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men, Franziska ist heule gerade abwesend und wir können ganz gemüthllch über meinen Vorschlag reden."
„Meine beste Pathin," erwiederle Emil, „ich verkenne Ihre vor- lrefflichen Ahsichten durchaus nicht, aber — —
„Nun ein Aber hätte ich nicht erwartet," unterbrach ihn Frau von Rosen ernst.
„Horen Sie mich ganz," fuhr Almer fort. „Alles was ich zu sagen habe, läßt sich in die wenigen Worte fassen: Ich liebe eine Andere."
„Lieber Emil," entgegnete seine Pathin sanft, „über die Jugend- thorheiten solltest Du doch jetzt wohl hinweg sei». Ich habe Franziska lieb und Dich ebenfalls; ich wollte euch Beide glücklich mache» und Du widerstrebst?"
„Nennen Sie das Glück, wenn zwei Herzen, Die sich nie verstehen, zusammengeschmiedet werden? Kann on ein Glück entsprießen, wo um Geld die edelsten Gefühle niedergetreten werven müssen, wo auf den Ruinen wahrer Liebe vie Ehe ihren Altar errichtet? O nein, fragen Sie Ihr Herz, Sie sind eine Frau, und Ihr Geschlecht soll ja noch zarter fühlen, als ras unsrige." rief Emil bewegt.
„Hüte Dich vor dieser falschen Sentimentalität! Du verlierst Den Erdboden unter Deinen Füßen. Hak Dir Dein Vater nicht auch die praktische Seite meines Vorschlages gezeigt? Ich kenne ihn doch sonst als einen ruhigen, verständigen Mann," lautete Die j Antwort.
„Ja, er hat sie mir gezeigt," sagte Emil bitter, „und wäre es nicht, wie es ist, wahrhaftig, Sie hätten mich heute nicht zu sehen bekomnien."
„Emil!" rief Frau von Rosen vorwurfsvoll.
„O, daß mir Das Glück eben so wenig wie meinem Vater lächeln will," setzte er halb im Selbstgespräche hinzu, „daß mein Herz verschachert werden muß!"
„Die Rede könnte mich beleidigen," entgegnete feine Pathin ruhig, „doch erinnere ich mich aus meiner eigenen Jugend, wie ungerecht man gegen die ist, welche unser Bestes wollen, wenn sie einen andern Weg einschlagen, als wir für gut halten. Du sollst 1 Franziska sehen —"
„Und wäre.sie ein Engel," fiel er ein--
„Der ist sie wirklich!"
„Mir gleichviel! Das Bild Das ich im Herzen trage, kann sie nicht verDrüngen "
„Ich will nicht bart gegen Dich sein," sagte Die alte Dame gutmüthig, „verstehe meine Absichten nicht falsch. Soll ich aber Deinen Ansichten nachgeben, so muß ich Deine Herzensangelegenheit auch mit Deinen Augen betrachten: erzähle mit Deine Liebesgeschichte."
(Schluß folgt.)
Was giebt es Vkerres '<
— Vor Kurzem wurde in Mainz ein Gauner mit Leünruthen gefangen. Ein Industrie - Ritter wurve nämlich in Der Domkirche in Dem Momente ertappt, als er aus einem Der Dortigen Opfer- kasten mit langen, mit Vo.elleim bestrichenen Fischbeinen durch die trichterförmige Oeffnung Geld entwenden wollte. Dieser saubere Herr scheint dieses Geschäft schon längere Zeit gewerbsmäßig zu betreiben, indem sich unter Dem Futter seiner Mütze noch ein Vorrath Leim- ruthen vorfand.
— Einem Schreiben aus Weimar zufolge hat die Kaiserin der Franzosen zum Neubau einer katholischen Kirche in Weimar eine bedeutende Summe bestimmt. Verschiedene kostbare Kirchen-Paramente sollen von derselben frommen Geberin bereits angekommen fein.
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legen, auf das Sprüchwork: „WaS man nicht weiß, Macht einem nicht heiß", Die Gesellschaft ist indeß heiß geworden, darauf ist man nicht wenig gespannt.
