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__ Die letzten Blätter aus New-Uork melden, daß cs dem j feine besten Kleider an, und verließ mit dem Mädchen seine Woh- dorligen preuß. General -Consul Schmilt gelungen, eine Fabrik i nung. Sie gingen nach der Ecke einer Straße, und in einiger preußischer Thalerscheine zu entdecken und aufzubeben. Die Scheine i Entfernung folgten ihnen drei Freunde des Mädchenö, welche viesem sollen äußerst täuschend nachgemachl sein. im Falle der Noch beispringen sollten. Unterwegs tbeiUe ihr Joubert

5 mit, vaß er einem Freunve 1000 Pfd. angeboten habe, unter der j Bedingung, daß er ihm beistände, sie nochmals aus dem Hause ! ihrer Eltern zu entführen. Während sie sich unterhielten, nahm AM t 5 f e 1 l e 1t. Rebecca plötzlich ihren Hut ab, warf ihm in heftigen Worten sein

ehrloses Benehmen vor, sagte ihm, daß sie von der Falschheit seines

Die See- Schauspiele, die man in Toulon zur Feier der Anweseitheit des Präsidenten vorbereitet, sollen das Großartigste sein, was Frankreich in der Art noch gesehen hat. Die Haupt- Scene wird den Rückzug der englischen Flotte im Jahre 1793 vorstellen. Schon jetzt wimmelt Toulon von Fremden, und alle Quartiere der Stadt sind schon bestellt. Als Ballsaal wird ein großes Amphitheater gebaut, dessen Hauptseite ein großartiges Dio­rama bilden soll. Aus Paris schreibt man unterm 8. Sept., daß täglich von Paris auf den Eisenbahnen von Lyon und Orleans ganze Convovs mit Geräthschaften für Feuerwerke, pyrotechnische Dinge aller Art, Fahnen, und eine Unzahl anderer Gegenstände abgingen, welche alle an die Städte und Orte geschickt würden, die der Prinz-Präsident der Republik auf seiner Reise etwa berühre unb die dann zu dessen Empfangsfeierlichkeit gebraucht werden sollen. Die Franzosen sind einmal das Volk der Diode und des Plaisirs, weßhalb denn auch aus lauter Langweile, Spielereien aller Art, sowohl im Großen, wie im Kleinen, getrieben werden. Der Prä­sident des Volks, des Vergnügens und der Mode macht eben eine Plaisir reise auf Rechnung und des Volkes, auf welcher ihn Die Minister, wenn auch nicht des Mitgenusses halber, begleiten. Wie dankbar dich denn auch von dem Präsidenten anerkannt wird, geht daraus hervor, daß er zur Hebung der Gewerbe und für des gute müthigen Volkes Wohl und Glück und zu der Welt Ruhe und Frieden, durch präsidentelles Decret, eine Reserve - Armee er­richten kaffen will. O du eben glückliches, und doch nicht beneidenswerthes, in kindlichem Plaisir schwelgendes Frankreich, mit deinen vielen glänzend-freudigen, ans Langweile dir selbst berei­tenden Erlebnissen und deinem guten Präsidenten der Republik ohne Republik und einem Gedanken-Kaiser als Embryo, eines jetzigen Plaisirreichs. Kein Reich und fein Land auf Erden ver­mag es, sich so überglücklich, über seinen oberen Verwallungs-Ehef, in Freudenbezeigungen zu ergießen und sich so darin zu erschöpfen, wie du, und doch Alles nur für diese Zeit, aus lauter Langweile und Mode!

Zur Sittengeschichte N ord a merika's. Die amerika­nischen Damen sind nicht so hilfsbedürftig, wie ihre Schwestern in der alten Welt, und wissen sich nöthigenfalls selbst Recht zu schaffen, ohne erst die Vermittlung des stärkeren Geschlechts in Anspruch zu nehmen. Ein Beispiel davon wird aus New-Orleans berichtet. Ein Fräulein, Rebecca Bernstein, halte sich von einem gewissen Joubert entführen lassen, war aber auf Befehl des Gerichts ge­zwungen worden, wieder zu ihren Verwandten zurückzukehren, denen es gelang, sie von der Verwerflichkeit' der Mittel zu überzeugen, durch die der junge Mann sie getäuscht hatte. Sie faßte nun, dis zum Wahnsinn erbittert über die Schmach, die er ihr angeihan, den Entschluß, unterstützt von einigen Verwandten und Freunden, eremplarische Rache an ihm zu nehmen. Sie suchte Joubert, der Kaufmann ist, eines Sonntags in feinem Laden auf, und lud ihn zu einem gemeinschaftlichen Spaziergänge ein, indem sie ihm zugleich sagte, daß es ihr gelungen sei, aus dem elterlichen Hause zu ent­fliehen. Der Vater Jouberts, der Gefahr fürchtete, wollte seinen Sohn nicht gehen lassen, aber dieser erklärte, daß er es mit der ganzen Welt aufnehmen wolle, wenn seine Rebecca bet ihm sei, zog

