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das dafür aufgewendete Geld im Allgemeinen gerade nicht nutzlos oder zwecklos vergeudet worden ist. Dagegen wird der eigentliche Zweck, der fürs Allge­meine nur vortheilhaft sein kann, weil natürlich Ko­sten und resp. Schulden, bei einzelnen Gemeinden entstauben sind und namentlich in solchen Gemeinden, die ohne höhere Weisung für Verbesserung und Her­stellung so schlechter Wegen, wo Vieh und Geschirr- beständig in Gefahr waren, nichts würden gethau haben, verkannt und die jetzt ein Sparsystem eingeführt haben das fürs Allgemeine Beste in Berücksichtigung der geringen, armen und besitzlosen Klasse ihrer Ein­wohner nicht von Dauer sein kann und nur gleich­sam mit dem rechten Lichte betrachtet auf der andern Seite zur Verschwendung führen muß, da in solchen Gemeinden alle öffentliche Arbeiten eingestellt und ausgesetzt worden sind. Es wird in solchen Ge­meinden ganz und gar der richtige Zweck verfehlt und vielfach von Einzelnen eigennützige Zwecke, zur Un­terdrückung des allgemeinen Besten zu erstreben ver­sucht, worunter wieder einzelne bedeutend leiden müssen.

Wo soll das z. B. hinführen den Geringen und Armen ohne Weiteres allen und jeden Verdienst, den Weg zur Erlangung der nöthigsten Nahrungs­mittel abzuschneiden, ihre Erwerbsquelle zu verstopfen und was soll durch eine auf solche Weise gleichsam übertriebene Sparsamkeit, wo alle öffentliche Gebäuden, Anlagen und Wegen und bergt dem Ruine auf ein­mal preis gegeben werden, fürs Allgemeine Gute be­zweckt werden?

(Fortsetzung folgt.)

Die Auswanderer, Gedicht in drei Theilen von F. Hüne.

II.

Das Aetherblau ruht schützend ob der See ~ Die sanft an Irlands Felsenufer schlägt, Seemöven flattern winselnd in der Höh, Kein Luftstrom ziehet der das Meer bewegt;

Es hat sich die gewatt'ge Wafferfee

Zum Schlummer in ihr Wogenbett gelegt, Drum zittert still die krause Waflerdecke Daß kein Geräusch die Schlummernde erwecke. ' " /

Südwärts am Horizonte taucht herauf

Ein träges Schiff; am hohen Mastenbaume Wallt weder Flagge weder Segel auf:

Es zieht dahin ohnmächtig wie im Traume;

Und dieses Schiffes mattem trägen Lauf

Ist gleich das Leben in dem SchiffeSraume: Denn stille ists, kein frohes Lied, kein Wort Tönt übers Meer von jenes Schiffes Bord.

Ist das ein Geisterschiff, wovon die Mähr

Des alten Seemanns uns so viel erzählet,

Das irrend treibt im Oeean umher,

Dem Steuermann und Ankerwinde fehlet?

Nein, tief im Wasser furcht der Kiel und schwer

Ist er beladen doch kein Steuer fehlet;

Und Männer lauschen ängstlich vom Verdecke Ob nichts die Fee, die schlafende, erwecke.

Denn furchtbar ists. wenn plötzlich sie erwacht,

Wenn zürnend sie ihr Schlangenhaupt erhebet:

Dann peitscht ihr Arm die Flut wo ist die Macht

Die nicht vor dem gewalt'gen Zorn erbebet? Und weh wenn sie im Bunde mit der Nacht

Das Fahrzeug hoch auf Wasserberge hebet Und daun ihr langes Haar den stiel umschürzt Und tückisch mit ihm in die Tiefe stürzt l

Unruh im Blicke lehnt am schwanken Mast Der Capitän, im Gürtel ruht die Linke, Ein Fernrohr mit der Rechten starr umfaßt,

So steht er, groß in jedem seiner Winke;

Die Mannschaft forschet rings in ihrer Rast Ob nahende Gefahr im Äug' ihm blinke; Die Todtenstille auf dem weiten Meere

Ruht auf der Mannschaft wie Gewitterschwere.

Da bricht der Capitän das lange Schweigen;

Die Segel aufgehißt! " und milder dann Spricht er:ich sehe weiße Nebel steigen,

Im fernen Süd, die künden Sturm uns an;

Die Sonne auch will sich hinunter neigen,

Durch Klippen windet fich des Schiffes Bahn;

Und können wir die offne See gewinnen, Co werden wir der Sturmeswuth entrinnen."

Der Sonnenblick, der anf der Flut geglänzt

Verschwindet schnell, sein Schimmer ist verflogen,

Von Nebelschichten ist das Meer begränzt,

Und hoher kommen Wogen nun gezogen;

Mit weißen Kronen ist ihr Haupt gekränzt,

Sv stürzen sie sichln des Schiffes Bogen, Das bald sich auf gethürmte Wogen schwingt Und schwindelnd in den jähe» Abgrund sinkt.

Laut zischen auf die grünen Wellenschlangen

Und speien übers Deck den weißen Schaum;

Verzweiflungsvoll, mit angstgebleichten Wangen

Durchrennt das Schiffsvolk jetzt den feuchten Raum;

Seht nun die Flagge, die herabgehangen:

Stolz weht und wallet sie vom schwanken BaulN; Und rauschend flattern sie, gleich kühnen Möven, In roth und weißem Wappenfeld die Löwen *).

Und jenen Mann, habt ihr ihn nicht gesehen.

Auf deutschem Boden, wie er sonder Harm Nach Westen blickend stand im Abendwehen, Wie seine Rede war so frei nnd warm?

Das ist der Greis, die Silberlocken wehen,

Am Backbord lehnt er mit verschränktem Arm, Und die im untern Raume jammernd ringe» Sind Deutsche, die vom deutschen Boden gingen.

(For tsetznng folgt.)

*) Die Bremer Schiffe fuhren Flaggen mit roth und weißem Feld ,n weichem sich das Wappen der Stadl (ein Schlüssel und zwei Seiten) befindet.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.