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Bewerbungen werden von Mutter und Bruder augenscheinlich begünstigt, unterstützt. Er ist einer der reichsten Kavaliere und, das kann ich bei aller Abneigung, die er mir einflößt, nicht in Abrede stellen, ein junger Mann von einnehmendem Aeußern und feinem gewandten, ritterlichen Benehmen. O mein Gott! mein Gott! ich bin sehr unglücklich!
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25. Juli 184 .
Lächerlicher Thor, der ich bin, ich glaube wahrhaftig, ich leide an jenem Wahnsinne, den man Eifersucht nennt. Ich eifersüchtig, auf wen, und mit welchem Recht? Ist es nicht ganz einfach und natürlich, daß stch ein junger, schöner und reicher Kavalier um. die Hand der jungen, schönen und reichen Gräfin Natalie bewirbt, ist es nicht ganz einfach und natürlich, daß die Mutter der Comteffe, die in jeder Beziehung so passende Verbindung zu Stande zu bringen trachtet? Was habe ich damit zu schaffen, dabei zu sagen oder auch nur zu denken? Wenn die Eifersucht des Berechtigten schon bemitleidensmerth ist, so ist die des Unberechtigten vollkommen lächerlich, ja beinahe verächtlich. Und Natalie gab mir nie auch nur den Schatten einer Ermunterung, eines Anspruches, eines Rechtes. Sie muflcirte gern mit mit, sie schien meine Begleitung auf ihren Spazierritten nicht lästig zu finden, sie liebte es, sich von mir aus dem Teiche spazierenfahren zu lassen, aber dies Alles mit derselben Unbefangenheit, mit der sie jetzt den Rittmeister, der eine schöne Tenorstimme besitzt, am Clavicr begleitet, mit der sie jetzt an der Spitze einer zahlreichen Calvacade dahinsprengt oder in Begleitung einer ganzen Barkenflotille auf dem Teiche fährt. Sie ermuntert auch die Bewerbungen des Rittmeisters nicht, ja sie scheint sie kaunt zu bemerken. Das ist doch ein Trost, wenn auch kein Ersatz für mein verlorenes Paradies. O wenn sie meine Leiden ahnen könnte! Aber nein, sie soll es nie, sie soll bleiben, was sie ist, ein heiteres unbefangenes harmloses Kind.
(Fortsetzung folgt.)
Was giebt es Neues?
— Am 10. November erfreute Se. K. Hoheit der Großherzog von Hessen die Stadt Gießen abermals mit einem Besuche. Während i er Anwesenheit daselbst besichtigte er den neuen Bahnhof, den botanischen Garten, die Aula und dergl. und fuhr mit dem 8 Uhrzuge, Abends, wieder nach Friedberg zurück.
— In Cassel macht ein Vorfall, wobei in der Gegend des Theaters ein Hochgestellter von einem andern Herrn aus höherem Stande körperliche Mißhandlungen erlitt, viel von sich reden.
— Die Kaff. Ztg. enthält folgende Mittheilung: Ein beklagens- werthcs Ereigniß, welches am vergangenen Freitag Abend auf der Straße in der Nähe des Theaters stattfand, hat heute Se. k. H. den Kurfürsten zu nachfolgendem allergnädigsten Schreibe» :
„Mein lieber 5 taatsminiftcr Haff-npflug.
Ich hab- aus ihrem heutigen Schreiben erfahren, daß Sie wegen des von Mir sehr bcdaucricn Vorfalls ». 4. b, M. selbstständige Schriltc zu rhun beabsichtigen. Ich hege jedoch den dringendsten und lebhaften Wunsch, Ihre Mir bisher geleisteten treuen Dienste mir auch für die Zukunft zn erhalten, und fordere es daher bei der inniittclst cingelcitcten cerichtlicheu Untersuchung als -inen Beweis Ihrer Ergebenheit, daß Sie sich e lies jeden weitern Schritte- enthalt-», indem Ich von" der vollkommenen Ehren. Hastigkeit Ihrer Gesinnungen vollständig überzeug! bin und mit besonderem Wohlwollen verbleibe.Ihr wohlgeneigter Friedrich Wilhelm.
Kassel, 7. November 1853."
und die erste Kammer der Stände zur Absendung einer Deputation, bestehend aus deren Präsidenten, Herrn Obervorsteher v. Milchling, dem Herrn Erbmarschall, Freiherrn v. Riedesel, so wie dein Herrn Superinleudenten Merle an Se. Erc. den Herrn Staatsminister Hassenpflug veranlaßt, um demselben Namens sämuitlicher Mitglieder der ersten Kammer ihre Thetlnahnie und lebhaftes Bedauern wegen des ihm widerfahrenen gewaltsamen Ueberfalls auszudrücken.
— Die bergsträßer Weinlese ist beendet und glauben die Winzer,! wenn es auch gerade keinen 1846t gibt, dennoch einen schönen, Preis zu erzielen.
