Ausgabe 
31.12.1853
 
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Reden Sie davon nicht", unterbrach sie Emil. -Ich will offen gegen Sie sein. Nur der Wunsch, Sie noch einmal zu sehen, trieb mich heule Abend hierher. Ich konnte nicht abreiscn, ohne Ihnen ein Lebewohl gesagt zu haben."

Er ergriff die Hand des staunenden Mädchens, drückte sie herz­lich und fügte rann noch hinzu :Leben Sie wohl, Ihr Bilv steht mir ewig vor Augen; bitte, vergessen Sie auch meiner nicht." Nie" , lispelte Doris bewegt, die von seiner ganzen Erschei­nung sowohl wie von dem innigen Tone seiner Stimme tief er­griffen war. Sie hauchte noch ein paar Worte nach, aber diese vernahm der davoneilende Almer nicht mehr, rcr die Zeichen seiner Erschütterung, die ihm in die Augen traten, verbergen wollte.

(Fortsetzung folgt.)

Was giebt es Neues?

An der Wiesbaden-Rüdesheimer Bahn sollen schon 500 Ar­beiter beschäftigt sein. Man glaubt, bis nächsten Herbst diesen Schienenweg dem Verkehr übergeben zu können.

Das Frankenthaler Zuchtpolizeigericht hat schon wieder einen Wucherer in Untersuchung genommen. Die Wuchersumme beträgt 13000 ft., die beantragte Strafe 6500 st. Das Urtheil wird am 2. Januar gefällt. Die herrliche Pfalz wird auf diese Weise bald von jenen Vampyren befreit sein.

In Bruchsal stand vieser Tage ein Frankfurter, Friseur Joh. Grenzenbach, wegen mehrfachen Diebstählen schon längere Zeit im. dortigen Zuchthaus sitzend, vor den Assisen, des Mordversuchs an einem Zuchlhausbeamten angeklagt. Die Geschwornen sprachen ihrSchuldig" und G. wurde zu noch weiteren 8 Jahren Zucht­haus, geschärft durch hundert Tage Hungerkost und lebenslänglicher Landesverweisung verurtheilt. Auf die Befragen, ob er noch etwas vorzubringen habe, erwiderte G. :Nur so viel : wenn Sie mich nicht kapur machen, dann mache ich Einen kaput. Damit Sie mich | doch kaput machen müssen!"

Das niedrige Wasser, wird von St. Goar gemeldet, welches der Schifffahrt in diesen Tagen so viel Abbruch thul, ist doch für dieselbe nicht ohne Vortheil, da die preuß. Regierung die Felsen sprengen läßt, welche beim wilden Gcfäbr Die Rheinbahn unsicher machen. Da die gefährlichsten Felsen jetzt blos liegen, dürfte die Arbeit bald und vollständig gethan sein.

Wie dieZeit" vernimmt, ist gegen den Buchhändler Hertz in Berlin, als Verleger der vielgenanntenBriese über Staatskunst" (Verfasser Geh. Cabinetsrath Vict. v. Strauß), zu 50 Thlr. Geld­buße, event. 4 Wochen Gefängniß, verurtheilt, auch die Vernich­tung des genannten Werkes angeordnet worden.

Aus Altona wird gemeldet, daß dort trotz aller Zwangs-, maßregeln die Annahme der neuen dänischen Reichsmünze noch immer Schwierigkeiten findet.

Im weimar'schen Badeorte Ilmenau hat ein Zimmergeselle seine Frau, die ihm nicht genug verdiente., mit einem Stückchen Obstkuchen, das er ihr mit freundlicher Miene nach Hause brachte, vergiftet.

Am 11. d. M. ereignete sich auf der bayer. Südnordbahn zwischen Hof und Kotzau der Unfall, daß an einem Wagen eine Achse brach, wobei jedoch außer einer unbedeutenden Contuston, die der Oberconducteur erlitt, keine Verwundung irgend einer Person vorkam; auch der Schaden ist unbeträchtlich.

