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Wänden der Kornböden oft in großer Menge; sie richten großem Schaden an, als'die Kornkäfer.

In den Monaten Mai und Juni fliegen diese Motten gegen Abend sehr häufig umher, namentlich die Weibchen, und legen ihre Eier ans Getreide, so daß an ein Korn 12 Eier kommen. Die Eier sind so klein, daß man sie mit bloßen Augen nichl sehen kann. Nach 1214 Tagen hat das Räupchen das Ei verlassen und sich so in das Korn einge- freffen, daß man ein Klümpchen bemerkt, welches aus dem mit seinen Fädchen zusammengewebten Miste der Raupe besteht, und den Eingang bedeckt. Dieser Haufen nimmt mit der Zeit zu, und wenn ein Korn ausgefressen ist, verbindei die Raupe damit ein zweites, später ein drittes u. s. w. Bis gegen den Monat September, wo die Molle ausgewach­sen ist, sind große Klumpen zusammengewebt und mit Misthäufchen besetzt.

Die Raupe ist 45 Linien lang, unbehaart, schlank. Der Kopf ist braunroth, auf dem Halse sind ein Paar kleine Querstriche.

Die Raupen verlassen ihre Wohnungen, kriechen unruhig auf dem Kornhaufen umher, ziehen dabei Fäden, und bedecken so, wenn ihrer viele sind, die Haufen mit einem dichten, weißgrauen Schleier, durch den man nicht durchsehen kann; dann gehen sie an den Wänden empor, setzen sich an die Balken und Ritzen, nagen feine Holzspänchen ab, verweben diese in ihr Gespinnst, bleiben darin den Winter unverändert, und verwandeln sich erst im März, April oder Mai in eine braune Puppe. Ungefähr drei Wochen später setzt sich die Puppe in Bewegung, schiebt sich bis zur Hälfte aus dem Gespiunste heraus, und nach etwa einer halben Stunde schlüpft aus ihr die Motte hervor, welche, wie es fctjeint, feine Nahrung zu sich nimmt, und höchstens einen Monat lebt.

Außer den bekannten Mitteln gegen die Kornkä­fer, welche auch hier in Anwendung gebracht wer­den könnten, gibt es noch folgende:

a) Man schütte daö gefährdete Getreide in einen heißen Backofen, in dem zwei Stunden gebacken worden, und lasse es allda 48 Stunden lang ver­schlossen liegen. Durch die Wärme finden die Larven des Käsers ihren Tod, das Getreide nimmt aber keinen Schaden, denn es kamt eine Wärme von 90 Grad vertragen.

1>) Man lasse die Kornhaufen wenigstens einen Monat über täglich kurz ausstechen, vorher aber mit scharfen Besen stark fegen, und die von den Raupen zusammengeklebten Kornklumpen so viel möglich mit den Händen auseinander reiben, wodurch viele dieser Schädlinge gelobtet werden.

c) Die LandwirthschaftSgesellschaft zu Meaur em­pfiehlt folgendes Mittel:

Man stecke Stengel von Bilsenkraut in den Korn- Haufen, worauf die Larven nach und nach das Ge­treide verlassen und leicht getödtet werde» können.

cl) Ein weiteres sehr zweckmäßiges Mittel zur Bectilgung des weißen KornwurmS vom Monat October bis Monat Mai, als der Wanderungs­und Verpuppungszeit derselben, sind die großen Kohlmeise», die de» Spechte» gleich an Bäumen umherkletteru, um Insekten aufzusuchen. Von diesen lasse man einige einfangen und auf die Kornböden bringen, Wenn man nur fünf Kohlmeisen einfängt, und jede täglich nur 40 Würmer verzehrt, so wird schon dadurch eine große Menge vertilgt. Uebrigens muß der Boden die gehörige Helle haben, damit die Meisen die Insekten auffinden können. Die Kohlmeisen sind bekanntlich dem Roggen nicht schäd­lich, da sie außer den Insekten nur einige Sämereien, mitunter auch Hafer, aber keinen Roggen fressen.

e) Man grabe einige gläserne Weinflaschen mit engen Hälsen bis an die Oeffuung in die Kornhau- fen. Da diese Würmer ebenso wie die Bohrkäfer sich gern in enge Röhren verkriechen, so läßt sich dadurch in wenig Tagen ein ganzer Kornhaufen von ihnen befreien.

f) Man räuchere die Kornböden ost mit Schwefel, insbesondere zu der Zeit, wo sich diese Motten ein­finden.

g) Ma» mache 23 Schichten Garbe», streue feinen Sand darüber und dann wieder so viele Schichten mit Sand, bis der Garbenhaufen fertig ist. Ist der Sand trocken und fein, so zieht er die Feuchtigkeit des Kornes an sich.

h) Korn Hausen während des Fluges des Korn­motte gut mit Tüchern belegt und nur an einem besonder» Platze einiges Getreide frei hingeschüttet, bewirkt, daß die Motten ihre Eier alle an de» bloßen Hansen legen, der, sobald als der Flug der Motte aufhört, zu irgend einem wirthschaft- lichen Zwecke verbraucht wird, wodurch viele Korn« Würmer vernichtet werde».

i) Sind Kortihaufen von der Kornmotte ange­griffen, so bedeckt man sie fest mit Tücher» und nimmt diese nach zwei Tagen ab, wo man dann die Kornwürmer in Menge an dem untern Theile der Tücher findet, die dann auf den Hof gelegt, begierig von den Hühnern gefressen werden.

k) Kochsalz unter die Frucht gemengt, soll die Kornwürmer sehr bald vertreiben; auch daö Be­spritzen der Wände, Balken und Kornhaufen mit Salzwasser soll die Kornwürmer sicher »erdigen.

H, S.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schon Buch- und Stettidruckerei.