Ausgabe 
29.12.1852
 
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- und Stklndruckerci.

an, daß von rvewoynern ves vsonunriu»* wurden, di- nicht »ölhig haben, zu declariren. ......

Vor einigen Tagen wurde eine Frau im Gefängnige zu Herford (Westphalen), welche den Gesetzen zuwider zum Fenster heraussah, nach vorausgegangener Warnung des Postens von diesem

Es soll ausgefallen sein, daß der Prinz.Prästdent auf seiner Straßburger Reise keine officielle Reden gehalten habe. Auf die zahlreiche Kundgebungen, soll er nur gewohnte, wohlwollende Worte geantwortet haben. Nur in Dijon hat er für nothwendig zu sprechen erkannt, um allen Einsichtigen die wahre politische Lage zu bezeichnen. Mehrere Personen, welche sich bei dem Einzuge Louis Napoleons in Paris, heftige Äusserungen erlaubten, sollen verhaftet worden sein. ,

Der franz. General Lamoriciere soll am 26. Juli unfrei­willig Koblenz verlassen und sich nach Mainz und von da mit Familie nach Wiesbaden begeben haben.

__ Am 26. Zuli rettete der 13 jährige Acker aus Seligenstadt ein schon mit dem Tode ringendes Kind, durch Schwimmen auf dem Rücken, aus den Fluthen des Maines.

__ In der Bayerischen Armee werden 10,000 Mann beurlaubt, Dabei wird Löhnung gespart und eine Menge Arbeitskräfte für die reiche Erndle gewonnen.

Im Bad Ems zählt am 19. Juli die Kurliste 3130 Kurgaste.

__ I,n Preußischen werden Handwerksgesellen, welche das dreißigste Lebensjahr zurückgelegt, 5 Jahre auf der Wanderschaft waren und während den letzten 8 Wochen nicht 4 Wochen in Arbeit gestanden und mit Reisegeld und Wäsche versehen sind oder bei denen Erkennungszeichen, die auf unerlaubte Verbindungen schließen lassen; auch die, bei welchen aufrührerische Schriften gefunden werden, über die Grenze gewiesen.

__ Der König Mar von Bayern reist Ende künftigen Monats nach Wien und über Triest nach Spanien.

__ In Pesth ist eine Falschmünzerbande von 20 Personen entdeckt und verhaftet worden und soll ausgezeichnetes Werkzeug und 4660 Srück fertige Schatzscheine ä 10 st. bei derselben gefunden worden sein.

__ Am 20 Juli fiel im Schwarzwalde, während einem Gewitter, Schnee und bedeckte den höchsten Gipfel des Fcldberges daselbst, wie er kaum im Winter dort vorkommt.

__ Am 25. Juli wurde in Zürich und in Lindau Morgens früh 2 Uhr 50 M. ein heftiger Erdstoß verspürt, so daß die Häuser zitterten und die Fenster klirrten.

__ Am 25. Juli schwamm ver k. bayer. Lieutenant vom 4. Jäger­bataillon, N. Sleevogt in 3% Stunden von Bregens nach Lindau über den See.

__ Am 25. Juli fand auf der Westbahn, zwischen Bamberg ] und Haßfurt die erste Probefahrt statt und wurde in einer Stunde zurückgelegt.

In Ludwigshafen wurden am 26. Juli 27 Bauplatze, pr. Morgen zu 1200 bis 9000 fl. versteigert. Di- projectirt gewesenen bedeutenden Lagerhäuser sind fertig und von den für Baulich­keiten veranschlagten 350,000 fl. sind bis jetzt 17,000 fl. zu Neubauten verwendet worden.

In Bremen ward kürzlich ein Individuum verhaftet, welches die Rolle eines reisenden Kunsthändlers spielte, in Wahrheit aber ein höchst gefährliches Subject war. Bei ver Visitation fand man alle möglichen Siegel von Behörden bei ihm, womit eine Mass- Gauner falsche Pässe gestempelt bekommen hatten.

__ Ein Eonducteur steckte, noch im Stuttgarter Bahnhof, den Kopf zum Wagen hinaus, ein zu nahe stehender Laternenpfahl verletzte ihn so, daß er wohl das Leben einbüßen wird.

__ Zwischen Nimes und Lyon wurde die Diligence von einem einzigen, bis an die Zähne bewaffneten Kerle angehalten.50 Fran­ken, mehr verlange ich nicht," schrie er in den Wagen, und die 6 8 Helden varin legten die Summe zusammen, reichten sie demüthig hinaus und der Strauchritter verschwand.

