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fen, lies ich diesen Winter auch den Schnee vom Mistberge schippen, und zwar vom Kuhmiste ganz, vom Schaf-Pferde- und Schweinemiste (welchen ich für das Kohlland abgesondert schichten ließ) nur zur Halste. Als plötzlich das Thauwetter eintratt und sich Jauche sammelte, ließ ich sämmtlichen Mist mehrmals stark begießen. Jedoch beim Wegladen fand ich, daß der Theil Schaf- und Pferdemist, welcher abgeschippt worden, viel schlechter und trockner, hingegen der andere Theil von derselben Sorte, von welchem der Schnee nicht weggeschippt worden, speckig und schön war. Der Kuhmist war durchgehends feucht, aber nicht recht gut.
Indem ich hierdurch meinen kleinen Versuch veröffentliche, ersuche ich meine andern Mitleser, sich über ähnliche Versuche oder Meinungen hier auszusprechen.
Dfz.
Unverbrennbare Strohdächer.
In England hat man durch wiederholte Versuche nun hinlänglich dargethan, daß mit gewöhnlichem aufgelösten Kali getränktes Stroh unverbrennbar ist. Für die Bevölkerung des stachen Landes ist diese Entdeckung von Wichtigkeit, indem die Strohdächer hierdurch nicht blos feuerfest, sondern auch viel dauerhafter hergestellt werden können. Mit einer Auflösung von Alaun wurden ebenfalls Versuche angestellt, da dasselbe jedoch auflösbar ist, so benimmt ihr der Regen jedwede Kraft, dem Feuer zu widerstehen.
Ausräuchern der Weinfässer mit Muska tnuß.
Statt des Schwefelns der Weine, welches bekanntlich oft nachträglich auf die Gesundheit beim Genüsse der Weine wirkt, wird als ein bewährtes Ersatzmittel das Anbrcnnen von Muskatnuß in Weinfässern empfohlen. Für ein 5 bis 6 eimeriges Weinfaß nimmt man % Loth Muskatnuß, schneidet sie mitten durch, befestigt sie an einem Draht, zündet ihn an und hängt ihn in das Faß. Der Wein, namentlich der rothe, erhält davon einen angenehm gewürzhaften Geschmack. Die glühende Kohle muß indeß davon entfernt werden, Weil dep Wein davon einen üblen Geruch bekommt.
An e kdot e.
H eirath s g esuch.
Ein Mann, der in der Wirklichkeit vier Fuß fünf Zoll groß ist, sich selber aber für einen viel größeren Mann hält, und in dem interresfanten Stadium des Le
bens angekommen, in welchem der Mensch zu der festesten Ueberzeugung gelangt, es sei nicht gut wenn der Mensch allein ist, sucht eine Lebensgefährtin, welche Geld und alle Mittel besitzt, einen Mann glücklich zu machen. Auf persönliche Reitze wird nicht reflec- tirt, da der Suchende keine Nacht nach Hause kommt.
Pie Grundrechte.
Am März da pocht' es fürchterlich An Thürcn und an Thoren;
Jedmänniglich schrie: „Wehre Dich!" Sonst sind wir All' verloren!
Auf, deutsches Volk mit Art und Schwert, Mach endlich frei der Väter Heerd;
Frisch auf, ihr feilen Knechle, Wir fordern unsre Rechte!
So schied der Frühling aus dem Land, Der Sommer auch, wie immer, Und als der Herbst nun auch verschwand, Da würd' cs halt noch schlimmer:
Der nahm die Blüten all' mit fort,
Nur dürre Blätter hier und dort
Die sagten dem Geschlechte:
Der Herbst will seine Rechte!
Schon denk' ich, Alles ist vorbei Und unterm Schnee begraben,
Da hör' ich Postknecht mit Juchhei
Vom Seltersberge traben.
Der Postknecht ruft, bläst, singt und schreit:
Hört deutsche Völker weit und breit, Ich, niedrigster der Knechte
Bring' Euch die Grund — Grundrechte!
Da schau' ich denn, und in der That, Er hatte sie im Wagen,
In großem Jmperialformat — Sorgfältig eingeschlagen.
Du, Postknecht, bringst es richtig an;
Doch frag ich Dich, o deutscher Mann, Dich niedrigsten der Knechte:
Wer bürgt Hns für die Rechte?
F. Hüne.
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.


