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Beilage.
Der Dahnwärter.
igen nach erwähnt,
Novelle.
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(Fortsetzung.)
Den 26. Januar 184 .
Ich habe sie wieder gesehen. Ich habe ihre Stimme gehört, habe ihre Hand berührt, ihren zarten Biumenleib im Taumel Tanzes umfchlungen. Die heilige Cäcilia hat für ihre Erden-
uch für jed« indwirthsch«!
schon an fl iterr. Uebi luswanderui uf Kosten b eie sogenanii
Die Comteffe Natalie soll eine der ausgezeichnetsten Piano- lettanttnnen der Residenz sein. Auch sie wurde bestürmt, ja fast i Gewalt ans Klavier gezerrt, aber sie lehnte alle Aufforderungen je die geringste Ziererei, aber mit der größten Bestimmtheit ab. i spiele nie vor größerer Gesellschaft, sagte sie, und in ihrem inen Hause am allerwenigsten. „Ich thue das aus Eitelkeit nicht",
bis jetzt
cs 3. Banst
mderung den Namen Natalie, Gräfln von C....., angenommen,
n Freund zerrte gestern mich Wiverstrebenden in eine Gesellschaft.
wollte glänzen, indem er mich vorstellte. Das ist die Erklä- ng i warum die Künstler so viele Freunde haben, versteht sich, so ige sie en vogue sind. Die erste, die einzige Gestalt, die ich, wie wir die Schwelle betraten, in dem überfüllten Salon sah, ir die heilige Cäcilia. Ich faßte krampfhaft den Arm meines ' mildes: „Um Gotteswillen, wer ist die Dame in dem Rosakleide, 5 > den weißen Camelien in den Haaren, die Dritte in der Colonne hts?" „Die Tochter des Hauses, die reizende Comtesse Natalie n C.....erwiderte mein Freund. „Ich will Dich ihr vorstellen,
wie der Tanz zu Ende ist, vorausgesetzt, daß Du mich bis dahin tt ohnmächtig gepreßt hast. Unterdessen wollen wir ihrer Mutter l'er Compliment machen."
Der Tanz war zu Ende, ich wurde ihr vorgestellt; ich sprach te gleichgültige höfliche Worte zu ihr; ich, der ich auf die. Knie ' ihr hätte niedersinken und ihr zurufen mögen : Du hast mich tttet, heilige Cäcilia nimm mich hin, mein Blut, mein Leben, 1 ne Kunst.
Sie sagte mir viel Schmeichelhaftes, namentlich über mein les Concert, über die geschmackvollen Variationen klassischer The- a. Sie kennt jeden Takt aus den Werken der alten Meister, liefe gespielt hatte.
1 Man forderte mich auf zu spielen; ich verweigerte es unter 1 l Vorwande einer zufälligen Fingerverletzung. Ich hätte nicht ilen können vor diesem Concert - Publikum im Salon, cs wäre
j tVerrath an mit, an meinen Vorsätzen gewesen.
.. ... ...... .v „.„(ja, „ich will nicht von meinem Applause »pflichtschuldige Höflichkeit meiner Gäste abzurechnen haben.
Ich war glücklich über ihre Weigerung. Ich kann derlei prah- lche Schaustellungen des Talentes überhaupt nicht leiden und bi hätte ich ja, wenn sie gespielt hätte, wie ein Geiziger jeden tAnwesenden um seinen Tonantheil beneidet. In größerer ®e= Haft, sagte sie, spiele sie nie, also doch in kleinerer. Ihre Itter war freundlich gegen mich und forderte mich auf, öfters der zu kommen. O ich werde kouimen, ich werde kommen und es sagt mir dies eine untrügliche Stimme meines Innern, 'n wird die heilige Cäcilia spielen, und die Töne meiner.enthei- ji l" Violine werden wieder geweiht und gereinigt werden, indem mit denen ihres keuschen Pianos zusammen klingen.
