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vielmehr fast lediglich von dem Zutrauen abhing, dessen die klinische» Aerzte bei dem Publikum eines weitern Umkreises sich erfreuten, daß somit, bei jcbem Direktionswechsel und bis der neue Direktor sich wieder Vertrauen und ausgedehntere Bekanntschaft erworben haben konnte, ein Sinken der Kran- kensrequenz bis weit unter das Bedürfniß zu erwarten stand.
Es ist allgemein bekannt, welches ausgebreiteten und wohlverdienten Rufs als Praktiker der kürzlich verstorbene Direktor des akademischen "Hospitals sich erfreute, dennoch aber stieg unter dessen Direktion, in keinem Jahre die Einnahme von Zahlen der Kranken, in dem ganzen Hospilaie viel über 3000 fl. und die Frequenz über 850 Kranken im Jahre. Mit dem vielbeklagten Hinscheiden Balsers war daher in hohem Grade zu befürchten, tie Krankensrequenz könne so sehr sinken, daß sie weder für den praktischen Unterricht, noch für die neu eingerichteten praktischen Prüfungen hinreichendes Material zu liefern vermöge. Die unterzeichneten Direktoren des akadem sehen Hospitales beeiden sich daher im Vereine mit der medicinischen Fakultät, höchster Staatsbehörde Vorschläge zu macken, deren Ausführung sie für geeignet hielten, die befürchteten Nachlheile abzulenken. Diese Vorschläge zielten im Wesentlichen dahin l 1) Einen Vertrag mit der städtischen Armencommission zu Stande zu bringen, wonach die städtische Armcnpraris an die klinischen Aerzte, welche dieselbe unentgeltlich, als einen Theil ihrer amtlichen Verpfl chtunqen zu übernehmen sich erboten, übergehen solle, in der Weise, daß erkrankte städtische Arme in geeigneten Fällen in das Hospital selbst ausgenommen, sonst aber in ihrer Wohnung von den Hospital-Aerzten, in Verbindung mit den Studircnden, behandelt und mit Arzneien versehen werden. Hierfür zahlt die Stadt, als Beitrag zu den Kosten, ein Summe von jährlich 1000 fl. zu dec Kasse des Hospitals. Dieser Vertrag ist feit dem Ende vorigen Jahres abgeschlossen. 2) Eine Erweiterung des Dienstboten - Vereins gegen möglichst billige Bedingungen zu Stande zu bringen. 3) Eine nähere Verbindung mit den Landgemeinden herzustellen und ihnen zur Unterbringung der ihnen zur Last fallenden Kranken Bortheile in dem akademischen Hospitale zu bieten, die sie, wenn sie die Behandlung der Kranken in loco selbst besorgen lassen, nicht erlangen können. Zu diesem Endzweck wurde vorgeschlagen, wenn auch die Erhebung des akademischen Hospitals zu einem Landkrankenhause neck nicht thunlich fei, doch den Eintritt der Armenkranken vom Lan^e möglichst zu erle chtern und den Ortckehörden aufs Beste zu empfehlen. Hierzu beantragten wir die Entschädigungs-Summe für die gesammte Verpflegung eines Kranken auf täglich 18 kr. zu firiren, mit der Bestimmung, daß die Entschädigung im Ganzen, auck bei der längeren Dauer der Krankheit, niemals 20—25 fl. überschreiten dürfe. Die gleichen Bedingungen haben die Direktoren des akademischen Hospitals, auf eigne Verantwortung, auch gegen alle Privatkranken in Anwendung gebracht und nur bei Honoratioren, die eigne, besser möblirte Zimmer und besondere Wartung forderten, eine Ausnahme gemacht. Von diesen würde als Regel täglich 1 fl. gefordert. Endlich war man bemüht, durch Vervollständigung und Verbesserung der innern Einrichtung Jedermann den Aufenthalt in dem Hospitale annehmlicher zu machen. Mehrere Zimmer wurden zur Aufnahme von Honoratioren mit besonderer und eleganterer Einrichtung versehen; — eine besondere, in ihrer ganzen Ausstattung von dem übrigen Hospitale völlig getrennte, verschließbare Abtheilung zur Aufnahme von schmutzigen Kranken, Vagabunden, Syphilitischen, gebildet; — die übrigen Krankenzimmer vollständiger und eleganter als früher ausgestattet; — ein besonderer Pförtner bestellt; — die Zahl der Dienstboten und Wärter vermehrt u. s. w. — Dies« Einrichtungen haben denn auch jetzt schon den gehoff
ten Zweck nicht verfehlt, wie sich aus der nachfolgenden Gegenüberstellung ergiebt.
