Ausgabe 
31.12.1853
 
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M 51

Beilage.

unb Bru-

: Gefühl- Eine Fügung.

.len wird Mitaetheilt von Carl Braasch.

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>n herum. ' (Fortsetzung.)

rt, Alles i In einer Viertelstunde standen Almer und Hermann vor dem ) streckend, Hause auf ver Gerberstraße, wo der Arzt sich von seinem Freunde em Koph, »rabsckieden wollte. Dieser aber bestand trotz aller Widerreden durch den ' drauf, ihn zu begleiten, und führte seinen Vorsatz auch richtig , welches u8. Das Haus stand offen, aber das junge Mädchen war nicht n ewigen, ta, ihnen zu leuchten. Der Doktor Halle sich, auf solchen Fall n sie, wo- I srbereitet, mit einer Handlaterne versehen unv so kamen sie glück- aftssalons, , ch die beiden Treppen hinauf. Eine Thür öffnete sich und ein den Sälen Lbscher Mädchenkopf wurde sichtbar.

sefindlicheilSie sehen, daß ich Wort gehalten habe," sagte Emil.

ihnen aus-Ich danke Ihnen für Ihre große Güle," gab das junge Mäd-

sinem Stück im zur Antwort, und, |td? dann an den Doktor Hermann wen-

die Uebri- ml, fuhr sie fort, indem sie in die Stube traten:Meine Mutter

Trauriges! egt im Fieber, bitte, helfen Sie ihr!"

licht singe»,Ich will das M.inige thun," entgegnete der Arzt theilnehmend.

Stätte, Land Während er bei der Kranken beschäftigt war, sah sich Emil

und Fieber, » Zimmer um. Die Armuih leuchtete aus allen. Ecken hervor, ier auch die Ordnung und die Reinlichkeit. Ein eben aus der

Aus del sind gelegtes Nähzeug lag auf einem Tischchen; die Arbeit war

mutier eine! laber und schön ausgeführt. Das junge Mädchen kümmerte sich h in Schio a ihn nicht; sie sah ängstlich von ihrer Mutter zum Arzte. Als sogenannti tzterer das Rerept schrieb, drehte sie Almer den Rücken zu. Dieser t bekannt^ mßte selbst nicht, wie es ihm ankam, aber, wie sich selbst zu stark fli' »bewußt, griff er in die Tasche und schob einige Thalerscheine, ind in Fol b er nach Bezahlung seines Gelages noch übrig behalten hatte, te gerichtli unter das Nähzeug. Als sie fortgingen, hätte er das Mädchen gern ® die Erlaubniß gebeten, wieder kommen zu dürfen, aber trotz

1 Zeiten ei «Um Besinnens wollte ihm kein genügender Vorwand einfallen, um ihren weid « Bitte zu motiviren. Auf der Straße trennte er sich sogleich

ji M seinem Freunde, der ibn zu verspotten anfing und begab sich, pz von dem Bilde des schönen Mädchens erfüllt, nach feiner Dehnung.

Am folgenden Tage fragte er den Doktor Hermann, wie es von Münj he'" Patientin ginge.Obgleich sie schwach ist und nicht viel Nachbar, e «baffen kann," erwiderte dieser,so glaube ich sie dennoch dieses ein Lager M wieder herausreißen' zu können. Das fei Dir zum Tröste ge- s derselbe V- Uebrigens hat man sich auch angelegentlich nach Dir eikundigt." da rich »WaS hast Du gesagt?" fiel Emil rasch ein.

oße Grete iNun," erwiederte Hermann,Namen, Stand, Herkunft ganz

choß ihm, I 11 Wahrheit gemäß. Doch a propos, hast Du vielleicht legt: ,, I» Fe H noch einmal die mysteres de Paris gelesen?"

tjof, mit 1Wie kommst Du zu dieser sonderbaren Frage?"

war übricDu hast ven Rudolphe nachgeahmt, bist alS eine Art Schutz­

zoll Preu # aufgetreten und hast auch, wie ein solcher, Etwas hinterlassen." hr nöthigPosten!" polterte Almer, wurde aber doch über und über roth.

