Ausgabe 
31.12.1853
 
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.N 52

Eine Fügu n g.

Mitgetheilt von Earl Braasch.

(Fortsetzung.)

Als Almer am nächsten Morgen, in die Ecke des Coupöe's «rückt, der Heimath zurollte, hatte er Muße, sein Abenteuer chmals in Gedanken vurckzuleben und er thal dies nicht ohne Wichen bitter» Vorwurf über seine Schüchternheit und seine lligeschicklichkrit, Doris' Gedanken über sich nicht erfahren zu Ken. Doch wer ist wohl je mit sich zufrieden gewesen, wenn er !ii, was er, den augenblicklichen Eingebungen der Liebe folgend P, mit nüchternem Muthe betrachtete?

Zwei Zahre waren verflossen, seit der Doctor jur. Almer sich iS Advocat in feiner Vaterstadt niedergelassen hatte, und noch nr er, wie die meisten junge» Rechlsgelehrten, nicht im Stande i viel zu verdienen, als zur Unterhaltung eines Hausstandes Del. Mehrfach hatte sich ihm die Gelegenheit geboten, eine genannte gute,Parthie zu machen, aber sein Herz, in welchem jdris- Bild lebte, harte sich stets erfolgreich dagegen empört; doch, ü er in seines Vaters Hause wohnte und theilwcise von dessen stihülfe existiren mußte, so hatte er auch seiner Neigung nicht sigen können. Oft batte er an Doctor Hermann geschrieben und irkundigungen über Doris eingezogen, aber seit einem Jahre wußte ßser tchon keine Nachrichten mehr über sie abzugeben. Die Nllwe Wöhler war in einen andern Bezirk gezogen und damit in Arzte aus den Augen gekommen, so lebte er nun in pzlicher Ungewißheit über ihr Schicksal. Eines Morgens kam iin Vater mit einem Briefe in der Hand auf fein Zimmer. iPöd) verfolgt doch das Mißgeschick auf Tritt und Schritt," rief «, indem er eintrat.Du weißt," fuhr er fort,daß mir nie rät Spekulation gelang und daß ich deßwegen allen großen Un- tinehmunge» entsagte. Ich gab mich nur mit kleine» Geschäfte» i, und auch die konnte ich nicht einmal mit eigenem Gelde belrei- ta. Deine Pathin, die Frau von Rosen, Hai einen Theil ihres Ärmögcns in meinem Geschäfte."

»Sie will ihr Geld doch nicht herausziehen?" unterbrach ihn Smit erschrocken.

»Wer weiß, was über kurz oder lang geschieht," entgegnete dir alte Almer niedergeschlagen.Höre, was sie mir schreibt, hier Lieser Passus ist es," fuhr er in dem Briefe suchend fort: »Meine Pathe ist alt genug sich zu verheirathen, und wenn dies ich meinem Wunsche geschieht, so bin ich nicht abgeneigt, ihn » meinem Testamente zu bedenke». Ich habe eint» Vorschlag it ihn. Ein junges Mädchen, das jetzt als Gesellschafterin bei >ir ist, hat meine Zuneigung in hohem Grade gewonnen; ihr hbe ich das zugedacht, was, verehrter Freund, in Ihrem Geschäfte iigelegt ist. Wenn eine Verbindung zwischen Ihrem Sohne und

Statt fände, so wäre das gewiß nach Ihrem Wunsche. Lassen Tie Emil sobald als möglich einmal zu mir kommen, damit ich las Nähere mit ihm verabreden kann.""

Unmöglich!" rief Emil.Ich kann mich doch nicht ver- iandeln lassen?"

»Stirbt sie," sagte der alte Almer fast tonlos,und die Per- «n, die sich in ihr Vertrauen eingeschlichen, fordert das Geld von itir, Jo bin ich ruinirt."

»Gut," sagte Emil entschlossen,mit Dir kann und will ich ^cht streiten, aber ihr selbst will ich es sagen, daß ich niemals

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eine Heirath eingehen werde, an der mein Herz keinen Theil hat. Morgen reis' ich hinüber."

