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daß ihm seine Ehre verbiete, dies anzunehmen, und war mit vieler Mühe endlich zu bewegen, als Andenken einen einfachen goldenen Ring an seinen Finger zu stecken. — Seit Diesem Tage ist kein ähnliches Versehen vorgekommen, und der Herzog hat demnach alle Ursache, mit seinen Räubern zufrieden zu seyn.
Späße.
— In der Gegend des Schiffenbergs bei Gießen ist ein so eigenes Echo, daß es die gesprochenen Worte in einer fremden Sprache wieder zurückwirft. So führt
ein Jäger, um die Gedanken seines Jagdhundes zu erforschen, diesen oftmals in die Gegend, läßt ihn bellen, und das Echo antwortet in menschlicher Sprache.
— Ein Landwirth hatte eine so außerordentlich scharfe Sense. Sie war so scharf, daß sich, als er sie in einer Hellen Mondnacht an einen Baumast aufgehangen, ein vorübergehender armer Mann mittelst ihres Schattens das Bein durchschnitt.
Ein Neger war so sehr schwarz, daß die Hühner, wenn er auf den Hof trat, schlafen gingen, weil sie das Dunkel, welches von ihm ansging, für eine Folge de« Soynenuntergangs hielten.
Für All' und Jedermann.
Schon im Anfänge dieses Jahres sprachen wir die Absicht aus, den Besprechungen öffentlicher Angelegenheiten des ganzen Regierungsbezirks sowohl, als auch den Mittheiluugen vom Schönen und Nützlichen einen besonder« Platz in unserm Blatte einzuräumen und zur Ausnahme solcher Zuschriften einen Briefkasten auszuhängen. — Die eiugctretene politische Krisis hinderte uns, diesen Plan auszusühren. — Mit Beginn des Jahres 1849 wollen wir iudeß diese Idee unsererseits zu verwirklichen suchen; wir werden, wie wi?s bisher glauben gethan zu haben, mit allen Kräften im Interesse der Gesammtheit arbeiten, keine Mühe und kein Opfer scheuen, wenn es gilt, zur Belehrung, Bildung und Wohlfahrt unserer Mitmenschen beizutragen.
Von Neujahr an werden wir nun unter der Rubrik „Buntes" unfern Lesern geeignete Mittheilungen aus dem Gebiete des Nützlichen und Schönen in diesem Blatte liefern, und bitten Jeden der hierfür Interesse fühlt, um Mitwirkung. — Zur Ausnahme von Mit- theilungen werden wir alltäglich von Morgens 9 bis Abends 9 Uhr einen Briefkasten aushängen und können in denselben alle beliebigen Mitthcilungeu (auch ohne Namensunterschrist) gelegt werden. Bemerken müssen wir jedoch, daß die unter „Persönlichkeiten" gewöhnlich verstandenen Streitsragen nicht berücksichtigt werden können.
In Hinsicht auf unfern guten Willen glauben wir die Hoffnung hegen zu dürfen, uns von allen Freunden des Nützlichen und Schönen thatkrästig unterstützt zu sehen. Unser Blatt wird dann, wir sind dessen versichert, seinen Lesekreis wohlthuend erweitern und durch jene Mittheilungen ein Blatt sein „sür All und Jedermann!" Die Redaction.
Das Anzeigeblatt sür die Stadt und den Regierungsbezirk Gießen erscheint auch im nächste», Jahr wöchentlich 2 Mal, am Dienstag und Sonnabend. Avertissements jeder Art, welche längstens bis Montag Morgens 9 Uhr an die Erpedition eingesendet werden, werden in das am Dienstag erscheinende Blatt ausgenommen, und diejenigen, welche längstens bis Freitag Morgens 9 Uhr eingehen, in das am Sonnabend erscheinende Blatt ausgenommen. Die Pränummeration für das ganze Jahr ist sür Einheimische 1 st. 30 kr., sür das halbe Jahr 45 fr. incl. Bringerlohn; für Answärtige für das ganze Jahr incl- des Portos und Postgebühren 1 st. 42 kr., sür das halbe Jahr 51 kr. Da das Abonnement aus dieses Blatt sür das lausende Jahr mit dem 31. d. M. zu Ende geht, so belieben sich diejenigen auswärtigen Abonnenten, welche solches auch für das folgende Jahr fort zu halten wünschen, wegen Anbestellung desselben, an die ihnen zunächst gelegenen löbl. Postämter oder Posterpeditionen und Einheimische an die unterzeichnete Erpedition zu wenden und dm Pränummeratwnsbetrag franco einzusenden.
Die Expedition des Anzeigeblatts für die Stadt und den Regierungsbezirk Gießen.____________
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schm Buch- und Steindruckerei.


