewißheit anzunehmen, daß lie neue Musik.Capelle in's Leben tritt. Wir begrüßen die. selbe mit Freude. Das Publikum sieht recht wohl ein, daß es eben nicht thunlech ist, hingeleierte Musik gar nicht, oder einen Komplex falscher Töne mit falschem Gelde zu honoriren, unv daß es sich bei einem kleinen alljährlichen Zuschüsse für unsere jetzige gar nicht unbedeutende musikalische Wein- und Biersteuer auch einen wirklichen musikalischen Genuß verschaffen wird. — Es liegt somit im Interesse eines Jeden, nach Kräften beizusteuern.
Es war in diesem Blatte die Rede, statt des Musik- einen Verschönerungs-Verein in's Leben zu rufen. Gießen liefert für einen solchen ein dankbares Feld.
Was zuerst das Aeußere unserer Häuser anbelangt, so kann in der That unsere Stadt andern als Muster dienen. Der Ver- schönerungs-Verein beginne dcßhalb seine Thätigkcit zwischen een Häusern.
Dort in der Höhe bangt die Freiheit! Die Unmasse uralter Dzierzon's sehen mit ihrem halbblinden Auge gar traurig d'rein. Diese in recht niedliche Miniatur. Schweizerhäuschen umzuwandeln und somit in der Stadt eine große Anzahl anmuthiger Durch-, sichtspartieen zu schaffen, wäre eine recht dankbare idillische Aufgabe.
Zweckmäßiger dürfte übrigens doch aus polizeilichen Gründen die Form des veredelten Wachtel-Käfigs mit dichtem Drahtgitter . bis zur Erve fein, um tobsüchtige Zeitungsartikel oder dergleichen geheime Actenstürkchen nicht in's Publikum gelangen zu lassen. Die betreffende oberirdische Canalisirung in spec. in den Reuenbäuen ist schön und zweckmäßig, denn nach einem Gewitterregen sieht sofort jeder Laie, wo's etwa fehlt. —
Durch ein zweites Werk könnte der Verschönerungs-Verein sich selbst und der Stadt ein bleibendes Denkmal und obendrein dieser Ruhm und großen Verdienst schaffen; nämlich durch eine solide Fassung unserer kothsauren Schwefelquelle am Stammler - Schüler'schen Ecke des Neuenwegs, etwa in Form eines erhabenen Monuments a la J. M. Farina mit einer oben offenen Gase ausströmenden Urne. Diese haben in den letzten Jahren an Jntensioität ^genommen ; auch ist nach allem Voraus- gegangenen nie und nimmer zu erwarten, daß dieser ausgezeichneten Quelle jemals durch Movernisirung wie in andern Städten Abbruch geschieht. Vorübergehende und Kranke könnten dann diese Herzstärkung in concentrirtester Weise einathmen. Eine derartige Quelle ist bis jetzt in wissenschaftlichen Babebüchern unbekannt, da aber seither ihre Wirkung auf die Gesundheit total au^et Acht gelassen, so ist durch ihre Fassung und ausgedehnte Benutzung dem Schaven für die Stadt wieder beizukommen. Denn das Neue zieht an, und wir sehen schon im Geiste die Engländer die benachbarten Spielbäver verlassen, und sich an unserer Urne den nächsten Platz erboxen, um hier Spleen, Pienz und Stockschnupfen für immer zu heilen. —
Das Plätzchen für Pas Denkmal mit einigen Ruhebänken in nächster Nähe wird die Stadt gratis geben, dafür ziere dasselbe dar Gießener Stadtwappen mit der goldenen Devise: Der Stabt Gi-ßcn ber
Verschönerungs - Verein.
K.
Gabelsberger Slenographen-Verein.
2730) Das auf heute, Samstag den 12. August, bestimmte Stiftungsfest des Vereins findet nicht statt und wird dessen Abhaltung bis auf Weiteres aufgeschoben.
. Der V-o r st a n d.
