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— Ein Ertrablättchen der „Baseler Ztg." meldet : „Wir sind für heute in die Unmöglichkeit versetzt, unser Blatt erscheinen zu lassen. In Folge des Steigens des Rheines, wie cs seit 18 17 nicht mehr der Fall war, ist unsere Druckerei unter Wasser gesetzt, und wir können daher weiter nichts thun, als unser» Lesern diese kurze Anzeige, die in einer andern Officin gedruckt wird, mittheilen."
— Durch den am 16., 17. und 18. Sept, angehaltenen Regen, und durch den Zufluß der Aar, hat der Rhein eine Höhe erreicht, welche die von 1824 weit übertrifft. Bei Sickingen, sowie an mehreren anderen Stellen, sind die Rheindämme durchgebrochen und haben die Fluthen vielen Schaden und Verwüstungen an Häusern und Feldern angerichtet. Das Militär wurde zur Herstellung der Dämme requirirt
— Durch die starken Regengüsse ist die Donau 11% Fuß über das Mittelwasser gestiegen und überfluthet die Sohle des im Bau begriffenen Mittelpfeilers zu der über die Donau bei Ulm geführt werdenden Eisenbahnbrücke.
— Am 15. Oct. wird die Neunkircher-, Saarbrücker-, Forbacher- Eisenbahn eröffnet und damit die direcie Verbindung zwischen Ludwigshafen und Paris hergestellt. Ebenso auch zwischen hier und Paris, durch Benutzung der Main-Weser- und Main-Neckarbahn bis Mannheim (Anschluß Ludwigshafen).
— In Karschaü in Ungarn wurde am 12. Sept, eine Blutspelunke entdeckt, fn,,.welche ein junges Mädchen Männer mit List hineinlockte und diese sodann mit Veihülfe Bewaffneter ermordete und stch ihrer Habe bemächtigte. Sieben Männer verschwanden in einigen Wochen spurlos in Karschaü, ohne daß Jemand auch nur im Geringsten Auskunft darüber hätte geben können; bis endlich die Polizei der Mördergrube auf die Spur kam und die bewaffneten Raubmörder festnehmcn ließ. Die angestellte Untersuchung wird das Nähere ergeben.
— Toulon will Lyon, woselbst Louis Napoleon mit unbeschreiblichem Jubel empfangen wurde, wo möglich noch überbieten. — Man ist allgemein der Meinung, daß noch dieses Jahr das Kaiserreich proclamirt wird.
— Der englische Standard läßt sich aus Rom d. d. 4. September schreiben: „Ein amerikanischer Gentleman, der sich in Cali- fornien ein Vermögen von mehreren Millionen Dollars gemacht hat, ist in Rom angekommen, um Sr. Heil, dem Pabst Pius IX. eine zu 80,000 D. geschätzte Probe des gelben Metalls zum Geschenk anzubieten."
— In der „A. A. Ztg." finden wir die Notiz, daß ein Hr. Nr. Reimann in Berlin, welcher schon viele Schwindsüchtige geheilt, kürzlich wieder eine Dame, die durch das beständige Zehrfieber schon zum Skelett abgemagert war, gerettet habe. Er öffnete ihr die Brust und entfernte die große Eitermaffe. Die Patientin ist ganz wohl.
— Bei der Enthüllung der Statue des Kaisers Napoleon in Lyon schloß eine Rede des Prinz-Präsidenten so : „Wenn der bescheidene Titel Präsident die große Mission erleichtern konnte, die mir anvertraut ist untr vor der ich nicht zurückschrack, so bin ich es nicht, der aus persönlichem Interesse diesen Titel gegen den des Kaisers umzuändern wünschte."
,— Der neuerliche Ausbruch des Aetna hat schauerliche Verwüstungen angestellt. Die armen Leute, die endlich mit aller Mühe dem unfruchtbaren Boden etwas abgewonnen, mußten händeringend zusehcn, wie der glühende Lavastrom sich unter doniierühnlichem Gekrache aus dem Vulkan erhob und über ihre Felder und Weinberge ergoß, Alles verheerend und zerstörend. Das Brechen der Obstbäumk, das Fortbrenncn der Rebstöcke, gewährte ein schreckliches Schauspiel!
