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bekannt, sowohl für den Geldbeutel, als besonders für die Gesundheit sehr nachthcilig ist, da ferner die hiesigen Bäcker nicht geneigt sind, den Brodteig für ihre Kunden in deren Häuser anzustellen, wie cs doch wohl überall, in kleineren und größeren Städten als Gießen aus Verlangen 'geschieht, — so erlaubt sich der Einsender den Vorschlag zur Errichtung eines Backhauses durch gemeinschaftliche Beiträge, wie deren an mehreren Orten aus gleichen Gründen unternommen wurden, und fordert alle Betheiligten auf,, über obigen Vorschlag in diesem Blatte ihre Ansichten auszusprechcn, welche die Redaction gewiß bereitwilligst aufnehmen wird, da sie einen für die gesammten hiesigen Einwohner höchst wichtigen Gegenstand betreffen.
(E ingesend e t.) Alle öffentlichen Nachrichten und Ansichten der Verständigen stimmen bei reiflicher Erwägung darin überein, daß die allgemeine Theuerung, der nun fast erlebten guten Ernte ungeachtet, mehr oder weniger fortbauern wird. Von dieser Theuerung ist mit wenig Ausnahmen ganz Europa ergriffen, zu einer so allgemeinen Brodlosigkeit bleiben Zufuhren zur See unzureichend. Die einmalige gute Ernte wird nicht ausreichen, um durchgängige Billigkeit der Lebensmittel herbeizuführen.
Ein Zuruf an Diejenigen, die sich zu leicht sanguinischen Hoffnungen hiugeben und da glauben, es sey nun alle Noth überstanden, dürste daher nicht überflüssig sepn, nebst einer Warnung an die Besitzer von Reichthum und Ueberfluß vor Ueppkgkcit und Verschwendung, die er so häußg erzeugt. Darum muß die Sitten-Einfalt und Tugend öfterer in den 'Hütten der Armuth Zuflucht suchen. Wenn sie hier nicht immer wohnten, so war der Einfluß des ersteren gewöhnlich Ursache der Verdorbenheit.
Wie einzelne Ortschaften und Familien sehen wir ganze Nationen in die furchtbarste Sittcnververbniß versinken, sobald ihr Wohlstand den höchsten Gipfel erreichte. Diese tiefe Wahrheit kann dem ernsten Beobachter nicht entgehen, sie ist auf die Warnungstafeln der Geschichte aller Zeiten ausgezeichnet, bis in das graue Alterthum längst verödeter Staaten und Königreiche.
Und doch ist alles Beginnen der Staatsverfassungen und des Privatlebens auf das Ziel des Wohlstandes gerichtet, überall das Getöse nach Reichthum und Wohlleben. Aber ein unbegreiflich und unerbittlich Schicksal waltet und steckt das Ziel, welches keine Nation und kein Einzelner im Leben überschreiten soll.
Darum wohl dem Volk, wie dem Privatmanne die ihr Genius liebend, lange auf der Mittelstraße führte, oder mit Leiden und Armuth im Kampfe thä- tig erhält. Es ist deswegen kein Unglück, sondern die Morgenrvthe eines wahren mäßigen Wohlstandes,
welche ich unter dem Gutmüthiqsten aller Regenten für die Nachkommen unseres Vaterlandes anbrechen sehe, daß wir mit Armuth und schlechten Zeiten im Kampfe beharren müssen.
Möchten es die Gesetzgeber im Volk beherzigen, auf Ordnung und Sparsamkeit das beständige Augenmerk richten, und Jeder, vom Größten bis zum Geringsten diese weise Vorschriften stets freudig befolgen , mst dem Gedanken, daß schlechte Zeiten und herbe Schicksale stets gute Menschen erziehen.
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Die jetzigen gesellschaftlichen Zustande. (Fortsetzung )
Wenn wir den Gesellenstand betrachten, so sind wir durch die eigcnWmlichen Verhältnisse desselben und die schroffe Scheidewand, welche noch im geselligen Leben zwischen Meister und Geselle besteht, vollauf dazu berechtigt. Was für den Studirenden die Universitätszeit, das ist für den Handwerker die Gesellenzeit, d. h,, die Zeit zur tüchtigen Ausbildung für den künftigen Berus, aber auch die Zeit lebensfroher, kräftiger Jugend, der Ideale und Träume, wo der Lebensbechcr hoch aufschäumt und von der inner» Kraft oft übersprudelt. Aus Studenten und Gesellen, den Jüngern der Wissenschaft und des Gewerbfleißes ruht hauptsächlich die Zukunft des Vaterlandes. Es ist die Zeit, wo der werdende Mann sich bildet, und wie hier sich der Charakter gestaltet, so bleibt er meistens für das ganze Leben. In früheren Zeiten, wo sich die Stande schroff entgegenstanden, wo die Universitäten mit Vorrechten überhäuft waren, da standen sich auch Student und Geselle in. der größten Schroffheit gegenüber. Der Student, im Gefühle einer höher» Bildung und stolz auf seine Vorrechte, sah mit Verachtung und Hohn- auf den Gesellen, und ein Bursche, der einem Knoten die Hand gedrückt hätte, wäre sicher in Verruf gekommen. Der Geselle aber sah mit Neid auf den bevorzugten Studenten, und in dem thörichten Streben, Studentenmanier und Sitten nachzuahmen, mußte er natürlich lächerlich werden, und fo stieg der gegenseitige Haß, der ost genug in blusige Händel ausbrach. Noch ist eine Umwandlung dieses Verhältnisses, wie es die Vorrechte und Vorurtheil stürmende Zeit bietet, nicht erfolgt, aber doch dürfen wir die Anfänge dieser Umwandlung begrüßen, denn sie hat auf mehreren Hochschulen von dem bessern, von den Ideen der Zeit durchdrungenen Theile der Studenten begonnen. Es giebt freilich noch andere Ursachen der Absonderung der Staatsdiener vom Gewerbe treibenden Bürger; aber eine gewichsige liegt gewiß in der Scheidewand zwischen Studenten und Gesellen, und sollen sie später im bürgerlichen Leben sich näher rücken, so müssen sie schon in der Jugend mit freundlicheren


