Ausgabe 
31.12.1853
 
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errichten will?

M i s c t l l e.

ähUHm Buch- uud Slnndruckcrtt.

Leiche fand, verloren.

(Siii können ja

antwortete dieser, Null."

Minuten spater Emil und seine Pathin. Sie redete ihm lächelnd von der Schönheit ihres Parkes vor; aber vergebens waren ihic Redekünste, er blieb starr und stumm mit dem Rücken dem Fenster zugckehrt. Endlich öffnete stch die Tbür und Franziska trat ein; er erhob sich, ohne aufzublicken; sie aber konnte ihn, da er vom Lichte abgewandt saß, nickt erkennen. Sie fing an zu sprechen, indem sie sich an den Tisch setzten, da sah er plötzlich auf und freudig überrascht rief er:Doris!" Er flog auf tie zu und ergriff ihre Hand; sie wehrte es nickt, sie schlug nur erröthend die Augen

hinten, Ihr werdet glücklich sein." . _

Roch an demselben Abende schrieb Emil seinem Vater, wie glücklich sich Alles gelöst. Der nächste Sonntag sah auch seine Aeltern im Kreise,des Glücklichen bei der Verlobung.

Vor Kurzem wurde in der Nähe von Gotha ein Magistrats­beamter erschossen gefunden. Die nähere Untersuchung stellte heraus, daß ein Selbstmord vorliege, und diese Annahme bestätigte sich durch den später ermittelten Umstand, daß in den von jenem Be­amten bisher neben seiner Dienststelle verwalteten Kassen mehrerer Kirchen sich ein Defizit von nahe an 12,000 Thlrn. fand.

__ Nach Mittheilungen von Reisenden, welche die bayerisck- sächsiscke Gränze bei Hof passirten, sollen die Orre Naila, SH und Schönwald dergestalt vom Schnee förmlich überschüttet sei«, daß nickt nur alle Eommunicalion gehemmt und der Postenlauj gestört ist, sondern auch die Bewohner selbst ihre Häuser kaum verlassen können und aus den umliegenden Ortschaften alle Land­bewohner zur Hülse und Beseitigung des Schnees ausgeboten sind.

Das Hauptzollamtsgebäude in Ulm ist niedergebrannt mit einem großen Theil Waareu. Hauptzoll -Amts-Controlenr Knapp ist mit seiner Frau vom dritten Stock herab in das Rettungstuch gesprungen und an Fuß und Brust schwer verwundet.

__ Am vergangenen Samstag, Mittags, ist im Maschinenhanie zu Neumark der Dampfkessel der LocomotiveSpessart", welche den bereits stgnalisirten Bamberg-Hofer Zug weiter befördern sollte, plötzlich zersprungen. Durch den gewaltigen Druck der Luft wurde nicht allein das ganze Dach des Gebäudes abgerissen, sondern auch die Wände zersprengt und die Trümmer der Maschine flo.,en weit herum. Nicht nur im Bahnhof sind sämmtliche Fenster, sondern auch in Neumark viele zersplittert worden. Außer dem Heizer, der an den Beinen sehr stark verletzt wurde, und zwei Reisenden, die kleine Contusionen erhielten, wurde glücklicherweise Niemand dabei beschädigt. .

__ In den exclusiven Kreisen Wiens glaubt man, wav die orientalische Frage betrifft, an keinen dauernden Frieden und suhlt sich allgemein verstimmt. ,

In Paris ist di« Kälte auf 12 Grad gestiegen. Die Armen leiden viel und die Regierung läßt in allen Stadtvierteln Holz um

Banguier sagte gereizt zu seinem Buchhalter . ,,S nicht einmal addiren!" -Aber lubtrahir- ,denn wenn ick Ihr Geld von Ihnen abzlehe, blei»

Was giebt es Meues?

Das Bad Nauheim, durch seinen großen Soolsprudel einen Weltruf genießend, wird vom 1. April 1854 auch eine Spielbank erhalten. Die kurhess. Regierung hat die Conielgon einem Hr . Vialv aus Paris verliehen. .

Während der Pfarrer in einem Orte bei Cöln die Christmette abhielt, drangen Diebe in das Pfarrhaus, mißbaudelten d,e Magd und raubten viele Werlhjachen. , , .

