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zwischen Carlsrube und Rastatt, stürzte die Locomotive, auf welcher der Führer, der Heizer und ein Werkmeister standen, über den Bahndamm hinab! Nur durch das Zerreißen der Kette hatte der Train nicht gleiches Schicksal und blieb ruhig stehen. Der Lokomotivführer ist durch die ihn überschüttende Feuerung gänzlich verbrannt, Heizer und Werkmeister blieben unversehrt.
— Die Carlsr. Ztg. meldet aus dem Kinzigthale zwei schauderhafte Unthaien. Am Pfingstfeste wurde der Besttzer eines einzelstehenden Hofes im Belte erschossen. Man hat den Sohn des Ermordeten im Verdacht, der seinem Vater 800 fl. schuldete und diese nichl heimzahlen wollte. Sodann sand man eine gräßlich verstüni- melte Kindesleithe.
— Die A. Abz. berichtet aus Schongau über einen gräuelvollen Vorfall in dortiger Nähe, zu Sulzgrub: Eine Bauerndirne, Maria Anna Sailer, aus Rache, daß ihr Vater ihre Verehlichung mit einem Burschen, der sich mit einem andern Mädchen verfehlt hatte, nicht zugab, ermordete ihren leiblichen Vater mit einer Holzart, steckte daS Anwesen in Brand, worauf Sie alsdann stch selbst erhängte.
— Die Wahl eines neuen Jesuitengenerals ist aus einen Russen gefallen.
— Man bemerkt seit kurzem — schreibt man der Coblenzer Zeitung —, daß englische Sveculanten am Rbeine sich einfinden, um Schlachtvieh aufzukaufen und nach England transportiren zu lasten. Sie sollen ihr Geschäft den Rhein herauf bis zur Schweizergrenze ausdehnen und eine große Menge dieser Waare an sich bringen.
— Seilens der Bremer Handwerker sollte neulich an den dortigen Senat eine Eingabe wegen Nichtzulassung der Juden zum Meisterstück gerichtet werden, doch verwarfen die Altmeister selbst diesen Antrag mit großer Majorität.
— Prinz Friedrich Wilhelm, Sohn S. k. H. des Prinzen von Preußen, ist plötzlich erkrankt.
— Die Civilliste des Kaisers Napoleon soll um 5 Mill, vermehrt und außerdem noch für das laufende Jahr ausnahmsweise eine zweite Summe von 5 Mill, für die kais. Vermählungs- und Einrichtungskosten votirr werden.
— Der französische Kriegsminister hat eine Methode eingeführl, der zufolge die Soldaten in den Regimentsschulen binnen sehr kurzer Zeit in 12 Lektionen lesen und in doppelter Frist schreiben lernen.
— Der frühere Reichsminister Heckscher ist Hamburgischer Mini- stcrrefident in Wien geworden. Ernst Merck in Hamburg, ebenfalls früher Reichsminister, ist in den österreichischen Freiherrnstand erhoben und zum österr. General-Consul ernannt worden.
— In Cuba starb Ende März das ehemalige Mitglied des Frankfurter Parlaments, Schmidt aus Löwenberg. Er leitete in letzter Zeit mit seiner Frau ein Erziehungsinstitut.
— An der Küste von Down (Irland) zeigten stch kürzlich etwa 40 Walisische. Dian machte sofort Jagd auf sie, und 26 wurden gefangen.
Nachrichten
aus dem Gebiete der Staats - und Volkswirthschaft,
mitgelheilt von Otto Hübner.
Berlin, den 15. April. (Forts.) Nach Venezuela ist die Auswanderung durch den Ausbruch des gelben Fiebers in den KÜ- stenstädteit unterbrochen. Rühmend ist zu erwähnen, daß auf Anlaß res Herrn G l ö ckle r, Consul für Venezuela zu Hamburg, das erpe- dirende Haus Ti edge die von ihm für Venezuela engagirten Passagiere hiervon in Kenntniß gesetzt und sic ihrer Passage-Verträ e entbunden hat.
Ueber die Auswanderung nach Chili ist dem Central-Verein eine Mitthetlting des Colonisations-Vereins für Chili in Stuttgart
~ Druck und Verlag vec G. D. Br st
zugegangen. Hiernach ist dieselbe gegenwärtig nur schwach, obwohl von der Chilenischen Regierung sehr viel für die Einwanderer gethan wird. So lange die Regierung von Chili stch nicht entschließt, die sactisch bestehende Religionsfreiheit auch rechtlich herbeizuführen und den Einwanderern einen Theil der Ueberfahrlskosten vorzuschießen, wirb dieses Verhältniß auch bleiben.
