Ausgabe 
1.12.1849
 
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überhaupt zu überschreiten. Man nehme jedoch das Recht, sich von privatem Standpunkte aus zu Be­sprechungen über allgemein wichtige und interessante Gegenstände, wie die zur Berathung in Mainz vor­gesehenen, zu versammeln, in Anspruch, einstimmig angenommen.

7) Ferber hält einen Vortrag, wegen der Eingabe des Handwerkervereins über Erhöhung des städtischen Octroiö von Fleisch. Nach einiger Discussion wird der gestellte Antrag:

zur Entscheidung in dieser Sache ist der Bez.-R. nicht kompetent, er erkennt jedoch die im Berichte und der Petition berührten Mängel, insoweit sie darin begründet sind, an, und er- sucht die Gr. Regierungsbehörde möglicherweise diesen Mängeln und Uebelständen, nach Maß- gabe der gebotenen Verhältnisse, abzuhelfen, verweißt deßhalb die Petenten an die Gr. Re- gierungs-Commission,"

einstimmig angenommen.

8) Steiberger trägt das Gesuch der Gemeinde Zeilbach um Trennung von der Kirche zu Ober- ohmen vor, und wird der gestellte Antrag:

»die Regierungs-Commission zu ersuchen, das wirklich begründete Gesuch der Gemeinde zu »unterstützen, einstimmig angenommen.

9) Lindenstruth erstattet Vortrag über das Gesuch der Gemeinde Zeilbach wegen des Commum- cationswegs von da nach Ermenrod. Es wird dieses Gesuch an die Gr. Regierungs-Commission, bei welcher über diese Sache verhandelt wird, abgegeben.

10) Liest Ferber das von der Regierungs-Commission erhaltene Schreiben wegen Aufstellung des Rentenkatastcrs in Lich vor, worauf keine Einwendungen gemacht werden.

11) Dieterich referirt wegen der ihm von Herz Wallenstein II. zu Großenbuseck in seinen gestrigen beiden Eingaben vorgeworfene Unrichtigkeiten. Es wurde der Antrag auf Zurückweisung des unbegrün­deten Vorbringens Wallensteins, einstimmig angenommen.

12) Wurde zur Wahl der 63 Geschworenen-Candidaten geschritten und dieselbe laut Special-Acten vollzogen.

13) Fand die Ausloosung Vzdes Bez.-Raths nach Art. 20 des Gesetzes statt und in Folge hiervon treten aus:

a. Hillebrand,

b. Steinb erger,

c. Dieterich und

d. Ferber.

14) Regicrungsrath Küchler gibt aus 2 Interpellationen Antwort und zwar:

a. wegen Einsichtsnahme der Protocolle der Bezirksräthe und

b) wegen der von Ferber gestellten Anfrage, die Ausweisung Gastauers betr., wogegen nichts weiter eingewendet wurde.

15) Req.-Rath Küchler bemerkt einiges über die früher zur Sprache gekommene Einführung einer allgemeinen ViehversicherungSanftalt und erbietet sich dieserhalb einen Entwurf auszuarbeiten, was angenommen wurde.

16) Da nunmehr zur Entscheidung des Bczirksraths weiter nichts mehr vorliegt, so wurden die Sitzungen desselben, von dem Vorsitzenden Hillebrand mit einer Anrede an die Versammlung um y2 2 Uhr, Nachmittags geschlossen.

Gießen den 24. Nov. 1849.

Der Vorsitzendem Der Schriftführer:

v r. H i l l e b r a n d. H ch. F e r b c r.

Bersteiqerunqen.

2131) Gießen.

Montag den 3. December d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesioem Raihhaus auf freiwilligen Anirag der Erben des verstorbenen Amlsdieners Konrad Schneider dahier die denselben zustehenden Immobilien, als:

Grundb. UlKlftr.

7.186 10 Hofraithe in der Kühgasse,

26/5O 104 Acker am obersten Riegelpfad,

öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen den 12. November 1849.

Der Beigeordnete Rühl.