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durch solche Einkäufe die Preise zu steigern, so würde Andere wie­der der Eigennutz treiben, Vorräthe herbeizuschaffen, um sie mit etwas geringerem Vortheil zu verkaufe». Daß alle Händler in ganz Deutschland oder Europa einmal unter Einen Hut gebracht werden könnte», ist völlig uttdenkbar. Deshalb ist auch den Ge­treidehändlern der Gewinn, de» ihnen ihr Handel bringt, so gut wie jedeni anderen Kaufmann der seinige zu gönne»; daß er nicht zu groß werde, dafür sorgt ihre eigene Eoncurrenz und die außer­ordentliche Erleichterung der Zufuhr.

Aus Vorstehendenr geht zur Genüge hervor, daß die Behaup­tung der großen Masse, als läge den hohen Kornpreisen Kornwu­cher zu Grunde, ein bloßer Wahn sei, der aber uni so verderblicher ist, als daraus leicht, wie die Erfahrung gelehrt hat, Unzufrieden­heit und Ercesse hervorgehen könne». Ungerechter noch ist das Vor- urtheil gegen die Grundbesitzer, welches ihnen zum Vorwurf macht, daß sie bei Getreidetheuerung Vorräihe aufbewahren. Einmal sind solche Vorräthe gar nicht vorhanden, wenigstens nicht in solcher Menge, als man im Publikuin zu glauben scheint, oder vielmehr, als Manche das Publikum glauben machen wollen; dann ist aber auch zu beachten, daß die Vorräthe, welche hier und da noch auf­gespeichert sein mögen, im Vergleich zum Bedarf eines ganzen Lan­

des so wenig austragen, daß ihr sofortiger Verkauf die Lage ber Bevölkerung nur verschlimmern würde, deiiir sie würden zwar viel­leicht augenblickliches Fallen der Preise zur Folge haben; da aber bei Getreidetheuerung die Preise in den Nachbarländern so ziemlich auf gleicher Höhe stehen, so würden die Händler und die Bewohner jener Gegenden, durch die gesunkenen Preise herbeigelockt, sofort das zum Verkauf gebrachte Getreide aufkanfen und ausführen, so daß man nach einigen Tagen nicht nur wieder höhere Preise hätte, son­dern auch, was die Hauptsache ist, für den Nothfall von allen Vorräthe» entblößt wäre und man den nöthigen Bedarf an Ge­treide nun um einen desto höheren Preis wieder auS dem Aus­lande holen müßte. Ein Zurückhalten mäßiger Getreidevorräthe von Seiten der größeren Produzenten kann daher für die Consumciilen nur von Vortheil sei», wenn dadurch auch eine Steigerung der Preise herbeigeführt wird; diese Steigerung hat man als eine Wohl- that zu betrachten, denn ohne sie würde man sorglos die vorhan­denen Vorräthe aufzehre» und nicht daran denken, Zuschuß aus fruchtreichen Ländern des Auslandes sich zu verschaffen. Eine Preis­steigerung veranlaßt von auswärts eine um so stärkere Einfuhr, und zwar zu einer Zeit, wo die Preise noch nirgends zu einer außerordentlichen Höhe gestiegen sind.

Frucht- und Viktnaiienpreise.

Viktunlien preise

Fleifchtaxe.

Vrvdtaxe

Bemerkungen.

fr. Vf

ff

Pf.

fr.

fr. pf.

kr.ipf.

per Pfund

fr. pf.

fr. Pf.

2

13

11

L.

Für

4 1

4

fr. Vf.

Vf.

Vf.

fr.

fr.

fr.

Vf.

Marktpreise.

1

1

6

13

3

2

5

3

1

6

16

17

8

4

1 fr. Wasserwerk . .

1 fr. Milchbrod . .

Die Zugaben zum Fleisch dürfen nur in solchem von derselben Gattung beste­hen , und zwar aus 10 Pfund nicht mehr als an­derthalb Pfund 2C. nach Proportion, welches auf 1 Pfd. nicht völlig 5 Loth ausmacht. Kopfe, Füße, Geraub, wie auch die ganz blutigen und nicht genieß­baren Stücke vom Hals sind von der Zugabe gänz­lich ausgeschlossen.

7

14

5

4

$ ! gemischtes Brod aus

? \ ordinäres Brod aus 4 I

Q

3

2

i 3 Gerste- und (. 6

\ 1 Kornmehl i D 13

zjWaizen-undl^ s z Korumehl j

Maas Milch . . .

Pfund Butter . . . auch . .

Handfäse ....

Eier......

Pfund Waizenmehl .

geschw. Vorschuß

15

8?

Ochseufleisch . .

11

11

111

11

Kuhfleisch . . .

8

2

8

8

7

Rindfleisch . . .

8

---------

7

2

7

2

6

2

Kalbfleisch . . .

6

6

5

6

Schweinefleisch. .

11

11

»i

10

Hammelfleisch . .

8

7

8

7

Schaafffeisch . .

Leberwurst . . .

12

10

11

2

12

gemischte Wurst .

8

Bratwurst . . .

16

12

13

14

Schwartemagen

16

14

14

14

Blutwurst . . .

14

12

geräucherter Speck

20

20

20

Schinken . . .

16

15

14

Dörrfleisch . . .

13

15

14

Riudsfett . . .

20

16

18

1

Hammelsfett . .

20

16

16

Schweineschmalz,

ausgelassenes

20

20

|7-

dgl. unausgelassenes

17

16

18

-----------

Fruchtpreise.

Laubach.

Fruchtgattung.

t

r.

e

a

ff. | fr. ! Vf.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'scyen Buch- und Sleindruckerei.

Grünberg den 20. Decbr.

Friedberg den 31. Decbr.

Gießen den 8. Jan.

Lich den 5. Jan.

Mainz | den 12. Decbr.

Pfd.! ff. I fr. I Pfd. s ff. 1 fr.

Wetzlar den 3. Jan.

Scheffel.

fr. IPfd.l ff. I fr. ,Pfd.l ff. 1 fr.

Waizen.....

200

11

10

200

11

_

200

11

45

_

_

11

10

200

11

38

4

40

*

Korn.....

200

9

35

190

9

25

190

10

_

_

_

_

9

50

200

9

14

3

53

Gerste .....

170

7

20

170

6

40

170

7

_

_

_

__

7

39

200

22

2

48

Hafer.....

3

15

3

120

3

20

_

_

_

1

200

4

10

1

27

2

Linsen.....