Ausgabe 
26.4.1848
 
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bestürzt die Feder und schrieb:Ich bitte Herrn Dr. Levi um Verzeihung." Eine anwesende glaubhafte Person kann dies eidlich erhärten.

Solche empörende Handlungsweise, geehrte Lestr, ist wohl im Stande, eine gerechte Entrüstung hervor­zurufen und der Beweggrund zu sepn, sie zu ver­öffentlichen.

In dem offenen Brief heißt es ferner, daß Levi nicht als Rabbiner an dem erwähnten Samstag aus­getreten fep, sondern als Gemeindemitglied. Darf ein zur Ruhe Ermahnender, wie sich E K. aus­drückt, eilend das erste Veste, was durch Hinaus­werfenlassen sich kund gab, antworten? Wer hat ferner den Rabbiner Levi zum Gemeindemitglied ge­macht? Welche Eiukaufsgelder hat er bezahlt? Er steht nur als ein von ber- Gemeinde Besoldeter da, hat aber ebensowenig als Gemeindemitglied das Recht zum Trommeln auf seinen Betstuhl und zum polizeilichen Hinauswerfenlaffen, als er es als Rab­biner hat. In einer Kneipe kommt so etwas nicht vor, geschweige in einem Gotteshaus.

Ich bin es nicht allein, geehrte Leser, welcher die Handlungsweise des Dr. Levi rügt, die ganze Gemeinde war darüber entrüstet.

Sie werden in der freien hessischen Zeitung einen Aufruf gelesen haben von Männern, die den Grund­sätzen des Dr Levi nicht mehr beipflichtcn können; sie trennen sick von ihm von dem, der .s verscherzt hat, ferner ihr Geist icher zu sepn.

Was endlich meine Entlassung von einem hiesigen Geistlichen betrifft, so will ich hier, um keine fremde Namen noch einzumischen, die Bemerkung machen, daß sie nur aus pecuniärer Rücksicht geschah; wer daran zweifelt, der erfährt dies am besten bei dem betreffenden Geistlichen, von welchem ich ein Zeuguiß über meine Leistungen und meine Sittlichkeit erhalten habe, welches ich Jedem vorzuzeigen bereit bin.

Schließlich bemerke ich noch, daß ich auf weitere Herausforderungen in dieser Sache irgend eine Ent­gegnung nicht mehr crthcile. B. Falken berg.

11.

Ue&er das politische Glarrbens- bekenntniß

des Professors Vogt.

(Fortsetzung.)

M t ch el. Jo st.

Michel. Denke dir Jost, ich habe über unser letz­tes Gespräch vom 22. d. M., was wir über den obi­gen Gegenstand miteinander geführt haben, nachgedacht und auch mit andern Seilten darüber geredet und da habe ich gefunden, daß du mich ganz unrecht belehrt hast.

Jost. Ei, wie so?

Michel. Du hast mir gesagt der Professor

Vogt habe erklärt, wenn er als Deputirter nach Frank­furt zur konstituirenden Nationalversammlung gewählt werde, so werde er sich der Mehrheit anschließen, d. h. der Mehrzahl der Deputirten , so zwar,, daß wenn die eine Republik wollten, er diese auch wolle

I o st. Ja, das habe ich dir gesagt und das Hal auch der Professor Vogt erklärt.

M i ch e l. Das ist aber nicht wahr.

Jost. Nun, was hat er denn erklärt?

Michel. Professor Vogt hat gesagt eine Re­publik, welche nicht aus dem freien Willen^ der unermeßlichen Mehrheit des Volkes und zwar ohne Gewalt, aus dessen inner­ster Ueberzeugung hervor gehe, eine solche Re­publik wolle er nicht, und das ist doch ein gewaltiger Unterschied von dem, was du mir gesagt hast; denn daß kannst du doch nicht leugnen, daß die Mehrheit der Deputirten noch nicht gerade die unermeßliche Mehrheit des Volkes repräsentiren?

Jost. Das Letztere gebe ich zu, aber wo stehet denn das Erstere gedruckt? denn gedruckt will ich es sehen.

Michel. Da gehe du nur zu dem Buchhändler Ricker in Gießen, der kann dir es schwarz auf weiß zeigen. Der Professor Vogt hat nämlich sein Glau- bensbekeuntniß drucken lassen. Dasselbe ist an die Oberhessen gerichtet. Wenn dir nun auch das noch nicht genügt, so lese noch die freie Hessische Zeitung vom 20. d. M., Nr. 15 und zwar auf der letzten Seite die Antwort an den Pfarrvikar Dieffenbach. Auch diese bekommst du in der Ricker'schen Buchhandlung zu Gießen.

Lese diese Blätter und du wirst finden, daß du dummes Zeug geschwätzt hast. Ja, Jost, ich glaube fast, daß du die Leute mit Gewalt hinter das Licht führen willst, denn wer doch noch ein bischen Verstand Hai, und nicht absichtlich die Leute dumm machen will, der wird finden, daß Professor Vogt nichts vernünf­tiger sagen konnte, als er gethan hat. Derselbe hat ja ausdrücklich gesagt, daß wenn Frankfurt, Hamburg, Lübeck und Bremen (das sind, wie du weißt, freie Reichsstädte Republiken) keine constitutionelle monarchiiche Verfassung haben wollten, er ihnen keine solche aufdringen würde und daß er entschieden mit aller Kraft dagegen seyn werde, dem Großherzogthum Hessen, das seinen Fürsten ehre und liebe und ebenso den andern constitutionell monarchisch verfaßten deut­schen Bundesstaaten eine Republik gegen ihren Willen aufzudringen.

Nur wenn die unermeßliche Mehrheit des Volkes eines Staates eine Republik, aus freiem Willen und aus innigster Ueberzeugung will, nur dann will er diesem Volke nicht entgegen sein; und hat er da nicht recht? Würde es nicht Tyrannei sein, wenn mein hier dem Willen des Volkes entgegen seyn und dasselbe