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Was giebt es Neues?
— Für Prof. Bunsen soll in Heidelberg ein Laboratorium her- gestellt werden, wie ein zweites nicht eristirt. Es wirb auf 60 bis 70,000 st. kommen.
— Die Krankheit bes Hrn. Grafen von Asenburg-Wächtersbach hat einen so schlimmen Charakter angenommen, baß ber Graf nach Der Heilanstalt Jllenau (bab. Oberland) verbracht werben mußte.
— In Berlin tauchen bie Gerüchte von Mobilmachung der preuß. Armee wiederholt auf.
— Zwischen Cöln und Deutz ist ein mit 11,000 Fres. beschwerter Geldbrief abhanden gekommen. Der Absender hatte aber nur
starken Kanonendonner. snirtetlaat
_ Cs bestätigt sich, daß die Ruffen eine groye Niedert g Kaukasus erlitten haben.
— In einem Gymnasium im Girondedepartement wurden »r| einigen Tagen 60 Schüler verhaftet, die, als sie ihr Morgengeb singen sollten, bie Marseillaise anstimmten. i
— Fürst Gortschakoff hat sich nach Oltenitza begeben. — Po türkischer Seile stehen neue Angriffe bevor. — Die russ. Armee i ben Donaufürstenthümetn soll in erster Linie circa 80,000, in zwei,« 90,000 Mann betragen. — Der Czaar hat erklärt (und auch de Höfen communicirt), baß von neuen Unterhandlungen und Bei nüttlungen nicht eher die Rede sein könne, als bis die Tiuk« $n ^lche- wieber auf dem rechten Donauufer und bie Kriegserklärung , voi
„Mein Herr! Sie verschwenden viele kostbare Zeit hier im Schlosse. Vielleicht wissen Sie nicht, daß unten im Dorfe Kirch- weihlanz ist. Dort könnte ein so geschickter Fiedler, wie Sie, viel Geld und Ehre, ja vielleicht sogar'eine für ihn passende Liebe finden."
Mein Blut kochte; Liebe und Glück, Haß, Eifersucht und Verzweiflung berauschten mich. „Fürst," sagte ich mit zornbebenden Lippen, „ich hoffe, Sie werden nicht so feig sein, sich vor der Rache eines beleidigten Mannes hinter ihrem Range zu verschanzen."
Der Fürst erwiderte lachend: „Soll ich mich vielleicht auf den Violinbogen mit Ihnen schlagen?"
„Wenn Sie fein anderes Bedenken haben," sagte ich rasch, „so ist Alles gut. Kommen Sie Fürst, ich will Ihnen zeigen, daß ich bie Waffen zu führen verstehe."
Am Enbe bes Gartens lag ber Schießstanb. An einer Scheibe war ein gelber Glacehandschuh befestigt. Ich nahm die erste Pistole, die mir in bie Hand kam, rief dem Fürsten zu: „Die Spitze des Zeigefingers" und schoß. Ich hatte mein Ziel genau getroffen.
Der Fürst betrachtete mich mit einer gewissen staunenden aber furchtlosen Achtung, dann verbeugte er sich und sagte: „Jetzt muß ich mich freilich mit Ihnen schießen, sonst könnten Sie glauben, ich fürchte Ihre Geschicklichkeit. Auf morgen Früh also. Kehren wir jetzt, um keinen Verdacht zu erregen, zur Gesellschaft zurück."
Noch an demselben Abbild nahm ich einen kalten förmlichen Abschied von ber gräflichen Familie. Am andern Morgen fuhr ich mit ber frühesten Morgendämmerung aus dem Thore des Schlosses, wo ich in kurzer Zeit so Vieles und so Entgegengesetztes erlebt hatte. Gras Viktor, Fürst K..., und noch ein Offizier und ber gräfliche Hausarzt hatten es sich nicht nehmen lassen, mich eine Strecke Weges zu begleiten. Bei einem zwei Stunben von dem Schlosse entfernten Gehölze machten wir Halt unb brangen in dasselbe ein, um, bevor wir uns trennten, unsere Rechnung auszugleichen. Bald war eine für unfern Zweck geeignete Waldlichtung erreicht.
