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Aussätzigen, dessen Berührung verunreinigt, aus­schließen und so der Mittel der Bildung selbst berau­ben. Man erwäge es wohl: Je mehr Bildung im Volke, desto weniger Hefe!

es nicht mehr auffallend finden, wenn der Geselle am selben Tische fitzt, aber fester als im Studenten fitzt das BoruNheil gegen ihn im Meister. Man klagt über die Rohheit der Handwerksgesellen; wir fragen : Hat die Gesellschaft ein Recht zu ihrer Klage? Was thut'sie denn, um dem Gesellen die Möglich­keit der Bildung zu verschaffen? Verschließt sie ihm nicht alle Mittel derselben? Doch hat auch der Ge­selle kein Recht zur Klage, wenn sobald er selber Meister geworden, macht er's nicht besser. Wenn aber fe der Drang, sich sür's Leben zu bilden, nament­lich der Drang nach politischer Bildung, die doch kein Bürger eines konstitutionellen Staates entbehren kann, die Gesellen, die von allen Classen der Gesellschaft ausgeschlossen find, unter sich zusammenführt, dann wehe ihnen! Dünn riecht's nach Communismus, und sie werden mit Feuer und Schwert vertrieben. Ist es aber Pflicht der Gesellschaft, für die möglichste Bildung aller ihrer Stände zu sorgen, so sollte sie nicht einen ganzen, ehrenwerthen Stand wie einen

Augen sich betrachten lernen. Oder was kann z. B. für ein freundliches Verhältniß bestehen zwischen einem Beamten und einem Meister, die sich früher in irgend einer Universitätsstadt verhöhnt undgeholzt" haben? Soll dies anders werden, so ist zweierlei nöthig. Der Student, dessen Vorrechte jetzt ohnehin leere Seifenblasen geworden sind, lasse von seinen Vorur- theilen ab, und der Geselle suche eine höhere Bildung zu erwerben, dann werden beide sich gegenseitig nicht nur vertragen, sondern achten lernen. Aber bis jetzt ist der Geselle gar übel daran. Er soll sich auöbil- den nicht nur sür'S Handwerk, sondern sür's Leben, aber wie anfangen? Selbst wenn er einen höheren Schulunterricht genoffen hat, so ist darum seine Bil­dung nicht vollendet, er muß durchaus auch mit Gebildeten umgehen, wenn er nicht in Gemeinheit versinken soll. Aber mit wem? Während dem Stu­denten alle Bildungsanstalten und Gesellschaften geöffnet sind, ist der Geselle von allen ausgeschlossen und einzig aus den Umgang mit Seinesgleichen beschränkt. Ja selbst der Meister, obwohl er selbst einmal nichts anders war, betrachtet den Gesellen als Proletarier und glaubt sich durch jede nähere Berührung mit ihm etwas zu vergeben, an seiner Würde zu schaden. Selbst die Dienstboten werden noch eher als Glieder des Hauses betrachtet, aber zwischen Meister und Gesellen, die er ja alle Tage fortschicken kann, hat daö Vorurtheil eine unnbersteigliche Kluft gezogen. Da soll ein Geselle einmal wagen, in einen geselligen bürgerlichen Verein ' sich zur Aufnahme zu melden, er wird keine größeren Gegner finden, als die Meister, die solche Ungebühr nie dulden würden, daß der Ge­

Der Bastard von Gemappe.

Historische Erzählung von F Menk.

(Fortsetzung.)

Seltsam, seltsam," murmelte der König und seine Blicke flogen fragend zu Tristan hinüber.Und Du weißt den Namen Deines Vaters ,nicht, auch kein Zeichen gab er Dir, woran er Dich je erkennen würde?"

Doch, ein solches Zeichen besitze ich," sprach der Knabe unbefangen.Seht her, in dieser Kapsel steckt ein Stückchen Pergament und es ist darauf in wun­derbaren Schriftzügen geschrieben, ich würde vor Un­heil bewahrt werden, wenn ich es immer auf meiner Brust trüge."

Ludwig griff hastig darnach und überlas es, in eine Fenstervertiefung zurückgezogen, mit der größten Auf­merksamkeit; dann gah er es mit, gezwungener Gelas­senheit dem Knaben zurück und fragte:

, Du hast Dich also mit eigenen Augen überzeugt, daß der Leichnam, welchen Du in dem Sumpf bei Nancy gefunden, der des Herzogs von Burgund war?"

Dem ist so. Ich habe den Herzog nie im Leben gesehen, aber mein Vater erkannte ihn gleich an einer Narbe im Hals; dann lief ich zum Herzog Rena'us und Alle bestätigten das, was mein Vater behauptet. Ich aber schlug alle Belohnung aus, welche mir

einen Gewappneten über den Hof springen sehe, und mochte, gar zu gern ein Rittersmann werden."

Der König war in tiefes Nachdenken versunken und überhörte beinahe das unschuldige Geschwätz des Kna­ben; endlich winkte er heftig mit der Hand und die Anwesenden zogen sich zurück, nur Tristan blieb. Eine geraume Zeit verstrich, ehe Ludwig Worte fand, die Aufregung seines Innern auszudrücken.Hast Du es gehört, Tristan?" fragte er endlich, und seine Miene drückte Entsetzen uud Erstaunen aus.Er würde einen mächtigen Gönner am Hofe finden, sprach der Knabe, und dieser Gönner bin ich. Ja, ich muß es seyn, es steht in dem Buch des Schicksals geschrieben. Sprich, Tristan, glaubst Du, daß das Leben zweier Menschen auf eine rätselhafte Weise mit einander verknüpft seyn kann? Wenn das Geschick dieses Knaben mit dem meinigen verbunden wäre, wenn sein Unter­gang mein Untergang, wenn sein Glück mein

ftlle als Mitglied derselben Gesellschaft mit ihm trinke

oder singe, das wäre gegen den Respect und den der junge Rittersmann bot, und verlangte nur vor Zopf. Studenten giebt cs bereits (Ausnahmen), die .Euch geführt zu werden. Mein Vater hat mir ge­sagt , ich würde am Hof einen mächtigen Gönner finden. Ach, und ich freue mich immer, wenn ich