— Dw Herzogin von Orleans, welche gegenwärtig in der Schweiz reist, wurde sammt ihrer Begleitung durch Unvorsichtigkeit des Kut- schers in einen gefüllten Graben geworfen. Die Herzogin soll das Schlüpelbein gebrochen haben und die klebrigen schwer verletzt stin.
BWlff von Paris ist in Mainz angekommen und im blschosttchen Palais abgestiegen.
letzte Woche griff in der Umgegend von Rom eine Räuberbande einen französischen Bagagewagen, der eine Geldkasse mit sich a, ,nn' uni> "aEdem die Escorte entwaffnet, brachte sie die „Prile" in Sicherheit. ~ Die Banditen sind auch theilweise beritten und erstaunlich wählerisch bei dem Fange. Reisende haben nur ihr Geld zu spendwen, Uhren, Edelsteine und dergl. verschmähen die Buschklepper.
Bei Biebrich wird eine große Glasfabrik errichtet, in dortiger Gegend die erste.
— Die österr. Beamten dürfen fortan keine Voll- und Knebelbarte mehr tragen.
— Jenny Lind-Goldschmidt hat 400,000 Rthlr. Zettel zur Errichtung von Mädchenschulen in Schweden geschenkt.
^aubt, ganz England werde wegen dem Hinscheiden Wellingthows freiwillig Trauer anlegen.
— In Nevers sollen nächtlicher Meile aufrührerische Plakate angeschlagen, von der Polizei entfernt und mehrere Personen verhaftet worden sein.
— Die ausgetretenen Flüsse und Bäche in der Schweiz richteten große Verheerungen an. Der Rhein steigt noch fortwährend. Die Brücken bei Hüningen und Basel sollen weggerissen sein. Bei Straßburg macht das Militair Schutzdämme und die Wohnungen auf der Rheininsel wurden geräumt. Weiter oben stehen die Felder unter Wasser, so daß nur die halben Aeste der Bäume sichtbar sind und die Leute, im Nachen herumfahrend, das Obst einheimsen.
— Da in der Pfalz die Hopfen- und Tabakserndte alle Hände in Anspruch nimmt, so haben auch die Kinder „Hopfen- und Tabaks- fcrien" erhalten.
— Dagegen lauten die Nachrichten aus der Pfalz beunruhigend. Die fatale nasse Witterung mach- die Trauben alle faul und die Hoffnung auf einen 1846er zu Wasser.
M i s c e l l e n.
— Nach dem „Morning Chronicle" will ein Engländer Namens Brown ein neues Constructionssystem für Schiffe erfunden haben. Er will Dampfer bauen, mit denen in 48 Stunden der Weg nach Amerika zurückgelegt wird und in 15 Tagen die Strecke nach Indien und zurück. Die Schiffe sollen ungeheuer groß sein und Wogen und Stürmen leicht widerstehen können. Dabei ist ihre Bewegung so gleichförmig, daß es auf denselben keine Seekrankheit mehr gibt. Was will man mehr?
— Ein sächsischer Förster, Namens Gastell, „der nunmehr 82 Jahre alt geworden und das Geheimniß nicht mit in die Erde nehmen will", veröffentlicht unter den Inseraten der Leipziger Ztg. vom 7. September nachstehendes Mittel gegen den Biß toller Hunde, welches er seit 50 Jahren gebraucht und womit er vielen Menschen und Vieh geholfen haben will : Man besorge sogleich warmen Essig, oder laues Wasser, wasche die Wunde aus und trockne sie; alsdann gieße man einige Tropfen mineralische Salzsäure in die Wunde, weil mineralische Säure das Speichelgift auflos't, wodurch die böse Wirkung aufgehoben wird.
— Ein Amerikaner will eine Flinte erfunden haben, die wenig schwerer als eine gewöhnliche sei und mit der man in anderthalb Minuten 50 Schüsse losfeuern kann.
Redaciion, Druck und Verlag von G. D. Brühl I.


