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Katholik oder Protestant, den in der [in Köln erscheinenden Deutschen Wolkshalle" enthaltenen vergleichenden Artikel, über Zoll-, Handels-, Fabrik- und Jesuitenlinie, billigen werde. Es will uns dagegen auch vielmehr bedünken, daß die, welche sich bethören lasse» , die oben bezeichnete Linie zu betreten, Manchen davon, dahin führe, wo einst Heinrich IV. Kaiser der Deutschen in aleichcr Weise hingeführt und so oemuthsvoll und unterwürfig unter den inernen Ringmauern der Feste Canossa, Burg der mächtigen Mark- grästn Mathilris von Tuscien, im Bußkleide niit entblößtem Haupte und Füßen, 3 Tage und 3 Nächte vor den Augen des Papstes Gregors, im Schnee stehend, von Hunger und Durst gepeinigt, dieses Papstes Barmherzigkeit erflehen mußte, bis er endlich das Work der Gnade aussprach und ihn wieder in den Schooß der Kirche aufnahm. So will man es! Dies der Fingerzeig und die Richtung jener Linie!

Zu Algier ist das auf den Napoleonstag, am 15. August, bestimmte große Feuerwerk, verfrüht, schon am 7. August in die Luft geflogen. 7 Artilleristen kamen dabei um's Leben.

Am 14. August Morgens 8 Uhr brach in dem Arbeits­zimmer des Prinz-Präsidenten L. Napoleon Feuer aus. Der Brand soll L. Napoleon viel Kummer machen. DaS Napoleonsfest am 15. August ist größtentheils zu Wasser geworden. Der unaufhör­liche Regen und Wind zerstörten viel der Jlluminationsvorrichtungen, löschten die Beleuchtungen aus und riß die Dächer von den Zuschauerlribünen weg. Biele der Adler, Kaiserkronen und Navo- leons-Namenszüge verwehele der Wind. Auch wurde der große Riesenballsaal größtentheils zerstört. Dabei war das Schlimmste, die Damen der Halle hatten ihre Toilette umsonst gemacht. Das Seegefecht auf der Seine beschränkte sich blos auf eine Kanonade und Musketenfeuer. Das Feuerwerk: die Scene der Besteigung des Sr Bernhard mißlang gänzlich; der Wind trieb die lein- wandnen Felsblöcke in die Lüfte. Der Ball ist später, am 17. August abgehalten worden.

Kapellmeister Liszt hat zur Napoleonsfeier in Weimar eine eigene Messe componirt.

Damals und Jetzt! Welcher Contrast zwischen damaliger Zeit, des JahreS 1815 und 1852; zwischen den Menschen, Thaten und Begebenheiten ic. Jetzt aber auch zwischen dem Ramendes damaligen Mannes,der zwar an Thaten-7-reich, aber fast von allen europäischen Völkern verwünscht und 1815 mitTyrann" bezeichnet wurde, indem er so vieles Menschenblut vergossen rc. ein Thier mehr als einen Menschen achtete, Throne wanken machte, in seiuem Uebermuthe sich selbst Gott auf Erden wähnte, für dessen Besiegung, Gefangennehmung und Vernichtung, zum Heile der Völker, in allen I deutschen und nicht deutschen Kirchen Gott gedankt und gebetet ward. Jenen Namen, vielwcnigcr den jetzigen Mann ohne Thaten, begrüßen jetzt dieselben Völker mit Enthusiasmus veranstalten Feste und Kirchen­gebete? O, Ihr Völker, die Ihr Euch groß wähnet: Ihr er- medrigt und beschämt Euch selber!

' An der Krimm in Rußland sollen die, eine reiche Erndte

Der Großfürst Thronfolger von Rußland und Gemahlin werden bis zum 24. August am Grosh. Hofe zu Darmstadt er­wartet und den größten Theil deS Herbstes zu Auerbach im Fürsten­lager zubringen. Auch der fürstliche Landsitz Jungenheim wird während dieser Zeit von Fürstl. Gästen betvohnt werden.

Am 16. August ist im Dom zu Mainz der Oberstudienrath, Stadtpfarrer und Dekan Dr. Lüft von Darmstadt als Ehrendom- capilular instaliirt morden. Die Ernennungsurkunde soll die Gründe der ungewöhnlichen Auszeichnung enthalten. Auch soll der Bischof von Mainz bei diesem Acte die großen Verdienste, Wissenschaft, Tugenden, Erfahrungen und Geschäftstüchtigkeit des Hrn. Dr. Lüft, hervorgehoben und noch besonders darauf aufmerksam gemacht haben.