MünzenWenn jrf? übrigens nicht zugeredet hätte," fuhr der Arzt fort,

ämintlich 1 '* wurden sie trotz der Armuth die Thalerscheine nicht behalten

Wen. Ich dachte aber, jene Gabe sei das Beste, was Du zur ar kündig! Deines glücklich überstandenen Eramens gctban hast." , PreisenKennst Du ihre näheren Verhältnisse?" fragte Emil, gar it den nuf bie letzten Worte seines Freundes achtend.

so wonm ... habe sie mir erzählen lassen," entgegnete dieser.Ich Werken" nic unangenehm eS trotz des Mysterieufen ist, eine Ange­

orotzen

(irft du lil

betete ohne Namen zu haben. Der Mensch, namentlich der praf- 1 tische, will etivas Reelles, woran sich seine Gedanken halten, damit daS kaum aufgefaßte Bild nicht verfchwimme. Der Namen ist der Mittelpunkt, um welchen die Phantasie ihre Gebilde gruppirt, und welche Seligkeit gewährt es, den Namen der Geliebten in allen möglichen Tonarten, Tönen und Klangfarben, in allen verschiedenen Rhytmen und Aceenteii auszusprechen. Dein Ideal heißt Doris!"

Bist Du nun mit Deinem Unsinn zu Ende?" sagte Emil verdrießlich.Erzähle mir, was Du von ihren Verhältnissen weißt, ohne Deine philosophischen Zusätze."

Ich bemerke die Stelle, wo Du sterblich bist," antwortete der Arzt,ich gebe Dir die Geschichte von ihr und ihrer Familie in wenigen Worten. Doris ist Die Tochter eines Kaufmannes, der fein Leben lang trotz aller Anstrengung zu Nichts gekommen ist. Sie hat eine anständige Erziehung genossen und nachher anderthalb Jahre als Gouvernante sich abgemüht. Als ihr Vater starb, ist sie zu ihrer Mutter zurückgekehrt, um diese zu pflegen und durch ihre Handarbeiten kümmerlich zu ernähren. Es ist also eine Geschichte, wie wir sie alle Tage erleben."

Allerdings eine gewöhnliche Geschichte, aber der herrliche Charakter des Mädchens leuchtet deutlich daraus hervor. Ich möchte sie wohl noch einmal sehen und sprechen."

Das wird schwer halten," entgegnete Hermann,und ich glaube, Du wirst Dich nicht aufdrängen wollen. Auch das Unglück verdient Achtung."

An demselben Tage erhielt Emil von seinem Vater einen Brief, der ihm dringend empfahl, der Kosten Wegen nicht langer in der Residenz zu verweilen, als es geradehin nöthig fei. Der gehorsame Sohu setzte deswegen schon den folgenden Morgen zu seiner Reise fest: aber er konnte nicht fortgehen, ohne Doris noch einmal gesehen zu haben. Obgleich er nicht in ihre Wohnung zu gehen wagte, so trieb es ihn doch unwiderstehlich bei Anbruch des Abends nach der Gerberstraße. Seine Hoffnung, das schöne Mädchen zu sehen, schwand indeß in dem Maße, in dem er sich ihrem Haufe näherte. Doch der Zufall begünstigte ihn. Nicht weit von ihrer Wohnung war ein Haus, m welchem alle Bedürfnisse der armen Leute ver­kauft wurden; aus dem.Erdgeschosse desselben oder richtiger Keller, (denn man mußte dazu einige Stufen hinabsteigen) fiel ein trüber Lichtschein auf die Straße und zog Emil's Aufmerksamkeit bei sei­nem Auf und Abgehen auf sich. Er sah hinein; Doris stand dort und machte in dem Laden einige Einkäufe. Er zitterte vor Freude bei ihrem Anblicke und als sie mit ihrem Korb am Arm heraus trat, eilte er sogleich auf sie zu, jedoch ohne im ersten Momente vor heftiger Bewegung Worte studen zu können. Sie erkannte ihn aber sogleich und redete ihn daher vertraulich mit den Worten an:Ist Ihr Freund vielleicht zu meiner Mutter ge­gangen ?"

Nein," stotterte Almer verlegen,er ist in einem andern Hause. Ihre Mutter ist ja Gottlob! wie ich höre, außer Gefahr "

Das danken wir nächst Gott Ihnen und Ihrem trefstichen Freunde," erwiederte Doris bewegt.

Ich freue mich herzlich über die glückliche Wendung der Krankheit, wie ich überhaupt den innigsten Antheil an Ihrem Schicksal nehme. Es thut mir nur Leiv, daß ich Sie vielleicht heute zum letzten Male sehe; ich muß morgen schon zu meiner Vaterstadt zurückreisen."

Das thut auch mir Leid," sagte das junge Mädchen;wir hätten uns fo gerne erkenntlich gezeigt"