-- Unlängst sind auf einer Zeche bei Dortmunv wieder drei Arbeiter durch Erplosion vonbösen Wettern" getödiet worden, und zwar Durch Nachlässigkeit eines Kameraden, -Der statt der vorgeschrie­

benen Sicherheitslampe nur eine gewöhnliche Bergmannslampe in die Grube nahm. Letzterer kam Davon, ist aber jetzt in Hast.

Der Dr. Ludo lfi aus Italien, welcher sieb Dadurch, oi er Die Krebsschäden nicht in operativer Weise, sonDern Durch st, aufgelegtes Mittel heilt, einen Namen erworben hat und sich Zeit in Cöthen aufhält, hat jetzt von einem reichen Handln ngshau einen Ruf nach England erhalten und wird sich wahrscheinlich i einigen Wochen dorthin begeben.

Auf der Straßburg - Pariser Bahn sind jetzt auch Schl« wagen eingerichtet. JeDes Coupe ist für 3 Personen und kostet Platz 25 pCl. mehr als die erste Classe. Die Einrichtung ist \[ bequem und sinnreich.

Nach einem Briefe des Lloyd aus Konstantinopel vom l.$( lauten die Berichte aus Asten in Del Thar ungünstig für die Rusßii die russische Festung Sefo an Der Küste des schwarzen Meeres i der Gegend des Forts Schefketil wurde von den Türken ei o fiert. Bei der Erstürmung sind von den Russen- 400 Man geblieben, 200 Entkommen. Türkische Berichte sprechen von 150 gefallenen Russen.

Berichte aus Petersburg melden, daß ein kriegerischer Gei daselbst alle Welt ergriffen habe. Der Kaiser halte Paraden un Jnspeetionen wie gewöhnlich. Unter anderm besichtigte er das pre» braschenskische Garderegiment und fand es wie gewöhnlich vortreffliil Die Gemeinen erhielten Geldgeschenke.

Nach dem Monatsbericht der deutschen Gesellschaft zu New Uork sind im Monat November nicht weniger als 28,269 Eir Wanderer daselbst gelandet.

In Amsterdam wird auf dem Rokin ein eleganter Krystali Pallast gebaut für eine großartige Blumen- und Pflanzen-Aus stellung.

Ml i s c e l l e n.

In der BerlinerZeit" annoncirt ein Tnchhändler, daß, jetzt seine Artikel viel billiger geben könne, weil : mehrere feint Anverwandten, Tuchfabrikanten, so glücklich gewesen, das groß-! Loos zu gewinnen, deshalb ihr Geschäft auflösten und sie ifii - ihre Vorräthe en bloc übergeben hätten! Del heeßt man - Schwindel. i

Die amerikanischen Riesen-Hotels finden auch in Paris ihi Bewunderer. Der Directeur derIllustration" in Paris, Hei Paulin, will, in Verbindung mit Herrn Hornau, am Eingani zur Vorstadt St. Honore ein Hotel nach amerikanischem Must; bauen, in welchem etliche Tausend Fremde zu bedeutend billigere ! Preisen alle Bequemlichkeiten finden können.

Vor einiger Zeit stürzte ein junger Mann, bleich, entstell!! in das Büreau des Polizei-Commissars des Quartier des Chamfl Elysees in Paris und stellte sich als Gefangenen, mit der Angab; daß er seine Frau, die ihn betrogen, ermordet habe. Der Polizei Commiffar wollte anfänglich den Aussagen keinen Glauben schenkei schickte sich aber zu Nachforschungen au, als der junge Mann ai der Erklärung bestand, er habe seine Frau in ihrem Schlafzimiw erdolcht. Leider fand die Polizei seine . Aussage bestätigt, Hei Vautier, kaum 36 Jahre alt, ist sehr vermögend und machte ei Haus in der Avenue des Champs Elysees; seine Frau zählte 2 Jahre und war von seltener Schönheit. Das Ehepaar hatte bi dahin in musterhattem Einverständnisse gelebt.

In Wien sind zum neuen Jahre fünfzig verschiedene Kalendi in Buchform (die Blatt-Kalender nicht gerechnet) erschienen. D meisten erreichten eine Auflage von 3-, 4-, auch 5000 Ereiuplare einige wurden auch in 810,000 Eremplaren gedruckt.

Druck unv Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch» und L>trindruckerei.

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