feierlichen Eidschwures, daß er weder von Negerblut noch verhei- rathet sei, überzeugt sei, und zog dann so rasch, daß es ihm nicht möglich war, bei Seite zu treten, ein Pistol hervor und drückte loS. Die Kugel fuhr ihm durch die linke Backe und zerschmetterte die Backzähne. Joubert wankte, aber das Mädchen zog in seiner Verzweiflung noch ein zweites Pistol, hielt es ihm dicht vor das Gesicht und drückte los. Dießmal versagte die Waffe jedoch, und die Freunde des Mädchens, die von Joubert Gewalt fürchteten, eilten jetzt herbei, um sie zu unterstützen, Einer derselben trat mit dem Pistol in der Hand vor den Verwundeten hin und bot ihm einen ehrlichen Zweikampf an, aber Rebecca erklärte, daß sie sich selbst Recht verschaffen wollte, entriß ihrem Freunde das dritte Pistol, und versuchte noch einmal, ihren Verführer zu erschießen. Joubert zog sich zurück, wie das wüthende Mädchen auf ihn losging, und verdankte ftine Rettung nur dem Umstande, daß Rebecca mit der Waffe nickt umzugehen wußte. Es begann jetzt eine Unterhandlung, und Joubert erklärte vor der versammelten Menge, daß er mit Rebecca, seitdem tiefe das elterliche Haus verlassen, nur zwei Mal zusammen gewesen sei. Er sprach die größte Reue über feine ver­brecherische Absicht und seine früheren Täuschungen aus, und gab zu, daß ihm nur nach Verdienst geschehen. Da diese Erklärungen den Betheiligten genügend erschienen, fuhren sie in einem Wagen von dannen und überließen es Joubert, sich seine Wunden ver­binden zu lassen. Als der Scandal fast zu Ende war, kam ein Polizeidiener dazu und wollte das Mädchen verhaften; da aber Joubert erklärte, et hätte keine Anklage gegen sie zu machen, und habe verdient, was ihm widerfahren, so sah sich der Polizeidiener nicht veranlaßt, weiter einzuschreiten.

AnecÄote.

Eine Anecdote aus dem Leben. In einer der größten voigtländischen Städte lebt ein Wirth, ein wahres Original, dessen von einem beständigen Bierrausche umbämmerter Geist zuweilen auf die allerseltsamsten Einfälle kommt. Einmal besucht ein Stadtkind, das als Gymnasiast oft ein Gast des Hauses gewesen war, in der Ferienzeit zum ersten Male als Student nach langer Abwesenheit den Stammtisch wieder. Kaum eingetreten, wird er von dem am Ofen sitzenden Wirthe, dessen Gedächtniß in den Fluthen des Bieres etwas schwach geworden ist, mit dem freundschaftlichen Vorwurfe empfangen :Nu, uf Sie könnt' ich recht bös fein ! So lang weg­zubleiben und waren doch früher alle Tag' da." Der Student entschuldigt sich mit seiner Abwesenheit und macht dem Wirth be­merklich, daß er gegenwärtig in Leipzig studire.Ah su! Se studiren ja! Nu, was studiren's denn?"Theologie", lautete die Antwort. Der Wirth sinnt eine Weile nach, die Hände über den Bauch gefaltet, und giebt endlich das Resultat seines Nachdenkens durch den Orakelspruch zu erkennen:Wissen Sc, Herr Studente, trenn ich was zu befehlen hätte, so müßten alle Theologen een Jahr uf de Wanderschaft gehen, damit sie die fremden Religionen kennen lernten!

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