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Ich will geliebt und nicht gefürchtet sein!

Ich will gefürchtet sein und nicht geliebt,

So sprach der Corse, der mit seinen Schaaren

Die Welt durchzog, der an dem Haus des Czaaren Die Luft mit Staub und Pulverdampf getrübt.

Der Staub ffog auf von seiner Rosse Huf,

Der Pulverdampf vom Munde der Kanonen,

Der Ruhm des Corsen zog durch alle Zonen

Vom Eismeer bis zum glühenden Vesuv!

Das Volk hat ihn wie einen Gott verehrt

Es war ein Gott mit Donner und mit Blitzen;

Wer konnte sich vor seinem Zorne schützen, Wer wurde nicht von seiner Wnth verzehrt?!

Es hatte sich das Volk ihn selbst gemacht

Den Gott, por dem es knieend hingesunken,

Anbetend seine Größe, ward es trunken, Ja trunken vor der selbstgeschaff'uen Macht!

In seinem Hirne ward der Völker Loos

Bestimmt, die Plane, die es stolz geschaffen,

Vollführte er mit seiner Truppen Waffen, Durch Morden machten sie den Kaiser groß!

Die Zeit verging, die neue fraget nicht

Nach Ruhm und Glanz und nach der Fürsten Große,

ES denkt der Mensch, er findet jede Blöße, Und wenn ein Diadem sie auch umflicht!

Wer jetzt noch sagt, ich will gefürchtet sein,

Ich spreche stolz als Herr zu meinem Knechte,

Dem tritt der Mensch entgegen mit dem Rechte, Das die Natur verleiht, nicht Trug und Schein.

Was stech man stahl in früh'rer roher Zeit,

Das nimmt die Masse von den Dieben wieder,

ES fingt das Volk der Freiheit fromme Lieder, Und keines ist der Tyrannei geweiht!

Ich will geliebt und nicht gefürchtet sein!

Dies ist die einzig gültige Devise,

Die Freiheit zieht einher, stark wie ein Riese, Fern von der Donau bis zum schönen Rhein!

D? ei Freunde.

Novelle von Theodor Mügge. (Fortsetzung.)

Aber was will meine schöne Cousine denn nun noch von mir?" fuhr er lachend .fort.Sie tanzt, sie singt, sie ist die Krone aller Feste; sie sieht einen ganzen Haufen galanter liebenswürdiger Ritter zu ihren Füßen, die sie umschmachten und umwinzeln; sie fesselt zu gleicher Zeit den größten Narren und den besten gutmüthigsten Sterblichen, Dich, mein lieber Aurel und den tapfer» Baron in der goldenen

t e s.

Husarenjacke. Was will sie also mehr? Sie schwimmt in ihrem wahren Elemente wie ein Fisch im

* Wasser; sage ihr also, bitte sie, jeden ungerechten Groll gegen mich verschwinden zu lassen, denn, ich schwöre es, Niemand kann zufriedener mit ihrem Wohlbefinden sein als ich, Niemand ihr mehr Glück dazu wünschen."

Und dennoch," erwiederte Dahlberg,liegt in Dei­nen Worten und Deinem Tone ein Hohn, der fich schlecht damit vereint."

Pedant, der Du immer warst," versetzte Richard, welch Unterpfand soll ick- Dir geben? Höre und urtheile, ob ich Groll hegen kann. Du erinnerst Dich vielleicht, daß wir einst, eben an jenem Abschiedsabende, ein lustiges Gespräch über Liebe und Ehe führten, in welchem ich meine Grundsätze darlegte, die damals von Euch mit Spott und Widerspruch angefochten wurden."

Ich erinnere mich dessen recht gut," sagte Aurel.

Nun so wirst Du auch wissen, daß die freie Liebe von mir verfochten wurde und daß ich allen Zwang und alle Fesseln als schlecht und unsittlich darstellte."

Du vermaßest Dich jede Liebe aus Deiner Brust zu reißen, die jene Freiheit verletzte und vielleicht hast Du eine Probe damit an Johanna gemacht."

,O Thorheit!" rief Richard heftig,ich habe sie nie geliebt, nie, auf meine Ehre! Denn wahre Liebe verbindet zwei Wesen auf ewig und keine Fessel ist nöthig, kein anderes Band, um in Noth und Tod zu­sammenzuhalten, als jenes einzige unerforschlick'e My­sterium des Herzens, das ein Gott dem Menschen mit- qegeben hat, damit er nicht verzweifle. Aber den­noch," sagte er ruhiger^dennoch hast Du vtellelcht Recht, denn wahr ist es, erst nach unserm Gespräche an jenem Abende ward es mir zur Gewißheit, daß ich Johanna nicht lieben könne und von Stunde an em­pfand ich ein Grauen vor einer Verbindung mit ihr."

Er schwieg und als er den Faden seiner Rede nicht wieder ergriff, sagte endlich Aurel:Was Du mir mittheilen willst, läuft also, wie ich denke, auf das Bekenntnifi binaus, daß Du leidenschaftlich und ewig liebst und ein Weib gesunden hast, die jenes einzige göttliche Mysterium Dir aufthut."

Ja, Prophet," erwiederte Richard in dem alten spöttelnd frohen Tone,ich habe ein Weib gefunden, die dies lhut; ich lebe in freier Liebe ohne Fesseln, habe der leichtsinnigen Welt darum entsagt, bereue es nicht und bin im Begriffe Dich in mein Heiligthum einzuführen und Dir zu beweisen, daß meine Grundsätze nicht so verwerflich sind, wie Du einst meintest."

Mich willst Du zu Deiner Geliebten führen?" fragte Dahlberg,und sie ist die Dame, welche mich zu ihrer Bekanntschaft einlud?"