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die Anfertigung eines neuen Schlosses bei ihm nicht Mehr so häufig vorkömmt als früher, weil die Fabrik es billiger als er liefern kann; (obschon ich nicht glaube, daß die Arbeit der letzteren auch so dauer­haft und gut sey) aber was schadet ihm das? Mit­unter macht er doch noch ein neues Schloß, und ohne Unterschied alle Schlosscrai beiten liefert tie Fabrik nicht; er Hal dcmunqeachtet zu thun, und zur Entschädigung dafür, was ihm die letztere von seiner Arbeit wegnimmt, hält er fich einen Eisenladen, wo­durch er öfter mehr verlient, alö mit seinem eigent­lichen Gewerbe. Oder, ist ein neues Schloß bei ihm bestellt, so macht sich dieser oder jener Schlosser, besonders wenn er sonst noch mit vieler Arbeit be­schäftigt ist, zuweilen auch das Separat-Vergnügen, falls er selbst keinen Eisenladcn hält, nach einem solchen hinzugchen, sich ein Fabrikschloß zu kaufen, dasselbe für eigenes Machwerk auszugcben, und auf diese Weise, aus leichtere Art, vielleicht noch mehr zu verdienen, als bei selbst gemachter Arbeit. Ob­schon ich diesen eigentlichen Betrug, der indeß un.igentlich von Emigen oft nicht für einen solchen, sondern für einen erlaubten Handwerksvorthcil gehal­ten wird, durch den sich der Schlosser auch gewöhn­lich am Ende mebr schadet als nützt, nicht loben, sondern nur im höchsten Grade tadeln kann, so pas- sirt ein solches Intermezzo doch zuweilen, wie ich, der ich selbst schon so angeführt wurde, aus Erfah­rung sprechen kann. Genug, er macht sich die Fabrik auf jede mögliche Art zu Nutze. Und wie sieht es mit den Drehern aus? Haben diese nicht sämmtlich einen prachtvollen Pftifcnladcn? Wenn die ihre Spitzen und Röhren selbst machen wollten, sic müßten sich noch viele Drehbänke anschaffen; wozu aber sollte dies nützen?

D e Buchbinder, sind diese nicht fast sämmtlich zugleich auch Papier-, Schreibmaterialien-, Pappar­beiten-Händler u. s w. ? Die Tapezierer, Schreiner, Uhrmacher, Sattler und Goldarbciter, wie machen es diese? Und so ist es fast mit allen Handwer­ken; meist zu allen gehören auch noch kaufmännische Geschäfte. Dadurch ist das Streben nach industriel­len Kenntnissen so allgemein in unseren Tagen ge­worden, der Gewerbtreibcnde ist in seinen Kenntnissen vorangeschritten, und wirb jetzt dem Kansmanne gleich geachtet. Darum merkt cs Euch, Ihr, die Ihr dieses bis jetzt noch nicht eingeschen, die Ihr den Kopf hängen lasset, und glaubet,. Ihr könntet nicht mehr aufkommen, weil die oder jene Maschine er­funden , diese ober jene Fabrik int Stande ftp, den Waarenartikel, den gerade Ihr verfertigt, billiger zu liefern, es ist bei Weitem nicht so schlimm, als Ihr Euch vorstellt. Sucht Euch in die Umstände zu fügen, verbessert was möglich ist, macht Eure Ein­richtungen darnach, lernt, was Euch noch Noch thut,

und sepd Ihr schon zu alt dazu, so laßt doch wenig­stens Euren Kindern einen gehörigen, nicht zu be­schränkten Unterricht ertheilen, damit es diesen nicht so gehe, als Euch selbst Bedenkt, daß-Keiner ver­loren ist, der mit den erforderlichen Kenntnissen ausgerüstet, sich, wie man gewöhnlich zu sagen pflegt, zu drehen und zu wenden weiß, daß ein solcher nicht so leicht von einem Uebelstande ergriffen, und nieder- geworfcn wird, und treten etwa ja mal Fatalitäten ein, daß er vermögend sey. sich in aller Bälde wieder heraus zu wickeln. Hiermit will ich schließen und zur Ermunterung Euch nur noch folgende Worte zurufen:

Ihr Schlosser und Schmiede

Werdet nicht müde, A

Den Blasbalg zu ziehen. Das Eisen zu glühen. Den Hammer zu schwingen, Das Ziel zu erringen.

Ihr Schuster und Schneider Macht Stiefeln und Kleider. Am Nagel laßt hangen Das Sorgen, das Bangen; Braucht Pcchdraih und Nadel Für G'ring' und für Adel.

Das Hobellied singen? Laßt's munter erklingen. Beim Schruppen, beim Sägen Wird's tapfer erregen Zur Arbeit, zum Werke. Ließ Schreiner, Dir merke. Handwerker! Euch Allen Muß's sicher gefallen, Wenn goldener Regen Sich eiustellt zum Segen Für Wirken und Schaffen, Handhabung der Waffen. Doch kann's nur gelingen Durch kluges Vollbringen. Wenn Dummheit regieret, Dicß rückwärts nur führet, «

Und vorwärts zu schreiten Gebieten die Zeiten.

Drum sepd nur beflissen, Zu mehren Eu'r Wissen, Statt klagen was lernet, Mißbräuche entfernet; Dieß wollt ich Euch sagen; Wer folgt - darf nicht zagen.

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Der Bastard von Gemappe.

Historische Erzählung von F. Ment.

(Fortsetzung.)

Jeoffroy war bekannter mit den geheimen Kellern und unterirdischen Gängen der alten Kapelle; er führte jene Männer über Geröll und Schutt nach dem Schiff der Kirche, deren Substructionen noch sichtbar waren,