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Vivat Emanzipaziön!
Ein Schlößlcin auf dem Berge stund, Drin ging cs her gar kunterbunt;
Kein schmucker Ritter war zu schaun Jedoch emanzipirte Frau'n.
in einen anscheinend völlig gesunden war eben so blitzartig schnell wie der zur Krankheit.
(An Lächeln lief durch Johannas Zuge und Aurel alaubte eine Regung freundlicher und sanfter Empfin« düngen darin zu erkennen, die ihren rostgen Schrmmer über ihre blassen Wangen schickten, als er uch verabschiedete und seine Besorgnisse um ihr Wohl in herzlicher Weise anssprach.
Als er auf der Straße war unter dem Sternenhimmel, drang der kalte Luststrom sänftigend in seine heiße Brüst. „Was habe ich in einer Stunde erlebt und erfahren,^ rief er tief athmend, „und, o wie vieles hat sich in meinem Leben und dessen Zukunft verändert." Er hatte nicht den Muth stch Rechenschaft über ferne Gedanken zu geben, aber ein warmes freudiges Gefühl lieh doch sein Blui schneller rollen und die kalte Nacht schien ibm heiß, der Wind, der sein Haar mit Reif bedeckte milv zu sein. — Sein Gesicht brannte und vor seinen Augen glänzten die funkelnden Eiskrqstallc des Schnees wie Sonnen, die eine Welt voll glücklicher Wesen zur Freude aufwecken. — Plötzlich siel ihm der Brief ein und er riß ihn aus der Tasche und suchte die Handschrift zu erkennen. Wolken, die über den Mond gingen, hinderten ihn eine Zeitlang daran und diese Minute, wo er still stand, schien ihm eine Unendlichkeit zu sein. End lieb erkannte er die Schriftzüge, sie waren fein und zierlich und wie erleichtert von einer schweren Last, rief er: „Also nicht von Richard, nicht von dem Menschen, den ich hasse und verachte Fort mit ihm aus meinem Gedächtnisse: gebe der Himmel, daß er nie mir in ren Weg trete." Er eilte nach Hause und kaum hatte er Licht und war allein, als er den Brief von Neuem hervorzog und das Siegel aufriß und verwundert die wenigen Zeilen betrachtete, welche er auf dem glänzenden, glatten, mit einer gepreßten Rosenkante umgitterten Blatte entdeckte. (Forts, folgt.)
Sie gingen, wie's Studenten thun In großen Stiefeln statt in Schuhn, Und trugen, o du jemine 'nen Helm so wie die Schwollcschc!
Auch rauchten wüthend sie Taback Und führten gar gelehrten Schnack, Und fluchten just wie ein Sergeant Wenn sich ein böser Casus fand.
Sie trugen Sporen hell und blank __Das klung einmal wenn eine gang!
Auch vor der Stirn ein Sporen war Und das fand Niemand sonderbar.
Des Morgens ritten sie zur Jagd Wohl in Die flnstre Waldesnacht
Und furchten sich fürwahrlich nicht, Wie's sonst von Weibern wohl geschilpt.
Unv kamen sie zurücke dann
Ging's Schmausen und Bekneipen an.
Wenn Gellert das geseh'n, er hätt' Bestimmt gesagt: „na, daS ist nett!" Es würd' im ganzen deutschen Land Alsbald solch Leben sehr bekannt
Und dachte manche lustge Maid Ein solches Leben sei gescheidt.
So haben die zuweg gebracht, ' Das manche Frau'n es nachgemacht
Trotz Neckerei und Spott und Hohn: Bivat Emanzipaziön! ■
F. Hüne.
Die neuesten Nummern unserer neuen ^lluftrirten Zeitschrift, entha flJtt
anderen bildlichen Darstellungen, das Portraüdes Obersten v. Nadowch,. dre: 0 3
Sacrammto-Fluß in Kalifornien, die Goldwäsche und andere schone . ) durch treffende
der Goldgewinnung in dortiger Gegend. Auch Zeichnet stch diese Ze s) rs ^..^^ommist politische Carricaturen aus, z. B. die freundliche Ausnahme der Fran für $ । diese
säre beim Fürsten Windisch-Gra'tz. Wir machen hierdurch das verehrliche Publicum s Zeitschrift wiederholt aufmerksam.
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.