Rach einer Durchschnittsberechnung der letzten 8 Jahre bis 1846 wurden in dem akademischen Hospitale jährlich 340 Kranke verpflegt. — Die Zahl der in dem akademischen Hospitale behandelten Kranken beträgt 1815 350, und zwar:
Handwerksgenoffen, . . . . 124.
Dienstboten...... 2«.
Von Gemeinden incl. der Stadt eingewiesen 43.
Von einzelnen Corporationen . . 17.
Privatkranken • ... . 140.
Von der gestimmten Zahl wurden nur 18 ohne alle Entschädigung verpflegt.
In dem Jahre 1847 stieg die gesammte Krankeafrequenz auf 606. Don diesen kamen
a) auf die innere incl. Krätz-AbtheilUNg 951
b) auf die chirurg sche Abtheilung . 255
Darunter waren:
1) Handwerksgenoffen . . ■ \ . 146
2) Dienstboten . 1 . . . . gz
3) Von Gemeinden incl. der Stadt eingewiesen 69
4) Bon einzelnen (Korporationen - 59
5) Privatkranke.....238
Gänzlich unentgeldlich wurden im Ganzen 60 behandelt.
Die Erfolge der Behandlung ergaben sich aus folgender Ueberstcht. In der innern Klinik wurden
1) geheilt . . 243
2) gebessert ... 42
3) ungebeffert entlassen . n
4) gestorben sind . . 22
5) noch in Behandlung . 33
351
In der chirurgischen Klinik wurden:
1) geheilt......197
2) gebessert entlassen . . . . 15
3) ungebessert entlassen .... 11
4) an andere Anstalten abgegeben . . 2
5) gestorben sind.....4
6) am Schluß des Jahres noch in Behandlung 26
255
Das Sterblichkeits - Verhältniß stellt sich daher in dem ganzen akademischen Hospitale wie 1 zu 23%.
Die Kosten der Verpflegung wurden bestritten durch:
1) die auö Staats-Mitteln fließende Dotation von 7500 fl.
2) Beiträge zahlender Kranken der medicinischen
Abtheilung circa..... 1324 „
8) Beiträge zahlender Kranken der chirurgischen Abtheilung, circa..... 2060 ,,
4) Beiträge von Dandwerksgenosfln . . 1000 ,,
5) Beiträge von Dienstboten circa . . 600 „
6) Seiftag dec städtischen Armen-Commission bis
den Monat December .... 83 ,,
Der Gesammtbetrag der zufälligen Einnahmen übersteigt demnach den der vorhergehenden Jahre um ungefähr 2000 fl. Außerdem sind durch veränderte Einrichtung der Verwal
tung, besonders an Holz, Beleuchtung, der Brod- und ©peifelieferung, ohne Nachtheil für die Reichlichkeit und Güte der Verpflegung, Ersparungen eingeführt worden, welche nach der Erfahrung der 6 Monate, seit welcher sie destrhen, sich ebenfalls auf 2000 — 2500 fl. berechnen, die also, mit obiger direkter Mehreinnahme, zur Verpflegung einer größern Krankenzahl verwendbar geworden sind. Da mehrere der neu eingeführten Einrichtungen erst in ihrer Entwickelung begriffen sind, so dürfen die Unterzeichneten auf eine steigende Vermehrung der Mittel rechnen, die sie in den Stand setzen wird, die ihrer Leitung anvertraute Anstalt, ihrem Ziele immer näher zu führen.