Brasilien nimmt in der Auswanderungsfrage fortwährend die öffentliche Aufmerksamkeit in Anspruch. Die Stellung, welche in dieser Angelegenheit der Central-Verein entnimmt, hat ihm von einigen Seiten den Vorwurf feindseliger Angriffe gegen die Brasilianische Regierung zugezogen. Wte unbegründet dieser Vorwurf ist, weiß Jeder, welcher den Verhandlungen des Central-Vereins unbefangen gefolgt ist. Um indeß auch denjenigen Organen der Presse, welche jetzt erst die Frage zu diseutireir beginnen, keinen Zweifel zu lassen, so sollen hier noch einmal kurz die Grundsätze, welche der Central-Verein befolgt, wiederholt werden.
Der Central-Verein hält es sowohl im Interesse der Auswanderer als in demjenigen des Deutschen Mutterlandes für wünschens- werth, daß ein verhältnißmäßiger Theil des großen, nach Nord-Aiue- rika fiutheitden Stromes der Deutschen 'Auswanderer stch auch nach solchen Gegenden Mittel- und Süd-Amerika's wende, welche sich überhaupt durch gesundes Klima, fruchtbaren Boden und günstige Lage zur Ansiedelung eignen. Für eine solche Gegend erachtet der Central-Verein die südlichen Provinzen Brasiliens, uni gerade dieser Verein hat seit dem Jahre 1849 die Aufmerksamkeit der Auswanderer Brasilien wieder zugewendet. Für Brasilien ist gleichfalls eine kräftige Europäische Einwanderung von entschiedener Wichtigkeit, und seit der strengeren Unterdrückung des Selavenhanvels geradezu zur Nothwendigkeil geworden. Der Central-Verein kann es daher nur auf das Lebhafteste bedauern, daß von der Brasilianischen Regierung in dieser Angelegenheit ein System befolgt wird, was der soliden Grundlage für eine fruchtbringende Einwanderung in Brasilien entbehrt, den Einwanderern keine Garantie für die Möglichkeit ihrer gedeihlichen Entwickelung giebt, und daher über kurz oder laug die Auswanderung nach Brasilien nur in Mißkredit bringen, mithin diesem Lande selbst zum größten Schaden gereichen muß. Der Central-Verein kann eS nicht billigen, wenn die Brasiliatiisihe Regierung die dortigen Plantagen-Besitzer durch lireete oder indirekte Unterstützung darin bestärkt, die auf ihren Plantagen fehlenden Sklaven durch Deutsche Auswanderer in einer Weise zu ersetzen, daß diesen der freie Handelsverkehr untersagt, der Erwerb eines Grund- eigenthnms in weilt Ferne gerückt, und überhaupt ein thatsächlickes Hörigkeits-Verhältniß hervorgerufen wird. Cs kann ferner nicht gebilligt werden, wenn die Brasilianische Regierung Werbe-Agenten nach Deutschland schickt, welche sich anheischig gemacht haben, gegen ein gewisses Kopfgeld oder andere Vottheile eine bestimmte Zahl von Deutschen Auswanderern in bestimmter Zeit nach bestimmten Orten zu liefern. Es kann nicht gebilligt werden, trenn die Brasilianische Ne ierttng die freie Einwanderung, wie sie in Nord-Amerika und Überall stattfindet, aus Gründen, die nicht für durchgreifend erachtet werden können, verwirft, sondern ihr bisheriges System beibehalt, dein sie eine Reihe von stechenden, zum großen Theil noch der Unterstützung bedürfenden und keine Zukunft habenden Deutschen Colo- nieen verdankt. Es muß entschieden geinißbilligt werden, wenn in der Colonie San Leopolds, der einzigen, welche nach mehr als 30jäh- rigent Ringen (wobei manche glückliche Zufälligkeiten umhalsen), bet einer compacten Deutschen Bevölkerung von etwa 11,000 Seelen, in gedeihlichem Zustande sich befindet, die Direction Ansichten durchzuführen versucht, welche geradezu jeder Civilisation Hohn sprechen, z. B. die Ansicht: daß man die Deutschen Väter strafen muffe wenn sie ihre Kinder in ihre Deutschen Privatschulen schicken, bevor sie Portugiesisch gelernt hätten! (Forif. folgt.)
hl'scheu Buch- und Slemdrttckerei.


