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Miseellen.
Wie sieben Todsünden
von
Gugen Sue.
I. A b t h e i l u n g.
Pie K o f f a r t I),
oder:
Die Herzogin.
1.
(Fortsetzung.)
Vier oder fünf Jahre nach diesem denkwürdigen Ereignisse,, bedurfte der Commandant Bernard, dem seine alten, wieder aufgegangenen Wunden große Schmerzen verursachten, einer Wärterin; man empfahl ihm Madame Barbanson, mit deren Behandlung er so zufrieden war, daß er ihr den Vorschlag machte, in seine Dienste zu treten.
Madame Barbanson willigte mit Freuden ein, erhob sich selbst zum Vertrauten des Herrn Comman- danten, und nach unv nach wurde aus der Dienerin eine Gebieterin.
In der That, wenn man sah, mit welcher Engelsgeduld er die Tyrannei seiner Haushälterin ertrug, so hätte man den alten Seemann eher für einen friedlichen Rentier, als für einen der tapfersten Soldaten Les Kaiserreichs gehalten. Der Commandant liebte die Gärtnerei leidenschaftlich; er verwendete besonders viele Sorgfalt auf eine kleine Sommerlaube, die er eigenhändig verfertigt hatte, und welche mit Waldreben, Hopfen und Geißblatt überzogen war. Dort saß er besonders gern nach seinem einfachen Mittagsmahle, um seine Pfeife zu rauchen, und an seine Feldzüge und seine ehemaligen Waffenbrüder zu denken. Diese Sommerlaube deutete zugleich die Grenze der Besitzungen des Commandanten an; denn obgleich der Garten sehr klein, war er dennoch in zwei Lheile abgciheilt.
Der eine Theil war der Sorgfalt der Madame Barbanson überlassen, und erhob seine Ansprüche bis zum Nutzen; der andere Theil, dessen Direction der Veteran sich allein vorbehalten hatte, war dem Vergnügen gewidmet.
Die genaue Abgrenzung dieser zwei Erdguadrate war die Ursache eines wortlosen aber erbitterten Kampfes zwischen dem Commandanten und seiner Haushälterin gewesen, und war es noch.
Nie haben zwei Grenzstaaten, die Alles aufbieten, ihre Grenzen einer auf Unkosten des andern, zn erweitern, mehr List angewandt, größere Geschicklichkeit, mehr Ausdauer in der Verstellung, um ihre gegenseitigen Eroberungsversuche zu vereiteln oder auszuführen.
Eine andere Ursache zn oft possirlichem Streite zwischen dem Commandanten und Madame Barbanson war der unversöhnliche Haß, welchen die Letztere ge
gen Napoleon hegte, denn sie konnte ihm den Tod eines jungen Gardesoldaten, welchen sie in ihrer Jugend leidenschaftlich geliebt hatte, nicht vergeben.
Darauf entstand ein unversönlicher Haß gegen den Kaiser, welchen sie mir nichts dir nichts einen ehrgeizigen Despoten, den Währwolf von Corsika nannte, und dem sie kaum einige militairische Ueber- legcnheit zugestand, was die Heiterkeit des Veteranen im höchsten Grade erregte.
Trotz dieser bedeutenden Uneinigkeit in politischer Beziehung, trotz des dauerhaften und heftigen Grenzstreites der beiden Gärtchen, war Madame Barbanson dennoch von Aufmerksamkeit und Zuvorkommenheit für ihren Herrn erfüllt und der Veteran seinerseits würde t seine sorgsame Haushälterin schmerzlich vermißt haben.
Der Frühling des Jähes 1844 war bald zu Ende,, der Monat 'Kai bedeckte Alles mit seinem glänzend frischen Grün; es war drei Uhr Nachmittags. Obgleich der Tag warm und die Sonne glühend strahlte, bewies der angenehme Duft des benetzten Grases und einiger kleiner Flieder- und Syrin zensträuche, die in Blüihe standen, welche große Sorgfalt der Comman- dank seinem kleinen Gärtchen wivmete.
In seiner Gärtnertracht, welche in einer runden Jacke von grauem Zwillich und breitem Strohhute bestand; ruhte er aus von der Anstrengung des Begießens, und in der Sonimerlanbe sitzend, welche sich schon mit den kräftigen Schößlingen des Hopfens und der Waldrebe bedeckte, trocknete er den Schweiß, der von seiner kahlen Stirne floß; seine von der Sonne verbrannten Züge hatten einen seltenen Ausdruck von Freimüthigkeit und Güte, trugen jedoch das Gepräge eines gewissen kriegerischen Charakters, vermöge seines dichten Schnurrbartes, welcher, sowie seine kurz geschnittenen Haare, weiß war.
(Forts, folgt.)
Landwir thschaftliches.
Naturgeschichte.
Die K o r ii m o t t e.
Die Kornmotte, der Kornschmetterling, die Kornfliege, die Roggenfliege, der Kornwolf, die Kornschabe oder der weiße Kornwurm, hat weißgraue Vorderflügel, welche in der Sonne glänzend und im Schatten matt sind. Darauf liegen 4—5 hellbraune , große Flecken. Leib und Hinterflügel sind weißgrau. Die Flügel bilden hinten ein rundliches Dach, und oben sind sie mit einem halben Hahnen- schwanze versehen. Der innere Rand ist gefranzt; vorn auf dem Kopfe steht ein dicker Haarschopf, gleich einem Turban.
Man findet diese Motten an den Säulen und


