Ausgabe 
17.3.1849
 
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485) Gießen. Die Mitglieder der Gesell­schaft für Selb st backen werden hierdurch benachrichtigt, baß die von dem Rechner Herrn Zimmer gestellte Rechnung der Gesellschaft und die von dem bestellten Revisor Herrn Stern gefertigte Ueber-Arbeitung derselben in dem Local der Ver­waltung zur vorläufigen Einsicht jeden Mitgliedes offen liegt, die dazu gehörigen Belege aber auf Verlangen von Hr. Rechner Zimmer zur Einsicht werden gestattet werden. Zu der erforderlichen Generalversammlung würde bereits eingelaken sein, wenn der Dirigent des Vorstandes und dessen Stell­vertreter nickt für den Augenblick durch Abwesen­heit resp. Unwohlsein verhindert wäre.

Der Vorstand.

490) Gießen. Denjenigen, der mir am 25.

Februar im Gastzimmer zum Prinzen Carl meine Pfeife mitgenommen hat, fordere ich auf, solche binnen 3 Tagen in demselben Lokale wieder abzu­geben oder werde ich selbigen gerichtlich belangen.

498) Gießen. Derjenige welcher meinen Hut auf dem Klubball gefunden, wird ersucht ihn an den Klubdiener zurückzugeben.

Baist.

Leise Anfrage.

494) Gießen. Warum trägt der Polizeiof- ficiant Lony keinen Säbel? Ist er ihm zu schwer, oder hängt es etwa mit Krankheitsumständen zusam­men, oder ist es eine verborgene Scham? Warum wählt dec Stadtvorstand zu solchen Stellen Schwächlinge?

Mehrere Bürger. ________________________________________!___ . . .........

489) Gießen.

Um bei den jetzigen bewegten Zeiten, wo der Gewerbestand von ganz Deutschland so sehr niederge­drückt ist, demselben sowohl andauernde Beschäftigung zu verschaffen, als auch die Ausbildung der ge­werblichen Industrie zu befördern, geht der Unterzeichnete mit dem Plan um, eine Vereinigung der Ge- werbhallen von süddeutschen Städten, welche an Eisenbahnen, Flüssen und Strömen liegen zu dem Zwecke zu Stande zu bringen, um fürs erste für diesen Sommer eine großartige Ausstellung von gewerblichen Erzeugiiissen und Verloosung derselben zu Darmstadt und später einen Turnus unter denselben zu ver­anstalten. Der überaus günstige Erfolg einer solch n Ausstellung und Verloosung von Gegenständen aus der Gewerbhalle zu Darmstadt gegen das Ende des vorigen Jahres hatte und welche von dem Un- terzcichneteu geleitet wurde, berechtigten denselben zu der Hoffnung, daß sein Plan in größt möglichster Ausdehnung von dem günstigen Erfolg gekrönt sein wird. Zur Vorbereitung dieses Unternehmens bedarf es einer namhaften Summe zur Deckung der unvermeidlicken ersten Kosten.

An alle diejenigen deutschen Frauen und Männer, welchen das Wohl des Gewerbstandes wahrhaft am Herzen liegt, ergeht die innigste Bitte, dieses Unternehmen, was in seinen Folgen gewiß höchst seg­nend wirken wird, aufs Kräftigste zu unterstützen und durch Einzeichnung von Beiträgen über deren Ver­wendung demnächst von dem sich bildenven Ausschuß öffentliche Rechnung wird abgelegt werden, zur Verwirklichung dieses Vorhabens beizutragen.

Fürs erste sind die Städte: Stuttgardt, Carlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Bensheim, Darmstadt, Worms, Frankfurt, Mainz, Offenbach, Wiesbaden, Homburg und Gießen zu dieser Vereinigung vorge­sehen.

Stuttgardt und Darmstadt den 15. Januar 1849.

Ludwig Fr. Speyer, Gr. Hess. Canzlist.

In Bezug auf obige Aufforderung macht der Handwerkerstand hiermit die Anzeige, daß er diesem Unternehmen beigetreten ist, und erläßt sogleich die freundliche Einladung an alle bemittelten Einwohner Gießens, dem Beispiele anderer Städte nach, sich recht zahlreich an der Deckung dieser unvermeidlichen ersten Kosten zu betheiligen.

Da Herrn Speyer seine Zeit so kurz zugemcssen war, daß er nicht persönlich für diese Sache bei dem Publicum wirken konnte, wie er in anderen Städten gethan, so wird nächstens eine Commission des Handwerkerstandes, zu obigem Zwecke eine SnbscriptionSliste circuliren lassen, und glaubt sich der frohen Hoffnung hingeben zu dürfen, dieselbe überall freundlichst berücksichtigt zu finven.

Zugleich werden sämmtliche Herren Gcwerbtreibende ersucht, sich zahlreich und pünktlich Montag den 19. März, Abends um 6 Uhr im Promenadehaus zur Vornahme der Deputirten- und Ausschußwahl, alS erste Generalversammlung einfinden zu wollen.

Gießen den 16. März 1849.

Für die Localsection des Gewerbevereins

Der Vorsitzende

Knapp. P. Möhl.