Arveiterbildungs -herein.
2719) Unter Hinweisung aus §. 25 der Statuten findet Vie
Monatliche Hauptversammlung Montag den 14. August, Abends 8 Uhr, im Promenadehaus statt.
Der Vorstand.
2709) Einen Lehrling sucht L. Frohnhäuser.
1222) Unterzeichneter empfiehlt seine auf dem Römerberg Rr. 12, neben ter Nicolaikircbe zu Frankfurt a. M. gelegene
Restauration
zum Schwarzen Stern in guten und billigen Speisen, kalten und warmen Getränken.
C. Falbeck,
Frankfurt a. M., Römerberg Nr. 12.
Zugelaufen: ein schwarzer Däcksel mit weißer Brust dem Johannes Ulm in Allendorf a. d. Lahn.
Die tjduptiujcntur einer Lebensversicherung für Gießen und Bezirk ist zu vergeben. Reflec- tanten belieben ihre Adresse sub R. R. Nr. 182 im Hotel zum Einhorn ab- zugeben. (2724)
Frischdäcker zu Gießen.
Sonntag den 13. August. Karl Steinberger in der Löwengaffe. Jacob Ronstadt in der Neustadt. Ernst Wallenfels in der Wallthorstraße.
Kirchliche Anzeigen.
Evangelische Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
Am 13. August.
Morgens: Pfarrer Dr. Seel (Antrittspredigt).
Nachmittags: Eand. Hardt von Grvßen-Llnden. Universitäts-Gottesdienst.
Um 11 Uhr: Professor Dr. Hesse.
Kopulirte.
Den 10. August, Dr. Joseph Karl Weber, practischer Arzt in Mainz, des Advocat-AnwaltS in Alzep, Joseph Ferdinand Weber, ehelicher Sohn; und Christine Auguste Friederike Frech, des Bürgers und Kaufmanns, Christian Karl Frech, eheliche Tochter.
Getaufte.
Den 5. August. Ein unehelicher Sohn von hier, Georg Karl, geboren den 13. Juli.
Den 6. Augu st. Dem Ortsbürger in Wieseck und Fabrikarbeiter dahier, Johannes Kreiling, eine Tochter, Dorothea Karoline, geboren den 20. Juli.
Denselben. Dem Ortsbürger in Climbach und Schmied in der mechanischen Werkstätte der Main-Weser-Bahn dahier, Balthasar Weller, eine ZwitlingStochter, Elisabeth Margaretha Philippine Henriette, geboren den 24. Juli.
Denselben. Dem Bürger und Hutmacher, Emil Gail, eine Tochter, Emilie Luise Karoline Johanna Christine Marie Elisabeth, geboren den 20. Juli.
Denselben. Dem Bürger und Fuhrmann, Maximilian Henkel, ein Sohn, Maximilian Karl Jacob Heinrich Adam, geboren den 10 Juli.
Denselben. Dem Burger in Frankfurt a. M. und Kaulmann in New - Jork, Johann Georg Kuchler, eine Tochter, Rosa Christiane Nanny Elisabeth, geboren den 1. Juli.
Den 7. August. Dem Bürger und Küfermeister, Karl Christian gj.il, ein Sohn, Ernst Karl Emil, geboren den 15. Juii.
Beerdigte.
Den 5. August. Bertha Müller, des evangelischen Lehrers an ter Stadtmädchenschule, Johann Georg Müller, eheliche Tochter, alt 5 T., gestorben den 3. August.
Denselben. Auguste Adolfine Henriette Fortunata Friederike Langsdorf, des Bürgers und Metzgermeisters, Johann Joseph Langsdorf, eheliche Tochter, alt 14 T., gestorben den 3. August.
Den 6. August. Johann Karl Hermann Wei- dig, des Burgers und Kaufmanns, Heinrich Wei- dig, ehelicher Sohn, alt 5 M. 21 T., gestorben den 4. August.
Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Dr. Seel.
Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.


