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Sache, die Errichtung einer deutschen Kriegsflotte, aber das hungernde Volk bedarf einer größeren Rück­sicht, und da ein lauter Hülferuf für dasselbe nicht durch eine dazu berufene Wachterschaar von einer höheren Warte des Vaterlandes erging, wie man längst gewünscht und gehofft, so sendet ein Einzelner ihn endlich selbst hinaus in Deutschland's Gauen. Möchte er nicht wie die Stimme eines Predigers in der Wüste verhallen, möchte Gott ihm Kraft verlei­hen , möchten begeisterte Herzen, beredte Lippen ihn weitertragen, möchte tausendfach sein Echo wiedertönen in dem lärmenden Gewühl der Märkte, wie in den Räumen der Gotteshäuser; möchte groß und segens­reich seine Wirkung seyn!

Als Hamburg von verzehrendeit Flammen heim- gesucht worden war, steuerte man Millionen zu­sammen!, und herrlicher stieg die alte Reichsstadt ans ihrer Asche empor. Sollte man jetzt geizen, wo ein Funke, ein Windstoß hinreicht, um gährende Massen zu einem unauslöschlichen, allverheerenden Brande anzufachen? Der dringendsten Roth zu steuern, welche nach der letzten Umwälzung in Frankreich sich einstellte, wetteiferten alle Stände der französischen Nation in Darbringnng patriotischer Gaben. Für Volksbewaffnung wurden unlängst in Rom Geschmeide, Silbergeschirre, geweihte Medaillen, Rosenkränze dar­gebracht ; und von den Franzosen, von römischen Frauen und Mönchen sollten Deutschlands Söhne und Töchter sich beschämen lassen, wenn es das er- habeudste Werk der Bruder - und Vaterlandsliebe, wenn es die allgemeine Rettung gilt?

Ueberschauen wir nur das Brandübel, welches die Bande der Gesellschaft zerfrißt, in seiner ganzen Aus­dehnung und erwägen wir das entsprechende Maß der Mittel, welche vorerst gegen dasselbe aufgeboten werden müssen. Eigenthum, Leben, Freiheit jedes Einzelnen sind, gefährdet und ihre Erhaltung ist um keinen Preis zu theuer. Wer in den Tagen der Vergangenheit viele Tausende gewann, der wird doch um etliche nicht knickern wollen, wenn Alles auf dem Spiele steht. Aber auch der wenig Besitzende muß das Aeußerste, was er unter den jetzigen mehr oder weniger für Alle drückenden Zeitverhältnissen vermag, auf dem Altäre des Vaterlandes zum Opfer bringen.Einer für Alle, Alle für Einen!" muß unsere Losung seyn.

Wer Ohren hat zu hören, der höre! Zwar ist es aus einem alten großen Kapitel nur eine einzelne Seite, die hier ausgeschlagen liegt, aber sie ist ent­scheidend für die ganze Zukunft. Lasse man sie um des Himmels Willen nicht unbeachtet! Noch ein Blatt weiter im Schicksalsbuche und wir erblicken vielleicht mit Schaudern in Flammenzügen das allgefiirchtete Schreckenswort: Zu spät!

Weder wohlhabend noch besoldet und am Beginne

einer Laufbahn, auf der ich für meine eigne Existenz, kämpfen muß, will ich doch gern sogleich zum anre­genden Worte die eigne That hinzufügen, und ver­pflichte mich selbst hierdurch zu einer vorläufigen Gabe von 30 fl. zu dem angegebenen Zwecke. Weitere Gaben und Zeichnungen, die man recht sehr zu beschleunigen bittet, nimmt aus hiesiger Stadt und Umgebung einstweilen die Erped. des Darm­städter Wochenblattes an.

Die Nedaetionen aller volksfreundlichen Blätter werden um Mittheiluug dieses Ausrufes und um thä- tige Beförderung seines Zweckes in ihren Kreisen ersucht.

Darmstadt, am Vorabende d. 18. Mai 1848. Dr, Knispel.

1171.

E r kl ä r u tt g.

Die in der letzten Nummer desjüngsten Tags" gegen mich von anonymer Seite her erhobenen Beschuldigungen erkläre ich hiermit für ein Gewebe schamloser Verlenmdungen, gegen die ich unverzüg­lich die nöthigen Schritte zur Einleitung einer Un­tersuchung gethan habe. Von dem Resultate dieser Untersuchung werde ich seiner Zeit das verehrliche Publikum in Kenntniß setzen.

Heuchelheim am 5. Juni 1848.

Reidel, Bürgermeister. 1185.

Bekanntmachung.

Der räuberische Zug einer verbrecherischen Bande von Gröningen gegen i)en Hof Ludwigshöhe (woran bev dortige Beigeordnete Friedrich Engel den größten Antheil nahm) schildert sich hinlänglich durch die Theilnehmer, als eine Rotte von Bösewichtern, die leider durch meine Abwesenheit den Ort ihres Ver­brechens ungestraft verlassen haben. Nur der Geistes­gegenwart und dem Muth meiner Frau verdanke ich das Leben der Meinigen und die Rettung meines Vermögens. Die gegen die, mit einer Trompete eingerückte, verbrecherische Bande eingeleitete gericht­liche Untersuchung, werde ich später veröffentlichen.

Hof Ludwigshöhe im Mai 1848.

Der Verwalter Barth.

1154.

Versteigerung der Gememderechnerstelle zu Burkhardsfelden.

Dienstag den 6. Juni d. I., Vormittags 9 Uhr, soll die Gemeiudercchnerstelle von Burkhardsfelden unter sehr vortheilhaften Bedingungen nochmals bei dem hiesigen Backhaus öffentlich ver­steigert werden.

' Burkhardsfelden den 3. Juni 1848.

Mehrere Bürger.