Beilage zu M 91. des Anzeigeblattes.
2148) D armstad t.
Militär - Stellvertretungs - Anstalt im Groß- herzogthum Hessen.
Seit dem Aufhören der Staats-Assecurranz-Anstalt für Militär-Stellvertretung macht sich der Mangel eines Ersatzes für jene sehr zweckmäßig gewesene Einrichtung in verschiedener Weise fühlbar. — Es ist nicht sowohl schwierig für diejenigen, welche sich vertreten lassen wollen, tüchtige, zuverlässige Einsteber aufzusuchen, als auch für Vie, welche gerne einstehen möchten, die dazu nöthigen Einsteller zu finden, und beiderseits werden oftmals große Opfer aufgewendet, um den deß- fallsigen Zweck zu erreichen. Am fühlbarsten aber tritt dieser Mangel auf dem Lande hervor, wo durch die Unkenntniß der Verhältnisse den wucherischen Bestrebungen einzelner Individuen Thür und Thor geöffnet ist, und auch bereits durch die fehlende Sicherheit wegen Vollzugs der Verträge vielfache Proteste entstanden find.
Um diese Mißstände zu beseitigen, haben die Unterzeichneten, mit Wissen Gr Kriegsministeriums, eine Anstatt ins Leben gerufen, deren nächste Aufgabe für das lanfende Conscri'ptionsjahr ist, denjenigen Dienstpflichtigen, welche vertreten sein wollen, solide Einsteher zu beschaffen durch Abschluß von, den bestehenden Gesetzen gcnügenven Verträgen.
Wir haben, um dies zu erreichen, die Einrichtung getroffen, daß die in einem gewissen Zeitraum fich anmeldenden Militärpflichtigen, welche ihre Vertretung wünschen, in eine Eesillschaft sich vereinigen, wofür wir ebensoviel Einsteher beschaffen; die ganze Summe der Einstandgelder wird dann auf die Anzahl der Gesellschaftsmitglieder vertheilt, und somit eine jedenfalls wohlfeilere Einstandssumme für den einzelnen Einsteller erzielt Die erste Gesellschaft begreift diejenigen Einsteller in sich, welche bis zum «ö. December d. I., ihre Theilnahme daran bei uns erklärt haben werden.
Unsere weitere und demnächste Hauptaufgabe soll die sein, nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit, den Con- scriptionspflichtigen vor der Looszichung die Sicherheit zu gewähren, daß, bei etwaiger Ziehung eines Marschlooses, sie jedenfalls einen Einsteher erhalten und zwar_ zu einer viel geringeren Summe dadurch, daß bei einer bestimmten Anzahl Gesellschaftsmitglieder immer ein kleiner oder größerer Theil sein wird, welche Frciloose ziehen.
Zu dieser Assecurranz-Anstalt können Anmeldungen für die im Jahr 1850 zur Ziehung kommenden Conscriptions-
Frischbäcker zu Gießen.
Sonntag den 18 November. Georg Noll in der Neustadt. Christian Wallenfels in der Wallthorstraße. Konrad Noll auf der Mäusburg. Jeremias Wallenfels auf dem Seltersweg.
Kirchliche Anzeigen
der
evangelischen Gemeinde zu Gießen. G o t t e s d i e n st.
A m 18- N o v e m b c r. Morgens: Pfarrer Bonhard.
Nachmittags: Kirchenrath Dr. Engel.
Hospital-Gottesdienft.
Um halb 11 Uhr: Freiprediger Balser.
pflichtigen, vom 1 December d. I. an bei uns gemacht werden, und behalten wir uns vor, in Beziehung hieraus, noch eine weitere Bekanntmachung ergehen zu lassen.
Die Garantie für die Erfüllung aller wechselseitigen Verbindlichkeiten muß zunächst int gegenseitigen Vertrauen auf Redlichkeit und Gewissenhaftigkeit, ohne welche die größten Vorsichtsmaßregeln unzureichend sind, gesucht werden; so viel an und liegt, wird unser eifrigstes Bestreben dahin gerichtet sein, durch Pünktlichkeit und durch die größte Vorsicht uns dieses Vertrauens würdig zu machen unv glauben wir in unserer Geschästskenntniß und in unfern bisher gemachten Erfahrungen die Mittel zu besitzen, eine solche Anstalt zur Zufriedenheit Aller, die sich daran betheckigen wollen, vurchzu- führen.
Zugleich bemerken w r, daß wir eine Summe von fl 5000 als Caution bei hiesigem Stadtgericht depouircn werden, welcher Betrag, wenn die Ausdehnung des Instituts es wün- chenswerth macht, demnächst entsprechend erhöht werden soll.
Wir ersuchen diejenigen, welche sich, resp. ihre Söhne, die bei der diesjährigen Ziehung ein Marschloos gezogen haben, vertreten lassen wollen, sowie die, welche in der As- securranz-Anstalt sich versichern wolle», sich an und in portofreien Briefen unter der Adresse: Än die Militär- StcllvertretungS-Anstalt in Darmstadt wenden zu wollen, worauf weitere Mittheilung zum Zweck der Abgabe einer bestimmten Beitrittserklärung erfolgen wird Ebenso ersuchen wir Diejenigen, welche als Einsteher dienen wollen, sieh, mit den nöthigen Einstandsbescheinigungen, Einstands- patenten oder Bürgermeistereizeugnissen versehen, brieflich oder mündlich bei und zu melden.
Unser Büreau ist: Obere Rheinstraße Lit. E. Nr. 5 und sind zu persönlicher Rücksprache und zu Anmeldungen die Stunde» von 9 bis 12 Uhr Vormittags und 2 bis 4 Uhr Nachmittags bestimmt.
Darmstadt 10. November 1849.
Carl Schwarz, Kaufmann. Fr. Vogel, Dr. juris.
Hierzu erlauben wir uns die weitere Anzeige, daß mit Genehmigung der resp. Behörden Hr Krafft Gehülfe bei Gr. Reg.-Comm. in Gießen und vorzugsweise mit Recruti- rungsangelegenheiten beschäftigt die geschäftlichen Beziehungen der Anstalt mit den Behörden der Provinz Oberheffen unterhalten. Hr. Schieffer aber, ebenfalls Gehülfe bet gedachten Gr.Reg -Comm. als A g e n t für den Regierungsbezirk Gießen die Anmeldungen der Einsteller und Einsteher annehmen und uns übermachen wird. Die Obigen.
Getaufte.
Den 10. November. Dem Bürger und Schuhmachermeister, Karl Hörster, eine Tochter, Wilhelmine Rosine Elisabethe, geboren den 9. Oetober.
Den 11. November. Eine uneheliche Tochter, Luise, geboren den 27. Oetober.
Denselben. Dem Ortsbürger in Mainzlar, und Schäfer dahier, Wilhelm Kern, eine Tochter, Sennriette Margarethe Marie Johannette, geboren den 31. Oetober.
Denselben. Dem Bürger und Metzgermeister, Philipp Zimmermann, ein Sohn, Wilhelm August Adolph, geboren den 11. Oct.
Den 15. November. Dem Bürger, Georg Becker, ein Sohn, Christian Balthasar Karl Otto, geboren den 30. Oetober.
Beerdigte.
Den 10 November. Susanne Marie Balser, des Bürgers und Wirths, Johann Georg Baiser, Ehefrau, ge-


