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Berlin, ‘Den 24. August. Die heutige öffentliche Sitzung U
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Druck und Verlag der G. D. Brühl'stlM Buch- und Steindruckerei.
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Nachrichten
aus Dem Gebiete der Staats - und Volkswirthschasi,
mitgetheilt von Otto Hübner.
neu zu lassen. , .
__ Auf dem Getreidemarkte in Brussel mar vor einigen Tagen eine so große Masse Frucht aufgestellt, daß die Prel,e um 12 biv 21 pCt. wichen, und dennoch ein großer Theil unverkauil oliev. Gleiches läßt sich von den andern belgischen Märkten sagen.
__ Nach den letzten Erzählungen gibt es in Frankreich gegenwär-
Was giebt es Neues?
— In Folge eingetroffener großer Getreidevorräthe wurde vorgestern durch die Polizeitare zu Frankfurt der öpfündige Laib Brod von 26 aus 24 kr. herabgesetzt. Auch wurden daselbst letzter Aage G^ichts- und Brod-Visttationen bei den Bäckern vorgenommen.
— Bor Kurzem wurde vom Marburger Schwurgericht der in Amerika weilende Professor Bayerhoffer in contumaciam zu 1D labten Zuchthaus wegen Hochverrats) verurtheilt.
__ Die Tabak- und Hopfen-Ernte in der Pfalz hat begonnen; man erfreut sich bei beiden Producten eines reichen Segens.
— In Hördt bei Germersheim starb dieser Tage einer der ältesten und letzten Veteranen der ägyptischen Armee unter Napoleon I., Oberstlieutenant v. Waldmann, aus Neustadt a. d. H. gebürtig , in dem seltenen Alter von 95 Jahren.
— Vor 5 Wochen hatte in Paderborn ein wuthender Hund eine Anzahl Kühe gebissen. Fünf dieser Kühe mußten wegen Toll- wuth gelödtet werden, mehrere fielen. -
_ Zu dem nächstens in Berlin abzuhaltenden evaugelifchen Kirchentage find ca. 1500 Teilnehmer angemeldet. ,
_ In per vorige Woche in Nürnberg abgehobenen Verfaunnluiig der deutschen Land- und Forstwirthe gab Liebig die bemerkenöwerthe Erklärunq, daß er sich jetzt nur noch wenig mehr nut der Chemie in ihrer Anwendung aus den Ackerbau beschäftige, da er damit „nicht aani glücklich" gewesen fei.
__ Die französische Regierung versucht alles Mögliche, um die Getreide- und Brodpreise nicht noch höher kommen zu lassen, als sie leider schon -stehen. Den Fruchthändlern sieht sie ganz gewaltig auf die Finger, und hat bereits einen der reichsten und angefehen- sten eingesperrl. Um Maare schnell auf den Markt zu bringen, hat man im Plan, die in Odessa angekauften Vorräthe durch einen Dheil der Flotte in der Besikabai nach den französischen Häfen brin-
Der En» räch t(lli
baten sie Peppo, die Flaschen wieder zu füllen, und thaten, um sich einigermaßen zu trösten, ihr Bestes an dem Reis und den Hühnern, die während der großen Abhandlungen gar^ geworden waren. Als sich daun der Sturm gelegt hatte, gingen sie in bru- terlicber Eintracht nach Haufe und dachten, so weit uns ihre Lebens- qefchichte bekannt ist, nicht eher an daö Heirathen, als bis ire wieder auf heimathlichem, deutschem Boden waren.
