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„Nun! was wollen Sie denn mehr, Mama Bar- banson?" sagte Olioier freudig, denn er hatte sich die Haushälterin weit widerspänstiger gedacht. „Eine Zwie- helsuppe von Ihnen verfertigt . . . eine saure Sauce und ein Salat von Ihnen zubereitet . . . das ist ja ein Göttermahl, und mein Camerad Gerald wird sich gütlich thun wie ein König."
„Warum haben Sie nicht den Tag gewählt, wo frisch gekocht wird! das war Ihnen ja so leicht, Herr Olivier!"
„Das Unglück ist geschehen, Mama Barbanson . . . Alles, warum ich Sie bitte, ist, mich nicht vor einem alten Kiegskameraden aus Afrika zu beschimpfen."
„Jesus! . . . mein Gott! können Sie das fürchten, Herr Olivier? Sie beschimpfen ... ich? ganz im Gegentheil, denn ich hätte gewünscht, daß . ."
„Es wird spät," sagte Olivier, indem er diese Klage unterbrach, „mein Freund wird mit einem Soldaten- hunger ankommen ... Ah! Mama Barbanson, haben Sie Mitleiden mit uns!"
„Ei, es ist wahr . . ." sagte die Haushälterin, „ich habe keinen Augenblick zu verlieren."
Und die wackere Frau entfernte sich eilig, indem sie mit Schmerz wiederbolte;
„Daß er nicht den Tag gewählt hat, wo frisch gekocht wird!"
„Ah! . . . sagte der Veteran," als die Haushälterin sich entfernt hatte, „ich athme wieder frisch auf Nun! sie hat eS besser ausgenommen, als ich vermuthete . . . Du hast sie wohl behext . . . Aber nun ist an uns Beiden die Reihe, mein Herr Neffe! Du konntest cs mich nicht vorher wissen lassen, damit Dein Freund wenigstens ein leidliches Mittagessen gefunden hätte? Du ladest ihn so Knall und Fall? und es ist noch dazu ein Herzog . . . Aber sage mir ... wie Teufel hast Du bei afrikanischen Jägern einen Herzog zum Kameraden gehabt?"
„Da haben Sie die Geschichte in zwei Worten, mein Oheim; ich erzähle sie Ihnen, weil Sie meinen Freund Gerald sogleich lieb gewinnen werden, denn es gibt nicht Viele von dieser Art und diesem Schlage . .. ich versichere Sie . . . Er und ich, wir waren Schulkameraden int Collegium Louis-le-Grand. Ich reise ab nach Afrika . . . sechs Monate daraus, wen sehe ich im Quartier ankommen? (wir lagen damals in Oran) meinen Freund Geralv in Kamisol und Reithosen."
„Als gemeiner Reiter? ein so vornehmer und ohne Zweifel reicher Herr, und er ist nicht in die Militärschule zu St. Ehr eingetreten?"
„Nein, mein Oheim."
„So war es denn eine Laune, ein unbesonnener Streich?"
„Nein, mein Oheim," sagte Olivier mit ergriffenem Tone, „das Benehmen Gcrald's war im Gegentheil
vollkommen überlegt; er ist in der That ein sehr vornehmer Herr von Geburt, weil er, wie ich gesagt, der Herzog von Senneterre ist."
„Ja, man sieht diesen Namen oft in der Geschichte Frankreich«," erwiederte der alte Seemann.
„Der Adel der Familie von Senneterre ist eben nicht blos alt, sondern auch berühmt, mein Obeim; übrigens hat Geralds Familie den größten Theil des ungeheuren Vermögens, das ne ehemals besaß, verloren; es bleiben ihr, glaube ich, etwa vierzigtausend Franken Renten . . . Das ist viel für unser eins; aber es ist wenig, so sagt man, für Personen von hoher Geburt, und überdies hat Gerald zwei Schwestern auszusteuern." „Aber, sage mir doch, wie und warum Dein junger Herzog Soldat geworden ist?"
„Zuerst, mein Oheim, müssen Sie wissen, daß dieser wackre Junge sehr originell, sehr geistreich ist, und seine eigenen Ansichten hat. So, als Gerald bei seinem Austritte aus dem Collegium das Alter hatte, um in die Rekruttrung zu fallen, sagte ihm sein Vater (er lebte damals noch) ganz natürlicher Weise, er Wollin eine Cinsteherkasse Geld einlegen, um ihn aus alle Fälle von dem Militärdienste zu befreien. Wissen Sie, was dieser sonderbare Junge antwortete?"
„Nun, laß hören."
(Fortsetzung folgt.)
Landwirthschaftliches
Wirkung des Salzes aus die Vegetation.
Becquerel hat neue Versuche über die Wirkling des Salzes auf die Vegetation angestellt und dabei eine Methode angewendet, welche die diesen Gegenstand betreffenden Widersprüche zu heben im Stande seyn wird. Er beobachtete die Wirkung und den Einfluß des Salzes während des Keimens, des Wachslhums, der Bluthe, der Fruchtentwlckelung bis zum Absterben der Pflanze. Weil in diesen Perioden sehr verschiedene physiologische Bedingungen bbwalten, so war es sehr richtig, für jeden dersel- oen besonders den Einfluß eines Organö zu studtren, das den verschiedenen Perioden gemäß eine sehr ver- schiedene Wirksamkeit äußern könne. Die Schlußfolgerung Beequerel's über die beiden ersten Vegetationsperioden sind folgende: 1) Das Salz in seiner Auflösung beeinträchtigt im Allgemeinen das Keimen. 2) Wenn die Keimung geschehen ist, so kann man den jungen Pflanzen das Salz selbst in starker Gabe zukommen lassen, ohne fürchten zu müssen, auf die Gewebe nacktheilig einzuwirken und die Thätigkeit der Vegetation zu stören; das Salz begünstigt dann dieselbe. 3) Es ist zweckmäßig, bei der Eultur der Cerealien das Salz gegen den Monat März hin anzuwenden, ehe die Vegetation sich mit Macht regt. Die auszustreuende Menge hängt von den Gewächsen ab, welche man anbaut.
Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.


