Ausgabe 
22.5.1849
 
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welche Dir ihre Bekanntschaft verhießen und Dich Freund ganannt hat?"

Du bist also der Bote, den sie mir als Führer senden wollte?"

Ich bin ihr Bote, ihr Abgesandter, ihr Vertrau­ter, ihr Geliebter, ihr Sklave wenn Du willst, denn sie ist mir Alles, wofür der Mensch sich Namen er­funden hat, und ich weiß doch keinen für sie, der aus­drückte, was ich bezeichnen will."

Das ist seltsam in Deinem Munde," sagte Aurel lächelnd.

Warum seltsam?" versetzte Richard,doch Du weißt nicht was ich meine. Du kannst Dich nicht auf den richtigen Standpunkt versetzen, um mich zu ver­stehen, und kennst die nicht, von der wir reden."

Aber ich kenne Dich," siel Aurel ein und er legte einen so starken Ausdruck aus seine Worte, daß Richard davon verletzt ward.

Meinst Du?" rief er ihm zu.Ei wohl, wir haben ja vor drei Jahren uns zuweilen gesehen und was während dieser Zeit geschah, hast Du jedenfalls aus der besten Quelle erfahren."

Aus einer Quelle, die Du frefentlich vergiftet hast," versetzte Aurel,so daß Du Dich nicht wundern darfst, wenn sich jetzt Dein Bild verzerrt und in schmachvoller Häßlichkeit darin abspiegelt."

Richard gab keine Antwort, er schien zu überlegen, was er sagen sollte. Erst nach einer geraumen Weile, während sie beide schweigend nebeneinander hergingen und aus dem lebendigeren Stadttheile in todte dunkle Straßen gelangt waren, legte er die Hand auf Aurels Schulter und bat ihn still zu stehen.Höre mich an," sagte er,denn ich lehe wohl, daß wir uns an einer Grenze befinden, wo wir uns verständigen oder auf immer trennen müssen. Du hast mich verdammt ohne mich zu fragen, jetzt machst Du Dich zum Pala­din einer Dame, die Du besser kennen sollest, um zu wissen, wie viel ihr zu glauben ist. An jenem Abende, wo wir uns trennten und wo ihre unerträg­lichen Lannen mir die vollste Gewißheit gaben, daß wir beide unglücklich werden müßten, wenn sie meine Frau würde, beschloß ich uns diese elende Zukunft zu ersparen. Ich reiste und kehrte nicht zurück. Was kann man mir vorwersen? Nie habe ich mein Wort gebrochen und nicht etwa eine Braut verlassen oder ein ausgesprochenes Verhältniß zerrissen. Es war eine Liebelei, ein Jugendtraum, eine Hofmacherei, wie es Tausende giebt, und dies Wcib mit ihren Launen, ih­rem Dünkel, ihrem Eigensinn, ihrer gesallsüchtigen herz­losen Verderbtheit hätte mich tausend Mal von sich ge­stoßen und mit Hohn vergessen, wenn ich gewartet, hätte, bis sie so weit gewesen wäre. Daß ich ihre Herrschaft zerbrach, ich sie verließ, war ihr ein uner­träglicher folternder Gedanke und nicht etwa heiße Lei-

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dcnschaft machte sie unglücklich und krank, sondern Hoch­muth, die Qualen ihres Ehrgeizes, die Furcht vor dein Hohne der Well und die zerreißenden Schmerzen ihrer tödtlich verwundeten Eitelkeit."

Wie bart und ungerecht benrtheilst Du sie," sagte Aurel, aber er sagte es im versöhnlichen Tone, denn seltsamer Weise that ihm diese Beurthcilung Johannas wohl.

Glaube Jeder von uns was er will," fnhr Richard fort,genug, ich handelte wie ich handeln mußte und niuß gestehen, daß, nachdem ich länger als zwei Jahre im Auslande gelebt hatte, ich kaum mehr dachte, daß man mir noch zürnen könnte, bis ich fand, daß mein Verbrechen noch völlig unverjährt war. Ich wurde inie ein Feind und Verräther empfangen, mußte mich vertheidigen, was ich mit Bescheidenheit that und bin froh cs endlich dahin gebracht zu haben, daß durch Vermittelung unserer beiverseitigen Verwandten eine Art von ceremonieller Aussöhnung stattgefunden hat, die mir vollkommen genügt."

Aber Du hast übel gethan Johanna zu schmähen, wo und wie Du konntest, um Dein- Benehmen zu ver­theidigen," sagte Aurel.

Wer hat Dir das aufgebunden?" rief Richard. Wahrscheinlich sie, die unter dem Einstusse ihrer krankhaften Einbildungen Phantomen nachjagt. Ich I>«6e nichts gethan als mich vertheidigt und dies fb schonend als ich vermochte. Sara wollte es so, sie nannte es gerechte Strafe für meine Verirrung, und ich vollzog ihren Befehl, indem ich mich demüthigte und meine Schuld bekannte, soweit dies der Wahrheit ge­mäß möglich war.

(Fortsetzung folgt.)

Gemeinnütziges.

Mittel zur Vertilgung der Garten- s ch ii e ck e n.

Nach Braconnot wirken die Alkalien als die heftigsten Gifte auf die bekannten kleinen grauen Schnecken, welche in unseren Gärten oft so große Ver­wüstungen anrichten. Das Aufstreuen von gebranntem Kalk ist zwar ebenfalls wirksam, jedoch nicht in so hohem Grade, als Wasser, irt welches man etwas Lauge oder Salmiak gegossen hat. Ein Tropfen Salmiakgeist oder Seifenfiederlauge, mit 2 Pfv. Wasser vermischt, reichte schon hin, um die in dieses Wasser gebrachten Schnecken zu tobten. Hiernach würde die auf dem Lande beim Bleichen der Leinwand abfallende Lauge, mit etwas Aetzkalk versetzt und nachher mit Wasser ver­dünnt, ein ebenso wohlfeiles als wirksames Mittel ab­geben, um sich dieser Thiere zu entledigen.

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