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— Eine Profefforsfrau, Namens Schneckenberger, in Tuttlingen i < Württemberg) hat vor Kurzem den Too ihres Dienstmädchens durch | Harle Behandlung, Vorenchaliung von Nahrung und Obdach rc., herbeigeführt. Die Profefforsfrau wurde jetzt vom Gerichtshöfe zu 10 Monaten Arbeitshausstrafe verurtheilt, hat stch aber der Vollziehung des Unheils, mit Zurücklassung ihrer Caution von 600 st. durch die Flucht entzogen.
— In Meckenheim bei Neustadt a. d. H. wurde die 19jährige Tochter des Schullehrers von einem Kerl, der des Stehlens halber in'S Haus drang, jämmerlich ermordet. Der Verbrecher fitzt fest.
— In Berlin sind die Nähmaschinen in voller Thärigkcit. Die Schneider, welche sie sich angefchafft, lassen damit am offenen Fenster arbeiten und das Publikum drängl sich in den betreffenden Straßen so, daß die Polizei die Ordnung erhallen muß.
— Die Gattin des dieser Tage in Ehalons erschossenen Generals Reuilly hat stch in ein Kloster zu Metz begeben.
— In Reutlingen wurde vor einigen Tagen zur Nachtzeit eine Wittwe scheußlich ermordet. Zwei Bursche sind verdächtig.
— In der Bremer Todtenbundssache sind 68 Unheile gefällt. Das höchste lautet auf 7 Jahre Zuchthaus.
— Die berühmte Kreuzberger'sche Menagerie kommt dieser Tage aus der Schweiz nach Friedrichshafen und Stuttgart. Drei Dampf- schleppschiffe und ein Eisenbahnzug sind extra bestellt.
— Einen schrecklichen Tod fand neulich ein böhmischer Forstmann. Derselbe legte stch im Walde schlafen und als er nach einiger Zeil elwas in seinem Schlunde verspürle, sand er zu seinem Entsetzen eine giftige Natter, ohne Kopf, neben sich liegen. Das Thier war ihm in den Mund gekrochen und im Schlafe biß er ihm den Kopf ab. Der Unglückliche war bald eine Leiche.
— Telegr. Depeschen melden: Die Fahrten der Dampfschiffe auf der untern Donau seien wegen plötzlicher Hindernisser eingestellt, und ein Theil der türkischen Armee habe bei Kalafat die Donau überschritten.
— Die französische Regierung hat laut einer telegr. Depesche aus Paris die Bildung zweier Lager zu Lyon und Toulon, jedes von 50,000 Mann, beschlossen.
— Die Gerüchte von einem bei Metz aufzustellenden franz. Ob- servationscorps werden durch die Angabe bestärkt, es seien dort bereits für große Kartoffel-Lieferungen Accvrde abgeschlossen.
— Im Tuileriengarten zu Paris steht jetzt ein junger Kastanienbaum , der während des Flühjahrs und Sommers nicht einmal Knospen noch Blätter trieb, in reichstem Blätter- und Blüthenschmuck.
— Der Uebergang der Türken übet die Donau bei Kalafat ist nun officiell bestätigt. — Fürst Gonschakoff rückt mit seinen Truppen nach dem Süden an die Donau.
— Nach einer verbürgten Miltheilung aus Konstantinopel ist die Bildung einer aus ungarischen Flüchtlingen bestehende selbstständige Fremdenlegion nicht gestattet worden.
— In Bra, einer kleinen Stadl in Obetpiemonl, kam es jüngst Abends zu einem Ctawall wegen der Theuerung der Lebensmittel.
-- In New-Orleans starben binnen 19 Wochen 10,960 Personen , und von diesen 8148 am gelben Fieber. In den Missistppi-Staaten grassirt es noch sehr bösartig fort. Auf Jamaica, Haity und in der Havannah bat die Cholera nachgelassen.
Ml i s c e l l e,
— Ein ächter Patriot — rief ein amerikanischer Volksredner bei einem Massen - Meeting im Westen —, ein üchter Patriot muß für sein Vaterland sterben können, selbst wenn's ihm das Leben kosten sollte. (Ungeheurer Beifall.)
