Di« Prinzessin Carola Wasa, die man als Louis Napo­leons Braut bezeichnet, wird in Morawetz in Mähren zur katho­lischen Kirche übertreten.

30 Millionen soll die Civilliste des künftigen Kaisers von Frankreich betragen. Louis XVI. bezog 25 Mill., ebensoviel Kaiser Napoleon I.

Die HH. Salomon Rothschild von Wien, James Rothschild von Paris und Lionel Rothschild von London halten eben zu Frankfurt a. M. einen Familiencongreß.

Die französische Regierung reclamirt von der belgischen die Kosten des Feldzugs vom Jahre 1831 und 32 und der Einnahme der Citadelle von Antwerpen mit 12,294,530 Fr.

Letzter Tage machten in Berlin Fürst Reuß (Husarenlieute- nant) und v.. Zastrow (Dragonerlieutenant) eine Wette von 100 Friedrichsd'or, welche Summe dem zufallen sollte, der imDauer­laufe" zuerst Potsdam 4 Meilen von B. erreiche. Hr. v. Z. legte die Strecke in 2% Stunden zurück, sein Gegner konnte bei Glie­nicke, nahe bei Potsdam, nicht mehr fort.

Ausdurchaus verlaßbarer Quelle" wird derBoss. Zeit." aus Wien versichert, daß bereits Unterhandlungen zwischen Oester­reich und Preußen zur Verständigung der Zoll- und Handelsfrage eingeleitet sind.

In der Gemeinde von Dour hat sich in einer Steinkohlen­grube das Gas entzündet, wodurch 30 Personen umgekommen sein sollen.

Am 18. Oktober stieß in der Nacht im Canal (England) die preußische Brigg von 260 Tonnen, Der Zollverein, auf vaS englische Dampfschiff von 800 Tonnen, Le Metropolitain, und versetzte demselben einen solchen Stoß, daß das Wasser eindrang, in weniger als zehn Minuten das Feuer unter den Dampfkesseln ausgelöscht war und das Schiff versank. Der Capitän und die aus 22 Personen bestehende Mannschaft, die ihre Habseligkeiten nicht retten konnten, wurden auf dem Zollverein ausgenommen und nach Portsmuth gebracbt, wo der Zollverein die erlittenen Beschä­digungen ausbessern lassen mußte.

In Burgos wettete im Cirrel von Bekannten der 17 Jahre alte Sohn eines angesehenen Beamten, er wolle zwanzig Glas Branntwein trinken und hinterher eine Cigarre rauchen. Der junge Mann goß auch die 20 Glas in einen Humpen und leerte diesen mit Einem Zuge. Als er aber den brennenden Fidibus an die Cigarre brachte, da entzündete sich der mit Alkohol geschwängerte Hauch und der Unglückliche stürzte todt nieder.

Der Bau der Eisenbahn von Konstantinopel nach Belgrad soll wirklich schon nächstes Frühjahr in Angriff genommen werden.

Durch Rcorganisirung der Justiz- und politischen Länder­behörden soll im österr. Staatshaushalt jährlich eine Ersparniß von ca. 7 Mill. Gulden erzielt werden.

In den Sälen der großen Oper in Paris soll nächstens ein napoleonischer Ball zu 20 Fr. Eintrittsgeld gegeben und der Er­trag nach Abzug der Kosten den Ueberschwemmten des Niederrheins überschickt werden.

In England erstrecken sich jetzt die Telegraphen über 4000 Meilen und haben 300,000 Pfd. St. gekostet. 800 Personen sind im Dienst.

Während anderwärts der Himmel seine Schleusen geöffnet, mehr als nöthig war, schmachtet man in der Türkei seit Monaten nach einem befruchtenden Regen. Die Pflanzen sind mit einer dicken Staubdecke überzogen, die sie wohl bis zum Winter behalten werden.

In Dörnigheim ist unter dem Rindvieh die Lungenseuche aus­gebrochen und deßhalb Ortssperre angeordnet.

Mehrere mcricanische Städte wurden neulich von den Jndia- nern geplündert und zerstört.