— Zn Mühlhausen erstach dieser Tage ein zehnjähriger Knabe! einen vierzehnjährigen bei'm — Kartenspiel!
— In einer Mühle zu Neckarbischofsheim kam ohnlängst eine | Frau dem nicht verschalten s. g. Königsbaum zu nahe; ihr Kleid,
wurde erfaßt und die Unglückliche, ehe der nahestehende Mühlbursche $$ - das Werk stellen konnte, 8 —10 mal herum und ihr Kopf auf M ,.b @raf Steine geschleudert! Nicht nur der Kopf, fast der ganze Körper man , war im Nu gebrochen. hochade
— Eine telegraphische Depesche, Berlin, 9. Nov. meldet: Das ßrend? Wi
Journal de Petersbourg enthält ein voin 21. Oct. (2. Nov.) da- brtraulichkeii tirtes kaiserliches Manifest folgenden Inhalts: „Rußland ist heraus- ffr, aber er
gefordert zum Kampf; es bleibt ihm also kein anderer Ausweg, als denen Morg zu den Waffen zu greifen, um die ottomanische Regierung zu zwingen, Lge unsere die Verträge zu halten und von ihr Genugthuung zu erhalten für tot du didl die Beleidigungen, durch welche sie unsere äußerst mäßige Forde-hlen; du 's
rungen und unsere rechtmäßigen Bestrebungen zur Vertheidigun; ff? Geh!"
des orthodoren Glaubens im Orient beantwortet hat. >s mag das
— Der „Moniteur" meldet: 12,000 Mann türkischer Truppen gingen nm 3. d. bei Oltenitza über die Donau in die große Wallaches. Sie wurden von 9000 Russen unter dem Commando Pau-
^Lürgerstoc «Mitgift br der tobend!
— Die Schützen und die Jäger der preuß. Armee erhalten statt! Tov. der beim Abfeuern unbequemen Pikelhaube jetzt Filzbüte, die auf Natalie der Seite eine aufgeschlagene Krämpe, eine Federverzierung habenfie reich und ohne Sturnibanv bleiben. r" llne 8"
— Die Paris - Straßburger Bahn macht so glänzende Geschäfte,. *
daß man glaubt, am Schluffe dieses Jahres würde sich ein Uebir- "reichen i schuß von über 25 Millionen ergeben. V1" ' n'®r
— Bukarest, 5. Nov. Am 2. November sind 23,000 Tür-st<,"„ ken bei Oltenitza über die Donau gegangen und korttool in der alten russischen Schanze einquartirt. Gestern um 12 Ubr it ^behren begann russischer Seits ein Angriff durch den Keneralf^oncertsäle Dannenberg, dessen Kanonendonner man in Bukarest hörte. 6 SBa= Lrcn (bf taillone Russen griffen die Verschanzungen an unb Sieben üra nahmen die befestigten a i t e n Q u a r l i r e im Stürm mit börpn „ - . dem Bajonett. Tie Cavallerie konnte wegen der Sümpfe nid;t ^lnS Mitwirken, lieber den Verlust auf beiden Seiten ist noch nichts l n,ämi positiv bekannt. Fürst Gortschakoff ist heute zu den Truppen «b; Lu^uftrttf gegangen, um ihnen für die bewiesene Bravour zu danken. — Nach L t,fr|f[ßen neueren Nachrichten aus Oltenitza sollen die Russen tu Folgeth,chwstrdjg des heftigen türkischen Kanonenfeuers die mit Sturm genommenen,, nc Verschanzungen am linken Donauufer wieder verlassen haben müssen. ? s
loff's angegriffen. Nach lebhafter Kanonade wurde der Kampf mit <a ganz Ri dem Bajonette 'fortgesetzt. Die Türken behaupteten stch in ihren imaufputz,
Stellungen. Der Kampf währte drei Stunden. Der Verlust der : reiche Livi Russen belief sich auf 600 Ttodte und Verwundete, worunter 18 i wir es dr
Offiziere, wovon 6 höheren Ranges waren. Der Verlust der Tür- «ich fühlen.
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mit Prozessionen und Dankgebeten stattgefunden. Cs war dieß der
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Menge Volk hatte sich trotz des bösen Wetters versammelt und unter diesem auch Viele, die gegen die Invasion gekämpft, hatte».
ken ist noch nicht bekannt. ® aßen ui
— In Moskau hat vor einigen Tagen eine große Feierlichkeit ^'gingt—
41. Umgang um den Kreml zuin Andenken an die Vertreibung des Feindes (1812) aus ver ersten Hauptstadt Rußlands. Eine ^blickliche L
— Am 5. September brauste der erste Dampfwagen über Btt» siliens weite Ebenen, und zwar geht die erste Schienenstraße von Rio nach Mohia. Zugleich sind dort mehrere, namentlich nach den deutschen Colonien führende neue Wasserlinien eröffnet worden.
Ich habe 1 ich meine