Sein Vater zuckte die Achseln und sagte:Sieh zu, was Du ausrichtest. Bedenke, daß sre reich ist und keine Verwandte besitzt, daß also, fügst Du Dich ihrem Wille», Dir ein bedeutender Theil ihres Vermögens zufallen kann; bedenke, daß Dir das Glück eben so wenig, wie mir, bis jetzt günstig war und daß es gefährlich ist, dasselbe, trenn es sich endlich einmal, so wie Dir in diesem Augenblicke, darbietet, mit Gewalt von sich zu stoßen. Vor Allem aber vergiß nicht, daß das Schicksal Deiner Aeltern jetzt von Dir abhängt." Damit verließ der alte Almer das Zimmer.

Auch das noch?" rief Emil, als er allein war, schmerzlich bewegt.Ist es nicht genug, daß ich über Doris' Schicksal in Un­gewißheit schwebe, muß auch jetzt noch der Versucher an mich heran­treten? Müssen selbst die heiligen Gefühle für die Aeltern sich mit dem Feinde verbinden, um mich zum Verräther an der reinen Liebe, die ich im Herzen trage, machen zu wollen? Niemals! Nicht eher, als bis ich gewiß weiß, daß Doris mich vergessen, werd' ick einer Andern angehören."

Seine Ungeduld litt ihn nicht mehr im Hause. Da es noch früh war, so konnte er am Nachmittage schon in dem Wohnorte seiner Pathin sein, er zögerte nicht; in wenigen Stunden saß er schon im Eisenbahnwa gon. Er kümmerte sich nicht um das, was rechts oder links vor ihm lag, obgleich es ein herrlicher Maitag war; er batte genug mit sich selbst zu thun; doch, als der Zug an eine Station gelangte, wo man einen andern Train, der dem seinigen entgegen kam, erwarten mußte und dieser endlich daher brausete, still hielt und Passagiere aussetzte, sah er, um such ei» wenig zu zerstreuen, zum Wagenfenster hinaus. Unter den Aus- gestiegeneti befand sich auch eine einfach, aber doch elegant gekleidete Dame, die von einem Herrn erwartet war und jetzt den Arm des­selben nahm, um mit ihm dem nahe gelegenen Städtchen zuzugehen. Unwillkührlich war er derselben mit den Augen gefolgt, und, als sie im Fortgehen den Kopf wandte, erkannte er wen? Sollte es Täuschung, Jrrthum, Verwechslung fein? Nein, nein, er konnte i nicht zweifeln. Es war Doris. Ein Laut der Ueberraschnng ent; i fuhr seinen Lippen. Auch sie hatte ibn wahrgenommen und schien umkehren zu wollen , aber die Locomotive pfiff und dahin flog der Zng. Sie lebt, sie ist in der Nähe, sie Hal Dich gesehen, sie wollte mit Dir reden! das wogte und wirbelte in seinen Gedanken hin und her. Bald jubelte er, fie wiedergefunden zu haben, bald fank er in düstere Zweifel darüber, in welchem Verhältnisse sie zu jenem Herrn stehe. War es ihr Gatte oder nicht? Gleichviel, hätte seine Standhaftigkeit zu dem Kampfe gegen den Plan seiner Pathin noch enter Unterstützung bedurft, so wäre diese Begegnung dazu hinrei­chend gewesen. Unter diesen Ueberlegungen dünkte ihn die Zeit bis zu dem Punkte, wo er aussteigen mußte, ein Augenblick. Eine kleine halbe Stunde von dort bis zu dem wirklich schön gelegenen Vesttzthnm der Frau von Rosen legte er, als rüstiger Fußgänger, bald zurück und wurde von der alten Dame auf's Liebevollste empfan­gen. Ais sie bei'm Kaffee saßen und er alle Fragen in Betreff seiner Eltern und seiner eigenen Verhältnisse gehörig beantwortet hatte, begann fie, wie es ihm schien, nicht ohne einige Verlegen­heit:Nicht wahr, mein Brief hat Dein Kommen veranlaßt? Ick erwartete Dick heute noch nicht, doch freue ich mich, daß Du meinen Wunsch so schnell erfüllt hast. Ich scklteße daraus, daß auch mein anderer Wunsch Dir genehm ist. Du konntest nicht gelegener kotn-

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