Der Jäger des Fürsten brachte das elegante Pistolenkästchen, bet Arzt legte fein chirurgisches Besteck zurecht. Wir schossen ~unä . auf Barriere; Viktor fecunbirte dem Fürsten, der andere Offizier leistete mir diesen Dienst. Der Fürst schoß zuerst, seine Kugel streifte mein Haar, bie meine streckte ihn, in die Brust getroffen, regungslos nieder. Der Arzt eilte herbei unb beugte sich über ihn. „Ist er tobt?" rief Viktor. „Noch nicht," erwiderte ber Arzt ernst, „aber ich fürchte, er wird es nur zu bald sein." Mehr hörte, mehr sah ich nicht, Viktor warf sich mir in den Weg, er wollte mich zwingen, mich mit ihm zu schlagen; ich schob ihn mit ernster und schweigender Handbewegung abwehrend zur Seite. Ich konnte mich nicht mit ihrem Bruder schlagen. Ich durchflog das Gehölz, fand auf der Straße meinen zurückgelassenen Wagen,' warf mich hinein, und eilte ber Grenze zu.
(Fortsetzung folgt.)
bestimmten und in Bessarabien stationirt gewesenen Truppen bitt unv das Armeecorps unter Osten-Sacken befindet jia) noch au
6cm Marsche. (Nach Wiener Blättern soll die Vorhut dtejes Coch _ 5—6000 Mann stark, bereits ben Pruth überschritten haben.) S _ öiet[ Russen würden sich kaum in der großen Wallachei noch lau halten können, sollten sie vorn heranrückenden Saraskter gesihlag werden. Einer ihrer tüchtigen Generale, Pawlow, ist fchwer vk mundet. Neben bem für bie Oeffenilichkett bestimmten Manchs, hat bennoch bie gemelbete Erklärung Rußlands flattgefunDen: „N »on Verhandlungen nicht eher die Rede sein könne, bis Die Suite wiener auf dem rechten Ufer der Donau sind und Die Äriegäerflanui D« Türkei zurückgenonimen ist." Nach der so oft »ernonnmm.
zuversichtlichen, kategorischen Sprache Rußlands in Der 1d>n,‘bcn Frage ist diese Erklärung nicht auffällig. Auch letzt noch behaupd Diejenigen, welche an die Allmacht Rußlands glauben, dtefes we, silbst im Falle, daß für Die Türkei die Chancen sich noch so gunfi gestalten, von seinem Entschlüsse nicht abgehen. Natwm-Z.)
„ Ein französisches Ultimatum in Der oriental. Frage, nächst nach Petersburg unD bann an alle Höfe mit einer 6e)o»i. ........
Begleitsnote erpenirt werden soll, eristirt wirklich. In d I litalie lebte Gesandtschaftshotel zu Berlin werden Die Dinge sehr «nfW
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betrachtet. In anderen diplomatischen Kreisen tragt man I4 Jveen, wie ein Waffenstillstand zwischen Rußland und der » • sermittlen sei. Da man nach Dem in Bukarest lortDauetn none.ibonner eine Schlacht vermuthet, )o ist man begteiflich auf Depeschen allseitig im höchsten Grade 9efpannt u>^ ^, Diplomatie wirD sich erst nach dem Cinlangen der Nachricht den Ausfall derselben mit ihren Jveen weiter beschäftigen
- Bei Buvetschi .muß am 9. d. Mts. heiß gekamp1 »» uuu w„ fein. Man hörte Tag unv Nacht in jener Richtung unun Italien zu
Sultans zurückgenommen ist. _ . j begeistern r
— Das Neueste ist, vaß sich der Sultan, sonst so weich 1111^ gatfe[träge friedfertig, bis Frühjahr in eigener Person in's Lager begeben willig ,-uid mit Das erste Hauptquartier wirb in Avrianopel sein unb Die bezligeinen 1 kichert Vorbereitungen hat Der Wejlr zu treffen. ibt, meine
— Einer telegr. Depesche zufolge stnD die Türken durch ^tfßecfolgt, ge Bewegungen des Fürsten Gortschakoff bei Oltenitza über die Don« ynb penno zurückgewichen unb auch bei Giurgewo zurückgedrängt worden I. Was ist
— Allen aus Petersburg sowohl, wie von gut unterrichtete 8cr| Russen ausgehenden Meinungen zufolge, hat man wirklich ^"jerivelfte St wenig erwartet, baß bie Türken eine Wintercampagne eröffiteJben? ~ ••
würben, als man geglaubt hat, vaß Die Pforte alle Bemühung« 5^^ Der Diplomaten zu Gunsten Rußlanvs so plötzlich unterbrech, Duft-., k werbe. Es ist geschehen unb Rußlaub scheint für das ffurnu|q^iL Vorvringen nicht vorbereitet und durch .Erfahrung des Äeldzug- pon 1828 nicht klüger geworden zu sein. Die kaiikapsche Arm, bat vollends noch einen Theil der nach den Donausurstenthumet . , ,