Das letzte von den Antillen in England angekommene Dampfboot hat die reichste Labung der edeln Metalle und Edel­steine herübergebracht, die wohl je an Bord eines Schiffes ver­laden wurden. Es brachte an edlen Metallen und Edelsteinen für 3,500,000 Doll., ausserdem an Perlen 6000 Doll., an Gold für 450,000 Doll., an Silber in Barren und Piastern für 300,000 Doll. Diese werthvolle Ladung war in 1100 Kisten verpackt, 80 Tonnen schwer.

Die in Deidesheim wegen Aussteckung deutscher Fahnen, bei Anwesenheit des Königs Ludwig von- Bayern, daselbst abgesetztcn Stadträthe, sollen den Recurs ergriffen haben.

Der Pabst Pins VI. hat am 4. August in einem eigenhändigen Schreiben an den Bischof von Mailand eine Belobung ergehen lassen, weil dieser Prälat, bei einer Proclamativn an das tcssinische Volk, wegen religiösem Verfall, geweint habe.

Ein holländischer Soldat (von Geburt ein Brandenburger), welcher in Java, in der Garnison von Patnam stand, [wurde im Innern in einem mörderischen Gefechte gegen die wilden Stämme verwundet und von den Wilden gefangen genommen. Das Loos dieser Gefangenen ist, daß sie erwürgt werden. Auch dies hätte unferm Brandenburger in einem Augenblick zu erwarten gestanden, wenn nicht gerade in dem Momente der Häuptling des Stammes, ein kolossaler Wilder mit tätowirtem Gesichte, ihm mit geschwungener und sogleich wieder gesenkter Keule entgegen getreten wäre und in wohlbekannten Tönen zu ihm die Worte gesprochen hätte:Aber Böhnemann! um Jotteswillen, wo kommt Ihr her? Wie jehts in Potsdam?" Dieser Häuptling soll ein ehemaliger Preußischer Deserteur gewesen sein, welcher sich nach Java hatte anwerben lassen.

Urquiza hat am 2. Juli in Buenos Ayres einen Staatsstreich ausgeführt und diese Stadt einer Dictatur unterworfen, deren Ende nicht abzusehen sein soll. Die Repräsentanten-Kammern sind auf­gelöst, die Preßfreiheit aufgehoben und 4 der populärsten Repräsen­tanten sind des Landes verwiesen. Die Geschäfte sind gclähntt das Vertrauen untergraben und soll große Gährung herrschen. Gräuel aller Art und Bürgerkrig sind dort vor der Thür.

A. Görgey soll nach neueren Nachrichten von Klagenfurt auf die Festung Kufstein gebracht werden.

In Jena erschoß beim Scheibenschießen ein Professor den

versprochenen, Getreidefelder von den dort in Masse sich eingefun­denen Heuschrecken vernichtet worden und der Boden stellenweise vier Zoll hoch damit bedeckt gewesen sein. Heu konnte wenig kin- gebracht werden. Die Halmen der Früchte mußten in Eile abge- mäht werden, um nur Stroh zu retten.

Das DampfschiffHenry Clay" auf welchem sich 400 Per­sonen, größtentheils Newyorker, befanden, fuhr mit dem Dampfschiff Amerika" auf dem Hundson-Strom in Amerika um die Wette und gerieth dabei in Brand. 70 Personen, Weiber und Kinder, sind theils verbrannt, theils ertrunken. Die übrigen stürzten sich, halb brennend, in's Wasser und retteten mit Noch so ihr Leben.

Zeiger.

Der wegen Vergiftung eines Kindes in Untersuchungshaft gewesene Dr. Schuchart, von Cassel hat gestern durch Oeffnen einer Pulsader am Schenkel, feinem Leben ein Ende gemacht.

Die Getreide - und Kartoffelerndte in Irland ist eine sehr günstige.

In den Ardennen flüchteten bei einem Gewitter, am 5. d. M., ein Landmann, seine Frau, Kind und Schwiegermutter unter aufgestellte Fruchtgarben. Der Blitz traf diese Garben, und als nach bem Gewitter die Schwiegermutter nach ihren Angehörigen sehen will, findet sie Leichen.

DteOaction, Druck und Verlag von G. D. Brühl I.

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