Nachrichten
aus dem Gebiete der Staats - und Volkswirthschast,
milgetheilt von Otto Hübner.
Berlin, 21. September. (Schluß.) Die Verfasser, aW Deutsche, welche seit längerer Zeit in Amerika leben, haben es unke nommen, den vielen verlockenden und glänzenden Bildern gegenübt durch welche die leichtgläubigen Deutschen über die Amerikanisch, Zustände getäuscht werden, wahrheitsgetreue und ncdiegene Schill, rangen der dortigen Verhältnisse zu liefern. Es ist dies in em langen Reihe von meistentheils fehr gut, öfters elegant geschriebem Aufsätzen, so wie durch zweckmäßige Mittheilungen aus den Ama kauischen Blättern in einer so interessanten Weste geschehen, raß i Hefte auch solche gebildete Leser, die stch nicht speciell um t Amerikanischen Zustände bekümmern, auf das Angenehmste fessel und anziehen müssen.
Da hier Vieles ganz anders und weit weniger glänzend e scheint, als das gewöhnliche Geschrei der Amerikanischen Anbeter i auszumalen pflegt, so ist rs kein Wunder, daß fowohl ein Th» der Deutsch-Amerikanischen Presse, als auch die Werbe-Blatter, m z. B. die Allg. Auswanderungs-Zeitung, mit wahrer Wuch üü diese Aufsätze herfallen. Dies kann ihnen indeß nur zur Eh gereichen und ist ein Beweis für ihren inneren Werth und d« Gute, was sie stiften. Der Central-Verein kann daher die Leetii der „Atlantischen Studien" nur dringend empfehlen.
An den Bericht des Vorsitzenden schloß sich eine Debatte, i welcher Hr. Oberstlieutenant v. Forst»er, Hr. Ausculmtor Stol der Vorsitzende u. A. Theil nahmen. Es wurde nämlich tue F», erörtert, welches Land und refp. welche Gegend wohl im All.eMi neu dem Auswanderer am meisten zu empfehlen fei? und es ergi sich, daß die Beantwortung dieser Frage in ihrer Allgemeinheit M möglich sei. Es kommt in jedem einzelnen Falle so viel auf l Persönlichkeit, die Vermögenslage, den Körperzustand und *.ii andere Verhältnisse des Auswanderers an, daß die Frage. wohl man auswanver» solle? stets in jedem einzelnen Falle ii Berücksichtigung aller dabei concutnrenden Verhältnisse erörti werden nruß. Deshalb eben hält der Central-Verein sein offen Büreau, wo ein solcher Rath ertheilt wird. Je reichere Ersahru gen das dort zusamnienströmende Material gewährt, um so mt stellt es sich heraus, daß die ganz allgemeine Empfehlung mi Landes, wie sie in so vielen AuSwaiiderer-Büchern oder Wert Zeitungen vorkommen, das wahre Beßte der Auswanderer nimm' mehr fördern kann.
Schließlich erhielt Hr. du Rieur, welcher nach einem U geten, wissenschaftlichen Forschungen gewidmeten Aufenthalte Guateniala kürzlich hierher zurückgekehrt ist, das Wort, um ein Vortrag über dieses Land mit Rücksicht auf dessen etwaige Colo« sation zu halten. Der Redner führte in interessanter und an|pt chender Weise aus, wie groß der Einfluß sei, welchen die geogtaphil Lage und Formation eines Landes auf feine Entwickelung und P" tische Stellung habe, und untersuchte von diesem Gesichtspunete a die Bedeutung Guatemalas. Das Resultat war em günstiges die Zukunft dieses Landes ; auch für die Deutsche Ansiedelung w dort Die Zeit kommen, obwohl gegenwärtig und für Die nächste s funft noch viel zu überwinden ist, ehe man damit vorgehen Dem Präsidenten Der Republik Guatemala, dem General a ließ Der Redner die größte Anerkennung widerfahren. .
Nach einigen Bemerkungen des Vorsitzenden über einzelne ch dieses Vortrages wurde Die Sitzung geschlossen.
Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch« und Skrindruckerei.
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