Bei der Hochzeit zu Albano ging es aber groß her. Die drei alten Herren, welche ganz besoiiders lustig waren, hatten aber auch einen ausgezeichneten Geschichtsmaler aus Düsseldorf mitgebracht, welcher eine Skizze von der bräutlichen Angioletia machte, als sie, die laute Gesellfchaft vergessend, in Gedanken versunken vor sich hin führte nach jenem Entwurf ein Gemälde aus, das aus-
Central-Dereins für die Deutsche Ans wa nver uiigz- und Colonisaltons -Angelegenheit wurde durch den Vo,- sitzenven, Herrn Regierungs-Rath vr. Gachter, mit dem gen* lieben Geschäftsberichte eingeleitet. Im Juni und Juli waren » öffentlichen Sitzungen ausgefallen, weil fast alle Mitglied!: t6 n» so eines Verwalitingsraths verreist oder sonst abgehallcii waren. Im Utbii- L feine Eil. gen wächst die Anerkennung, deren sich der Verein erfreut. Eil »ter den Mi
Gönner des Vereins hat demselben 50 Thaler zum ^Ge,chenk gt macht, von denen 25 Thaler sofort gezahlt und 25 Thaler pei 1. Oetober c. angewiesen wurden, und der Vorsitzende ist al» Aeo tretet des Central-Vereins zu dem am 19. September d. I. zi Brüssel zu eröffnendeii statistischen Congreß eingeladen rooile« auf weichem auch die Auswanderungsfrage behandelt werden will Die Auswanderung, welche mehrere Monate lang nachgelassen hittk sängt in neuester Zeit wieder an, zu wachsen. Bei Weitem d: größte Strom der Auswanderer geht noch immer nach den Not) amerikanischen Freistaaten. Hier ist wegen vieler in Angr! genommener Eisenbahn- und Canal-Bauten zwar fein Mangel ai Beschäftigung.für die an grobe Handarbeit gewöhnten EinivandM gewesen, dagegen wird cd bei der steigenden Coneurrenz »NM schwieriger, auf andre Weise fein Untetfommen zu finden. Z»»-> treten die gesellschaftlichen Zustände Nordamerikas, je mehrte bi fannt und des Schimmers, mit welchem blinde Lobhudelei |U --! golDite, eiukleidei werden, immer bedenklicher hervor. Die iq brutale Gewalt, welche in den Bauden der Nowdjes (Kraircks Bummler, Taugenichtse) den unverschamlesten Terrorismus über W vate und Autoritäten übt; die in erschreckender Ausdehnung uw areifenße Bestechlichkeit; die Herabwürdiguiig ver Politik zum - mamel aller mögliche» Prival-Jnlereffeir; der Zoffen getriebene ■ mit Staats- und Gemeinde-Aemlern; die enliittlicheudeu ö'» 8e mi Süden herrschenden Sclaverei und des neuen ®claw»J«| Gesetzes und viele andere Erscheinungen lassen erkennen , P | iu de» Bereinigten Staaten ein Sieg des ^Materialismus, > „GeldmachenS" über die liefere religiöse und ittiliche ^°ee ! ziehen beginnt, welcher in feiner Vvlhstaudigkeit zu eine g vie wahre Civilisation vernichtenden Auslöiung fuhren »ub- falls find die Nord-Amerikanischen Zustände für die ge Deutschen nichts weniger als aulockenv. J
Bo» °en Deutschen Gesellschaften zu N-w-Vork u«» Orleans wird mehr als je über die Mchtt Beköstigung der Passagiere auf den von L t v e P Schiffen geklagt und hervorgehoben, daß trotz, des publieirte» Passagier-Gesetzes die Mißbrauche s . Linie nur zu- anstatt abgenommen halten. A^^^ngea findet hierin nur eine Bestätigung ssinei vulsach der Wahl außerdeutscher^ Einschiffungs - Hafen. ^sproche»« mehreren Hamburger L>chiffS«pedienten der Ll-unl ) den, daß die Auswanderer schon im Snlance m 9 h Passage-Coniraete abschließeu mochten, weil st > J nanlln in Haniburg selbst von den dortigen RunnerS bett gen, J an die Liverpooler Erpedieulen verhanvell zu wer • Verein findet diesen Wunsch völlig gerechtfertigt und
Wanderern dringend, sich schon in ihrer ^ellliaI ’ .a1' "cinenSlnftaUc'n uuv zuverlässigen Agenten zu wenden und m inll — $
Veiirag abzusevließen.___________ _
tig 37662 Blinde.
__ Die amerikanischen Consuln dürfen nun keine Ctvil-Trauun- gen mehr vornehmen. Wie manchem Liebespärchen, dem zu Haute die Verbindung nickt gelang und doch vor Besteigung des Auswan- dererfchiffes gern noch hätte getraut werden mögen, ist damit ein Strich durch die Rechnung gemacht.
__ Die Start Cumana (Venezuela) ward am 19. Juli, Nach- mittag« 3 Uhr, von einem starken Erdbeben heiirigefuchi, wobei 4000 All n sch en ums Leben kamen.


