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M i s c e l l e n.
Druck unb Verlag der G. D. Brübl'scken Buck- und Steilivruckeret.
sind in Wien wieder 2 Millionen Papiergeld so daß 6% Millionen aus den auf das An- Geldern getilgt sind.
wurde vor einigen Bier vergiftet.
— Am 20. d. verbrannt worden, lehen eingeflossenen
kaiserliche Braut genannt.
— Der Kaiser hat die Reise nach Compiegne gemacht und wurde dort warm empfangen. Jagd und Bali wurden arrangirt,
— Zu Solothurn wurde diese Woche ein dreifacher Mordbrenner zum Tode verurtheilt. Derselbe heißt v. Arr, gehört einer adeligen, jetzt im Bauernstände lebenden Familie an, stand früher als gemeiner Soldat in neapolitanischen Diensten und war noch bei seiner Berurtheilung so roh, dem Gensdarmen lachend zuzurufen: „ich werde jetzt wohl das große Loos gewinnen!"
— In Paris erzählt man sich, Napoleon werde sich mit einer Tochter des Herzogs von Cambridge verloben, und von anderer Seite wird eine Tochter des Herzogs Maximilian in Bayern als
Feuergarben aus.
__ Die Ulm. Ztg. berichtet von einem am 13. Dezember früh um 3 Uhr zu Ulm verspürten Erdstoß, der sich in einem mit Blitz verbundenen, dem Donner ähnlichen Schlage äußerle.
— Einem Brauer in dem bayerischen Städtchen Traunstein Tagen von ruchloser Hand ein großer Sud
__ In Zeilsheim bei Höchst wurde ein Falschmünzer mit sammt seinem Werkzeug, falschen Guldenstücken rc. von der Polizei auf- ge^ Dieser Tage starb in Koblenz nach langem Leiden der fürstl. Thurn- und Taris'sche Generalpostdirektionsrath H. Wal.cr. Er war 1807 zu Limburg geboren.
— Im Königreich Sachsen soll hinfort bei Hinrichtungen statt des Fallbeils das Fallschwert zur Anwendung kommen. Em Dresdner Mechaniker hat berejis das traurige Werkzeug in Arbeit, das, leider, bald vielfach benutzt werden dürfte.
__ Das Berliner Polizeipräsidium hat nunmehr mit der englischen Gesellschaft, welche ganz Berlin mit fließendem Wasser versehen will, den Vertrag abgeschlossen. Auch werden an vielen Punkte» der Stadt öffentliche Wasserständer »nv Springbrunnen unentgeldlich eingerichtet.
— In dem Kirchspiel Kleinasbach (Würtemberg) kam letzte Woche eine merkwürdige Mißgeburt, jedoch todt, zur Welt: zwei zusammengewachsene Knaben. Die Kinder hatten Eine gemeinsame Brusthöhle, Eine Bauchhöhle, übrigens doppelte Eingeweide in den- selbm; zwei Herzen in Einem Herzbeutel. Die beiden Köpfe des Wunderkindes — vier Schultern und Arme, vier Füße rcaren wohl gebildet. e ~ ,
— Die Duellangelegenheit ! zwischen Fürst Wrede und Frhrn. von Lerchenfcld wird am 10. Januar vor dem k. Stadtgericht München zur Verhandlung kommen.
__ In Magdeburg klagte sich eine Frau bei Gerlcht als Gattenmörderin an, die Polizei fand aber den angeblich Ermordeten gesund und frisch zu Hause: die arme Frau ist geisteskrank.
__ Zn Ehren des kaiserlichen Gastes fand in Berlin große Truppenschau statt. Kaiser Franz Joseph führte dem Könige Friedrich Wilhelm IV., und umgekehrt dieser dem Erstgenannten ein Regiment vor. Die Musik spielte u. A. auch das „Gott erhalte Franz den Kaiser". Nach der Vorstellung mehrerer höherer Offiziere war großes Diner und Abends Theater, nur für Geladene. Die Militärschauspiele wiederholen sich bei Potsdam und Se. Majestät der Kaiser wird alsdann nach Wien zurückkehren.
__ Am 18. Dez. ist ein Meteor auf der Hochebene des Jenaer Schlachtfeldes in der Größe des Vollmondes beobachtet worden. Es senkte sich am östlichen Himmel und schleuderte mehrmals
— Ein neueres Schreiben aus Paris melket, daß neue Ge- sahren gegen das Staatsoberhaupt entdeckt, und darum die ^zagd feste von Compiegne abbestellt worden seien.