In Jnjour ist vor einigen Tagen bei starkem Gewitter ein Meteorstein von 500 Gramme Schwere gefallen._________ .

__ Der Constitutioneü will aus zuverlässiger Quelle wissen, daß im Jahre 1851 aus Califvrnien für 81,622,885 Piaster oder 408,114,428 Fr. an Gold ausgeführt wurve. An Douane in San Francisco wurden 41,422,885 Piaster ausclarirt. Cs ver­ließen 26,000 Personen San Francisco; nimmt man nun auf jeden Kopf 1,200 Piaster, so ergiebt dies 31,200,000 Piaster. Annehmen kann man, daß wenigstens für 1 Million Gold nicht in Umlauf kam. Das Eontrole-Bureau hat für 4 Millionen geprägt Münze, die nur im Lande gilt. Auch nimmt man an, daß von Bewohnern des Eontinents 4 Millionen ausgeführt

s__ff Gestern bat ein Eonducteur der Taunusbahn das Unglück

beim Einsammeln der Billette auszugleiten und zwar in dem Augen­blicke als der Train mit voller Kraft durch das Rebltöcker Wäld­chen 'dahinbrauste. Der Unglückliche wurde eine Strecke wegge­schleudert und alsbald durch eine von Frankfurt abgesendcte Loco- mative nebst angehängtem Waggon in den Bahnhof gebracht. Wenn auch keine tödtlichen, hat sein Fall doch schmerzliche Folgen.

__ In Berlin spielte ein junger Mann Billard. Einer seiner Freunde erlaubte sich im Einvcrständnih mit einigen anderen Gasten den Scherz: dem Spielenden die Brieftasche, weiche 400 Thaler Papiergeld enthielt, aus der Tasche zu ziehen. Als nach Endigung der Partie der Spieler zahlen will, findet er zu seinem Schrecken die Brieftasche nicht. Die Gesellschaft ergötzt sich zwar eine Zelt lang an der Verlegenheit deS jungen Mannes, bis endlich der Freund sich entschließt, ihm die Brieftasche zurückzustellen. W>e sehr er. schrack aber dieser, als er gewahrte, daß ein wirklicher Gauner ihm die Brieftasche des Billardsspielers ohne allen Scherz aus der Tasche gestibitzt und damit sich aus dem Staube gemacht habe und er nun den Verlust tragen muß.

Zu Heiligenstadr (Provinz Sachsen) brachte eine Weibsperson ihre 3 unehelichen Kinder deßhalb um, weil ihr ein junger Mann die Heirath versprochen, wenn sic diese 3 Kinder nicht haben würde Die Mörderin wurde hingerichlet.

Aus der Münsinger Alb hat ein junger Uhrmacher, welcher die Tochter eines Bäckers lieb hatte, von deren Vater aber be-

1 harrlich abgewiesen wurde, diese seine Geliebte und sich selbst erschossen^ österreichischen ist ein neues Ehegesetz erschienen, welches in zwei Abtheilungen zerfällt. Di- eine enthält die Bedingung: die

! Hindernisse der Eingehung einer gültigen Ehe; die andere die straf- rechtlichen Anordnungen. Den Pfarrern ist selbstständig das Erkennt- i von Ehehindernissen eingeräumt, wenn gleich ein politischer i CvnsenS dazu vorhanden wäre; jedoch soll den Betheiligten der REs an eine eigene, aus geistlichen und weltlichen Behörden zusammengesetzte Kommission zust-hen, um die Aufhebung deS

1 pfarramtlichen Erkenntnisses geltend zu machen. Auch sollen ine ! Bestimmungen über die Auflösung gültiger Ehen dann abgefaßt und nicht unwichtige Paragraphen m Bezug auf Eh-hindermsse ' und Dispensation, rücksichtlich letzerer, so wie ub-r die Wirkung j einer gültigen Che und über den Scheidungsproceß, beseitigt wor-

-I Diesen Sommer soll auf dem Schlosse Frievrichsborg in Däne­mark eine große Freimaurer-Festlichkeit stattfinden. Der Kronprinz ! von Schweden ist von dem Könige von Dänemark hierzu kingeladen woiden^us Belgien, dem Unterrhcine u. s. w. gehen

gleichfalls Berichte von Gewittern mit Hagelschlag ein.