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zwingen wollte, seine Verfassung zu behalten? 3<i, würde es nicht auch abscheulich dumm seyn, diesem Volkswillen mit Gewalt zu widerstreben, da doch eine Stevolution die unausbleibliche Folge wäre?
Nun endlich, dummer Jost, kannst du mir irgend einen Staat aufweisen, der ohne Grund und blos aus finanziellem Interesse seinen Regenten fortgejagt und eine Republik geworden ist? Hast du also irgend Grund, das politische Glaubensbekenntniß des Profi Vogt zu verdächtigen? Ich rathe dir, schwätz für die Zukunft nicht mehr so dummes Zeug, denn du machst dich höchst lächerlich. N.
12.
Die am Freitag Abend im Cafe Ebel versammelt Gewesenen erklären hiermit als freie consti- tutionelle -Bürger, daß sie ohne Geheimniß, geschweige Reaetivn zu wollen, nur ihr gutes konstitutionelles Recht, sich öffentlich oder privatim zu versammeln, ausgeübt haben und ferner ausüben werden. Auch erklären sie hiermit frei und offen, daß sie nur die freie constitutionelle Monarchie mit allen Rechten und Freiheiten des Volkes, wie sie der Darmstädter Vaterländische Verein ausgesprochen hat, wollen. Mitbürger! der Darmstädter Verein will keine Reaktion. Mehr Freiheit und Recht als sic und wir wollen, kann keine Verfassung bringen. Ein Reactionair ist nur, wer die natürliche und gesetzliche Freiheit seiner Mitbürger stört.
Die im (Safe Ebel Versammelten.
Zur rechten Würdigung aller Verhältnisse werden den Bürgern der Stadt wie des Kreises Gießen folgende in Beziehung auf obige Versammlung cingelau- fcne Drohbriefe öffentlich bekannt gemacht, die im Originale eingesehen werden können.
Herr Pebler.
Jemehr Du dich der reaktionären Parthei anschließt, desto mehr verlierst Du Popularität und um so weniger wirst Du je eine Charge bei der Bürgergarde erhalten. Dies zur Nachricht N. N.
Herrn Friederich Zimmer
will ich hiermit benachrichtigen, daß wenn ich wieder vernehmen sollte, sie wären wieder bei den reaktionären Versammlungen Ihr Haus der Erde gleich gemacht wird. Im Namen der Fortschritsparthei.
N. N.
Herr Ebel.
In Auftrag soll ich Ihnen melden, daß, wenn in Ihrem Hause wieder eine Versammlung der bewußten Parthie abgehalten wird, tvir Ihr Haus gänzlich de- moliren. Der Bewußte.
13.
Der Wahleandidat für den Wahlbezirk Gießen und das Hinterland.
Jost und Michel.
Jost. He! Michel, was bast du so eilig?
Michel. Laß mich, ich muß auf die Rednerbühne!
Jost. Du! Michel, 's wär' halt zum Lachen! Der Michel hört nur zu, wenn die Republikaner die Republik loben — und sich selbst, und sich — als Retter des Volkes hinstellen. Doch! halt Michel, was willst du denn auf der Rednerbühne?
Michel. Ich hab' einen Wahlcandidaten nach Frankfurt.
Jost. Michel sey nicht unbescheiden, da gehören halt gcscheidte Leute zu, um einen Deputirken zu empfehlen.
Michel. Na! ich mein' doch! cs ist ja jetzt Mode, sich selbst zu empfehlen. Darf der Prof. Vogt und der Dr. Karriere sich selbst empfehlen, ohne daß man sie unklug und unbescheiden nennen darf, so darf ich doch einen anderen empfehlen.
Jost. Sieh'st Michel, du bist doch nicht so dumm, wie du aussiehst, du alter ehrlicher deutscher Michel.
Michel (pfiffig). Laß' nur, lieber Nachbar: es sind nur die klugen Herren Republikaner, die den deutschen Michel für dumm halten, um selbst im Trüben zu fischen. Aber der deutsche Bürger ist eben so klug, bei schlichtem Aussehen, als mancher der Herren unklug, bei allem großen Bart und Grimassenschneiden, und klugem Anstellen. Das ist eben der Unterschied zwischen dem schlichten konstitutionellen Michel und dem „geistesstarken" Republikaner, und der Humor davon!
Jost. Doch! wen willst du denn empfehlen?
Michel. Für den Wahlbezirk Gießen und das Hinterland den jetzigen H o sger i ch t s r a t h vr. Schulz in Darmstadt, der sonst Landrichter im Hinterland gewesen und Hofgerichtsrath Völker. Das sind warme Freunde des Rechtes, der Ordnung, des Volkes, und wissen was sie wollen, sie wollen aber vor allem
keine Republik!
(Nächstens erscheint Michel als Nachtwächter, weil es die Nächte so unruhig ist.)
14. Gespräch
zwischen der Tochter eines Professors und einem Ladeninhaber in Gießen.
Frl. D. Hr. H., wem werden Sie denn Ihre Stimme zum Parlament geben?
H r. H. Ich bin darüber noch nicht im Klaren.
Frl. D. O gewiß werden Sie dieselbe keinem Anderen, als dem Hrn. Pros. Vogt geben.
Hr. H. Wie gesagt, ich weiß es noch nicht. Aber dürfte ich wohl fragen, warum Sie, mein Frl., mit