, n ich ihr gute Nacht sagte, wiederholte sie mit herzgewin-
I°«n Lächeln die Aufforderung ihrer Mutter. Wir können vielst Duetten versuchen, sagte sie, wenn sie Nachsicht mit mir haben
wollen. O! gewiß. Ich soll mit der heiligen Cäcilia Duetten spielen und Nachsicht mit ihr haben!
4. ,
3. Februar 184 .
Ich habe mit ihr Duetten gespielt. Man sage mir nicht mehr, daß das Leben nicht die Qual lohne, die es kostet. Sollte eS mir auch nichts mehr bieten als Elend und Verzweiflung, diese Eine berauschende Stunde ist eine überreichliche Entschädigung für alle vergangenen Leiden, die noch kommen können. Ich fordere sie Alle heraus gegen diese Erinnerung zu kämpfen. Wie ihre zarten und doch so mächtigen Finger über die Tasten flogen, wie sie mit ihrer kleinen, aber gewaltigen Hand das Instrument meisterte, daß es, gleich einem wilden Rosse, nur widerstrebend der höheren Macht gehorchte, und wie ich neben ihr stand, die Geige in der Hand, und anstatt in die Noten, auf ihre Hand, in ihre Augen blickend! Und dennoch folgte ihr meine Violine, jetzt sie beherrschend, dann wieder sich ihr unterordnend, jetzt aufrauschend im prächtigen Allegro, dann wieder leise klagend im schmelzenden Adagio. Es war wie wenn zwei von der Schwere des Körpers befreite Seelen mit einander in den Gesilden der Seligen Zwiesprache hielten, ihre Freuden und Schmerzen, ihre Hoffnungen und Befürchtungen austauschend. Jetzt verstummten die Instrumente, aber ick stand noch regungslos neben dem Klaviere, die Geige war meiner erschlafften Hand entsunken und lag wie müde auf dem weichen Teppiche. Auch Comteffe Natalie schien bewegt; ihre Finger irrten noch über die Tasten, jedoch, ohne sie zu berühren, ihr Haupt, von den herabwallenden Locken wie in einen goldenen Schleier gehüllt, neigte sich gegen die antike Büste, in ihrem Auge lag ein erdenfernes Träumen. Endlich schien sie sich meiner und ihrer selbst wieder zu erinnern; sie stand hastig auf und reichte mir schweigend ihre Hand; ich drückte eityn langen heißen Kuß auf diese entzückende Künstlerhand. Man sage mir nicht mehr, daß das Leben nicht die Qual lohne, die es kostet.
(Fortsetzung folgt.)
Was giebt es Neues?
— Unsere Landstände werden im December einberufen.
— Die Leitung des Telegraphendrahtes unter dem Rhein her bei Worms, ist glücklich vollendet.
— Müller-Melchiors und Buchdrucker Jörg in Mainz wurden letzter Tage wegen Preßvergehen, ersterer zu 5, letzterer zu 3 Monate Correctionshausstrafe verurtheilt.
— Die Weinlese im Rheingau und der Pfalz geht munter vor sich. Die Winzer sind guter Dinge, denn in der Pfalz werden schon für 1000 Litres 150—180 fl. geboten. Im Rheingau steht eä ebenfo.
— Am Unterrhein blüht gegenwärtig der Fabrikbetrieb fo, daß Arbeitermangel eingetreten ist.
— In Cassel kamen neulich bei dem Brande eines Hauses leider fünf Menfchen um s Leben. Eine Mauer stürzte nämlich ein und begrub den Bürgermeister Henkel nebst vier Handwerkern von der Rettungscompagnie. Vor der Beerdigung wurden die Verunglückten auf dem Paradebett ausgestellt und fodaun, begleitet von einer Ungeheuern Menschenmenge, nach dem Friedhöfe gebracht.
— In Naumburg wurde in einer der letzten Nächte ein Seifensieder im Beite erschlagen und ihm 600 fl. geraubt.