Druck und Berlag der G. D. Bri

Im zoologischen Garten in RegentS Park in London ereig­nete sich dieser Tage ein trauriger Vorfall. Gosting, der Wärter der Schlangen, brachte denselben ihr Futter. Aus Uebermuth nahm er eine der giftigsten Schlangen, eine schöne fünf Fuß lange Cobra (li capello, aus ihrem Behälter und ließ dieselbe sich um seinen Hals winden. Das giftige Thier biß ihn in's Gesicht. Die Wunde blutete stark. Der Wärter, welcher sein Schicksal kannte, brachte die Schlange in ihren Kasten und ließ den Director des Gartens rufen, der ihn sogleich nach dem Spital der Gower-Straße bringen ließ. Nach einer Stunde war der Gebissene des Todes Opfer. Er schien gar nicht zu leiden, das Gift wirkte narkotisch und so starb er in einer Art Lethargie.

In Constantinopel, allwo vor Kurzem noch Niemand Abends über die Straßen gehen konnte, ohne Uhr, Börse :c. abgenommen ju bekommen, ist es durch die Thätigkeit der Polizei ein wenig sicherer geworden. Sie schickt ohne Weiteres dem Gesindel etwelche blaue Bohnen" nach, die ihre Wirkung thun, und so ist man, wenn auch nicht immer allein, doch in kleiner Gesellschaft sicher. Eine Laterne muß Jeder tragen, der nicht bis zum Morgen ein­gesteckt sein will.

"5It Vew-Uork sind in den letzten 12 Monaten nicht weniger als für 4 Mill. Doll, neue Häiqer gebaut worden, außerdem wurden aber noch 6 Millionen für andere Bauten aufgewendet.

Wieder taucht das Gerücht auf, daß Sir John Franllin's Erpedition gefunden worden ist. ES klingt zu schön, uni wahr zu fein, jntSan Francisco Herald" liest man nämlich folgende kurze Correspondenz aus Monterey, 19. August 1852: Ich erfahre, daß die englischen Entdeckungs-Schisse, Erebus und Terror, in Santa Barbara angekomm i sind; die Mannschaft ist vom Scorbut stark mitgenommen.

Bei London duellirtcn sich letzter Tage zwei Franzosen, die sich vorher über Politik gestritten (der Eine vertheidigte Ledru Rollin, der Andere Loms Blanc). Einer der Duellanten fiel, sein Gegner und die Secundanten wurden verhaftet.

Englische und holländische Kapitalisten suchen die Concession zur Erbauung einer directen Eisenbahn von Harburg nach Bremen, Oldenburg, Leer, Gröningen, Leuwarven ic. zu erlangen. Hamburg wäre damit auf dem kürzesten Weg mit Holland und England ver­bunden.

Der Aetna-Ausbruch dauert noch fort, doch ergießt sich die Lava nur noch über die alten Lavaselder.

IN iscellen.

. (K°chen der Hülsenfrüchte). Um hartkochende Hülsen- früchtc in ganz kurzer Zeit vollkommen weich zu kochen, mischt man ihnen, wenn sie an's Feuer gesetzt werden, eine kleine Menge Soda bei, etwa einen Kaffeelöffel voll auf ein Gericht für 6 Personen, Selbst solche Hülsenfrüchte, welche schon mehrere Jahre alt sind, lassen sich auf diese Weise noch ganz weich kochen. Auch dadurch soll man das Weichkochen der Hülsenfrüchte erreichen, daß man die­selben Abends zuvor, ehe sie gekocht werden, in Salzwasser ein- wcicht, und sie darin bis zum Auffetzen quellen läßt.

llui Hülsenfrüchte leichter verdaulich zu machen, übergießt man dieselben einige Tage vor dem Kochen mit soviel Wasser, daß dieselben damit bedeckt sind. Nach einiger Zeit fangen sie an zu keimen; sobald der Keim 23 Linien lang ist, kocht man nun die Früchte auf die gewöhnliche Weise. Die Hülsen treten dabei an die Oberfläche der kochenden Masse und können leicht ent­fernt werden.

hl'schen Buch- und Sleindruckerei.