— Die franz. Akademie der schönen Künste Hal zu correfponoirey Den Mitgliedern ernannt: den Architekten Zanth in Stuttgart, dey
— Vor einigen Tagen kam auS Amerika an unbemittelte Leu! in einem MoseistäDtchen von einem Verwanvteii ein Brief mit 5f Dollars in einer Note an. Zur Umwechselung wurde dieser Scheit an ein Coblenzer Handlungshaus gesandt, wo sich leider Herausstelld Daß Die Note einer amerikanischen wohl in Form, Druck und Papit ähnlich war, jedoch eine einfache Empsehlungskarte eines Seifen Fabrikanten in Neu-York ist, welcher Die Aufschrift Der Notei genau nachmachte, nur mit Dem Unterschiede, daß Die Worte rot folgt lauteten: „Diese Seife, mit einer Bürste gerieben, macht al Arten von Flecken zuverlässig aus."
worden.
— Ein Gerücht: Der Fürst von Serbien habe Der Türkei Dt Krieg erklärt und er wolle mit Den Russe» gemeinsame Sau mache», wirD vielsach b e sproche» uud auch wider sprechen.
— Eine andere, bester verbürgte Nachricht spricht von einer bi deutenden Schlacht bei Sallscha, welche General Fischbach den Türke geliefert, um sie von Kaiafat über die Donau zurückzuwerfen. Do behaupteten sich Die Türken und Die Russen hatten großen Berich
Eine telegr. Depesche meldet: London 20. Dec. Die v« einigte Flotte ist nun in das schwarze Meer eingelaufen um je Angriff auf türkische Häfen abzuweifen.________
U1U ...........—t: Den Architekten Zanth in Stuttgart, oei .
Kupferstecher Feising tn Darmstadt und den AlterthumsforW. unfe 3 Pitaeei in Athen. Zum ständigen ©ecretär der Akademie D | unfc
Wissenschaften ist, an Aragos Stelle, Elie de Beaumont gewayi j^
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— Es ist in Biebrich bereits mit Den Vorarbeiten zu Der groj:; artigen Blumenausstellungshalie begonnen worDen, Die bekanntlsi am 1. April 1854 eröffnet werben soll.
— In Landshut ist das Kloster der Ursulinerinnen abgebrannft Obgleich sich 50 Nonnen und gegen 400 Schulkinder im Gebäude befanden, ist doch fein Menschenleben zu Grund gegangen.
— In Bonn wurde eine evangelische Gesellenherberge gegründet, | zu welcher Der König 1600 Thlr. spendete.
— Die Königsb. „Hart. 3g." schreibt: Das hier allgemein m breitete Gerücht von dem entsetzlichen Verbrechen einer jungen, tet vornehmem StäiiDen angehörigen Frau in einer ProvinzialstM, welche ihr kleines, der Brust noch nicht entwöhntes Kind, buri Entziehung der Nahrung, dem Tode preisgegeben haben soll, gewinnt an Conststenz. Wenigstens steht so viel fest, daß die Anklage gegen die junge Dame erhoben und ihre gefängliche Einziehung bereit« erfolgt ist.
— Vierzig Sänger aus der Rhein-Provinz, davon fast 30 au! dem Cölner Männer-Gesangverein, beabsichtigen eine mehrjährig! Sängerfahrt, thellweise nach EnglanD und theilweise nach der neuen Welt zu unternehme». Herr Mitchell ist schon mit denselben in UnterhaiiDlung getreten.
— Aus Köln wird geschrieben: Cs Dürfte leicht ein interessant« Prozeß in einer hiesigen Gesellschaft in Aussicht stehen, wenn sich folgendes Gerücht als wahr herausstellt: Eine Gesellschaft, die ein gemeinschaftliche Kasse hatte, spielte in Der Lotterie. Einige D« Herren nahmen außer Der für Das Spiel festgesetzten Summe noch 8 Thlr. aus Der Kaffe, um Fortuna privatim zu versuchen uni gewannen mit Dem Einsatz 1000 Thl. Da Die Gesellschaft vo diesem Vorfall nichts wußte, beschloß man, den Einsatz wieder «
Druck unv Verlag der (S. D. Brühl'scheu Buch» und Stetndruckerei.