— Im Pariser Jnvalidenhotel wurde am 15. d. M. der Jahrestag der Ankunft von Napoleons Asche kirchlich gefeiert. Am Fuße der Napoleons-Säule auf dem Vendomeplatz fand man viele Todtenkränze niederg-legt. Auch in Courbevoie, wo die Landung der Asche statt harte, wurde eine Trauerfeier veranstaltet.
__ Abd-el-Kader hat sich in Marseille nach Brussa eingeschifft. Seine Familie besteht aus seiner Mutier, 79 Jahre alt, seiner lcgi- timen Frau, 32 Jahre alt, drei nicht legitimen Frauen und drei Söhnen, die 12, 10 und 9 Jahr alt sind. Zwei ältere Tochter sind verheirathet und wohnen in Marocco.
__ In Montenegro (ein gebirgiges, tast unzugängliches, auf ca. 100 Q.-Meilen 100—110,000 Bewohner zählendes, an dl- Türkei gränzendes Ländchen) nimmt der Conflwt mit der Pforte, welche die Unabhängigkeits-Erklärung desselben nicht gut h-lyen will/ eine immer bedenklichere Wendung. In Oberalban.en werden Simpathieen für die Montenegriner bemerkbar, ein siamscher Häuptling an der Grenze von Albanien soll der Pforte den Gehör,am aufgesagt haben, dagegen eine türkisch- Armee marsch,-rttg sein.
— Ledru-Rollin ist plötzlich reich geworden. Er odei vielmehr seine Frau hat 4,000,000 Frcs. geerbt. Letztere ist bekanntlich eine Engländerin und gehört einer sehr reichen Familie an.
gebracht wird.
meriner Thor befindet, ist gänzlich abgebrannt. . .
— Als unlängst ein amerikanischer Redner in Emphase sei er Begeisterung sagte : „Ich st-he auf den. breiten Boden der Prm- cipien von 1798, und mein Arm soll erlahmen, wenn ich vo ihnen abiaffe"--wurde er von einem kleinen Schuster, der
sich unter dem umstehenden Publikum befand, mit folgender Gegenrede unterbrochen : „Ihr st-h-t auf nichts anderem, ^ack, als auf meinen Stiefeln, die Ihr mir noch nickt bezahlt habt, und wosur Ihr nun so gut sein werdet, mir das Geld zu geben.
— Wie weit jetzt in Paris der Schwindel getrieben wird, nicht allein au der Börse, sondern auch in der Handelswelt, beweist le Abreise von 12 jungen Mädchen nach Konstantinopel. Vier groß Pariser Mode-Geschäfte haben sich nämlich vereinigt, obige Damen equipirt, reichlich mit Geld versehen und sie unter dem er e eh eines herabgekommenen Lions nach Könstantinöpel gesandt, um rrr zu Gunsten dec französischen Dioden Propaganda zu machen.
— So wie man unter den Menschen sogenannte Pechvögel findet, so gibt es auch unter den Tagen wahre Unglückstage. Ein solcher . Dies nefastus war der 7. Dec. für eine» Hausbe,ltzer ,n Neu,atz, indem an diesem Tage fünf verschiedene Unstucksfalle über ihn kamen, von denen jeder einzelne hinreichend gewe,en wäre, einen Menschen zur Verzweiflung zu bringen. Erstens entdeckte er früh Morgens, daß ihm seine Frau durchgegange» sei, die,eS Ung uck war allerdings noch kein positives, aber zweitens nahm ,ie ihm alles vorhandene baare Geld mit; drittens als er vom Gerichts- Hause, wo er die Flucht seiner Gattin gemeldet hatte, heimkam, stürtzte er über die Treppe hinab und verletzte ,lch dergestalt am Kopfe, daß man ihn in das Spital tragen mußte, und viertens, als er kaum dort angelangt war, hörte er, daß sein Haus brenne. Um das Maß seines Unglücks voll zu machen, wurde fun t-ns von der Gensd'armerie bei Rettung ,einer Hab,eltgkelteu ein Betrag von 100 ft. in Kossuih-Noten vorgefunden woft.r der Besitzer, sobald er das Spital verlassen kann, vor das Kriegsgericht
Sein Haus, welches sich in Neusatz bet dem Te-