In Hannover hat während der Parade ein Tambour seinen Hauptmann durch einen Pistolenschuß verwundet. Er wollte sich sodann selbst erdolchen, wurde aber ergriffen. Fehlgcschlazene Hoff- nutig auf Avancement soll die Ursache des Mordversuches lcllL

__ Vor einigen Tagen fand in der reformirten Kirche zu Ham­burg eine Trauung ungewöhnlicher Art Statt. Der Bräutigam, ein Tenor de B., Mulatte, in Westindien Eigenthumer umfang­reicher Plantagen, wurde mit einem Fräulein D., das m der Dammthorstraße bisher einem Putzgcschäfi verstand, vermahlt, ^er Bräutigam, der in Kopenhagen seine Erziehung erhielt, gedenkt die Flitterwochen daselbst zuzubringen, und wird zum Fruhlahr mit seiner jungen Frau narb der andern Hemisphäre übersiedeln

Bulwer, dessen Werke eben in einer wohlseilen Ausgabe in London erschienen find, hat jetzt das Recht dieselben zehn ^ahie lang zu drucken für 150.000 Thlr. an einen Buchhändler verkauf -------------- ' Druck und Verlag der G. D. Br

Steinkohlen vertheile». ,

Im südlichen Frankreich find seit Kurzem wiederholt Eilwagen und andere Fuhrwerke von Bewaffneten angehalten und die Rei­senden ihrer Kostbarkeiten und Baarschasten beraubt worden.

Man schreibt aus Lille und Valenciennes, daß im nördlichen Frankreich sich ganze Banden von Bettlern und Unglücklichen, die kein Obdach haben und dasselbe oft unter den Thorwegeu suchen, ru reinen anfangen. In den Städten verhaftet man sie, die Ge­fängnisse der -Wachen dienen für die Nacht als Zufluchtsstätte und des Morgens führt man sie zum Thor hinaus.

_ Das bei Halifax verunglückte Havrer DampfschiffHumboldt" hatte 2,200,000 Francs baares Geld an Bord; man weiß noch nicht, ob etwas davon gerettet werden konnte.

Nach einem Briefe aus St. Louis, vom 30. November, fl­eht gewisser Capitain Gunnison auf einer Entdeckungsreise im M°r- monen-Gebiet nebst 7 seiner Gefährten in einem Gefechte mit In­dianern um's Leben gekommen. Gunnison war, als fi

von 26 Pfeilschüfsen durchbohrt und hatte einen Aun

nieder. ,

3a, Doris," sagte Frau von Rosen,bei mir Franziska, da meine alte Dienerin Doris heißt und ich an diesen Namen bei der alten Person gewohnt, ihn bei ihr nicht so leicht los werden konnte, als bei der neu 'Angekommenen, bei der bald der zweite Vorname zur Gewohnheit ward. Nun sprecht, bin ich wirklich so grausam, daß ich auf den Ruinen des wahren Glücks den Altar Eurer Ehe Wollen Sie auch jetzt noch nicht auf meinen Vor­schlag eingehen, Franziska? Und willst Du's auch nicht Emil?" Was konnten die beiden Glücklichen antworten ? Sie drückten dankbar die Hände der gütigen Frau an die Lippen. Sie aber hieß sie niedersetzen und sagte dann :Franzisko, oder Doris, erzählte mir vor etwa acht Tagen das Abenteuer, das Du mit ihr gehabt hast, und da sie auch Deinen Namen nannte, faßte ich den Entschluß, selbst zu prüfen, ob Du sie wirklich geliebt und ihr Deine Neigung bewahrt hättest. Franziskas Gefühle hakt' ich zur Genüge aus der Art und Weise ihrer Erzählung erkannt, und um Dich, Emil, ganz zu beruhigen, will ich dir mittheilen, daß jener Herr, der sie heute auf der Eisenbahn erwartete, ein Notar ist, bet dcm sie für mich ein Geschäft zu besorgen hatte. Ihr werdet mir die kleine Jntrigue verzeihen, es war die einzige meines Lebens, und schon die wenigen Augenblicke Eures Kummers machten mich in der Ausführung wan­kend genug. Doch still davon, Ihr seid geprüft und bewährt ge-