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Abschied.
A >l F I- B-
Zum Lebewohl nimm diese heißen Zähren, Sie sogen, was die Lippe nicht vermag. Ich suhl' den Schmerz der Trennung sich vermehren, Mit jedem schaurig ernsten Glockcnschlag. Was sich so lieblich in dem Busen reget, Mit Götterwonne meine Seele füllt, Zur stillen Wehmuth oft das Herz beweget; Das ist, geliebter Franz, ja nur Dein Bild.
Was ich geträumt im seligsten Entzücken, Wenn ich im Waffenschmucke Dich erschaut, Und sich mein Geist verlor in Deinen Blicken, In Deiner Stimme Aeolsharfen-Laut. In eine Feenwelt versetzt mich wähnte, Wenn mir Dein Lächeln Deine Huld bewies, Und wenn Dein Arm um meinen Leib sich lehnte, Ich mich zur Glücklichsten der Mädchen pries.
Was ich geträumt, soll Dir mein Äund verkünden, Wenn Dich mein Äug' nach Monden wiedersieht; Lass' dann in schöner Wirklichkeit mich finde», . Was mir so oft dein holder Blick vcrrieth.
Die Seelen, die im Einklang sich gefunden, Hat die Natur zum höh'ren Zweck vereint; Nur Seligkeit blüht mir mit Dir verbunden, Leb' wohl, und denk', daß Sie Dich sehr beweint.
Sträußchen für Damen.
(Fortsetzung.)
Maiblumen.
Es tönt im Mai ein lieblich Klingen Zur Nachtzeit in dem grünen Wald, Bald tönt es stark, wie lustig Singen, Und leis' wie Geisterlaute bald. —
* * *
Das Maienfest war jetzt beendet Der Trank im Glase perlte rein, ■ Nun Alles froh nach Haus' sich wendet, Und denkt noch lang' an Mai und Wein.
Verlassen steht der Wald und schweiget Der Festcsjubel, er verklang, Und Alles sich zum Schtnmmcr neiget Nach Maienlust und Fcstgesang.
Des Mondes volle Scheibe gießet Auf Blnmenthau ihr Zauberlicht, Und Heller Silberschimmcr fließet Aus Maienblüthen voll und dicht, Was ist das für ein lieblich Klingen Im stillen Walde in der Nacht? Maiglöckchen läuten, Elfen singen I Das tönt so zart, das klingt so sacht'. Die Elfen tanzen leicht im Chore, Die Elfen singen wunderbar; Ein Perlchen Thau hat jed' im Ohre Und Maienblüthen in dem Haar.
Des Mondes Silberschleier hüllet Die fliicht'ge Gruppe, wie in Dust; Und immer schneller, lusterfüllet, Durchschwebct sie die leichte Luft.
H)a naht der Morgen. Alles stille!
Maiblumen stehen fern und nah;
Es glänzt der Thau, cs singt die Grille Ihr Eines-Lied; der Tag ist da!
* *
Maiblümchen ist ein Bild der Freude,
Hell laden seine Glöckchen ein, Und hörest Du ihr still Geläute, Dann lasse Schmerz und Trauer sepn;
Dann kehre ein zum grünen Wald, Und höre zu dem Frühlingsläuten, Und weißt Du nicht, woher es schallt, »Sep heiter!» soll sein Klang bedeuten.
Feuilleton.
Der Amerikanische Teufel ist der Name einer Ausgrabemasckiine, deren man sich jetzt in Amerika, besonders bei dem Bau von Eisenbahnen, häufig bedient. Sie erfordert zur Handhabung zwei Ingenieure und drei Arbeiter, ist tragbar, wird mit Dampf getrieben und leistet so viel, als dreißig Arbeiter. Sie füllt per Tag 200 Erdwagen, jeden zu fieben Tonnen Erde gerechnet. Wenn wir doch auch so ein Teufelchen zur Main-Weser-Eisenbahn hätten.
Ein Chemiker in London will eine Flüssigkeit erfunden haben, mit welcher man den Druck in Büchern vertilgen und die Bogen wieder ganz weiß machen kann. Welche schätzbare Erfindung wäre dieß für die Verleger unabsetzbarer Speicherhüter!
(Nutzen der Logik.) Bei Eröffnung der Eisenbahnfahrten von Wien nach Baden, trat ein Familienvater mit vier heirathsfähigen Töchtern an die Kasse und legte 36 kr. hin. Der Casster machte die Bemerkung, daß für die Person 12 kr. zu zahlen, und demnach für ihn und seine vier Töchter 1 fl. zu entrichten scy. Entrüstet darüber rief der Familienvater aus: die vier Mädeln sind meine Kinder, und Kinder zahlen nach der Annonce nur die Hälfte." — Man ließ den scharfen Logiker passtrcn.
Ein Fürst sprach in einer Proclamation zum Volke: Ich will Euer Beßtes. — Ja das wissen wir wohl, meinte ein Jude, denn er will unser Geld.
„Der erste Mimiker der Welt!" Unter diesem bescheidenen Titel, den er sich selbst beilegt, tritt gegenwärtig ein Herr Carotti von Venedig in Wien auf. Nach dem von ihm ausgcgebenen Programm will der große Mimiker mit seinen Gesichtsmuskeln einen ganzen Seesturm darstellen. Die Nase erscheine als Schiff auf dem Meere, durch die Bewegungen der, Äacken will er die Wellen bezeichnen, mit dem Munde heult er und ahmt den Donner nach, mit den Augen malt er Blitze u. s. w. — Läßt sich wohl eine noch erbärmlichere Gaukelei denken?
(Berichtigung) In Nr. 66., im Art, „Ermunterung f. d. Handwerker," Zeile 23 ». u. lies statt „ihre .Spitzen — alle ihre. Spitzen."
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.


